Die K+W C-35 war ein zweisitziges Mehrzweckflugzeug in Doppeldeckerauslegung der Schweizer Flugwaffe in den 1930er- und 1940er-Jahren. Die C-35 war ausgelegt für Aufklärung sowie Bombenwurf aus dem Horizontal- und Sturzflug. Insgesamt waren 88 Exemplare dieses Typs im Einsatz.
Entwicklung Ihre Entwicklung begann nach einem Anfang 1934 erteilten Auftrag der Flugwaffe zur Schaffung eines zweisitzigen Mehrzweckflugzeugs bei den Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte (K+W) in Thun unter der Leitung des französischen Chefingenieurs M. Thouret. Der im Herbst gleichen Jahres vorgelegte Entwurf orientierte sich an der Fokker C.V-E, die in der Schweiz in Lizenz gebaut wurde. Das Projekt wurde angenommen und der Bau zweier Prototypen in Auftrag gegeben, die die Kennzeichen C-101 und C-102 erhielten und Anfang 1936 erfolgreich die Erprobung durchliefen. Nach einigen Verbesserungswünschen orderte die Flugwaffe zunächst 40 Serienexemplare, deren Zahl kurz darauf auf 80 erhöht wurde. Die Auslieferung begann im Mai 1937 und dauerte bis zum Jahresende 1938. Acht weitere C-35 wurden 1941 und 1942 aus vorhandenen Ersatzteilen produziert. Die Flugzeuge erhielten den Kennzeichenblock C-103 bis C-190.
Einsatz Obwohl die C-35 bereits zu Beginn des Zweiten Weltkrieges veraltet war, blieb sie darüber hinaus bis 1954 im Einsatz. Als die deutsche Luftwaffe während des Westfeldzuges die Schweizer Grenze tangierte und sogar Einsätze gegen die Schweizer Flugwaffe flog, kämpfte die C-35 an vorderster Front gegen die Heinkel He 111 und Messerschmitt Bf 110. Dabei wurde eine C-35 abgeschossen, wobei beide Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. 1942 wurde das Muster aus der vordersten Linie zurückgezogen. 65 Flugzeuge wurden 1943 für den Nachteinsatz umgerüstet und bis 1954 als C-35-1 in einem entsprechenden Geschwader zusammengefasst und geflogen.
Militärische Nutzung
Schweizer Flugwaffe
Technische Daten
Kenngrösse Daten Besatzung 2 Länge 9,54 m Spannweite 13,08 m Höhe 3,75 m Flügelfläche 32,00 m² Flächenbelastung 98 kg/m² Rüstmasse 2190 kg Zuladung 940 kg max. Startmasse 3130 kg Antrieb ein 12-Zylinder-Viertakt-V-Motor Hispano-Suiza HS-77mit verstellbarer Dreiblatt-Metallluftschraube Ratier (ø 3,40 m) Nennleistung bei 2400/min Höchstgeschwindigkeit 335 km/h max. Steigleistung 11,5 m/s Dienstgipfelhöhe 8000 m ü. M. Reichweite 750 km Flugdauer 3 h Bewaffnung eine Motorkanone,zwei MG in den Tragflächen,ein Beobachter-MG,Abwurfmunition
Literatur
The Illustrated Encyclopedia of Aircraft. (Part Work 1982–1985), Orbis Publishing, 1985, S. 1593.
Weblinks
Virtuelles Luftfahrtmuseum
Einzelnachweise
Kategorie:Aufklärungsflugzeug Kategorie:Erdkampfflugzeug Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges Kategorie:Erstflug 1936 Kategorie:Militärluftfahrzeug (Schweiz)