Sitterdorf ist eine ehemalige Ortsgemeinde und eine Ortschaft in der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf des Bezirks Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz. Sitterdorf liegt an der Sitter zwischen Bischofszell und Amriswil.

Am 1. Januar 1997 fusionierte die ehemalige Gemeinde mit Zihlschlacht zur Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf.

Geschichte mini|links|Sitterdorf in der Zwischenkriegszeit mini|283px|Gemeindestand vor der Fusion im Jahr 1997

Sitterdorf war bereits zur Römerzeit besiedelt, denn 1861 wurde eine römische Villa ausgegraben. 787 wurde der Hof Sitterdorf erstmals als Sidruna erwähntStiASG, Urk. I 97. Online auf e-chartae, abgerufen am 12. Juni 2020. und gehörte ab 787 zum Kloster St. Gallen und ab 898 zu St. Mangen in St. Gallen. Die Truchsessen von Singenberg waren bis um 1250 mit der Vogtei belehnt. Vom 15. Jahrhundert bis 1798 standen Niedergericht, Appellation und Mannschaftsrecht des Malefizgerichts von Sitterdorf dem Abt von St. Gallen zu.

Die ab 1215 erwähnte Kirche St. Martin wurde 1515 neu errichtet und 1964 renoviert. Die Kollatur kam 1419 an die Ryff, 1570 an die von Hallwyl und 1734 an die Abtei St. Gallen. Nach der Reformation 1528 wurde die Messe 1567 wieder eingeführt und die Kirche fortan simultan genutzt, bis 1961 die Katholiken mit der Kirche Maria Königin ihr eigenes Gotteshaus erhielten.Pfarrkirche St. Maria Sitterdorf. Auf der Webseite des Pastoralraum Bischofsberg, abgerufen am 1. November 2019

Sitterdorf baute Getreide in drei Zelgen an; ab 1277 sind Mühlen erwähnt. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Vieh- und Milchwirtschaft (Käsereien) sowie Obst- und Gartenbau betrieben. Arbeit boten das Gewerbe, u. a. die Papierfabrikation in Degenau, Stickereien und von 1920 bis 1934 eine Schuhfabrik. 1935 erhielt Sitterdorf nach jahrelangen Bemühungen eine Haltestelle an der Bahnstrecke Sulgen–Gossau. 1955 schlossen sich Blidegg, Sitterdorf und Zihlschlacht zur ersten Abschlussklassen-Gemeinschaft des Kantons Thurgau zusammen. Auf der Webseite der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf, abgerufen am 1. November 2019 Seit 1963 besteht das Flugfeld.

Wappen links|60px Blasonierung: In Blau ein weisser Hirschrumpf.Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019

Der weisse Hirsch in Blau war das Wappen der Truchsessen von Singenberg.

Bevölkerung +Bevölkerungsentwicklung von Sitterdorf Jahr 1831 1850 1900 1950 1990 2000 2010 20182023Ortsgemeinde 582 695 738 850 982 Ortschaft 715 749 902971 Quelle

Von den insgesamt 971 Einwohnern der Ortschaft Sitterdorf am 31. Dezember 2023 waren 208 bzw. 21,4 % ausländische Staatsbürger. 302 (31,1 %) waren römisch-katholisch und 256 (26,4 %) evangelisch-reformiert.

Sehenswürdigkeiten mini|links|Die Kapelle Degenau zählt zu den ältesten katholischen Kapellen der Schweiz.Kapelle Degenau. Auf der Webseite des Pastoralraum Bischofsberg, abgerufen am 1. November 2019 Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die Kapelle St. Nikolaus und St. Magdalena aus dem 12. bis 16. Jahrhundert beim Weiler Degenau am alten Pilgerweg zur Sitter mit Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert. Von der Degenau führt die Fähre Gertau–Degenau über die Sitter zur Gertau in der Nachbargemeinde Hauptwil-Gottshaus.

In der Blidegg befindet sich das gleichnamige Schloss mit einem denkmalgeschützten Garten. Bekannt ist Sitterdorf auch für seinen kleinen Flugplatz Sitterdorf.

Bilder mini|x155px|links|Evang. Kirche

Persönlichkeiten Angela Haas (* 1996), Radio- und Fernsehmoderatorin

Weblinks

Einzelnachweise , in bfs.admin.ch. Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.

Kategorie:Ort im Kanton Thurgau Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Zihlschlacht-Sitterdorf Kategorie:Gemeindeauflösung 1996