Weddinghofen ist seit dem 1. Januar 1966 ein Stadtteil von Bergkamen. Lage Weddinghofen grenzt unmittelbar westlich an Bergkamen-Mitte. Im Süden liegt Methler, im Westen Oberaden und im Norden Heil. Der Stadtteil liegt an der Landesstraße 664 und der Kreisstraße 9; die Bundesstraße 61 tangiert den Ort im Südwesten. Die Bundesautobahn 2 verläuft südlich des Ortskerns. Die Anschlussstelle Kamen/Bergkamen liegt auf Weddinghofer Gebiet.

Geschichte Erwähnenswert ist das Gut Haus Velmede. 1153 bestätigte Papst Eugen III. dem Kloster Cappenberg den Besitz eines Hofes in Velmede, das seit dem Jahre 1636 Sitz eines Teils der Familie von Bodelschwingh ist, der im 19. Jahrhundert zwei preußische Minister und auch Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, der Gründer der Krankeneinrichtungen in Bethel bei Bielefeld, entstammten.

Ende des 19. Jahrhunderts erreichte auch der Ruhrbergbau die Gemeinde. 1890 wurde der erste Schacht für das spätere Bergwerk Zeche Monopol Schacht Grimberg 1/2 abgeteuft. Durch den hohen Arbeitskräftebedarf des Bergbaus kam es Mitte des 20. Jahrhunderts dementsprechend zu einem starken Bevölkerungsanstieg. Im Stadtteil selbst befanden sich die Schächte Grimberg 3 (Kuckuck) und 4 (später Haus Aden 4) sowie Grillo 3 (Kiwitt) der Zeche Monopol.

Die Bergbaugeschichte in Weddinghofen endete 1995 mit der Schließung von Schacht Grimberg 4. Nachdem die letzten Tagesanlagen 2003 abgerissen wurden, liegt ein größeres Areal brach, welches zukünftig als Wohnquartier mit Kindergarten und Gesundheitshaus genutzt werden soll.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner 1849 356 1890 437 1895 542 1900 625 1905 716 1910 833 1912 840 1931 825 1938 927 1946 1.699 1956Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957 5.035 1960 6.453 Jahr Einwohner 1987 9.519 2000 10.188 2001 10.338 2002 10.377 2003 10.306 2004 10.242 2005 10.212 2006 10.211 2007 10.182 2008 10.082 2009 9.935 2010 9.815 Jahr Einwohner 2011 9.729 2012 9.630 2013 9.657 2014 9.666 2015 10.110 2016 10.053 2017 10.052 2018 9.972 2019 9.994 2021 9.919 2022 12.238

Politik

Wappen Blasonierung: „In Silber (Weiß) ein in drei Reihen je sechsfach geteilter in Schwarz und Gold (Gelb) geschachter Balken; darüber drei und darunter zwei schwarze aufrechte schwebende Weizenähren.“

Das erst 1959 entstandene Gemeindewappen zeigt eine Kombination von märkischen Schachbalken (als Zeichen der früheren Zugehörigkeit zur Grafschaft Mark) und dem Wappen der beiden Familien von Velmede, das eine Wappen zeigt in Silber einen in drei Reihen von Schwarz und Silber geschachten Schrägbalken und das andere in Silber zehn Kornähren.

Bildung, Sport und Freizeit In Weddinghofen gibt es mit der Pfalzschule eine Grundschule, mehrere Kindertagesstätten sowie das Kinder- und Jugendhaus BALU. Die Heide-Hauptschule wurde 2013 geschlossen. Das Städtische Gymnasium Bergkamen liegt ebenfalls im Stadtteil Weddinghofen. Außerdem befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Schachts Grimberg 3/4 in der ehemaligen Bergbaufachschule ein Berufskolleg der TÜV Nord Bildung gGmbH (früher RAG Bildung). Zukünftig plant die Projektgesellschaft FAKT Bildungsstätten GmbH, hier kooperative Bildungsmaßnahmen anzubieten und die vorhandenen Gebäude weiterzuentwickeln.

Sportliche Aktivitäten in vielen Bereichen bieten zahlreiche Vereine an. Darüber hinaus beherbergt der Stadtteil in der Freizeitstätte „Im Häupen“ ein Frei- und Wellenbad, eine Eislaufhalle sowie einen Sportplatz. Mit dem VfK Weddinghofen e. V. hat Weddinghofen seit 1920 einen Fußballverein mit mehreren Mannschaften, welcher zeitweise in der Bezirks- und Landesliga spielte.

Das Naturschutzgebiet Mühlenbruch um das Gut Velmede mit einem Friedhof der Familie von Bodelschwingh, der Hauptfriedhof Bergkamen und der Jubiläumswald sind bedeutende Parkanlagen im Stadtteil Weddinghofen. Der Kuhbach- und Sesekeradweg kreuzen weiterhin als bedeutende Radwege den Stadtteil.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Bergkamen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Unna) Kategorie:Gemeindeauflösung 1966