mini|Motten in Taxis Eine Taxis (altgriechisch τάξις táxis „Ordnung“, „Ausrichtung“) ist eine zielgerichtete Orientierungsreaktion von Lebewesen, also nach einem Reiz oder einem Umweltfaktor (beispielsweise Temperatur, Konzentration eines Stoffes, Beleuchtungsstärke) ausgerichtet. Taxien treten bei freibeweglichen Mikroorganismen, Tieren und Pflanzen auf.
Mit Taxis wird im Rahmen der Instinkttheorie der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung (Ethologie) auch das gerichtete Appetenzverhalten eines Tieres innerhalb eines komplexen Instinktverhaltens bezeichnet. Es wird dieser Theorie zufolge durch Reize wie etwa Geräusche oder Bewegungen ausgelöst, jedoch nur durchgeführt, wenn auch die Handlungsbereitschaft vorhanden ist.
Arten der Taxis Positive und negative Taxis Man unterscheidet zum Reiz gerichteten Reaktionen (positive Taxis) und vom Reiz weggerichtete Meide- oder Schreckreaktionen (negative Taxis), sowie die gerichtete Bewegung zur Reizquelle hin (Topotaxis) und eine "Schreckreaktion" (Phobotaxis; z. B. die flagellengetriebene Lokomotion mit Taumel- und Laufphasen).
Noch genauere Einteilung: Telotaxis: die direkte gerade Ausrichtung vom Sinnesorgan auf den Reiz. Menotaxis: die Ausrichtung in einem bestimmten Winkel zum Reiz. Tropotaxis: die symmetrische Ausrichtung auf den Reiz, wozu zwei räumlich getrennte Sinnesorgane am Lebewesen erforderlich sind. Die Ausrichtung erfolgt im gleichen Winkel von beiden Sinnesorganen aus. Mnemotaxis: die Ausrichtung aufgrund der Erinnerung (z. B. bei der Orientierung nach dem Sonnenstand oder aufgrund chemischer Stoffe).
Unterscheidung nach Reizen Aerotaxis: Orientierung zum Sauerstoff (eine besondere Form von Chemotaxis oder Energietaxis) Anemotaxis: Orientierung an der Luftströmung Chemotaxis: Orientierung aufgrund von chemischen Reizen Energietaxis: Orientierung anhand des intrazellulären Energieniveaus Galvanotaxis: Orientierung an elektrischen Feldern Gravitaxis (früher Geotaxis): Orientierung an der Schwerkraft Hydrotaxis: Orientierung an der Boden- oder Luftfeuchtigkeit Klinotaxis: Orientierung durch Vergleich von zeitlich versetzten Informationen von einem Rezeptor/Sinnesorgan Magnetotaxis: Orientierung in magnetischen Feldern Osmotaxis: Orientierung an einem osmotischen Gradienten Phonotaxis: Orientierung aufgrund von akustischen Reizen (inkl. Ultraschall) Phototaxis: Orientierung an der Helligkeit und Farbe des Lichts (inkl. Infrarot- und UV-Strahlung) Polarotaxis: Orientierung an der Polarisation des Lichts Rheotaxis: Orientierung an der Wasserströmung Skototaxis: Orientierung zum Dunkeln hin Thermotaxis: Orientierung aufgrund von Wärmereizen Thigmotaxis: Orientierung aufgrund von Tastreizen Traumatotaxis: Orientierung (von Zellorganellen) zu einer verletzten Zelle hin
Beispiele Hinwendung zum Licht (positive Phototaxis) und gleichzeitig Orientierung an der Schwerkraft (Gravitaxis) bei Euglena viridis, einem photoautotrophen Einzeller Orientierung von Bienen und Ameisen am Sonnenstand Hinwendung zur Beute aufgrund chemischer Stoffe (Chemotaxis) beim Rückenschwimmer Ausrichtung der Körperachse auf die Beute, zum Beispiel bei Kröten Phonotaxis der Grillen: Weibchen orientieren sich nach dem Gesang der Männchen Thigmotaxis mithilfe der Vibrissen bei Mäusen, Ratten sowie Katzen
Siehe auch Pflanzenbewegung Nastie, Tropismus
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Einzelnachweise
Kategorie:Verhaltensbiologie Kategorie:Tierphysiologie