Oedelsheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Wesertal im nordhessischen Landkreis Kassel.

Geografie Oedelsheim liegt im südlichen Weserbergland am rechten östlichen Ufer der Oberweser, zu Füßen der bewaldeten Südabdachung des Höhenzugs Kiffing, einem Teil des Kuppigen Solling. Jenseits des Flusses erhebt sich der waldreiche Reinhardswald und nördlich von diesem der Solling. Die Gemarkung Oedelsheim hat eine Fläche von 572,48 Hektar und trägt die Nummer 061563;Geoindex: Gemarkung Oedelsheim (061572), 5,72 km² sie wird landseitig im Norden, Osten und Süden, und damit vollständig, von dem 1759,75 Hektar großen Waldgebiet der langgestreckten Gemarkung Oberförsterei Oedelsheim umrahmt.

Oedelsheim befindet sich etwa 3 km östlich von Gieselwerder (einem der Verwaltungsstandorte der Gemeinde Wesertal), 8 km südwestlich der Kleinstadt Uslar, 22 km westlich von Göttingen und 30 km nördlich von Kassel (alle Angaben Luftlinie).

Geschichte mini|Martinskirche Oedelsheim mini|Fachwerkhäuser an der Kampstraße mini|Fachwerkhäuser an der Oberdorfstraße

Ortsgeschichte Die älteste bekannte Erwähnung des Ortes unter dem Namen Othelesheim datiert um das Jahr 1078. Der Ort dürfte aber schon deutlich älter sein.

Es wird vermutet, dass ein Vorgängerbau der Martinskirche in Oedelsheim schon um das Jahr 1000 erbaut wurde. Bis zur Reformation war sie Sedeskirche im Archidiakonat Nörten; das Martinspatrozinium des Vorgängerbaus der evangelischen Martinskirche verweist wie an anderen Orten darauf.

Die heutige evangelische Kirche wurde 1829/30 vermutlich von dem kurhessischen Baubeamten Daniel Engelhard als Saalbau mit fünf Fensterachsen und geschlossener Apsis im Westen und Zugang durch den Turm im Osten errichtet. Aus dem Vorgängerbau wurde ein mittelalterlicher Taufstein übernommen.

Hessische Gebietsreformen seit 1970

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Februar 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder, Gottstreu und Oedelsheim freiwillig zur neuen Gemeinde Oberweser. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Gieselwerder. Am 1. August 1972 kam noch kraft Landesgesetz Heisebeck hinzu. Zum 1. Januar 2020 fusionierten die Gemeinden Oberweser und Wahlsburg zur neuen Gemeinde Wesertal. Der Ortsbezirk Oedelsheim blieb weiter bestehen.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Oedelsheim angehört(e):

bis 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Sababurg 1567–1806 Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Sababurg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Sababurg ab 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Bodenfelde ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Sababurg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis HofgeismarVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 70.Trennung von Justiz (Justizamt Sababurg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hofgeismar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar, Gemeinde OberweserAm 1. Februar 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Oberweser. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Oberweser ab 2020: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde WesertalAm 1. Januar 2020 als Ortsbezirk zur Gemeinde Wesertal.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oedelsheim 927 Einwohner. Darunter waren 9 (1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 180 Einwohner unter 18 Jahren, 348 zwischen 18 und 49, 192 zwischen 50 und 64 und 207 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 398 Haushalten. Davon waren 84 Singlehaushalte, 114 Paare ohne Kinder und 138 Paare mit Kindern, sowie 48 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 48 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 12 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung  Quelle: Historisches Ortslexikon 1551: 40 zinsbare Häuser 1585: 77 Haushaltungen 1747: 144 Haushaltungen

Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 837 evangelische (= 82,30 %), 169 katholische (= 16,62 %) Einwohner

Persönlichkeiten Christoph Hering (* 1939 in Oedelsheim), Mathematiker, Professor an der Universität Tübingen

Politik Für Oedelsheim besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Oedelsheim) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus acht Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD, ein Mitglied der CDU und fünf Mitglieder der „Freien Wählergemeinschaft Oedelsheim“. Der Ortsbeirat wählte Martin Becker (SPD) zum Ortsvorsteher.

Infrastruktur Oedelsheim selbst ist über Landesstraßen zu erreichen. Am gegenüberliegenden linken Weserufer verläuft die Bundesstraße 80, mit der Oedelsheim durch eine Gierseilfähre direkt am Ort oder eine Brücke einige Kilometer weiter nordwestlich bei Gieselwerder verbunden ist. Bei Hann. Münden, Göttingen und Warburg befinden sich die nächsten Autobahnanschlussstellen an der A 7 bzw. A 44.

Die nächsten Regionalbahnhöfe gibt es in Hann. Münden, Hofgeismar und Bodenfelde; ICE/IC-Züge halten in Kassel, Göttingen und Warburg, überregional bedeutende Flughäfen bei Hannover und Paderborn.

Wirtschaft und Tourismus mini|Weserradweg zwischen Oedelsheim und Gieselwerder

Der Erholungsort Oedelsheim besitzt eine Fabrik. Bis 2011 war der Ort staatlich anerkannter Luftkurort. Daneben sind nur kleinere Handwerksunternehmen und Geschäfte des täglichen Bedarfs vorhanden. Die Land- und Forstwirtschaft spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Heute ist der Tourismus ein nicht mehr zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor. Es gibt zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in drei Hotels, mehreren Pensionen, Ferienwohnungen und einem Campingplatz.

Im Ort befinden sich unter anderem etliche Fachwerkhäuser, ein Dorfmuseum, ein Hallenbad, eine Grillhütte und ein Kneippbecken. Die umliegende Gegend lädt zum Radfahren und Wandern ein. In der näheren Umgebung befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Burgen bzw. Burgruinen Saba-, Trendel-, Bram- und Krukenburg und die Städte Hann. Münden, Uslar und Kassel. Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur Klaus Kunze: Ortssippenbuch Oedelsheim Uslar 2003. ISBN 978-3-933334-13-8 (1)

Weblinks

Ortsteil Oedelsheim. In: Webauftritt der Gemeinde Wesertal.

Kategorie:Ort im Landkreis Kassel Kategorie:Geographie (Wesertal) Kategorie:Ort an der Weser Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kassel) Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1971