Die Damshäuser Kuppen sind ein am Rimberg bis hoher Naturraum im Landkreis Marburg-Biedenkopf, Mittelhessen. Sie stellen den äußersten Nordost-Ausläufer des noch zum naturräumlichen Westerwald gezählten Gladenbacher Berglandes dar, dem im Norden der das Rothaargebirge nach Osten abdachende Ostsauerländer Gebirgsrand, Süderbergland, sowie im Nordosten der Burgwald und im Osten der Marburger Rücken, beide Westhessisches Bergland, gegenüberstehen. mini|500px|Blick von Silberg auf die Damshäuser Kuppen mit dem hohen Rimberg (mittig, teils verdeckt) im äußersten Nordosten des Gladenbacher Berglandes. Der breite, etwa hohe Wollenberg (links) liegt bereits links (= nördlich) der Lahn.
Lage und Orte Die Damshäuser Kuppen liegen, innerhalb des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf, in den Gemeindegebieten von Dautphetal (Nordwesten), Gladenbach (Südwesten), Weimar (Südosten), Marburg (Osten) und Lahntal (Nordosten). Insofern liegen sie insbesondere im Grenzgebiet zwischen dem Hessischen Hinterland (Altkreis Biedenkopf) und dem „Marburger Land“ (Altkreis Marburg). Dieser Grenze entspricht weitgehend, aber mit einer Ausnahme (Weitershausen, s. u.) auch der Ostgrenze des hinterländischen Naturparks Lahn-Dill-Bergland.
Orte im Inneren Mit ihrer kompletten Gemarkung in den Kuppen liegen nur Damshausen (Dautphetal) nördlich zentral, Diedenshausen (Gladenbach) zentral, Weitershausen (Gladenbach) südöstlich zentral und Nesselbrunn (Weimar) im Südosten am Lauf der Ohe sowie Dilschhausen (Marburg) im Osten am Waltersbach. Die zusammenhängende Rodung um diese fünf Orte herum hat die Form eines nach Nordnordosten offenen Hufeisens, das durch die Alte Kirch (373,8 m) unmittelbar nordnordöstlich Weitershauses geschlossen wird und nur durch die inselartige Hardt (396,5 m) zwischen Diedens- und Damshausen unterbrochen wird. Orographisch gesehen liegt auch die Alte Kirch zwischen Waltersbach und Ohe in dieser Hochmulde und ihre Bewaldung ist insofern ebenfalls inselartig, als das Tal des Waltersbachs dort über einen schmalen Bereich gerodet ist – wenngleich über einen deutlich schmaleren Bereich als das auch insgesamt tiefere und breitere Tal der Ohe zwischen Dams- und Diedenshausen, über das auch die Kreisstraße nach Friedensdorf führt.
In den fünf Dörfern der inklusive Alter Kirch knapp 13 km² einnehmenden „Weitershäuser Mulde“ leben insgesamt nur knapp 900 Menschen, davon knapp 300 in Weitershausen und unter 100 in Nesselbrunn.
West- und Nordrand (Täler von Dautphe und Lahn) Im Bereich des Oberen Lahntals liegen im Westen, am Tal der Dautphe, unmittelbar außerhalb am Rand (von Süd nach Nord) die Dautphetaler Ortschaften Holzhausen, Herzhausen, Mornshausen und Friedensdorf, wobei Herzhausen und Friedensdorf bereits etwas oberhalb und unmittelbar am Rand liegen. Im Lahntal im Norden liegen (von West nach Ost) Allendorf, Buchenau und Elmshausen in der Gemeinde Dautphetal sowie Kernbach und Caldern in Lahntal, von denen Allendorf bereits deutlich erhöht am Kuppenrand liegt, während Buchenau eigentlich links (nördlich) der Lahn liegt, mit seiner Gemarkung jedoch in die Kuppen bis an den Hohenfels-Gipfel reicht.
Süd- und Ostrand (Allnatal und Elnhausen-Michelbacher Senke) Das obere Allnatal im Süden ist ein randlicher Unternaturraum der Damshäuser Kuppen. Von West nach Ost liegen am Bach die Gladenbacher Ortschaften Runzhausen, Bellnhausen, Sinkershausen und Frohnhausen. Mit dem Ortsteil Friebertshausen hat der Bach bereits die Elnhausen-Michelbacher Senke erreicht. In dieser liegen (von Südost nach Ost) Weiershausen (Weimar) unmittelbar am Hang sowie Hermershausen (Mündung der Ohe in die Allna) und Elnhausen (Mündung des Waltersbachs ins Elnhauser Wasser), beide Stadt Marburg, in Randnähe. Zwischen Weiershausen und Hermershausen hat auch die Gemarkung von Allna (Weimar) Anteile am Naturraum (Südosthang des Donnerbergs), zwischen Elnhausen und Caldern im Nordosten hat die von Michelbach Anteile am Südosthang des Hungert.
In den vier Dörfern des hinter Frohnhausen deutlich verschlossenen, mit Nebentälern etwa 7 bis 8 km² einnehmenden oberen Allnatals leben mit gut 1400 Menschen deutlich mehr als in der ganz von den Kuppen eingeschlossenen Weitershäuser Mulde, davon allein um 640 in Runzhausen. Diese Dörfer sind allerdings auch jeweils nur etwa 3 km von der Gladenbacher Kernstadt entfernt.
Hinterland- und Naturparkgrenze Die hinterländischen Gemeinden Dautphetal und Gladenbach im Westen liegen, anders als Lahntal, Marburg und Weimar im Osten, im Naturpark Lahn-Dill-Bergland. Die Naturparkgrenze verläuft, beginnend im Norden, westlich um den Gipfel des Rückspiegels (337,6 m) herum, dann über den Gipfel des Roßbergs (um 445 m) und schließlich nördlich und östlich um den Gipfel des Rimbergs (497,1 m) herum. Knapp südlich des Rimbergs und jenseits der kleinen Straße Damshausen–Caldern tritt von Osten die Grenze zwischen Lahntal und Marburg heran und bald darauf folgt die Grenze der westlichen Bewaldungsgrenze der Marburger (Dilschhäuser) Berge Störner (um 411 m) und Bernhardt (386 m); hier tritt von Westen auch die Grenze zwischen Dautphetal und Gladenbach heran.
Der höhere Bereich der Alten Kirch (373,8 m) unmittelbar nordnordöstlich Weitershausens wird von Osten umkurvt, ostnordöstlich des Dorfes tritt von Osten die Grenze zwischen Marburg und Weimar heran, südöstlich desselben und nordwestlich von Nesselbrunn wird die Ohe gekreuzt. Weiter südlich wird das Massiv des Donnerbergs schließlich derart passiert, dass der Nordgipfel Allerberg (349,5 m) von Westen und der (südliche) Hauptgipfel Donnerberg (369,6 m) von Osten gerahmt wird, also noch im Naturpark liegt. Die Allna wird schließlich unmittelbar östlich Friebertshausens erreicht.
Da Weitershausen bis zur Gebietsreform von 1974 zum Landkreis Marburg gehörte, weicht die alte Ostgrenze des Hinterlandes um diesen Ort herum von der Naturparkgrenze ab. Die Alte Kirch lag gänzlich im Marburger Land und die alte Kreisgrenze kreuzte die Ohe bereits nordwestlich des Dorfes; die landwirtschaftlich genutzte Weitershäuser Bucht lag, vom kleinen Gebiet um Diedenshausen im Nordwesten herum abgesehen, komplett im Kreis Marburg.
Benachbarte Naturräume Zwischen Herzhausen und Runzhausen im südlichen Westen grenzten die Damshäuser Kuppen an der Bundesstraße 453 unmittelbar an die noch etwas höheren Bottenhorner Hochflächen mit dem nahen Daubhaus, die weiter nördlich durch das Tal der Dautphe als Teil des Oberen Lahntals abgetrennt sind. Nördlich des „eigentlichen“ Oberen Lahntals stehen die Sackpfeifen-Vorhöhen in der Ostabdachung der Sackpfeife den Kuppen gegenüber, in denen sich ihre geologische Struktur fortsetzt – allerdings bei anderer Geomorphologie.
Das obere Allnatal geht nach Süden in den Naturraum Salzbödetal über, der besser mit Salzböde-Hügelland beschrieben wäre, da er bereits die Erhebungen auf der Wasserscheide zwischen Allna und Salzböde enthält und sich auch ansonsten nicht auf reine Talregionen beschränkt. Östlich der die Kuppen nach Osten bis Südosten rahmenden Elnhausen-Michelbacher Senke liegt der Marburger Rücken, mit dessen Buntsandstein das Rheinische Schiefergebirge (das Gladenbacher Bergland gehört zum naturräumlichen Westerwald) verlassen und das Westhessische Bergland eingeleitet wird.
Flüsse Von wenigen kurzen Bächen abgesehen, die direkt nach Norden in die Lahn oder nach Westen in die Dautphe entwässern, entsprechen die Damshäuser Kuppen ziemlich genau dem Einzugsgebiet des Oberlaufes der Allna und ihres linken (=nördlichen) Nebenflusses Ohe, wobei die Ohe das Gebiet der Kuppen zentral von Nordwest nach Südost durchfließt, die Allna seinen Süden. Nördlich der Ohe entspringt der Waltersbach, der – bereits außerhalb der Kuppen – dem Ohe-Nebenfluss Elnhauser Wasser zufließt.
Topographischer Verlauf Die Damshäuser Kuppen haben ihren Höhenschwerpunkt im Norden und im Nordwesten. Während der zentral nördliche Rimberg eine fast völlig eigenständige Kuppe darstellt, handelt es sich bei der sich westlich anschließenden, hohen Kappe eher um eine von mehreren Kuppen, die einen Bergrücken in Nordost-Südwest-Richtung bedecken. Ähnlich sieht es bei den weiter westlich folgenden Kuppen, bis hin zum etwa hohen Hornberg aus.
Nach Süden hin – im Westen beispielsweise über den etwa hohen Schweinskopf und den hohen Dusenberg (beide nahe Herzhausen) – weichen die Berge immer weiter von der Kegelform ab.
Markante Erhebungen am Übergang zur Elnhausen-Michelbacher Senke, der zum Marburger Rücken überleitet, sind insbesondere der hohe Donnerberg im östlichen Süden, der hiervon nordöstliche, ausgeprägt asymmetrisch-kuppige Auersberg (gut ) und der pyramidal-flachkuppige Hungert () im Nordosten. Am 260 m hohen Sattel zwischen Hungert und den westlichen Ausläufern des 370 m hohen Vogelheerd befindet sich der eigentliche Korridor zum Marburger Rücken.
Ganz im Norden finden sich, direkt am Lahntal, einige in sich eigenständige Kuppen, die Höhen von etwas über 400 m erreichen. So etwa der hohe, von der Form her eher an eine Halde erinnernde Feiselberg nordwestlich von Caldern, der sich nordwestlich anschließende etwa hohe Roßberg und, im äußersten Nordwesten, schließlich der hohe Hohenfels, auf dem sich die Burgruine Hohenfels befindet.
Berge nach Höhenzügen Die Damshäuser Kuppen lassen sich nach Bewaldung und Höhenzügen in 4 Gruppen aufteilen:
mini|400px|Blick vom Marburger Rücken bei Michelbach auf die nordöstlichen Damshäuser Kuppen (von links:) Hungert (), Rimberg (), Feiselberg (zweigipfelig, ) und Roßberg (ca. ). Der breite, ca. 474 m hohe Wollenberg (rechts) ist der östlichste Ausläufer des Rothaargebirges, das sich jenseits der Lahn anschließt.
Rimberg-Gruppe Die Rodungen von Damshausen im Westen und die von Dilschhausen (Südosten) und Caldern (Nordosten) – letztere durch die Landesstraße 3288 verbunden – trennen einen durchgängig bewaldeten, vom hohen Rimberg dominierten Höhenzug ab, der nach Norden bis ins Lahntal reicht und im nördlichen Westen in die Ableger der Kappe () übergeht.
Während die nördlichsten Kuppen dieses Gebietes, vor allem Feiselberg und Roßberg nebst Rückspiegel, sehr kuppig und in sich noch recht eigenständig sind, werden die Gipfel, die sich südlich an den Rimberg anschließen, merklich flacher
Von Norden nach Süden folgen aufeinander: Feiselberg () – Nordosten Rimberg () Störner (ca. ) Bernhardt () Alte Kirch () Während der haldenförmige Feiselberg im Nordosten noch merklich eigenständig ist (Scharte minimal über 350 m, also um 61 m Prominenz), beträgt die Prominenz des Störner unter 30 m, die des Bernhardt um 44 m.
Die Alte Kirch fällt etwas heraus, da sie durch den Waltersbach abgetrennt ist. Sie erreicht man auf der Wasserscheide zwischen Damsbach bzw. Ohe und Waltersbach über die inselartig bewaldete, von Feldern umgebene Hardt (396,5 m) südlich Damshausens, deren Scharte zum Rimberg auf etwa 333 m liegt. Die Scharte zwischen Hardt und Alter Kirch liegt auf etwa 318 m. mini|300px|Die hohe Kappe (rechts der Mitte) und ihre Ableger Treisberg (, links), Ehlenholz (ca. , Mitte) und Hohe Höll (, rechts); im Vordergrund Allendorf am hohen Hohenfels (mit Burgruine Hohenfels), der sich links des Treisberges anschlösse.
300px|mini|Blick vom Rimberg auf die zentralen Damshäuser Kuppen mit Schweinskopf, Hoher Höll, Kappe, Ehlenholz und Treisberg (linke Bildhälfte, vlnr.)
Kappe-Gruppe Die Kuppen um die hohe Kappe sind im Norden durch den Kernbach, zwischen Rimberg und Kappe durch eine Scharte auf etwa 408 m und im Süden durch Damsbach und Ohe von den östlichen Nachbarbergen abgetrennt.
Von Nordwest nach Südost folgen aufeinander: Hohenfels () – mit Burgruine Hohenfels Treisberg () Kappe ()