mini|Jakob Bradl, gemalt von Leo Samberger mini|Gedenktafel in München-Neuhausen, Bothmerstrasse mini|Marionetten für Das Eulenschloß, 1908 Jakob Bradl der Jüngere (* 14. Dezember 1864 in München; † 14. September 1919 in Ettal) war ein Bildhauer des „süddeutschen Historismus“.
Leben mini|150px|Bronzerelief, um 1900 Bradl lernte in der Münchner Holzschnitzer- und Bildhauerwerkstatt seines Vaters Jakob Bradl dem Älteren († 1888) am Stiglmaierplatz sowie bei Syrius Eberle an der Münchener Akademie der Bildenden Künste. Er arbeitete vor allem für kirchliche Auftraggeber, auch als Maler und Designer von Kirchenfenstern.
Zur Eröffnung des Münchner Marionettentheaters gestaltete er ein Bronzerelief mit der Büste des Papa Schmid.Anton Riedelsheimer: Die Geschichte des J. Schmid’schen Marionettentheaters in München von der Gründung 1858 bis zum heutigen Tage : zum 100. Geburtstage des Gründers Joseph Leonhard Schmid (Verlag F.X. Seitz, München) 29. Januar 1922 (S. 35–36) Bradl schuf aber auch Marionettenfiguren für Papa Schmids MarionettentheaterManfred Wegner (Hg.): Handbuch zum Künstlerischen Puppenspiel 1900–1945; S. 27 (München 2019) ebenso wie für Paul Branns Marionettentheater Münchner Künstler. Auch in Hilmar Binters Marionettenbühne München wurde im März 1922 das Pocci-Stück Das Eulenschloß mit Figuren von Jakob Bradl und Hans Heigl in einer Inszenierung von Adolf Lentner aufgeführt.Volker D. Laturell: Theater und Jugend in München: eine Zusammenstellung aus 500 Jahren Münchner Theatergeschichte (Tins, 1970) S. 216 (Eingeschränkte Vorschau bei Google-Books)
Weiterhin fertigte er figürliche Stuckreliefs und gestaltete die Weihnachtskrippe im Stollwerck-Mausoleum in Hohenfried. 1906 wurde er zum Königlichen Professor an der Akademie der Bildenden Künste München berufen. Von 1914 bis 1918 leitete er die Holzschnitzschule in Oberammergau. Zu seinen Schülern gehören Max Heilmaier und Georg Wrba.
Bradl starb 1919 an einem Schlaganfall. Sein Grab befindet sich auf dem Westfriedhof in München-Moosach.
Ein von Leo Samberger gemaltes Porträt Bradls ist heute im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlung.
Werke mini|Wittelsbacherbrunnen am Residenzplatz in Passau 1901: Winthir-Brunnen, München (Rotkreuzplatz), im Zweiten Weltkrieg zerstört 1902: Pfarrkirche St. Nikolaus, Murnau am Staffelsee (ergänzte 6 fehlende Engel und Putten) 1902: Neugestaltung der Kirche in Oberhausen/Huglfing 1902: Ergänzung zweier Engel, Salvatoraltar, Heiligenstadt bei Gangkofen 1903: Rathaus Mindelheim: Modell für das Frundsbergdenkmal (ausgeführt von J. Braun) 1904: Epitaph zur Erinnerung an Kaiserin Elisabeth, Passau 1906: Wittelsbacher-Brunnen, Passau 1907: Neugestaltung der Pfarrkirche in Aichach zusammen mit Richard Berndl u. a. 1907: Figürliche Stuckreliefs im Chor der Kirche Mariä Verkündigung (Mindelheim) 1909: Herz-Jesu-Figur in der Taufkapelle St. Viktor (Hochkirchen) 1910/11: Restaurierung der Pfarrkirche St. Magnus, Huglfing 1912: Siegfriedsäule in Kulmbach 1918/19: Restaurierung der Kirche in Hofheim Obere Pfarrkirche Bamberg: Westgiebel, Madonna, Ehrenfriedhof, Kreuzgruppe, Trauernde Ölberg in Nürnberg-Gostenhof St. Ulrich, Dillingen an der Donau: Denkmal des Bischofs Ulrich von Augsburg St. Martin, Lauingen: Glasgemälde Wittelsbacherbrunnen (Marienbrunnen) in Passau Würzburg: Bischofsfiguren auf der Alten Mainbrücke Weihnachtskrippe im Stollwerck-Mausoleum
Literatur Brigitta A. Wittwer: Jakob Bradl und der Salvator-Altar zu Heiligenstadt bei Gangkofen. In: Das Mühlrad. Beiträge zur Geschichte des Inn- und Isengaues, Band XX, Jahrgang 1988.
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Einzelnachweise
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