mini|Ribeiro (rechts) mit João Felgueiras (Mitte)

José Joaquim Ribeiro (* 4. Februar 1918 in Degolados, Portugal; † 27. Juli 2002 in Évora, Portugal) war Bischof von Dili, Osttimor während der indonesischen Invasion 1975.

Werdegang Ribeiro empfing am 25. August 1940 die Priesterweihe für das Erzbistum Évora. Am 30. November 1957 wurde er zum Titularbischof von Aegeae berufen. Ribeiro sollte den Erzbischof von Évora, Dom Manuel Trindade Salgueiro unterstützen. Dieser spendete Ribeiro am 27. April 1958 die Bischofsweihe. 1965 wurde Ribeiro in die Kolonie Portugiesisch-Timor geschickt, wo er Assistent des Bischofs von Dili war, bis er selbst am 31. Januar 1967 zum Bischof nominiert wurde. Infolge der Ereignisse während der Invasion Indonesiens in Osttimor bat Ribeiro Papst Paul VI. um seine Versetzung in den Ruhestand. Dem wurde am 22. Oktober 1977 stattgegeben. Sein Nachfolger wurde Martinho da Costa Lopes.

Ribeiro wurde in Évora beigesetzt. 2026 wurden seine sterblichen Überreste nach Osttimor überführt.

Politische Positionen Ribeiro wird heute weitgehend als Beschützer der Timoresen während der indonesischen Invasion gesehen, was auch zur Stärkung des Christentums in Osttimor und die Verehrung von Ribeiro beitrug. Weniger thematisiert wird die Rolle der Katholischen Kirche als Unterstützerin der kolonialen Herrschaft Portugals. Ribeiro war ein Kritiker der Nelkenrevolution, die die Diktatur in Portugal beendete und den Weg zur Unabhängigkeit der Kolonien freimachte. Er sprach sich auch gegen die Idee der Timorisierung des Bildungswesens aus, da er diese als kommunistisch ansah. Pater Eduardo Roxo, der sich mit der FRETILIN solidarisierte und die Unabhängigkeit Osttimors unterstützte wurde 1974 aus der Kolonie ausgewiesen. Bischof Ribeiro warb für die Unterstützung der UDT, die eine enge Bindung an Portugal propagierte. In einem Hirtenbrief vom 25. Januar 1975 warnte Ribeiro vor Kommunismus und Sozialismus, die er in der FRETILIN sah. Die von ihr geplante Trennung zwischen Staat und Kirche ließ den Bischof um seinen Einfluss fürchten. Einige Falschaussagen, wie dass Kommunisten aus Nordvietnam im Lande seien, werden dem Bischof zugeschrieben. Sie finden sich wieder in indonesischen Rechtfertigungen für die Besetzung von Osttimor. Die Indonesier soll Ribeiro zunächst als Retter vor dem Kommunismus angesehen haben, doch verglich er schnell aufgrund ihrer Gewalt gegenüber der Bevölkerung den Einmarsch mit einem „Einfall der Barbaren“. Erst Anfang 1976 schrieb der Bischof einen Brief an die indonesische Regierung, in dem er die Verbrechen des indonesischen Militärs schilderte. Unter seinem Nachfolger Martinho da Costa Lopes vollzog die Katholische Kirche endgültig den Seitenwechsel zum osttimoresischen Widerstand gegen die Invasoren.

Weblinks

Einzelnachweise

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