Die 36. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 36. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.
Gliederung Die Division war Teil des XVII. Armee-Korps.
Friedensgliederung 1914 69. Infanterie-Brigade in Graudenz 3. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 129 in Graudenz 8. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 175 in Graudenz und Schwetz (III. Bataillon) 71. Infanterie-Brigade in Danzig Grenadier-Regiment „König Friedrich I.“ (4. Ostpreußisches) Nr. 5 in Danzig Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128 in Danzig und Neufahrwasser (III. Bataillon) Leib-Husaren-Brigade in Danzig 1. Leib-Husaren-Regiment Nr. 1 in Danzig-Langfuhr 2. Leib-Husaren-Regiment „Königin Viktoria von Preußen“ Nr. 2 in Danzig-Langfuhr 36. Feldartillerie-Brigade in Danzig 2. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 36 in Danzig Feldartillerie-Regiment „Hochmeister“ Nr. 72 in Marienwerder und Preußisch Stargard (I. Abteilung)
Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914 69. Infanterie-Brigade 3. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 129 8. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 175 71. Infanterie-Brigade Grenadier-Regiment „König Friedrich I.“ (4. Ostpreußisches) Nr. 5 Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128 Husaren-Regiment „Fürst Blücher von Wahlstatt“ (Pommersches) Nr. 5 36. Feldartillerie-Brigade 2. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 36 Feldartillerie-Regiment „Hochmeister“ Nr. 72 2. und 3. Kompanie/1. Westpreußisches Pionier-Bataillon Nr. 17
Kriegsgliederung vom 25. März 1918 71. Infanterie-Brigade Grenadier-Regiment „König Friedrich I.“ (4. Ostpreußisches) Nr. 5 Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128 8. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 175 MG-Scharfschützenabteilung Nr. 64 4. Eskadron/Husaren-Regiment „Fürst Blücher von Wahlstatt“ (Pommersches) Nr. 5 Artillerie-Kommandeur Nr. 36 2. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 36 1. Bataillon/Reserve-Fußartillerie-Regiment Nr. 4 1. Westpreußisches Pionier-Bataillon Nr. 17 Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 36
Geschichte Die Division wurde am 1. April 1890 errichtet und hatte ihr Kommando bis zur Demobilisierung und Auflösung im Mai 1919 in Danzig.
Erster Weltkrieg Während des Ersten Weltkriegs wurde die Division an der Ostfront eingesetzt und im Oktober 1915 in den Westen verlegt, wo sie bis Kriegsende kämpfte.
Gefechtskalender 1914 31. Juli bis 7. August – Grenzschutz gegen Russland (Teile der Division) 12. August – Gefecht bei Soldau 19. bis 20. August – Schlacht bei Gumbinnen 23. bis 31. August – Schlacht bei Tannenberg 5. bis 15. September – Schlacht an den Masurischen Seen 4. bis 5. Oktober – Gefechte bei Opatów und Radom 9. bis 19. Oktober – Schlacht bei Warschau 22. bis 28. Oktober – Kämpfe an der Rawka 14. bis 15. November – Schlacht bei Kutno 16. November bis 15. Dezember – Schlacht bei Lodz ab 18. Dezember – Schlacht an der Rawka-Bzura
1915 bis 6. Juli – Schlacht an der Rawka-Bzura 13. bis 17. Juli – Durchbruchsschlacht bei Przasnysz 18. bis 22. Juli – Verfolgungskämpfe zum unteren Narew 23. Juli bis 3. August – Schlacht am Narew 4. bis 7. August – Schlacht am Orz 8. bis 10. August – Schlacht bei Ostrow 11. bis 12. August – Schlacht bei Tschishew-Sambrow 13. bis 18. August – Verfolgungskämpfe am oberen Narew und Nurzec 19. bis 25. August – Schlacht bei Bielsk 26. August bis 5. September – Verfolgungskämpfe am Swislocz und an der Naumka-Werecia 6. bis 7. September – Schlacht bei Wolkowyszk 8. bis 12. September – Schlacht an der Zelwianka und am Njemen 12. bis 17. September – Schlacht an der Szczara und Jelnia 17. bis 27. September – Verfolgungskämpfe in den litauischen Sümpfen 27. September bis 17. Oktober – Abmarsch und Transport nach Westen ab 19. Oktober – Stellungskämpfe zwischen Somme und Oise
1916 bis 23. Juni – Stellungskämpfe zwischen Somme und Oise 24. Juni bis 26. November – Schlacht an der Somme ab 27. November – Stellungskämpfe an der Somme
1917 bis 15. März – Stellungskämpfe an der Somme 16. März bis 3. Mai – Kämpfe vor der Siegfriedfront 4. bis 20. Mai – Frühjahrsschlacht bei Arras 21. Mai bis 27. August – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 28. August bis 25. September – Dritte Flandernschlacht 26. September bis 27. Dezember – Kämpfe vor der Siegfriedstellung ab 27. Dezember – Stellungskämpfe bei St. Quentin und an der Oise
1918 bis 20. März – Stellungskämpfe bei St. Quentin und an der Oise 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich 21. bis 22. März – Durchbruchsschlacht bei St. Quentin-La Fère 7. bis 29. April – Kämpfe an der Avre und bei Montdidier und Noyon 30. April bis 26. Mai – Reserve der OHL bei der 18. und 1. Armee 27. Mai bis 13. Juni – Schlacht bei Soissons und Reims 14. Juni bis 4. Juli – Stellungskämpfe zwischen Oise, Aisne und Marne 5. bis 14. Juli – Stellungskämpfe zwischen Aisne und Marne 15. bis 17. Juli – Angriffsschlacht an der Marne und in der Champagne 18. bis 25. Juli – Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims 26. Juli bis 3. August – Bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle 5. bis 15. August – Stellungskämpfe in der Champagne 21. August bis 2. September – Schlacht bei Monchy-Bapaume 3. bis 5. September – Kämpfe vor der Siegfriedfront 7. September bis 14. Oktober – Kämpfe vor der Front Armentières-Lens 15. bis 19. Oktober – Kämpfe zwischen Deûle-Kanal und Schelde 20. Oktober bis 4. November – Kämpfe in der Hermannstellung an der Schelde 5. bis 11. November – Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung 12. November bis 19. Dezember – Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat
Grenzschutz Ost Nach dem Rückmarsch nach Danzig im Dezember 1918 wurde die 36. Infanterie-Division im März 1919 für den Grenzschutz Ost remobilisiert und ging in der Reichswehr-Brigade 17 der Vorläufigen Reichswehr auf.Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1974, ISBN 3-7648-1000-9, S. 103.
Kommandeure Dienstgrad Name DatumDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 131.GeneralleutnantWilhelm von Dresow1. April bis 11. Juli 1890GeneralmajorKarl von Heister12. Juli 1890 bis 11. Juli 1894GeneralleutnantEmil von Hänisch12. Juli 1894 bis 19. Juli 1897GeneralleutnantFranz von Pfuhlstein20. Juli 1897 bis 17. April 1900GeneralleutnantOskar von Lübbers18. April 1900 bis 15. Juni 1901GeneralleutnantArthur Brunsich von Brun16. Juni 1901 bis 10. September 1903GeneralleutnantAugust von Mackensen11. September 1903 bis 26. Januar 1908GeneralleutnantWalter Wasmannsdorff27. Januar 1908 bis 18. Juni 1909GeneralleutnantVincentius von Brixen19. Juni 1909 bis 24. Juli 1910GeneralmajorFerdinand von Quast25. Juli bis 22. September 1910 (zur Vertretung des erkrankten Kommandeur kommandiert)GeneralleutnantVincentius von Brixen23. September 1910 bis 2. Februar 1911GeneralleutnantKuno von Steuben3. Februar 1911 bis 3. September 1913GeneralleutnantKonstanz von Heineccius4. September 1913 bis 30. August 1916Generalmajor/GeneralleutnantKarl von Kehler1. September 1916 bis 12. Januar 1918GeneralleutnantArndt von Leipzig13. Januar 1918 bis 8. Februar 1919GeneralmajorKonrad von Hippel9. Februar bis Mai 1919
Literatur Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 69, 133–134. Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department, Dokument Nr. 905, Office of the Adjutant, 1920, S. 418–421.
Weblinks
Einzelnachweise
Division #::36 Kategorie:Geschichte der Stadt Danzig Kategorie:Westpreußen Division #::36 Kategorie:Gegründet 1890 Kategorie:Aufgelöst 1919