Als Mobility Net bezeichnet die Deutsche Bahn ihre Bemühungen, Reisenden per WLAN Internetzugang entlang der Reisekette zu ermöglichen. Das Projekt gliedert sich in den Internetzugang auf Bahnhöfen (per Hot Spot) und in ICE-Zügen (Railnet). Darüber hinaus sollen auch einige Regionalzüge mit WLAN ausgestattet werden.

Internetzugang auf Bahnhöfen Auf allen genannten Stationen sind die Bahnhofsgebäude und Fernbahnsteige abgedeckt. Teilweise können die HotSpots auch aus haltenden Zügen heraus erreicht werden. Der Internetzugang ist kostenpflichtig. Lediglich einzelne Angebote, darunter die Seiten der Deutschen Bahn sowie deren Reiseauskunft, sind kostenlos erreichbar. An den HotSpots konnten zunächst (ca. 2008) Arcor, The Cloud, T-Com/T-Mobile oder Vodafone als Anbieter genutzt werden. Die Zahl der Anbieter wurde in den folgenden Jahren reduziert. Seit Februar 2010 steht nur noch T-Mobile zur Verfügung. Seit September 2013 können die Hotspots nach Anmeldung 30 Minuten pro Tag kostenlos genutzt werden.Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Ab sofort 30 Minuten kostenloser WLAN-Zugang an mehr als 100 Bahnhöfen. Presseinformation vom 24. September 2013.

Nach der Startphase mit T-Mobile-Hotspots von Januar bis November 2006 übernahm im Dezember 2006 der Anbieter The Cloud die HotSpots auf den Bahnhöfen.Weichenstellung für das offene Plattform Modell Presseinformation von The Cloud vom 20. Dezember 2006 Bereits Ende Dezember 2006 gingen in Berlin (Ostbahnhof), Frankfurt (Hauptbahnhof), Kaiserslautern, Leipzig und Nürnberg die ersten HotSpots in Betrieb und die Bahn kooperierte wegen der großen Nachfrage zusätzlich mit Arcor, T-Com und Vodafone.Weitere Partner für WLAN auf Bahnhöfen Meldung auf heise.de vom 23. Dezember 2006 Die bis Februar 2007 angefallenen Kosten zur Ausrüstung der Bahnhöfe wurden mit zwei Millionen Euro beziffert.Drahtlos-Internet am Bahnhof im Handelsblatt vom 23. Februar 2007

Ursprünglich war geplant, dieses Angebot bis Ende 2007 schrittweise auf 50 bis 80 Bahnhöfe zu erweitern und für die Aufrüstung der weiteren Bahnhöfe mit WLAN-Technik ca. acht Millionen Euro zu investieren.Bahn weitet drahtlosen Internetzugang an großen Bahnhöfen aus Meldung auf heise.de vom 23. Februar 2007 Im Frühjahr 2010 kündigte die Deutsche Bahn an, bis Ende 2010 30 neue Hotspot-Standorte in Betrieb zu nehmen. 2011 sollten weitere fünfzig Bahnhöfe folgen.Auf 100 Bahnhöfen drahtlos ins Internet. In: DB Welt, Mai 2010, S. 11. Im Herbst 2013 waren 109 Bahnhöfe ausgerüstet. Momentan (Stand Juli 2014) sind über 120 Bahnhöfe bzw. Haltepunkte mit WLAN-HotSpot ausgestattet (Stand Juli 2014).Deutsche Bahn: (abgerufen am 9. April 2015)

Im Jahr 2009 nutzten mehr als 200.000 Menschen die Hotspot-Angebote. Laut Angaben der Deutschen Bahn von Ende 2013 sei die Nutzung der Hotspots in Bahnhöfen um 20 Prozent pro Jahr gestiegen. Monatlich würden drei Millionen Minuten genutzt (Stand: Ende 2013). Neben den von Telekom Deutschland betriebenen Hotspots, bieten an vielen Bahnhöfen Restaurants, Cafés und andere Geschäfte eigene Zugangspunkte.

Baden-Württemberg Baden-Baden Biberach (Riß) Ehningen (bei Böblingen) Heidelberg Hauptbahnhof Heilbronn Hauptbahnhof Hockenheim Horb Karlsruhe Hauptbahnhof Lahr (Schwarzwald) Leinfelden Ludwigsburg Mannheim Hauptbahnhof*) Metzingen (Württemberg) Offenburg Rastatt Schorndorf Stuttgart-Bad Cannstatt Stuttgart Hauptbahnhof*) Villingen (Schwarzwald) Waiblingen Weinheim (Bergstraße)

Bayern Aschaffenburg Hauptbahnhof Augsburg Hauptbahnhof*) Baldham Erlangen Garmisch-Partenkirchen Günzburg Donauwörth Holzkirchen Lindau Hauptbahnhof Memmingen München Donnersbergerbrücke Flughafen München München Hauptbahnhof*) Nürnberg Hauptbahnhof*) Passau Hauptbahnhof Plattling Regensburg Hauptbahnhof Rosenheim Schwandorf Schweinfurt Hauptbahnhof Würzburg Hauptbahnhof*)

Berlin Berlin-Charlottenburg Berlin-Gesundbrunnen Berlin Hauptbahnhof*) Berlin-Lichtenberg Berlin Ostbahnhof*) Berlin-Spandau Berlin Südkreuz Berlin-Wannsee Berlin Zoologischer Garten

Brandenburg Frankfurt (Oder) Potsdam Hauptbahnhof Prenzlau

Bremen Bremen Hauptbahnhof

Hamburg Hamburg-Altona Hamburg-Harburg Hamburg Hauptbahnhof*)

Hessen Bensheim Darmstadt Hauptbahnhof Eschborn Süd Frankfurt Flughafen Regiobf Frankfurt (Main) Flughafen*) Frankfurt (Main) Hauptbahnhof*) Frankfurt (Main) Hauptwache Friedberg (Hessen) Gießen Hanau Hauptbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Limburg Süd Marburg (Lahn) Offenbach (Main) Marktplatz Raunheim Rüsselsheim Wiesbaden

Mecklenburg-Vorpommern Schwerin Hauptbahnhof Stralsund Hauptbahnhof

Niedersachsen Delmenhorst Emden Hauptbahnhof Göttingen Hannover Hauptbahnhof*) Hannover Messe/Laatzen*) Lüneburg Wolfsburg Hauptbahnhof Braunschweig Hauptbahnhof

Nordrhein-Westfalen Aachen Hauptbahnhof Bielefeld Hauptbahnhof Bochum Hauptbahnhof*) Bonn Hauptbahnhof Dortmund Hauptbahnhof*) Düsseldorf Flughafen* Düsseldorf Hauptbahnhof*) Duisburg Hauptbahnhof*) Essen Hauptbahnhof*) Gelsenkirchen Hauptbahnhof*) Hagen Hauptbahnhof Hamm (Westfalen) Hennef (Sieg) Horrem Köln/Bonn Flughafen Köln Hansaring Köln Hauptbahnhof*) Köln Messe/Deutz*) Krefeld Hauptbahnhof Minden (Westfalen) Mönchengladbach Hauptbahnhof Oberhausen Hauptbahnhof Solingen Hauptbahnhof Siegburg/Bonn Wuppertal Hauptbahnhof

Rheinland-Pfalz Kaiserslautern Hauptbahnhof*) Koblenz Hauptbahnhof Mainz Hauptbahnhof*) Montabaur Neustadt (Weinstr) Hbf Trier Hauptbahnhof

Saarland Saarbrücken Hauptbahnhof

Sachsen Dresden Hauptbahnhof Dresden-Neustadt Leipzig Hauptbahnhof*) Pirna

Sachsen-Anhalt Halle (Saale) Hauptbahnhof Magdeburg Hauptbahnhof Stendal

Schleswig-Holstein Kiel Hauptbahnhof Lübeck Hauptbahnhof

Thüringen Eisenach Erfurt Hauptbahnhof Jena Paradies

*) In einer ersten Baustufe wurden 25 große deutsche Bahnhöfe in weiten Teilen mit einem WLAN-HotSpot ausgestattet (Stand: Juni 2010).Internetauftritt der Deutschen Bahn (abgerufen am 15. Juni 2010).

Internetzugang in ICE-Zügen Railnet Das zunächst als Railnet bezeichnete drahtlose Internet in ICE-Zügen wurde von der Telekom und durch die Deutsche Bahn realisiert. Es wurde in der 2. Jahreshälfte 2016 ersetzt.

Im Frühjahr 2005 wurde das geplante Internetangebot bekannt. Nach der für den Herbst 2005 geplanten Einführung sollte das Angebot ab 2006 sukzessive auf alle ICE-Züge ausgeweitet werden.Meldung Bei Tempo 300 ins Internet. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2005, S. 207. Das Projekt wurde am 20. Dezember 2005 in Köln vom Bahnchef Hartmut Mehdorn und dem T-Mobile-Vorstandsvorsitzenden René Obermann vorgestellt.Deutsche Bahn: Alle reden vom Internet – wir auch. Meldung vom 20. Dezember 2005 auf heise.de.

Nach den Schwedischen Bahnen war die Deutsche Bahn damit weltweit der zweite Anbieter von mobilem Internet in Hochgeschwindigkeitszügen.

Bis Ende März 2006 lief ein umfangreicher technischer Pilotversuch. Dabei war auf dem Streckenabschnitt Dortmund–Duisburg–Köln–Siegburg/Bonn ein vollwertiger, kostenloser Internetzugang möglich. Danach war der Zugang kostenpflichtig. Auf die Seite der Bahn kann in versorgten Gebieten kostenfrei zugegriffen werden.

mini|ICE 3 mit T-Mobile-HotSpot-Beklebung in Ingolstadt Hbf Zunächst (2006) wurden sieben von 63 ICE-3-Zügen der Deutschen Bahn mit W-LAN-Technik ausgerüstet. Der Empfang ist in allen Wagen des Zuges gewährleistet. Die Züge sind durch ein HotSpot-Logo von T-Mobile im Einstiegsbereich gekennzeichnet; zu Beginn des Projekts trugen zwei der Pilotzüge (Triebzüge Freiburg(Brsg.) und Wiesbaden) eine großflächige Aufschrift „www im ICE“ sowie eine T-Mobile-Werbung längs zweier Wagen.

Die Anbindung der Züge wurde zunächst überwiegend über Flash-OFDM (Flarion) auf den Frequenzen des 2001 abgeschalteten C-Netzes (bei 450 MHz) genutzt. Die nutzbare Gesamtbandbreite lag dabei bei rund 1,5 MBit/s. Den Reisenden stand zunächst zwischen Dortmund und Siegburg/Bonn ein breitbandiger Internetzugang mit DSL-Geschwindigkeit zur Verfügung.

Ein Server im Zug hält ein gewisses Informationsangebot rund um Bahn, Wirtschaft und Nachrichten vor und kann während der Fahrt abgerufen werden, auch wenn der Zug außerhalb der versorgten Strecken unterwegs ist.

Bei dem Projekt gab es eine Reihe von hohen technischen Herausforderungen. So musste zum Beispiel die Anbindung des Zuges auch bei hohen Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h stabil funktionieren und eine Versorgung auch im Tunnel gewährleistet werden. Bis März 2006 wurden auf der Pilotstrecke drei unterschiedliche Arten der Außenanbindung des Zuges untersucht: Eine Anbindung über UMTS, wobei bis zu drei UMTS-Kanäle mit je 384 kbit/s gebündelt werden. Vorteil: UMTS ist im Bereich der Ballungszentren gut ausgebaut Nachteil: Aufgrund der hohen Frequenz wären sehr viele Basisstationen entlang der Strecken notwendig Eine Anbindung über Satellit Vorteil: Hohe Datenraten im Downlink sind möglich Nachteil: Bei den meisten kommerziellen Satelliten ist kein breitbandiger Rückkanal vorhanden. Auch ist eine Versorgung der Tunnel aufgrund des fehlenden Sichtkontaktes zum Satelliten nicht möglich Flash-OFDM auf 450 MHz auf Frequenzen des abgeschalteten C-Netzes Vorteil: Große Zellradien sind möglich aufgrund der niedrigen Frequenz, geringe Verzögerungszeiten von nur 50 ms und hohe Datenraten auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Zur Anbindung der Hotspots kam zunächst UMTS und Flash-OFDM zum Einsatz. Bewährt hatte sich zunächst eine Kombination aus UMTS und Flash-OFDM. Im Durchschnitt ergeben sich Datenraten für den Downlink von ca. 1,0 bis 1,5 Mbit/s und für den Uplink von 300 bis 500 kbit/s.

Das 2006 im Telekom-Netz eingeführte HSPA konnte die Flash-OFDM-Anbindung sukzessive ergänzen. Heute (Stand: 2014) kommen die Funkstandards 4G (800 und 1800 MHz), 3G (2100 MHz) und 2G (900, 1800 MHz) zum Einsatz. Steht nur eine EDGE-Verbindung zur Verfügung (200 kBit/s) wird diese ausschließlich zur Aufrechterhaltung einer Management-Verbindung genutzt. Laut Angaben von DB Fernverkehr von Ende 2014 gehöre mobiles Internet zu den drei wichtigsten Prioritäten für Kunden. Für den Mobilfunkempfang stehen darüber hinaus in allen ICE-Zügen Intrain-Repeater für verbesserten Handyempfang.

Erste Erfahrungen wurden bereits 1999 mit dem Einrichten eines Online-Kiosks in zwei ICE-Ideenzügen gesammelt. In den fahrplanmäßig zwischen Hamburg und Stuttgart bzw. Basel verkehrenden Zügen wurde, erstmals weltweit, ein Internetzugang in einem fahrenden Zug angeboten. Die Datenübertragung erfolgte über das GSM-D2-Mobilfunknetz.Meldung „Surfen“ im ICE. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 48, Nr. 1/2, 1999, S. 3 Das Mitte November 1998 gestartete Pilotprojekt war auf sechs Monate befristet. Die Nutzung des kostenlosen Internetterminals in den Servicewagen der Züge sollte anschließend ausgewertet und über einen Serienausbau entschieden werden.Meldung Aktuelles in Kürze. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 1/2, 1999, S. 11.

Auch in anderen westeuropäischen Ländern gibt es derzeit Bestrebungen Schnellfahrstrecken mit WLAN zu versorgen. In England wird derzeit ein WiMAX-Netz entlang der Bahnstrecken im Bereich von London und Brighton getestet. In Frankreich setzt man dagegen auf die Anbindung über Satellit.Anbindung über Satellit in Frankreich. Meldung auf Heise online vom 25. April 2005.

Weiterer Ausbau