Die Konzerte Joseph Haydns sind im Hoboken-Verzeichnis den Abschnitten VII, XIII und XVIII zugeordnet. Einzelne davon waren für befreundete Musiker bestimmt, beispielsweise die Violinkonzerte für den Konzertmeister des Esterházy-Orchesters Luigi Tomasini oder das Trompetenkonzert für Anton Weidinger. Konzerte für Violine Hob. VIIa:1 C-Dur für Violine solo, 2 Violinen, Viola und Bass (vor 1765) Hob. VIIa:2 D-Dur für Violine solo, 2 Violinen, Viola und Bass (2 Oboen, 2 Hörner) (1765, verloren) Hob. VIIa:3 A-Dur für Violine solo, 2 Violinen, Viola, Violone (2 Oboen?) und 2 Hörner (vor 1770) Hob. VIIa:4 G-Dur für Violine solo, 2 Violinen, Viola und Bass (1769) Weitere Konzerte (Hob. VIIa:A1/B1/B2/D1/G1) sind nicht authentisch, stammen nicht von Joseph Haydn.

Konzerte für Violoncello

Hob. VIIb:1 C-Dur (verm. zw. 1761 und 1765) Hob. VIIb:2 D-Dur (1783)

Hob. VIIb:3 C-Dur ist verloren oder (wahrscheinlicher) mit Hob VIIb:1 identisch.

Zwei weitere von Hoboken unter den echten Werken eingeordnete Konzerte stammen nicht von Haydn: Hob. VIIb:4 D-Dur (von Giovanni Battista Costanzi, 1750er) Hob. VIIb:5 C-Dur (veröffentlicht 1899 von David Popper, angeblich als Vervollständigung auf Basis von Skizzen Haydns, vermutlich aber gänzlich von Popper komponiert)

Bereits von Hoboken als unecht wurde das Konzert Hob. VIIb:g1 eingeordnet.

Nachweis: Joseph Haydn. Werke, hrsg. vom Joseph Haydn-Institut Köln. Reihe III, Band 2, Konzerte für Violoncello und Orchester, hrsg. v. Sonja Gerlach, München 1981 (zu den unechten Konzerten s. im Kritischen Bericht S. 128–130)

Konzerte für Baryton Es sind 3 Konzerte für Baryton (italienisch: Viola di bordone) bekannt, aber nicht erhalten. Hob. XIII:1 D-Dur (vor 1770) Hob. XIII:2 D-Dur (vor 1770) (Nr. 2a und 2b, daher werden oft vier Konzerte genannt) Hob. XIII:3 für 2 Barytons D-Dur (vor 1770)

Konzert für Kontrabass Hob. VIIc:1 D-Dur (verloren)

Konzerte für Horn Hob. VIId:1 Hornkonzert D-Dur (1765, verloren) Hob. VIId:2 Konzert für 2 Hörner Es-Dur (vor 1760, verloren) Hob. VIId:3 Hornkonzert D-Dur ("Concerto per il Corno di caccia", 1762) Hob. VIId:4 Hornkonzert D-Dur (unecht, nicht von Haydn; möglicherweise von Michael Haydn, 1767) Hob. VIId:5 Konzert für 2 Hörner Es-Dur (unecht, nicht von Haydn; möglicherweise von Antonio Rosetti, 1784)

Konzert für Trompete Hob. VIIe:1 Es-Dur ("Concerto per il Clarino", 1796)

Konzert für Flöte Hob. VIIf:1 D-Dur (vor 1780?, verloren) Hob. VIIf:D1 D-Dur (um 1760, von Leopold Hofmann).

Konzert für Oboe Hob VIIg:C1 C-Dur (unecht, nicht von Haydn; möglicherweise von Ignaz Malzat, 1790?)

Konzerte für 2 „Lyra organizzata“ für 2 Lyren solo, 2 Violinen, Viola, Bass und 2 Hörner Hob. VIIh: 1 C-Dur (1786) Hob. VIIh: 2 G-Dur (1786) Hob. VIIh: 3 G-Dur (1786) Hob. VIIh: 4 F-Dur (1786) Hob. VIIh: 5 F-Dur (1786) Dies sind eher Kammerkonzerte für 9 Instrumente (2 Lyren, 2 Hörner, 2 Violinen, 2 Violen und Bass).

Konzerte für Tasteninstrumente Die Konzerte Hob. XVIII:1, 2, 5, 8, vermutlich auch 10, sind für Orgel bestimmt (aber meist als Konzerte für Cembalo überliefert), Hob. XVIII:6 ist ein Doppelkonzert mit Violine und Orgel, Hob. XVIII:7 ein nicht von Haydn stammendes Arrangement des Klaviertrios Hob. XV:40 (mit einem abweichenden, nicht von Haydn stammenden, langsamen Satz). Hob. XVIII:9 stammt entgegen Hobokens Einordnung (wie die bereits von Hoboken als unecht eingestuften Konzerte Hob. XVIII:Es1/F1/F2/F3/G1/G2) nicht von Haydn. Die Konzerte Hob. XVIII:3 und 4 sind für Cembalo bestimmt. Einzig bei dem späten Konzert XVIII:11 ist zu erwägen, ob es bereits für Hammerklavier gedacht war. Hob. XVIII:1 Orgelkonzert C-Dur (1756) 1. Allegro moderato 2. Largo 3. Allegro molto Hob. XVIII:2 Orgelkonzert D-Dur (1765–1767) 1. Allegro moderato 2. Adagio 3. Allegro Hob. XVIII:3 Klavierkonzert (Cembalo) F-Dur (1765–1767) 1. Allegretto 2. Largo 3. Presto Hob. XVIII:4 Klavierkonzert (Cembalo) G-Dur (1770) 1. Allegro moderato 2. Adagio 3. Rondo (Presto) Hob. XVIII:5 Orgelkonzert C-Dur (vor 1763; unsichere Authentizität, möglicherweise Georg Christoph Wagenseil zuzuschreiben) 1. Moderato (bzw. Allegro moderato) 2. Andante 3. Allegro Hob. XVIII:6 Doppelkonzert für Violine und Orgel F-Dur (1766) 1. Allegro moderato 2. Largo 3. Allegro Hob. XVIII:7 Klavierkonzert (Cembalo) F-Dur (1766; unsichere Authentizität, möglicherweise Georg Christoph Wagenseil zuzuschreiben, Bearbeitung des Klaviertrios Hob.XV:40 mit einem anderen langsamen Satz) 1. Moderato 2. Adagio 3. Allegro Hob. XVIII:8 Orgelkonzert G-Dur (vor 1766; unsichere Authentizität, möglicherweise Leopold Hofmann zuzuschreiben) 1. Allegro moderato 2. Adagio 3. Finale (Allegro) Hob. XVIII:9 Klavierkonzert (Cembalo) G-Dur (vor 1767; unsichere Authentizität) 1. Allegro 2. Adagio 3. Tempo di menuetto Hob. XVIII:10 Orgelkonzert C-Dur (vor 1771) 1. (ohne Tempobezeichnung) 2. Adagio 3. Allegro Hob. XVIII:11 Klavierkonzert (Hammerklavier?) D-Dur (1782) 1. Vivace 2. Un poco adagio 3. Rondo all'Ungarese (Allegro assai)

Quellen Georg Feder, Wieviele Orgelkonzerte hat Haydn geschrieben? In: Die Musikforschung, 23/4 (1970), S. 440–444 (Online) Joseph Haydn. Werke, hrsg. vom Joseph Haydn-Institut Köln. Reihe XV, Band 2: Konzerte für Klavier (Cembalo) und Orchester. Hrsg. v. Horst Walter und Bettina Wackernagel, München 1983 Joseph Haydn. Werke, hrsg. vom Joseph Haydn-Institut Köln. Reihe XV, Band 1: Konzerte für Orgel (Cembalo) und Orchester. Hrsg. v. Armin Raab und Horst Walter in Verbindung mit Sonja Gerlach, München 2020

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