Đuro Đaković ist ein Industrieunternehmen aus der kroatischen Stadt Slavonski Brod.
Geschichte 1923 gründete der Holz- und Möbelfabrikant Aleksandar Ehrmann (deutsche Schreibweise Alexander Ehrmann) (1879–1965) mit Hilfe von Fremdkapital die Wagon-, Maschinen- und Brückenfabrik Slawonski Brod, die als lange Zeit einziger Lokomotivhersteller Jugoslawiens zum Hauptlieferanten der jugoslawischen Staatsbahnen wurde. Später erhielt das Unternehmen die Bezeichnung Erste jugoslavische Waggon-, Maschinen- und Brückenbau AG in Brod. 1939 gelangte das Unternehmen kurzzeitig unter die Kontrolle der britischen Vickers-Gruppe, wurde aber bereits 1940 verstaatlicht. Ehrmann scheint in österreichischen Zeitungen bis 1946 mit Funktion eines Generaldirektors auf, zuletzt allerdings wegen Bestellung eines Abwesenheitskurators.
Das Unternehmen war trotz schwerer Beschädigungen während des Zweiten Weltkriegs in Jugoslawien im Bereich Lokomotivbau führend.
1947 wurde Ehrmann als Klassenfeind enteignet und das Unternehmen nach Đuro Đaković, dem ehemaligen Führer des Bunds der Kommunisten Jugoslawiens in Đuro Đaković Industrija šinskih vozila, industrijskih i energetskih postrojenja i čeličnih konstrukcija Slavonski Brod (deutsch: Industrie für Schienenfahrzeuge, Industrie- und Energieanlagen sowie Stahlkonstruktionen) umbenannt.
In der Literatur wird das Unternehmen häufig auch nach seinem Standort bloß Slavonski Brod (deutsch Slawonisch Brod) bezeichnet.
Der Bereich TEP (Dampfkesselbau) gehört heute zur EMAljans.em-alliance.com:
Produkte mini|Die erste in Slavonski Brod hergestellte LokomotiveDas Unternehmen lieferte viele Lokomotivbaureihen für die Jugoslawischen Staatsbahnen. Die erste Lokomotive wurden im Jahr 1939 der Öffentlichkeit vorgestellt und als jugoslawische Baureihe 16 eingeordnet. Später wurden auch Diesellokomotiven gefertigt. Neben der Produktion von Lokomotiven stellt Đuro Đaković Panzer, Straßenbahnwagen, Güterwagen, Minenräumfahrzeuge sowie verschiedene Baufahrzeuge her, so stammt beispielsweise das T-72-Derivat M-84 von diesem Hersteller.
mini|62-635 im Jahr 2003International am bekanntesten ist der in großer Stückzahl erfolgte Nachbau der Dampflokomotiven der USATC-Klasse S 100 als jugoslawische Baureihe 62. Einige Exemplare dieser Baureihe standen noch im 21. Jahrhundert im Einsatz in Industrieunternehmen.
Historische Produkte
Bekannte Produkte sind die gemeinsam mit Ganz gebauten Dieseltriebwagen der jugoslawischen Baureihe 499 sowie die später nach Portugal verkauften Dieseltriebwagen der jugoslawischen Baureihe 802. Erwähnenswert ist auch die Baureihe 740 der Jugoslawischen Staatsbahnen, von der nach der Stilllegung der jugoslawischen Schmalspurbahnen bis heute einige Exemplare in Österreich im Einsatz stehen. 1958 lieferte Đuro Đaković einige Schmalspurdampflokomotiven der Klasse ZB an die Indian Railways. Ein Exemplar, die ZB 120, ist in Jodhpur als Denkmallok erhalten geblieben.
Weblinks
https://www.pospichal.net/lokstatistik/23091-dd62wl.htm Einzelnachweise
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