Atschinsk () ist eine russische Stadt im Südwesten der Region Krasnojarsk in Sibirien mit Einwohnern (Stand ).

Geographie Atschinsk liegt 163 km westlich der Provinzhauptstadt Krasnojarsk am rechten Ufer des hier stark mäandrierenden Tschulym. Bei der nördlichen und westlichen Umgebung der Stadt handelt es sich größtenteils um seenreiche Taiga in hügeliger Landschaft. Nächstgelegene Stadt ist Nasarowo; sie befindet sich 30 km südlich von Atschinsk.

Geschichte Bereits im Jahr 1641 war von Kosaken einige Kilometer vom heutigen Atschinsk ein strategisch wichtiger Ostrog am Übergang über den Tschulym errichtet worden. Nachdem diese erste Siedlung 1683 abgebrannt war, wurde sie noch im gleichen Jahr an der heutigen Stelle neuaufgebaut und erhielt 1782 die Stadtrechte. Ebenfalls 1782 wurde Atschinsk auch Kreisstadt (Zentrum eines Ujesd), schon 1797 dann zunächst wieder zurückgestuft, aber 1822 erneut Kreisstadt (Zentrum eines Okrug). Mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn und dem Anschluss der Stadt (Streckenkilometer 3914) im Jahre 1895 bekam Atschinsk schnell größere Bedeutung vor allem für den Handel mit China. Der Bezirk Atschinsk wurde 1930 das erste Ziel von stalinistischen Bauern-Deportationen in der Region Krasnojarsk.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1857 2.270 1860 2.501 1867 3.160 1881 3.939 1888 5.131 1897 6.699 1911 7.026 1939 32.484 1959 50.323 1970 97.001 1979 116.854 1989 121.572 2002 118.744 2010 109.155 Anmerkung: überwiegend Volkszählungsdaten

Wirtschaft Die größten Industriebetriebe in Atschinsk sind das Aluminiumoxid-Kombinat Atschinski Glinosjomny Kombinat und ein Zementwerk, die beide zum russischen Mischkonzern Basic Element gehören. Zudem gibt es in der Stadt eine große Ölraffinerie sowie mehrere kleinere Fabriken.

Verkehr Atschinsk befindet sich an der Fernstraße R255 (Nowosibirsk – Irkutsk), von der hier die Nebenstraßen in die Teilrepublik Chakassien und nach Biriljussy abzweigen. Nördlich von Atschinsk überquert die Transsibirische Eisenbahn den Tschulym. In der Stadt zweigen zwei Nebenstrecken ab; die eine führt nach Lessosibirsk am Jenissei und wurde erbaut, um die Region nördlich von Atschinsk für die Holzwirtschaft zu erschließen. Die andere Linie verläuft in südlicher Richtung nach Abakan in Chakassien. Atschinsk ist somit der wichtigste Bahnknotenpunkt in der Region Krasnojarsk. Die Stadt hat einen Hafen, im Osten von Atschinsk liegt zudem ein Flughafen.

Die Stadt hat seit dem 15. April 1967 ein Straßenbahnnetz, das heute drei Linien umfasst.

Söhne und Töchter der Stadt

Michail Milstein (1910–1992), General, Geheimdienstoffizier Konstantin Sucharew (1912–2004), Schachkomponist, Poet und Autor Anatoli Bachtin (1928–1979), Brücken-Bauingenieur Albert Akatow (1930–2016), Konteradmiral Swetlana Masterkowa (* 1968), Leichtathletin Oleksij Korobejnikow (1978–2014), ukrainischer und russischer Biathlet Sergei Podobajew (* 1989), Biathlet Andrei Turgenew (* 1989), Biathlet Iwan Ignatjew (* 1999), Fußballspieler

Weblinks

Atschinsk auf mojgorod.ru (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Krasnojarsk Kategorie:Gegründet 1683 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1782