München-Nürnberg-Express, abgekürzt MNX, MNE oder MüNüX, frühere Bezeichnung FRESHMeldung Erfolge für DB Regio und Länderbahn in Bayern. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2005, S. 555.FRESH war dabei die bei Ausschreibung und Vergabe der Leistung verwendete, abgekürzte Produktbezeichnung, die für FRanken-Express über die Schnellfahrstrecke in die LandesHauptstadt steht., auch NIM-Express (benannt nach dem in ganzer Länge befahrenen Aus- und Neubaustreckenprojekt Nürnberg–Ingolstadt–München), ist die Bezeichnung der Regional-Express-Linie München–Ingolstadt–Nürnberg. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 verkehren die Züge als RE 1.

Die Škoda-Garnituren erreichen 190 km/h Höchstgeschwindigkeit, die ursprünglichen und seit Dezember 2024 wieder eingesetzten IC-Garnituren 200 km/h. Damit sind sie die schnellsten Regionalzüge in Deutschland neben der Linie RE 200 auf der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm. Diese verkehrt seit 2022 mit den ehemaligen Wagen des München-Nürnberg-Express, die bis zu 200 km/h erreichen.

Mit „deutlich über 4.000 Fahrgästen pro Tag“ sei die Linie laut Angaben von 2023 „eine der am besten angenommenen im Freistaat“.

Im März 2025 wurde bekannt, dass die Linie RE 1 von 2028 bis 2040 weiterhin von DB Regio, aber mit Fahrzeugen des Typs Siemens Desiro HC 190 betrieben werden wird.

Verkehrsangebot Der München-Nürnberg-Express verkehrt seit 10. Dezember 2006. Zwischen München und Ingolstadt Nord verkehren die Züge über die Bahnstrecke München–Treuchtlingen, im weiteren Verlauf über die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt und ab Nürnberg-Reichswald auf der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg. Die Züge des München-Nürnberg-Expresses waren damit die ersten Regionalzüge, die eine deutsche Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke in voller Länge befahren.

Die Züge verkehren im Zwei-Stunden-Takt von etwa 5:00 Uhr bis 23:00 Uhr, zur Hauptverkehrszeit im Stundentakt (hauptsächlich Abschnitt München–Ingolstadt). Um einer Überfüllung des Zuges entgegenzuwirken, wird der Halt in Petershausen an Werktagnachmittagen (montags bis freitags) von jeweils einem Zug nicht mehr bedient. Stattdessen wird jedoch in jeder Richtung ein anderer Regionalzug nach Ingolstadt eingesetzt, der kurz vor dem München-Nürnberg-Express mit Halt in Petershausen verkehrt.

Zwischen Nürnberg Hbf und Allersberg (Rothsee) wird die Linie durch die S5 (Allersberg-Express) der S-Bahn Nürnberg verstärkt, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ohne weiteren Halt im 60-Minuten-Takt zwischen diesen beiden Bahnhöfen pendelt.

Die Fahrzeit für die 171 Kilometer lange Strecke liegt bei etwa einer Stunde und 45 Minuten, während sie von ICE-Zügen ohne Halt in etwas über einer Stunde zurückgelegt wird. Die Abfahrtszeiten in Nürnberg Hbf und auch in München Hbf sind wenige Minuten nach der ungeraden Stunde, die Ankunftszeiten wenige Minuten vor der ungeraden Stunde. An den Bahnsteigen der Endbahnhöfe erfolgt in der Regel eine Kurzwende.

Da die Fahrzeiten München–Ingolstadt und Nürnberg–Ingolstadt im Bereich einer Dreiviertelstunde liegen, treffen sich die Züge etwa zur geraden Stunde in Ingolstadt. Hier haben sie meist einen Aufenthalt von rund 10 bis 15 Minuten, um von den ICE-Zügen überholt zu werden. Dort besteht auch direkter Anschluss zu den ICE-Zügen und zum Regionalverkehr nach Augsburg, Regensburg und Ulm. In Nürnberg Hbf besteht ein direkter Anschluss von und zu den ICE-Zügen ins Ruhrgebiet (Linie 41) und nach Berlin (Linie 18/28).

Geschichte Hintergrund Nach dem Planungsstand von 1992 waren 16 Regionalschnellbahn-Züge (RSB) zwischen Nürnberg Hauptbahnhof und Ingolstadt Hauptbahnhof über die Neubaustrecke vorgesehen. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h sollte eine Reisezeit von 49 Minuten erreicht werden. Zwischen Nürnberg und Allersberg sollte eine Reisezeit von 13 Minuten erreicht werden, zwischen Allersberg und Kinding 17 Minuten sowie zwischen Kinding und Ingolstadt Nord 15 Minuten.Deutsche Bundesbahn, Projektgruppe NBS Nürnberg der Bahnbauzentrale (Hrsg.): Neubau-/Ausbaustrecke Nürnberg - München: NBS Nürnberg - Ingolstadt. Planfeststellung Bau-km 5,900 – 13,630. Anlage 0.1. Erläuterungsbericht. Nürnberg, April 1992, S. 43.

1999 war geplant, je Richtung täglich 17 Regionalschnellbahn-Züge zwischen Nürnberg und Ingolstadt anzubieten. Eine Verkehrsprognose ging von täglich 34 Regionalzügen (Summe beider Richtungen) für das Jahr 2010 aus.Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit mbH (Hrsg.): Nürnberg–München in einer Stunde. Nürnberg, 30. November 1999 (ähnliche Fassung vom Januar 1999 als PDF-Datei, 2,3 MB), S. 4, 5.

Um 2003 war zwischen Allersberg und Nürnberg eine Reisezeit von rund 12 Minuten vorgesehen, zwischen Allersberg und Ingolstadt (mit einem Halt in Kinding) von knapp 20 Minuten.

Am 10. Mai 2005 stellte die BEG eine Preisanfrage für den geplanten schnellen Regionalverkehr. Dabei sollten bis zu 2,5 Millionen Zugkilometer für einen dreijährigen Zeitraum ab Dezember 2006 vergeben werden. Daraufhin kündigte DB Regio Oberbayern an, ein Angebot vorzulegen.Meldung Regionalverkehr München – Nürnberg steht zur Vergabe. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/2005, , S. 310. Am 18. Oktober 2005 vergab die BEG den Verkehrsvertrag zum Betrieb des München-Nürnberg-Express für eine Übergangszeit von sieben Jahren, mit rund 1,7 Millionen Zugkilometern pro Jahr (einschließlich des Allersberg-Express). Anschließend sollten die Leistungen für zehn Jahre ausgeschrieben werden. Noch Ende 2005 war vorgesehen, während des Halts in Ingolstadt Richtung München einen zweiten Zugteil bereitzustellen. 2006 war dafür der Einsatz einer Zehn-Wagen-Garnitur zwischen Ingolstadt und München im Zwei-Stunden-Takt vorgesehen.

DB Regio hat laut Angaben der Deutschen Bahn den Betrieb der Züge in einer europaweiten Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) für sieben Jahre gewonnen.Rasanter RegionalExpress. In: Bahntech, Heft 1/2006, S. 15. Kritiker bemängeln dagegen, dass der Auftrag unter der Federführung von Otto Wiesheu ohne Prüfung von Konkurrenzangeboten direkt an die Deutsche Bahn vergeben worden sei.Christian Esser, Astrid Randerath: Schwarzbuch Deutsche Bahn, 1. Auflage, Bertelsmann-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-570-10036-3, S. 250 f.

Planungen Der erste dem Angebot zu Grunde liegende Verkehrsvertrag lief bis Dezember 2013. Ob das Angebot darüber hinaus weitergeführt wird, stand bis 2011 nicht fest. Im Gespräch war eine Verlängerung des Vertrags oder eine Ausschreibung. Nach Angaben der Deutschen Bahn seien zusätzliche Züge aufgrund fehlenden Wagenmaterials nicht möglich.Dirk Walter: Seit fünf Jahren: Mit Tempo 300 nach Nürnberg. In: Merkur online, 13. November 2011. In einer Vorinformation gab die BEG am 1. März 2012 schließlich ihre Absicht bekannt, den Betrieb des München-Nürnberg- und des Allersberg-Express für den Zeitraum zwischen 15. Dezember 2013 und 12. Dezember 2015 freihändig an DB Regio zu vergeben. Optional ist die Verlängerung um ein weiteres Jahr vorgesehen.D-München: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung. Dokument 2012/S 42-068576 vom 1. März 2012 im Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union. Später sollte die Linie als Teil des Vergabepakets Ringzug West/NBS mit den Linien München – Ingolstadt – Treuchtlingen – Nürnberg, Ingolstadt – NBS – Nürnberg und Augsburg – Donauwörth – Treuchtlingen (– Nürnberg) europaweit ausgeschrieben werden.Ohne Quelle Die Ausschreibung wurde am 5. Juli 2012 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Angebote konnten bis 15. April 2013 abgegeben werden.

Anzubieten war ein Grundangebot, das sich weitgehend am Status quo orientiert und demgegenüber um zusätzliche Züge am Freitagnachmittag und am Wochenende ergänzt wurde. Anbieter können Züge über die Neubaustrecke weitgehend in Ingolstadt enden lassen und weiter nach München verlängern. Als Eventualposition ist ein Stundentakt vorgesehen. Nach Angaben der BEG sollen zu Hauptverkehrszeiten deutlich mehr Sitzplätze angeboten werden. Am Wochenende sollen zwei (sonst ein) Zugbegleiter eingesetzt werden. Im Zuge der Neuvergabe sind laut BEG „Fahrplanverschiebungen“ vorgesehen.Christiane Fritz: Regionalexpress vor ungewisser Zukunft. In: Nürnberger Zeitung, 22. Mai 2012, S. 13 (ähnliche Fassung online).

Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde am 22. November 2013 der Regionalverkehr auf der Neubaustrecke für den Zeitraum vom 15. Dezember 2013 bis 10. Dezember 2016 an DB Regio vergeben. Insgesamt sollen rund 1,6 Millionen Zugkilometer pro Jahr erbracht werden.Deutschland-München: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung. Dokument 2013/S 249-436960 vom 24. Dezember 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 werden die Züge des Allersberg-Express integriert. An Wochenenden sollen 22 zusätzliche Züge verkehren.DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): . Presseinformation vom 16. Oktober 2013.

Am 21. Juli 2012 schrieb die Deutsche Bahn ein Verhandlungsverfahren über einen Vertrag zur Entwicklung, Herstellung und Lieferung von drei bis zehn Regionalzuggarnituren für die Ausschreibung der BEG aus. Bei einer maximalen nutzbaren Bahnsteiglänge von 165 m müssen die Züge wenigstens 550 Sitzplätze in der 2. Klasse aufweisen.D-München: Schienenfahrzeuge. Dokument 2012/S 139-232514 vom 21. Juli 2012 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union. Die Fahrzeuge sollten für eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ausgelegt werden. Das Fahrzeugbeschaffungsverfahren wurde im März 2013 wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.D-München: Schienenfahrzeuge. Dokument 2013/S 059-096553 vom 23. März 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.

Mitte Juni 2013 teilte die Deutsche Bahn mit, die Ausschreibung gewonnen zu haben. Der Auftrag läuft von Dezember 2016 bis 2028. In den Hauptverkehrszeiten sollen wenigstens 20 Prozent mehr Sitzplätze als heute angeboten werden. Eine Verdichtung zum Stundentakt habe die BEG nach eigenen Angaben aufgrund des hohen Angebotspreises nicht beauftragen können. Der hohe Trassenpreis auf der Neubaustrecke sei dafür entscheidend. Im Freizeitverkehr sollen neue Sonderangebote eingeführt werden.

Ausschreibung Bahnnetz Isar-Noris-Altmühl Im März 2025 hat die BEG das Ergebnis der Ausschreibung Bahnnetz Isar-Noris-Altmühl (INA) bekanntgegeben, zu dem auch der RE 1 gehört. Das Netz soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2028 weiterhin von der DB Regio betrieben werden, geplant ist der Einsatz von sieben Fahrzeugen des Typs Siemens Desiro HC 190. Das Angebot wird auf einen ganztägigen Stundentakt auf der gesamten Linie ausgeweitet werden.

Betrieb Einführungsjahr Laut Angaben der Deutschen Bahn nutzten am ersten Betriebstag rund 5000 Reisende das neue Angebot. Die Pünktlichkeit in den ersten vier Wochen lag bei über 95 Prozent.3 Fragen an Christoph Grimm in: DB Welt, Ausgabe März 2007, Regionalteil Süd, S. 21. Auch nach der Einstellung des Fahrscheinverkaufs in bayerischen Regionalzügen zum 1. April 2007 wurden an Bord des München-Nürnberg-Express noch Fahrscheine verkauft.Deutsche Bahn AG: Kein Fahrkartenverkauf mehr in den Zügen von DB Regio Bayern. Presseinformation der Deutschen Bahn vom 28. März 2007. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von DB Regio Bayern, Berthold Huber, bezeichnete das Zugangebot in einem Interview im Mai 2007 als „unglaublichen Erfolg“.„Allgäu-Franken-Express“ wird zum Renner der Kunden. In: Augsburger Allgemeine vom 17. Mai 2007. Im ersten Betriebsjahr nutzten bis zu 7000 Reisende täglich den München-Nürnberg-Express.Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Voller Erfolg: Bayern steigt um auf die Bahn. Pressemitteilung vom 28. Dezember 2007. Andere Angaben der Deutschen Bahn, von Dezember 2007, bezifferten die Zahl der Reisenden mit rund 5000, mit steigender Tendenz.

Wendezeiten Die Wendezeit beträgt in Nürnberg rund 20 und in München rund 10 Minuten.

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