Die Stäublinge (Lycoperdon) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae). Bis auf den Hasen-Stäubling (Lycoperdon utriformis) sind Stäublinge in einen sterilen Stiel- und einen sporenproduzierenden Kopfteil gegliedert. Der Name bezieht sich auf die reifen Fruchtkörper, deren Sporenstaub im Inneren bei Berührung oder auf Druck in einer deutlichen Wolke verpufft.
Merkmale Die Fruchtkörper sind mehr oder weniger birnenförmig. Unter dem gekammerten Basalteil, der die Sporen samt Capillitium trägt (Gleba), findet sich ein gekammerter, steriler Fruchtkörperteil (Subgleba). Nach der Reife öffnen sich die Pilze am Scheitel mit einem Loch. Die Peridie, das heißt die äußere Abdeckung des Fruchtkörpers, ist doppelt. Die äußere Peridie ist häufig stachelig bis warzig abschuppend.
Ökologie Die Stäublinge sind saprobiontische Bodenbewohner.
Systematik Die Gattung der Stäublinge gehörte früher zur inzwischen obsoleten Unterklasse der Bauchpilze (Gastromycetidae) und dort zur Ordnung der Stäublingsartigen (Lycoperdales). Heute wird sie der Ordnung Champignonartige (Agaricales) in der Unterklasse Agaricomycetidae zugeordnet.
Arten Weltweit kommen ca. 50 Arten vor. Für Europa sind folgende Taxa bekannt bzw. zu erwarten:
Stäublinge (Lycoperdon) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Hochgebirgs-Stäubling Lycoperdon altimontanum Purpurschwarzer Stäubling Lycoperdon atropurpureum Geschwänztsporiger Stäubling Lycoperdon caudatum Kreideweißer Stäubling Lycoperdon cretaceum Steppen-Stäubling Lycoperdon decipiens Winziger oder Zwerg-Stäubling Lycoperdon dermoxanthum Igel-Stäubling Lycoperdon echinatum Heide-Stäubling Lycoperdon ericaeum var. ericaeum Lycoperdon ericaeum var. subareolatum Lycoperdon estonicum Beutel-Stäubling Lycoperdon excipuliforme Lycoperdon floccosum Lycoperdon floridanum Zwergweiden-Stäubling Lycoperdon frigidum Dunkelbrauner Stäubling Lycoperdon lambinonii Graubrauner Grasland-Stäubling Lycoperdon lividum Flocken-Stäubling Lycoperdon mammiformebeschrieben als „mammaeforme“ Abblätternder Stäubling Lycoperdon marginatum Weicher Stäubling Lycoperdon molle Stinkender Stäubling Lycoperdon nigrescens Lycoperdon niveum Nordischer Stäubling Lycoperdon norvegicum Flaschen-Stäubling Lycoperdon perlatum Wiesen-Stäubling Lycoperdon pratense Wurzelnder Stäubling Lycoperdon radicatum Feinrissiger Stäubling Lycoperdon rimulatum Brauner Torfmoos-Stäubling Lycoperdon subincarnatum Tatra-Stäubling Lycoperdon turneri Falscher Umber-Stäubling Lycoperdon umbrinoides Brauner Stäubling Lycoperdon umbrinum Hasen-Stäubling Lycoperdon utriforme Lycoperdon utriforme var. hungaricum
Siehe auch Großstäublinge
Quellen Literatur Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland, Niedere Pflanzen. 3. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2000, Seite 517–518, ISBN 3-8274-0655-2
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Champignonverwandte