Als Bundesautobahn 39 (Abkürzung: BAB 39) – Kurzform: Autobahn 39 (Abkürzung: A 39) – werden zwei Autobahnabschnitte in Niedersachsen zwischen Seevetal bei Hamburg und Lüneburg (Nordwest-Südost-Ausrichtung) sowie zwischen Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter (Nordost-Südwest-Ausrichtung) bezeichnet.

Das Projekt einer gleichnamigen Autobahn in Nord-Süd-Ausrichtung zwischen Lüneburg und Wolfsburg soll zwischen 2027 und 2030 verwirklicht werden. Die Planfeststellungsverfahren wurden ab 2012 eingeleitet.

Bestehendes Teilstück Verlauf Die nördliche A 39 wurde ursprünglich als A 250 gebaut und beginnt mit der Ausfädelung aus der A 7 am Maschener Kreuz, kreuzt im Maschener Kreuz die A 1 und verläuft in südöstlicher Richtung weiter bis zur Anschlussstelle Lüneburg Nord. Hier geht sie weiterhin vierspurig in die Bundesstraße 4 über, die hier die Funktion einer Ortsumgehungsstraße für Lüneburg hat. Am 11. Dezember 2025 berichtete die Landeszeitung für die Lüneburger Heide, dass die ohnehin schon autobahnähnlich ausgebaute B4 zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Lüneburg-Stadtkoppel im Zuge ihres Aus- und Weiterbaus zur A39 aufgestuft wurde. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bestätigte die Meldung auf ihrer Seite am 15. Dezember 2025 Die Ausfahrt LG-Stadtkoppel (in der nebenstehenden Tabelle nicht verzeichnet!) kommt nach LG-Ebensberg und ist die letzte Ausfahrt der A39 auf der bestehenden Trasse, welche dann in die dann neugebaute Straße mit einer weiteren Lüneburger Auf- und Ausfahrt (LG-Neu Hagen/Industriegebiete Ost) übergehen soll.

An der AS Weyhausen im Landkreis Gifhorn beginnt die südliche als A39 bezeichnete Autobahn, die dort aus der Bundesstraße 248 hervorgeht. Von dort aus verläuft sie in südlicher Richtung durch Wolfsburg. Dort überquert sie mit einer rund 246 Meter langen, 1975 erbauten Brücke den Mittellandkanal und die Bahnstrecke Berlin–Lehrte und bindet diesen Autobahnstummel am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter an die A 2 an. Dort wandelt sich der Charakter der A 39 zu einer Verbindung der A 2 mit der A 7 und der Städte Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter.

Dieser bislang längste, südwestliche Abschnitt der A 39 verläuft vom Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter in südwestlicher Richtung an Cremlingen vorbei zunächst zur Anschlussstelle Braunschweig-Rautheim. Der Bau dieses nur ca. 15 km langen Abschnitts vollzog sich nach dem Baubeginn im Jahr 2002 über etliche Jahre in mehreren Etappen. Beginnend mit der Freigabe der Teilstücke bis zu den Anschlussstellen Sickte (2005), Cremlingen (2006) und schließlich dem Anschluss an das Kreuz Anfang 2009 wurde die südliche A 39 von Wolfsburg bis Salzgitter durchgängig befahrbar. Zunächst musste der Verkehr wegen Fahrbahnbeschädigungen im Bereich der Anschlussstelle Cremlingen jedoch einspurig über die Richtungsfahrbahn Wolfsburg geführt werden, seit Mitte 2011 ist die Autobahn auch in diesem Bereich vierstreifig befahrbar. In Richtung Wolfsburg bleibt hier jedoch auf einer Länge von etwa einem Kilometer die Geschwindigkeit dauerhaft (Stand 2017) auf 80 km/h begrenzt. 2011 wurde auf Höhe des Ortes Cremlingen ein Autobahnparkplatz mit WC (Herzogsberge), der auf der Nordseite 54 Pkw- und 32 Lkw-Stellplätze und (später) auf der Südseite 47 Pkw- und ebenfalls 32 Lkw-Stellplätze bereitstellen wird, eingerichtet. Hinzu kommen jeweils zwei Stellplätze für Busse und jeweils zwei behindertengerechte Pkw-Stellplätze. In ihrem weiteren Verlauf in Richtung Salzgitter bildet die Autobahn mit der A 36 das Kreuz Braunschweig-Süd, diese ging 2019 aus der A 395 hervor und sollte in den 1970er-Jahren als A 369 die A 39 mit der A 36 von Hameln nach Bad Harzburg verbinden.

Nachdem die A 39 die Oker überquert, kreuzt am Autobahndreieck Braunschweig-Südwest die hier endende A 391. Weiter geht es südlich an Salzgitter-Lebenstedt vorbei bis zum Autobahndreieck Salzgitter mit der A 7. Dieser Abschnitt wurde ursprünglich als Bundesstraße 490 angelegt.

Besonderheiten Die A 36 beginnt nicht direkt am Kreuz BS-Süd, sondern einige hundert Meter südlich davon. Die A 39 kreuzt genaugenommen die B 4.

Das Doppelbock-Fördergerüst des stillgelegten Bergwerkes und geplanten Atommüllendlagers Schacht Konrad ist von der Autobahn aus zwischen den AS Salzgitter-Thiede und AS Salzgitter-Lebenstedt-Nord gut zu erkennen. In diesem Teilstreckenbereich wurde der Neubau einer bewirtschafteten Tank- und Rastanlage in beiden Richtungen, die den Namen „Salzgitterhüttenblick“ tragen wird, begonnen. Das Planfeststellungsverfahren hierfür wurde Anfang August 2008 eingeleitet. Am 7. Oktober 2013 begann der Bau. Zur Klärung technischer Fragen ruhten die Bauarbeiten drei Jahre lang, wurden im Sommer 2017 wieder aufgenommen und wurden Mitte 2018 beendet. Die neu errichtete Anlage hat die Tankanlage bei der Anschlussstelle Braunschweig-Rüningen-Süd ersetzt.

Umbau des Dreiecks Braunschweig-Südwest Am Dreieck Braunschweig-Südwest folgte die südliche A 39 bis ins Jahr 2010 dem abzweigenden Strang. Der gerade Strang ging direkt in die A 391 über. Durch den am 30. Januar 2009 vollzogenen Lückenschluss mit der A 2 am Kreuz Wolfsburg/Königslutter verlagert sich jedoch der Durchgangsverkehr von Frankfurt am Main und Kassel nach Berlin und Polen von der A 391 auf das neue Teilstück der A 39, weswegen ein Umbau des Dreiecks erforderlich wurde. Die Umbaumaßnahmen sahen vor, die Teilstücke der A 39 direkt ineinander zu führen, die Bundesautobahn 391 als abzweigenden Strang anzuschließen sowie den Abschnitt zwischen dem Dreieck BS-Südwest und dem Kreuz BS-Süd auf sechs Fahrstreifen zu verbreitern, weil es sich dort um einen staugefährdeten Abschnitt handelt.

Der Umbau wurde im Frühjahr 2009 begonnen und am 28. August 2012 abgeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf rund 110 Millionen Euro.

Umbau des Dreiecks Salzgitter Bis zum Umbau des Dreiecks Salzgitter war dieses als Autobahngabelung der A 7 in Richtung Norden ausgeführt. Ein Wechsel von der A 39 auf die A 7 in Richtung Hannover und umgekehrt war nicht direkt möglich. Als Ersatz diente die B 6 zwischen den Abfahrten Baddeckenstedt der A 39 und der Abfahrt Derneburg/Salzgitter der A 7. Nach 15-monatigem Umbau wurden im Oktober 2020 die bis dato fehlenden Relationen hergestellt, und seither sind in der linksgeführten Trompete alle Relationen befahrbar.

Planungsgeschichte und Bau Bereits 1940 existierte der Plan einer Reichsautobahn Evestorf (Abzweig von der Linie Hamburg–Hannover) – südwestlich Uelzen – Braunschweig – Bad Gandersheim (Einmündung in Linie Hannover–Kassel).

Darüber hinaus waren noch folgende Vorhaben vorgesehen: BezeichnungAbschnittAusbauDringlichkeitsstufeB4Deutsch Evern – Uelzen-Nord (B 4 alt)vierstreifigIIB4Uelzen-Nord – Uelzen-HambrockvierstreifigIB4Uelzen-Hambrock – Breitenhees (B 191)vierstreifigIIB4Uelzen-Hambrock – Breitenhees (B 191)vierstreifigIIIB4Gifhorn – Kreuz Braunschweig-Nord (A 2)vierstreifigIIB4Nordwestumgehung Braunschweig (Kreuz Braunschweig-Nord – Braunschweig-Lehndorf)vierstreifigIB950Cremlingen (B 1) – Wolfenbüttel – Salzgitter-ThiedevierstreifigIII

Mit der umfassenden Untersuchung zum Weiterbau der Strecke Hamburg – Hannover – Kassel zu Beginn der 1950er Jahre wurde die Linienführung der heutigen A 7 aus dem Westen Hannovers in den Raum östlich der niedersächsischen Landeshauptstadt verlegt. Zugleich wurde auf absehbare Zeit nicht erwartet, dass der Plan einer zweiten Nord-Süd-Autobahnverbindung über Braunschweig wieder aufgegriffen würde. Das Vorhaben verschwand zunächst in der Schublade.

Dennoch wurde an einer verbesserten Anbindung des Raumes Braunschweig-Salzgitter an die neue Bundesautobahn Hamburg – Hannover – Kassel gearbeitet. Als erster Bestandteil der später zur Bundesautobahn ausgebauten Trasse wurde der Abschnitt zwischen Üfingen und Salzgitter-Lebenstedt-Nord in den 1950er Jahren errichtet.Shell-Atlas, Mairs Geographischer Verlag, 20. Auflage, Stuttgart 1957, Bl. 25 Bis 1962 kam die Strecke Rüningen–Üfingen hinzu.Der Shell-Atlas, Mairs Geographischer Verlag, 29. Auflage, Stuttgart 1962/63, Bl. 25 Allerdings handelte es sich um den Neubau einer zweistreifigen Landesstraße, die nicht kreuzungsfrei geführt wurde, aber bebaute Ortslagen umging. In Planung befanden sich die Strecken Baddeckenstedt – AD Salzgitter sowie Salzgitter-Lebenstedt-Nord – Salzgitter-Lebenstedt-Süd. Mitte der 1960er Jahre war die gesamte Strecke zwischen dem AD Salzgitter und Braunschweig (B 248) fertiggestellt und als Bundesstraße 490 gewidmet.Der Große Shell-Atlas, Mairs Geographischer Verlag, 11. Auflage, Stuttgart 1965/66, Bl. 25 Zwischen Üfingen und Braunschweig war die Bundesstraße bereits vierstreifig errichtet. Daran schloss sich der vierstreifige Ausbau zwischen Üfingen und westlich Salzgitter-Lebenstedt-Süd an, der ab 1966 dem Verkehr zur Verfügung stand. Zwischen Üfingen und Salzgitter-Lebenstedt-Nord wurden dabei jedoch nicht alle Kreuzungen beseitigt, so dass hier in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre noch ein Umbau erfolgen musste.Der Große Shell-Atlas, Mairs Geographischer Verlag, 12. Auflage, Stuttgart 1966/67, Bl. 25 1968 erfolgte die Fertigstellung des vierstreifigen Ausbaus zwischen Baddeckenstedt und Salzgitter-Lebenstedt-Süd, wobei später zwischen Westerlinde und Salzgitter-Lichtenberg eine Verlegung der Trasse noch erforderlich werden sollte. Zudem wurde die Trasse zwischen dem AD Braunschweig-Südwest und dem AK Braunschweig-Süd im selben Jahr unter Verkehr gebracht.Der Große Shell-Atlas, Mairs Geographischer Verlag, 14. Auflage, Stuttgart 1968/69, Bl. 25

Im Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 30. Juni 1971Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873 war der heute als „Bundesautobahn 39“ vorgesehene Streckenzug nicht enthalten. Stattdessen enthielt der Bedarfsplan folgende Neu- und Ausbauprojekte für Bundesstraßen auf der heute für die A 39 vorgesehenen Trasse:

BezeichnungAbschnittDringlichkeitsstufeAusbauA39Abzweigung von der A7 bei Maschen – Lüneburg NordIvierstreifigB4Lüneburg Nord – Deutsch EvernIvierstreifigB950Weyhausen (Dreieck mit der B 188) – Wolfsburg-WestIvierstreifigB950Wolfsburg-Mörse – Kreuz Wolfsburg-Königslutter (A 2) – Cremlingen (Dreieck mit B 1)IvierstreifigB1Dreieck mit B 950 bei Cremlingen – Braunschweig-RautheimIvierstreifigB248Braunschweig-Rautheim – Dreieck Braunschweig-Südwest – Braunschweig-RüningenIvierstreifigB490/B490nBraunschweig-Rüningen – Salzgitter-Lebenstedt-NordIB490nSalzgitter-Lebenstedt-Nord – BaddeckenstedtIvierstreifigB490nBaddeckenstedt – Dreieck SalzgitterI2. Fahrbahn

Eine Verbindung zwischen Lüneburg und Wolfsburg war nicht im Bedarfsplan aufgenommen. Die vorgenannten Projekte des Ausbaues der B 4 stellen jedoch eine Trassenalternative dar, die eine direkte Verbindung von Lüneburg nach Braunschweig herzustellen suchte. Die B 950 von Cremlingen über Wolfenbüttel nach Salzgitter hätte eine zusätzliche Südostumgehung von Braunschweig gebildet (neben B 1/B 248).

Mit der Neustrukturierung des Netzes der Bundesautobahnen, die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführt wurde, entstand aus den einzelnen Vorhaben ein neuer Streckenzug unter der einheitlichen Bezeichnung als „Bundesautobahn 39“. Die A 39 sollte von der A 7 bei Maschen abzweigen, die A 1 kreuzen und über Lüneburg nach Uelzen führen. Der Status des sich südlich Uelzen anschließenden Abschnittes bis nördlich Wolfsburg war noch offen. Von Wolfsburg sollte die A 39 die A 2 kreuzen bei Königslutter und über Cremlingen, Wolfenbüttel nach Salzgitter verlaufen, um bei Baddeckenstedt in die A 7 zu münden. Diese Planung entsprach im Wesentlichen dem heute ins Auge gefassten Trassenverlauf. Lediglich zwischen Cremlingen und Salzgitter-Thiede sollte die A 39 eine von der Stadt Braunschweig entferntere Linienführung erhalten (vgl. Bundesstraße 950).