Andrea Petković (; * 9. September 1987 in Tuzla, SR Bosnien und Herzegowina, SFR Jugoslawien) ist eine ehemalige deutsche Tennisspielerin und heutige Fernsehmoderatorin und Schriftstellerin.

In ihrer Karriere gewann sie sieben WTA-Turniere im Einzel: 2009 und 2014 in Bad Gastein, 2011 in Straßburg, 2014 in Charleston sowie das Tournament of Champions 2014 und 2015 in Antwerpen. Ihren siebten Titel gewann sie 2021 in Cluj-Napoca. 2021 gewann sie außerdem in Chicago ihren einzigen Doppel-Titel auf WTA-Niveau. Des Weiteren sicherte sie sich neun Einzel- und drei Doppeltitel bei ITF-Turnieren. 2007 und 2009 wurde sie Deutsche Meisterin.

Karriere Kindheit und Jugend Andrea Petković, Tochter bosnisch-serbischer Eltern, erhielt 2001 die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie spricht neben Deutsch und Serbisch noch Englisch und Französisch. Als sie sechs Monate alt war, wanderte ihre Familie nach Deutschland aus. Im Alter von sechs Jahren begann sie mit dem Tennissport. Die Initiative ging von ihrem Vater Zoran Petković aus, einem ehemaligen jugoslawischen Tennisprofi und Davis-Cup-Spieler. Er war Trainer in einem Tennisclub in Darmstadt und spielte lange Zeit eine wichtige Rolle in ihrem Team. Wegen ihrer guten Schulnoten riet er ihr zunächst von einer Profikarriere ab und setzte ihr eine Frist, innerhalb derer sie die Top 50 der Welt erreichen sollte.

Im Mai 2004 gewann sie in Antalya ihr erstes ITF-Turnier. Es folgten Siege in Podgorica (2004), Davos und Alphen aan den Rijn (jeweils 2005), ein weiterer Titelgewinn gelang ihr im September 2006 in Sofia.

Kreuzbandriss, Comeback und Sieg in Bad Gastein (2007–2009) Im April 2007 wurde Petković von der deutschen Teamchefin Barbara Rittner erstmals für den Fed Cup in Fürth gegen Kroatien nominiert. Dort kam sie im Doppel an der Seite von Tatjana Malek zum Einsatz; ihr Sieg gegen die Paarung Jelena Kostanić Tošić und Sanja Ančić (6:3, 6:7, 6:3) verhalf Deutschland zu einem 4:1-Sieg. mini|Petković beim ITF-Turnier in Pétange, Luxemburg im Juli 2007 Bei den French Open nahm sie zum ersten Mal an einem Grand-Slam-Turnier teil und schaffte dort ohne Satzverlust die Qualifikation für das Hauptfeld. Durch einen 4:6-, 6:3-, 6:3-Sieg über Jarmila Groth erreichte sie die zweite Runde, in der sie Marion Bartoli mit 6:0, 2:6, 3:6 unterlag. Im Juli gewann Petković in Contrexéville (50.000 $) ihr sechstes ITF-Turnier. Damit stand sie am 30. Juli 2007 erstmals in den Top 100 der WTA-Weltrangliste; bei den US Open war sie also erstmals für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert. Auch dort erreichte sie nach einem Sieg (6:4, 6:1) über die US-Amerikanerin Audra Cohen die zweite Runde, in der sie Lucie Šafářová mit 3:6 und 3:6 unterlag.

Im Dezember 2007 wurde sie erstmals Deutsche Meisterin bei den Aktiven; im Finale in Biberach bezwang sie Julia Görges mit 7:5, 6:7, 6:4.

Am 15. Januar 2008 erlitt sie in der Erstrundenpartie der Australian Open gegen Anna Tschakwetadse nach zwei Minuten Spielzeit einen Kreuzbandriss. Sie musste daraufhin fast acht Monate pausieren. Am 1. September 2008 in Maribor bestritt sie ihr erstes Turnier nach der Verletzung, bis Jahresende konnte sie sich unter anderem durch einen Turniersieg beim ITF-Turnier in Istanbul wieder bis auf Platz 315 der Weltrangliste verbessern.

Anfang des Jahres 2009 konnte Petković dank einem Protected Ranking an den Australian Open teilnehmen. Mit einem Sieg über Kathrin Wörle erreichte sie die zweite Runde, dort unterlag sie Alizé Cornet. Erfolgreicher war sie auf ITF-Turnieren: Am 10. Mai 2009 gewann sie beispielsweise den Titel bei dem mit 100.000 $ dotierten Turnier in Bukarest. Im Halbfinale besiegte sie Jelena Dokić und bis Juni gelangte sie wieder zurück in die Top 100.

Am 26. Juli gewann Petković in Bad Gastein ihren ersten Titel auf der WTA Tour. Auf dem Weg ins Finale, das sie gegen Ioana Raluca Olaru mit 6:2, 6:3 gewann, schlug sie unter anderem Iveta Benešová, Anna-Lena Grönefeld und Jaroslawa Schwedowa. Außerdem erreichte sie zusammen mit Tatjana Malek das Finale der Doppelkonkurrenz. In der Woche darauf stand sie im Halbfinale des WTA Turniers in Istanbul. Dort unterlag sie Lucie Hradecká mit 7:6, 5:7, 5:7.

Am 3. August 2009 war sie die Nr. 52 im WTA-Ranking. Beim WTA-Turnier von Tokio gelangte sie über die Qualifikation bis ins Achtelfinale, in dem sie Agnieszka Radwańska knapp in drei Sätzen unterlag. Im Laufe des Turniers bezwang sie u. a. Swetlana Kusnezowa – ihr erster Sieg über eine aktuelle Top-10-Spielerin. Im Dezember wurde sie in Offenburg zum zweiten Mal nach 2007 Deutsche Meisterin. Sie gewann das Turnier ohne Satzverlust und besiegte u. a. im Halbfinale wieder Julia Görges. mini|Petković beim Aufschlag (2010)

Zweiter WTA-Turniertitel (2010–2011) Bei ihrem ersten Turnier im neuen Jahr erreichte sie in Brisbane nach Siegen über Iveta Benešová (6:7, 6:2, 6:1), Vania King (4:6, 6:2, 6:1) und Daniela Hantuchová (6:4, 6:2) das Halbfinale, in dem sie sich der späteren Turniersiegerin Kim Clijsters mit 4:6, 2:6 geschlagen geben musste. Damit gehörte sie zum ersten Mal zu den Top 50 der Weltrangliste. Bei den Australian Open scheiterte sie in Runde zwei an Carla Suárez Navarro. Im Februar bestritt sie im Fed-Cup-Viertelfinale gegen Tschechien in Brünn erstmals als Nummer 1 des Teams beide Einzel und verlor beide Partien.

In der darauffolgenden Woche gelang ihr in Paris mit Siegen über Katarina Srebotnik und der an Nr. 5 gesetzten Aravane Rezaï der Einzug ins Viertelfinale, in dem sie Jelena Dementjewa 6:3, 4:6, 2:6 unterlag. Bei den French Open erreichte sie durch einen Sieg über Jelena Wesnina die zweite Runde, in der sie gegen Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa, nachdem sie beim Stand von 6:4, 5:4 drei Matchbälle vergeben hatte, mit 6:4, 5:7, 4:6 ausschied. Zwei Wochen später beim Rasenturnier in ’s-Hertogenbosch erreichte sie ihr zweites Finale auf der WTA Tour. Auf dem Weg dorthin schlug sie unter anderem Ana Ivanović. Im Finale musste sie sich Justine Henin mit 6:3, 3:6, 4:6 geschlagen geben. In Wimbledon unterlag sie in Runde eins Anna Tschakwetadse.

Nachdem ihre Vorbereitung auf die US Open wenig erfolgreich verlaufen war, spielte sie dort ihr bis dato bestes Grand-Slam-Turnier. Nach Siegen über die an Nr. 17 gesetzte Nadja Petrowa (6:2, 4:6, 7:6), Bethanie Mattek-Sands (3:6, 6:3, 7:5) und Peng Shuai (kampflos) stand sie im Achtelfinale, in dem sie der späteren Finalistin Wera Swonarjowa unterlag.

Das neue Jahr begann gut für Petković: In Australien kam sie beim Jahresauftaktturnier in Brisbane ins Finale, unterlag dort jedoch Petra Kvitová sehr deutlich. Bei den Australian Open ging sie als Nr. 30 an den Start und erreichte ihr bestes Abschneiden bei einem Grand-Slam-Turnier (unter anderem besiegte sie Marija Scharapowa) mit dem Einzug ins Viertelfinale, in dem sie Li Na 2:6, 4:6 unterlag. In den Hallen von Paris erreichte sie ebenfalls das Viertelfinale (Siege über Angelique Kerber und Kristína Kučová), in dem sie Bethanie Mattek-Sands in drei Sätzen unterlag. In Dubai scheiterte sie in Runde zwei in drei Sätzen an Kaia Kanepi. Beim großen WTA-Event in Indian Wells kam sie nicht über die dritte Runde hinaus (Zweisatzniederlage gegen Marion Bartoli). Beim Turnier in Miami schlug Petković als erste Deutsche seit Steffi Graf bei den French Open 1999 eine Weltranglistenerste. Im Achtelfinale besiegte sie Caroline Wozniacki mit 7:5, 3:6, 6:3 und im Viertelfinale bezwang sie auch die ehemalige Nummer 1, Jelena Janković, mit 2:6, 6:2 und 6:4, bevor sich im Halbfinale Scharapowa beim 6:3, 0:6 und 2:6 als die Stärkere erwies. Damit stieß Petković erstmals in ihrer Karriere unter die 20 Besten der Welt (Rang 19) vor.

Im Fed-Cup-Playoff gegen die USA gewann sie ihre beiden Einzel jeweils in zwei Sätzen (6:3, 6:4 gegen Christina McHale sowie 6:2, 6:3 gegen Melanie Oudin). Deutschland gewann mit 5:0 und stieg damit wieder in die erste Weltgruppe auf. Kurz darauf erreichte sie mit einem erneuten Dreisatzerfolg über Janković beim WTA-Turnier in Stuttgart das Viertelfinale, scheiterte dann aber trotz fulminantem Start an Caroline Wozniacki. Bei den Turnieren in Madrid und Rom schied sie jeweils in der zweiten Runde aus. In Straßburg holte sie eine Woche vor den French Open ihren zweiten Titel auf der WTA Tour. Sie profitierte dabei von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer Finalgegnerin Marion Bartoli.

Bei den French Open zog Petković zum zweiten Mal in Folge in das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. Dort unterlag sie Scharapowa klar mit 0:6 und 3:6. In Wimbledon stieß sie mit Siegen über Stéphanie Foretz Gacon (6:3, 6:4) und Stéphanie Dubois (6:3, 4:6, 6:3) in die dritte Runde vor, in der sie gegen die 20-jährige Xenija Perwak 4:6, 6:7 verlor. Beim WTA-Turnier in San Diego schied sie im Halbfinale gegen Agnieszka Radwańska mit 6:4, 0:6 und 4:6 aus (sie musste sich wegen einer leichten Lebensmittelvergiftung in Satz zwei übergeben). Mit ihren guten Ergebnissen stand sie erstmals – wenn auch zunächst nur für eine Woche – unter den Top Ten der WTA-Weltrangliste. Im Viertelfinale von Toronto verlor sie gegen Radwańska (4:6, 3:6) auch das vierte Match gegen die Polin.

In New York kam sie erstmals ins Viertelfinale der US Open, in dem die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki sie jedoch im Tiebreak des zweiten Satzes mit 7:5 (Endergebnis 6:1, 7:6) niederrang. Beim anschließenden Turnier in Peking zog Petković nach teils engen Partien gegen Šafářová, Suárez Navarro, Bartoli und Pawljutschenkowa sowie einem 6:2, 6:0 über Monica Niculescu ins Finale ein. Die Chance, ihr drittes WTA-Turnier zu gewinnen, konnte sie aber nicht nutzen: Sie unterlag Radwańska auch beim fünften Aufeinandertreffen (5:7, 6:0, 4:6), nachdem sie zwischenzeitlich mit einem furiosen zweiten Satz den Gleichstand hergestellt, dann aber zwei Chancen auf ein Break zum 5:3 im dritten ausgelassen hatte.

Zahlreiche Verletzungen, lange Pausen und zweites Comeback (2012–2013) Nach dem WTA-Turnier in Sydney im Januar wurde bei Petković ein Ermüdungsbruch im Iliosakralgelenk im unteren Bereich des Rückens diagnostiziert, daher musste sie die Australian Open absagen.Stressfraktur im Rücken: Petkovic sagt Melbourne ab. In: n-tv.de

Nach mehr als drei Monaten Verletzungspause trat sie in Stuttgart an. In der Achtelfinalbegegnung gegen die Weltranglistenerste Wiktoryja Asaranka gab sie beim Stande von 2:6, 4:4 verletzungsbedingt auf; sie war umgeknickt und hatte sich einen doppelten Bänderriss zugezogen, der operiert werden musste.WTA: Petkovic erfolgreich operiert. In: tennisnet.com, 4. Januar 2013 Anfang Juni konnte Petković mit der Reha beginnen. Sie strebte eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in London an, musste diese am 18. Juli jedoch aufgrund der Verletzung absagen.

Am 20. August feierte Petković beim Hartplatzturnier in New Haven ihr erneutes Comeback, bei dem sie in der ersten Runde Tímea Babos mit 6:3, 5:7 und 7:5 schlug.

Bei ihrem Debüt beim Hopman Cup am 29. Dezember 2012 kam es zum nächsten Rückschlag. Beim Stande von 6:4 in der Partie gegen Ashleigh Barty musste sie wegen einer erneuten Knieverletzung aufgeben. Bei einer MRT-Untersuchung am nächsten Tag stellte sich heraus, dass der Innenmeniskus gerissen war. Die Australian Open und den Fed Cup im Februar musste sie daraufhin absagen. (abgerufen von sport1.de am 2. Januar 2013)