mini|Der letzte Standort des Vestischen Museums an der Hohenzollernstraße
Das Vestische Museum war ein Museum der Stadt Recklinghausen.
Geschichte Das Museum ging auf die heimatkundliche Sammlung des 1890 gegründeten Orts- und Heimatvereins Recklinghausen zurück.Adolf Dorider: Geschichte der Stadt Recklinghausen in den neueren Jahrhunderten (1577–1933). Vestisches Archiv, Recklinghausen 1955. Die Sammlung galt damals als „Heimatmuseum“.Hartmut Polenz: Die Archäologischen Sammlungen und Museen im Ruhrgebiet. In: Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, , Jg. 2002, Heft 2, S. 9–16, hier S. 10. 1922 wurde aus der Sammlung des Vereins ein öffentliches Museum, das von allen Gemeinden des Vestes Recklinghausen getragen wurde. Seit 1927 war es in der einstigen Turmschule gegenüber der St. Peter untergebracht, die heute das Ikonen-Museum Recklinghausen beherbergt.Anneliese Schröder (Hrsg.): 90 Jahre Vestisches Museum. Recklinghausen 1980, S. 3 <nicht paginiert>. Bereits 1935 waren die Bestände so gewachsen, dass das Museum 1935 in Räumlichkeiten des Gymnasiums Petrinum umzog. 1937 verlor das Vestische Museum die besten Werke seiner Abteilung zeitgenössischer Kunst, als 37 Gemälde und Graphiken u. a. von Peter August Böckstiegel, Käthe Kollwitz, Wilhelm Morgner, Otto Pankok, Christian Rohlfs, Max Schulze-Sölde und Maurice de Vlaminck als „entartete Kunst“ ausgesondert wurden.Anneliese Schröder (Hrsg.): 90 Jahre Vestisches Museum. Recklinghausen 1980, S. 4 <nicht paginiert>. Seit 1939 leitete Franz Große-Perdekamp das Vestische Museum. Bei einem Bombenangriff am 6. November 1944 wurde der größte Teil der Ausstellung und des Depots vernichtet.
Nach Kriegsende sammelte Franz Große-Perdekamp das gerettete Museumsgut und zeigte eine Auswahl in einzelnen Ausstellungen. Von 1954 bis 1980 leitete Thomas Grochowiak das Vestische Museum. Er baute eine einzigartige Sammlung naiver Kunst auf.
1988 zog das Museum in ein ehemaliges Verwaltungsgebäude an der Hohenzollernstraße 12 ein. Auf knapp 1000 m² Ausstellungsfläche zeigte es christliche Kunst aus dem Vest Recklinghausen, Ausschnitte aus der Stadt- und Landesgeschichte, die Alltagskultur der Bergmannsfamilien und vor allem die Sammlung naiver Kunst, die durch eine Schenkung von Marianne Kühn im Jahre 2003 wesentlich erweitert werden konnte.Günther Ott: Brücken gespannt. 25 Jahre Galerie Naive Kunst. In: Preußische Allgemeine Zeitung, 12. Februar 2005, abgerufen am 23. Juni 2015.
In den letzten Jahren seines Bestehens ließ der Besucherzuspruch, von Schulklassen abgesehen, immer weiter nach. Im Jahre 2010 schloss die Stadt Recklinghausen das Vestische Museum. Die bedeutende Sammlung naiver Kunst ist der Öffentlichkeit seither nicht zugänglich. Eine neugestaltete stadtgeschichtlichen Ausstellung zeigt das Institut für Stadtgeschichte / Stadt- und Vestisches Archiv Recklinghausen, das im selben Gebäude wie das einstige Vestische Museum untergebracht ist., abgerufen am 23. Juni 2015.
Literatur Anneliese Schröder (Hrsg.): 90 Jahre Vestisches Museum. Bongers, Recklinghausen 1980 (Katalog zur Ausstellung in der Städtischen Kunsthalle Recklinghausen, 23. November 1980 – 25. Januar 1981). Jürgen Schwalm: Vom Altväter-Hausrat zur zeitgenössischen Kunst. Die Geschichte des Vestischen Museums 1890–1950. In: Vestischer Kalender, Jg. 74 (2003), S. 86–92.
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Einzelnachweise
Kategorie:Museum im Kreis Recklinghausen Kategorie:Route der Industriekultur (Kreis Recklinghausen) Kategorie:Organisation (Recklinghausen) Kategorie:Museumsgründung 1922