Bleckmar ist eine Ortschaft der niedersächsischen Stadt Bergen im nördlichen Landkreis Celle in der Lüneburger Heide. mini|Die Meiße bei Bleckmar Geografie Der Ort liegt rund drei Kilometer nördlich von Bergen an der Bundesstraße 3. Zur Ortschaft Bleckmar gehören heute die Ortsteile Bleckmar und Dageförde. Die Meiße fließt in Nord-Süd-Richtung durch Bleckmar.
Geschichte mini|Überreste eines bronzenen Haubenschmuckes aus der Älteren Bronzezeit, gefunden in einem Grabhügel bei Bleckmar „Wittenberg“ mini|Steinzeitliche Pfeilspitzen aus Ausgrabungen bei Bleckmar und Wardböhmen Bleckmar wurde urkundlich erstmals 866 unter dem Namen Blecmeri erwähnt. Aus ursprünglich zwei Höfen entwickelte sich das Bauerndorf. Im Jahr 1820 zählte man 150 Einwohner. Diese Zahl stieg auf über 300 Personen im Jahr 1900.
Erst 2001 wurden in Bleckmar Straßennamen eingeführt, nachdem in einer Bürgerbefragung die Mehrheit der Einwohner dafür stimmte.
Am 1. Februar 1971 wurde Bleckmar in die Stadt Bergen eingegliedert.
Das bäuerliche Dorf Etwa fünf Kilometer nordwestlich von Bleckmar befindet sich die höchste Erhebung der Südheide und eine der höchsten Erhebungen der Lüneburger Heide, der Falkenberg mit 150 m über NN. Durch die Fallwinde aus den Anhöhen wurde in der Umgebung von Bleckmar Lössstaub in einer Stärke von bis zu zwei Meter angeweht. Östlich des Ortes wurden ausgedehnte Flottsandinseln gebildet. Dadurch entstand hier einer der fruchtbarsten Böden der Südheide. Bereits in der Vorzeit wurden diese Flächen für den Ackerbau genutzt. Dass diese Gegend schon vor vielen Tausend Jahren besiedelt war, beweisen zum Beispiel die Grabfunde bei Bleckmar „Wittenberg“ und Wardböhmen aus der Älteren Bronzezeit (1800–1100 v. Chr.) oder auch die etwa 10 km südwestlich gelegenen Sieben Steinhäuser, die bereits aus der Jungsteinzeit stammen. Viele alte Bauernhöfe sind noch erhalten, deren erste Erwähnung teilweise bis in das 14. Jahrhundert zurück reicht. Heute sind die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. 1550 wurde an der Meiße eine Wassermühle errichtet. Sie war bis 1973 als Getreidemühle in Betrieb.
1910 wurde das Reststück der Bahnstrecke Celle–Soltau, die bis dahin in Bergen endete, bis nach Soltau verlängert und am 23. April 1910 in Betrieb genommen. Von da an führte die Eisenbahnlinie auch durch Bleckmar. Der Ort erhielt einen Bahnhof. Der Personenverkehr wurde 1977 eingestellt. Seither wird die Strecke nur noch für den Militär- und Güterverkehr genutzt.
mini|Die „Worth“ Mittelpunkt des alten Dorfes ist die „Worth“, ein mit Eichen dicht bestandener Platz. Ursprünglich Standort des „Klötzenhofes“, der mit den Rechten eines adlig freien (von Abgaben befreiten) und landtagsfähigen Gutes ausgestattet war. Im späten Mittelalter Sitz der Billunger und Lehngut der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Das Gut wurde erstmals im Jahr 866 erwähnt.Beschreibung der Stationen des Bleckmarer Rundweges
Politik
Ortsrat Seit 1971 ist Bleckmar eine Ortschaft der Stadt Bergen. Vertreten wird Bleckmar durch den Ortsrat und den Ortsbürgermeister. Der Ortsrat hat u. a. Entscheidungskompetenzen für die in der Ortschaft gelegenen öffentlichen Einrichtungen, ist zuständig für die Förderung der Ortsbildpflege und des Vereinslebens und muss von der Stadt Bergen bei allen die Ortschaft betreffenden Belangen gehört werden.Informationen zur niedersächsischen Kommunalverfassung Er setzt sich aus fünf gewählten Vertretern, den aus Bleckmar stammenden Mitgliedern des Gemeinderates Bergen sowie dem Bürgermeister der Stadt Bergen zusammen.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Gemeinsame Liste Bleckmar: 5 Sitze
Ortsbürgermeister Der Ortsrat wählt den Ortsbürgermeister, Amtsinhaber ist Gerhard Evers.
Kultur und Sehenswürdigkeiten St.-Johannis-Kirche mini|St.-Johannis-Kirche von 1979 Am 5. Dezember 1878 erfolgte die Gründung der St.-Johannis-Kirchengemeinde. 1879 erfolgte der Bau einer Kirche sowie eines Pfarrhauses in Fachwerkbauweise mit einem Gemeinderaum. Das Pfarrhaus wurde 1936 umfassend renoviert. Im Jahre 1979 wurde neben dem Pfarrhaus ein neues Kirchengebäude mit einem separaten Glockenturm erbaut. Das alte Kirchengebäude wurde entwidmet und abgebaut. Die Gemeinden der St.-Johannes-Kirche und der Kleinen Kreuzkirche in Hermannsburg sind seit 2010 zusammengelegt. Sie gehören zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). 1986/87 erhielt die Kirche eine Schleifladenorgel von Orgelbauer Andreas Andresen, Neumünster, 12 Register auf zwei Manualen und Pedal.Orgel der St. Johannis-Kirche Bleckmar
Missionswerk miniatur|Lutherische Kirchenmission, Pfarrhaus und St. Johannis-Kirche Seit 1892 besteht das Missionswerk Lutherische Kirchenmission (Bleckmarer Mission) e.V. (LKM) in Bleckmar. Trägerin ist die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK). 1896 wurde neben dem Pfarrhaus auch ein Haus für die Mission gebaut. Im gleichen Jahr wurde der zweite Sohn von "Ahrns Hof" als erster Missionar der Bleckmarer Mission nach Südafrika ausgesandt. Dazu gab es ein eigenes Seminar, in dem bis 1984 Missionare ausgebildet wurden. Die Ausbildung zum Missionar erfolgt hier heute nicht mehr. Das ehemalige Seminar dient seither als Tagungs- und Gästehaus. Nach wie vor ist die Verwaltung der LKM hier beheimatet. Seit 2025 wird das Missionswerk geleitet vom derzeitigen Missionsdirektor Edmund Hohls. Die LKM hat im Laufe ihrer Geschichte Missionare und andere Mitarbeiter nach Südafrika, Botswana, Brasilien, Australien, Belgien, Mosambik und Deutschland entsandt. Derzeit (2026) arbeitet die LKM in Südafrika, Deutschland und Brasilien.Volker Stolle, Mission. In: Klän/da Silva (Hg.), Lutherisch und selbstständig. Eine Einführung in die Geschichte selbstständiger evangelisch-lutherischer Kirchen. Göttingen 2012, ISBN 978-3-8469-0106-9, S. 58Homepage der lutherischen Kirchenmission - Bleckmarer Mission e. V.
Baudenkmäler Siehe auch Baudenkmale in Bleckmar Hofanlage Bleckmar Dorf 3 (Ahrns Hof) von 1827 in Fachwerk mit Treppenspeicher von 1722, Stall und Remise Hofanlage Bleckmar Dorf 10 (Hof Brammer) von 1857 in Fachwerk mit Deputatshäusern sowie Treppenspeicher von 1802 Hofanlage Hinter den Höfen 7 (Hof Tietjen) aus dem 19. Jh. in Fachwerk mit Scheune und zwei Speicher Hofanlage Bleckmar Dorf 1 (Meiern Hof,) von 1918, teils in Fachwerk mit Scheune und Bienenzaun Zweigeschossiger Treppenspeicher Dageförde 1 von um 1802 Scheune von um 1850 und Doppeltreppenspeicher, Dageförde 2 Vier Treppenspeicher von 1722, 1737, 1762 und 1801; s. Treppenspeicher in Bergen Drei Treppenspeicher in Dageförde vom 19. Jh.; s. Treppenspeicher in Bergen
Literatur Alfred Keseberg u. a.: Festschrift der Gemeinde Bleckmar zu ihrer 1.100-Jahr-Feier Bleckmar 1966 Elke von Meding: Ene mene Tintenfaß!, Lebendige Geschichten von einer Schule und ihrem Dorf Bleckmar, 50 Jahre erzählte Kindheitsgeschichte in Bleckmar, 2010 Ortsrat Bleckmar Markus Nietzke: Ein Missionshaus in Bleckmar!? Heimatkalender. Jahrbuch für die Lüneburger Heide 2007.
Weblinks
Homepage von Bleckmar Website Stadt Bergen: Infos über Bleckmar
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Celle Kategorie:Geographie (Bergen, Landkreis Celle) Kategorie:Ort in der Lüneburger Heide Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Celle) Kategorie:Ersterwähnung 866 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971