Die Handball-DDR-Oberliga der Männer 1988/89, die höchste Spielklasse im Hallenhandball der DDR dieser Saison, diente der Ermittlung des 39. DDR-Meisters in dieser Sportart.
Saisonverlauf Von der Saison 1988/89 an wurde die DDR-Oberliga mit zwölf Mannschaften betrieben. Da es in der Vorsaison nur einen Absteiger gegeben hatte, wurden die restlichen neun Mannschaften um drei Aufsteiger aus der zweitklassigen DDR-Liga ergänzt. Zwei Teams mussten an Saisonende wieder absteigen, das waren die beiden Neulinge Lokomotive RAW Cottbus und die Spielgemeinschaft Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg. Nach vierzehn Jahren holten sich die Armeehandballer des ASK Vorwärts Frankfurt zum vierten Mal den Hallenmeistertitel. Dies verdankten sie vor allem ihrer Abwehr, die ebenso wie beim Tabellenvierten SC Leipzig nur 427 Gegentore zuließ. Der Titelverteidiger SC Magdeburg kam auf Platz zwei. Er hatte mit 564:462 die beste Tordifferenz in der Oberliga, aber zwei Punkte weniger als der neue Titelträger. Die zwei Zähler verschenkten die Magdeburger im letzten Saisonspiel bei der 23:24-Auswärtsniederlage in Frankfurt (Oder). Hinter dem üblichen Sportclub-Fünferblock wurde Motor Eisenach wie im Vorjahr wieder beste Betriebssportgemeinschaft. Die BSG-Mannschaften eroberten von den Sportclubs 27 Punkte (≈ 19 %). Solch eine Ausbeute gab es auch in der Relation zum bisherigen Zehnerfeld noch nie. Auf den Plätzen fünf und sechs sowie zehn und elf, hatten die Mannschaften die gleiche Punktzahl erreicht, über die endgültige Platzierung entscheiden die Spiele gegeneinander.
Tabellen Abschlusstabelle
Legende: DDR-Meister und Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1989/90 FDGB-Pokalsieger und Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1989/90 Teilnehmer am IHF-Pokal 1989/90 Absteiger in die DDR-Liga 1989/90 (M) DDR-Meister 1988, (P) FDGB-Pokalsieger 1988, (N) Aufsteiger aus der DDR-Liga 1987/88
Kreuztabelle 1988/89 19. November 1988 – 29. April 1989 20px|ASK Vorwärts Frankfurt 26px|SC Magdeburg 26px|SC Empor Rostock 26px|SC Leipzig 26px|SC Dynamo Berlin 26px|BSG Motor Eisenach 26px|BSG Post Schwerin 26px|SG Dynamo Halle-Neustadt 26px|BSG Wismut Aue 25px|SG Stahl Brandenburg/Kirchmöser 25px|BSG Lokomotive RAW Cottbus 25px|SG Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg 1. ASK Vorwärts Frankfurt 24:2332:2021:1723:2226:1722:1428:1922:1828:2024:1826:17 2. SC Magdeburg 31:19 30:2426:2025:1725:1923:2125:1639:2328:1328:1832:20 3. SC Empor Rostock 21:1827:19 22:2627:2027:2524:2328:2227:2026:2532:2523:17 4. SC Leipzig 15:1818:2121:26 21:1923:1522:1620:1927:1429:2122:1921:12 5. SC Dynamo Berlin 20:2422:2622:2624:26 25:2017:1722:2225:1225:2126:2231:10 6. BSG Motor Eisenach 19:1924:2326:2620:1926:27 22:1522:1728:2424:2319:1923:21 7. BSG Post Schwerin 21:2021:2021:2120:1522:2123:21 16:1624:2327:2523:1729:20 8. SG Dynamo Halle-Neustadt 19:1923:1921:2321:2317:2315:1225:21 20:1724:1919:1824:24 9. BSG Wismut Aue 19:2424:2827:2520:1420:2724:2027:2220:19 20:1620:2022:19 10. SG Stahl Brandenburg/Kirchmöser 19:2224:2528:2918:1917:2522:2221:1822:2221:19 19:1621:10 11. BSG Lokomotive RAW Cottbus 19:2020:2223:2718:2218:1819:2022:2119:1926:1922:20 21:17 12. SG Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg 19:2124:2525:2517:2419:1919:2021:2020:2218:1923:2421:20
Torschützenliste Spieler Verein Tore / 7 m 1. Rüdiger Borchardt SC Empor Rostock 141 / 41 2. Henning Stapf SG Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg 129 / 53 3. Frank-Michael Wahl SC Empor Rostock 126 / 24 4. Jürgen Querengässer SC Dynamo Berlin 117 / 46 5. Georg Rothenburger BSG Wismut Aue 110 / 22 6. Detlef Henkel BSG Motor Eisenach 105 / 61 7. Holger Winselmann SC Magdeburg 103 / – 8. Olaf Pleitz ASK Vorwärts Frankfurt 102 / 41 9. Ralf Bausch BSG Wismut Aue 96 / – 10. Michael Ring SG Dynamo Halle-Neustadt 94 / 3 11. Heiko Triepel SC Magdeburg 90 / 16
Zuschauer In 132 Spielen kamen 173.400 Zuschauer ( 1.314 pro Spiel) in die Hallen.
Größte Zuschauerkulisse 5.700 BSG Post Schwerin – SC Leipzig (16. Spieltag) Niedrigste Zuschauerkulissen 150 SC Dynamo Berlin – SG Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg (17. Spieltag) 200 SC Dynamo Berlin – BSG Lokomotive RAW Cottbus (3. Spieltag) 200 SC Empor Rostock – SG Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg (22. Spieltag)
Mannschaft Gesamt Heim Ausw. ASK Vorwärts Frankfurt 26.500 1.205 7.100 645 19.400 1.764 SC Magdeburg 37.200 1.691 19.500 1.773 17.700 1.609 SC Empor Rostock 38.000 1.727 22.000 2.000 16.000 1.455 SC Leipzig 25.200 1.145 7.800 709 17.400 1.582 SC Dynamo Berlin 25.900 1.177 6.200 564 19.700 1.791 BSG Motor Eisenach 25.000 1.136 15.500 1.409 9.500 864 BSG Post Schwerin 57.000 2.591 44.600 4.055 12.400 1.127 SG Dynamo Halle-Neustadt 21.100 959 9.600 873 11.500 1.045 BSG Wismut Aue 28.200 1.282 15.700 1.427 12.500 1.136 SG Stahl Brandenburg/Kirchmöser 22.300 1.014 10.800 982 11.500 1.045 BSG Lokomotive RAW Cottbus 22.300 1.014 7.800 709 14.500 1.318 SG Lok/Motor Süd-Ost Magdeburg 17.100 777 6.800 618 10.300 936
Statistik In der Oberligasaison 1988/89 wurden 132 Punktspiele ausgetragen, die 173.400 Zuschauer ≈ 1.314 pro Spiel sahen. In diesen fielen 5.711 Tore, das waren ≈ 43 Treffer pro Spiel. Die treffsicherste Mannschaft war Vizemeister SC Magdeburg, dessen Spieler 564-mal trafen. Sie waren auch an der torreichsten Begegnung SC Magdeburg – Wismut Aue beteiligt, das 39:23 endete. Es war auch zugleich das Spiel mit dem höchsten Sieg der Saison. Mit 512 Treffern erhielt die Spielgemeinschaft Lok/Motor SO Magdeburg die meisten Gegentore. Torschützenkönig der Saison wurde Rüdiger Borchardt vom SC Empor Rostock, der 141-mal traf, davon 41 Tore als Siebenmeterschütze. In der Saison wurden 1.125 Siebenmeter gegeben, von denen 818 (≈ 73 %) verwandelt wurden. Herausstellungen (2-Minuten-Zeitstrafe) gab es 989 und wie vor zwei Jahren erhielt Bernd Finke von Stahl Brandenburg/Kirchmöser die meisten (27).
Meistermannschaft ASK Vorwärts Frankfurt 50px|Logo vom ASK Vorwärts Frankfurt Tor: Uwe Kern, Torsten Kostros Feldspieler: Olaf Glase, Maik Handschke, Dirk Hille, Steffen Höhne, Bernd Metzke, Andreas Nagora, Olaf Pleitz, Klaus-Dieter Schulz , Uwe Seidel, Andreas Tam, Rüdiger Traub, Michael Hoffmann, Uwe Rheinsberg Trainer: Dietmar Schmidt und Wilfried Weber
Siehe auch Handball-FDGB-Pokal 1988/89 Handball-DDR-Oberliga (Frauen) 1988/89
Literatur
Weblinks
#1988 Kategorie:Handballsaison 1988/89