Die Graf-Aswin-Kaserne ist eine Kaserne des Heeres der Bundeswehr in der Stadt Bogen im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen im Bundesland Bayern.
Bau und Stationierungsgeschichte Seit 1950 bereitete das Amt Blank die Aufstellung der Bundeswehr vor und benötigte für die Unterbringung von Verbänden und Einheiten Truppenunterkünfte. Dabei reichten die bis 1945 errichteten und noch belegungsfähigen Kasernen allein nicht aus, um den Bedarf zu decken. Hinzu kam, dass aus strategischen Gründen Standorte entlang der NATO-Außengrenze gesucht wurden. Der Bund musste daher Kommunen für die Stationierung von Streitkräften gewinnen. Noch vor der Gründung der Bundeswehr wandte sich der Erste Bürgermeister von Bogen am 18. Januar 1952 an den damaligen Bundesminister der Finanzen Fritz Schäffer und empfahl die Gemeinde als Garnisonsstandort. Nach Verleihung der Stadtrechte wiederholte der Bürgermeister am 17. Januar 1953 sein Angebot an den Bund. Es folgten Gespräche und weitere Abstimmungen zwischen den Beteiligten. Der Bundesverteidigungsminister gab schließlich am 11. Juni 1956 seine Entscheidung zugunsten von Bogen als künftigen Bundeswehrstandort bekannt. Es wurden über 500 Tagewerk Fläche von 60 Landwirten erworben. Am 3. April fand der erste Spatenstich statt. Das Richtfest erfolgte am 4. Oktober 1957. In der Stadt wurden zudem 80 Wohnungen für Bundeswehrangehörige geschaffen. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf etwa 25 Millionen DM. Am 5. August 1958 übernahm der damalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß die Kaserne zur Nutzung durch die Bundeswehr. Zugleich zogen der Stab der Kampfgruppe B4 und das Grenadierbataillon 44 in die Garnison ein.
Die Kaserne wurde nach einem Bogener Grafen benannt, der sich durch seine Tapferkeit und Wildheit auszeichnete und als „Böhmenschreck“ galt. Der Legende nach soll er auch der Gründer der weit bekannten Wallfahrt auf den Bogenberg gewesen sein, der ältesten Marienwallfahrt Bayerns.
Die Garnison wurde weiter ausgebaut. Bis 1960 entstanden weitere Unterkunftsgebäude. 1960 wurden die Arbeiten an der Standortschießanlage abgeschlossen. Im Juni 1963 erhielt der Standort den Wasserübungsplatz an der Donau. 1965 konnten zwei Ausbildungshallen und ein Sportplatz fertiggestellt werden. Im März 1968 kam ein Offiziersheim hinzu. Bis 1966 summierten sich die Gesamtausgaben für den Standort seit Baubeginn auf 31,9 Millionen DM.Stadt Bogen (Hrsg.): Heimatbuch der Stadt Bogen mit einem Nachdruck der Schrift „Heimatkundliches zur Geschichte des Marktes Bogen“ von Richard Seefried, 1948/60. Zusammengestellt von Dr. Rudolf Reichhart und Hans Neueder, 1. Auflage, Bogen 1982, S. 131 f.
Mit der Einnahme der Heeresstruktur 3 1970 wurde die 4. Panzergrenadierdivision in eine Jägerdivision umgegliedert. Dabei wurde die Panzerabwehr gestärkt, jedoch zugleich die Mobilität der Verbände eingeschränkt. Zum einen hatten finanzielle Zwänge zu dieser Entscheidung geführt. Zum anderen handelte es sich um eine Reaktion auf veränderte Luftlandefähigkeiten des Warschauer Paktes. Die Jägertruppen sollten auch in gebirgigem Gelände einsatzfähig sein. Daher gliederte die Panzergrenadierbrigade 11 in die Jägerbrigade 11 um. Dieses „Jägerkonzept“ bewährte sich allerdings nicht. Deshalb erfolgte die Umwandlung der 4. Jägerdivision wieder in eine Panzergrenadierdivision mit der Heeresstruktur 4. Aus der Jägerbrigade entstand daher die Panzergrenadierbrigade 11 erneut.Heinz Oster/Wolfgang Sander: Gesicht einer Division. Soldat der „Vierten“ im bayerischen Grenzland. Regensburg 1981, S. 122 ff.
Das Ende des Kalten Krieges und die mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag vereinbarte Obergrenze der Bundeswehr hatte auch für den Standort Bogen Konsequenzen. 1993 löste sich die Panzergrenadierbrigade 11 auf. Das Pionierbataillon 4 blieb hingegen bestehen.
Das Stationierungskonzept vom Februar 2001 sah für Bogen 1195 Dienstposten vor, die unter anderem für das Kraftfahrausbildungszentrum, das Pionierbataillon 4, die Truppenambulanz Bogen, das Sanitätskommando IV sowie die Standortverwaltung Bogen vorgesehen waren.
Nach dem Stationierungskonzept vom November 2004 sollte der Standort von 1020 auf 1210 Dienstposten aufwachsen. Größere Veränderungen bei den stationierten Verbänden und Einheiten waren nicht geplant.
Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde im Oktober 2011 das nächste Stationierungskonzept veröffentlicht. Den Standort Bogen traf die Auflösung des Sanitätskommandos IV. Dadurch sollte sich die Zahl der Dienstposten von 1090 auf 780 reduzieren. Das Pionierbataillon 4 verblieb weiterhin in der Graf-Aswin-Kaserne.
Folgende Einheiten, Verbände, Dienststellen und Stäbe waren bzw. sind in der Graf-Aswin-Kaserne stationiert: