Sigrid Noack (* 17. November 1947 in Guben) ist eine deutsche Malerin und Graphikerin.
Leben Schon in der Schulzeit wurde das künstlerische Talent Sigrid Noacks erkannt und sie trat mit Lea Grundig in Kontakt. Nach Abschluss der Schule 1964 und der Beendigung einer Buchhändlerlehre in Leipzig 1967 nahm Sigrid Noack an der Hochschule für Bildende Künste Dresden ihr Studium im Fach Wandmalerei auf. Sie studierte bei Herbert Kunze und Gerhard Kettner und schloss das Studium 1972 mit einem Diplom für baugebundene Kunst ab. Seit 1972 ist Sigrid Noack in Guben und Dresden als freischaffende Künstlerin tätig. Zwischen 1977 und 1979 war sie Meisterschülerin der Akademie der Künste zu Berlin, zuerst bei Lea Grundig, später bei Jürgen von Woyski. Sie war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR, hatte in der DDR eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und war an wichtigen zentralen Ausstellungen beteiligt.
Studienreisen Reisen führten Sigrid Noack in die Sowjetunion und dort häufig nach Georgien. Diese Region und ihre Menschen beeindruckten Sigrid Noack und gaben ihrer künstlerischen Tätigkeit wesentliche Impulse, die sich vor allem auf die Farbigkeit des Werkes befreiend auswirkten. Ein weiterer, vielleicht der wichtigste Impuls für die künstlerische Arbeit Sigrid Noacks stellte ein mehrmonatiger Studienaufenthalt in der Demokratischen Volksrepublik Jemen 1983 dar. Unter dem Eindruck des Orients entwickelte Noack eine künstlerische Sprache, die von reicher Ornamentik, starker Farbigkeit und Dekorativität geprägt ist. Nach 1989 folgten Studienaufenthalte in Italien, Israel, Tunesien, Gran Canaria, Mallorca, Spanien, Südfrankreich und Kreta.
Künstlerisches Werk Zu den Arbeitsgebieten Sigrid Noacks gehören neben der baugebundenen Kunst, Tafelbilder, Grafik und Kleinplastik und vor allem Künstlerbücher. Ihre farbintensiven Arbeiten stehen in der Tradition des Abstrakten Expressionismus. Arbeiten Sigrid Noacks befinden sich derzeit (Stand: 2021) in 90 Museen und Sammlungen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, der Slowakei, in den USA und Australien. Das Land Brandenburg präsentiert Arbeiten von Sigrid Noack im German House, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNO in New York. Der 1984 erstellte Fischkopf-Brunnen (Klaus-Hermann-Straße in Guben) wurde 2011 beim Neubau eines Einkaufszentrums abgerissen.Peter Michel: Kulturnation Deutschland? Streitschrift wider die modernen Vandalen. Berlin 2013, S. 11. Insgesamt sind achtzig Prozent ihrer für den öffentlichen Raum Gubens geschaffenen Werke zerstört.
Auszeichnungen 1991: 2. Preisträgerin des Wettbewerbs „Voltaire in Potsdam“ 1911: Teilnahme am Internationalen Symposium „Bildende Kunst und Musik“ in Civitella d’Agliano 1997: Preisträgerin des Wettbewerbs „Blau und Grün“ der Iduna Nova. 1999/2000: Anerkennungs- und Förderstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung 2001: Stipendium der Käthe-Dorsch-Stiftung 2006: Stipendium der Käthe Dorsch und Agnes-Straub-Stiftung
Einzelausstellungen (Auswahl) 1994: Hannover, Niedersächsische Landesbibliothek 1995: Potsdam, Landtag 1998: Berlin, Staatsbibliothek 1999: Dresden, Landesmuseum für Vorgeschichte 1999: Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek 2000: Eutin, Eutiner Landesbibliothek 2001: Potsdam, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur 2003: Dresden, Kunstsammlungen der TU Dresden 2004: Moritzburg, Stiftung Käthe-Kollwitz-Haus Moritzburg 2006: Schwerin, Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern 2007: Cottbus, Vattenfall Europe Mining & Generation 2007: Cottbus, Fürst-Pückler-Museum 2008: Oldenburg, Landesbibliothek 2008: Gießen, Kunsthalle Gießen 2008: Dresden, Institut français Dresden 2009: Berlin, Mori-Ōgai-Gedenkstätte 2010: Jena, Romantikerhaus 2011: Brüssel, Vertretung des Landes Brandenburg bei der Europäischen Union 2012: Marburg, Haus der Romantik 2012: Weimar, Kunsthalle Harry Graf Keßler 2014: Görlitz, Landratsamt 2015: Görlitz, Schloss Königshain 2017: Forst, Kompetenzzentrum 2018: Guben, Sparkasse 2018: Frankfurt (Oder), Europa-Universität Viadrina 2019: Brandenburg an der Havel, Kunsthalle Brennabor 2019: Chemnitz, St. Jacobi 2020: Wünsdorf, Neue Galerie 2023: Chemnitz, Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz 2025: Cottbus, Galerie Rot Dazu zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, Athen, Basel, Grosseto, Medicina, Sofia, Thessaloniki, St. Petersburg, Stockholm u. a.
Literatur Reinhild Tetzlaff: Grusinien-Bilder von Sigrid Noack. In: Bildende Kunst, Berlin, 3/1982, S. 120–122 Noack, Sigrid. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 672
Weblinks
Website von Sigrid Noack
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