Nepenthes () bezeichnet in der griechischen Mythologie ein Arzneimittel (pharmakon), das Helena, die Ehefrau von Menelaos, von einer ägyptischen Königin (der Gemahlin Thons) erhalten hatte und das, dem Wein beigemischt, Leiden beseitigen, Angst und Kummer verjagen und alle Krankheit vergessen lassen soll. Das Wort bedeutet „gegen Kummer“ (ne = „nicht“, penthos = „Kummer, Leid“) und wird in der zwischen 1200 und 700 v. Chr. entstandenen Odyssee wie folgt erwähnt.Homer: Odyssee 4,219. Vermutlich handelte es sich um Opium.

Es besteht die Vermutung, dass Nepenthes, wie Helena es bei jeder Gelegenheit dem Telemach (und seinen Freunden), etwa bei seiner Ankunft in Sparta, angeboten haben soll,D. Chabard (Hrsg.): Medizin im gallisch-römischen Altertum. La médecine dans l’antiquité romaine et gauloise. Exposition par le Museum d’histoire naturelle et le Musée Rolin dans le cadre du Bimillénaire de la Ville d’Autun. Musée d’Histoire Nauturelle, Ville d’Autun 1985 / Stadt Ingelheim/Rhein 1986, S. 26 (zu Nepenthês, vielleicht auch Opium gemischt mit Haschisch). ein tatsächlich existierendes OpiatAngelo Maria Ricci: Dissertationes homericas. Gotthilp, Leipzig 1784, S. XLVIII und S. 380. oder eine Zubereitung (Opiumsaft)Vgl. Heinrich Buess: Medicochirurgisches in Ilias und Odyssee. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift. Band 81, 1956, S. 1818; E. H. Hume: Note on narcotics in ancient Greece and ancient China. In: Bull. New York Acad. Med. Band 10, 1934, S. 619. ; jeweils zitiert in H. Orth, I. Kis: Schmerzbekämpfung und Narkose. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 1. daraus (vgl. Laudanum) oder sich auf Cannabis bezog,Philip Robson (1999). Forbidden Drugs. Oxford University Press, ISBN 978-0-19-262955-5, S. 161. zumal Haschisch im (ägyptischen) Altertum wohl auch in Form von in angenehme Stimmung versetzenden „Fröhlichkeitspillen“ nach der Mahlzeit zum Wein gereicht wurde.Julius Berendes: Die Pharmazie bei den alten Kulturvölkern. Historisch-kritische Studien. Halle an der aale 1891; Neudruck Hildesheim 1965 (und 1989). Zitiert in H. Orth, I. Kis: Schmerzbekämpfung und Narkose. 1973, S. 1.

Nepenthes findet sich auch sonst in der Literatur wieder, so als ein Nepenthe bezeichneter Trank, den der griechische Stammvater der Ärzte Asklepios um 1200 v. Chr. zur Erzielung von Schmerzunempfindlichkeit bei chirurgischen EingriffenRudolf Frey, Otto Mayrhofer, mit Unterstützung von Thomas E. Keys und John S. Lundy: Wichtige Daten aus der Geschichte der Anaesthesie. In: R. Frey, Werner Hügin, O. Mayrhofer (Hrsg.): Lehrbuch der Anaesthesiologie und Wiederbelebung. Springer, Heidelberg/Basel/Wien 1955; 2., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Unter Mitarbeit von H. Benzer. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1971, ISBN 3-540-05196-1, S. 13–16, hier: S. 13. benutzt haben soll, und beispielsweise in Edgar Allan Poes Der Rabe:

Einzelnachweise

Kategorie:Gegenstand der griechischen Mythologie Kategorie:Gedächtnis