mini|hochkant=1.6|Übersichtsplan des Friedhofs Dahlem (grün) und des benachbarten St.-Annen-Kirchhofs Der landeseigene Friedhof Dahlem, häufig in Unterscheidung zum Waldfriedhof Dahlem als Friedhof Dahlem-Dorf bezeichnet, liegt im Berliner Ortsteil Dahlem und besteht seit 1908. Er ist 1,1 Hektar groß.Liste Berliner Friedhöfe (PDF; 84 kB) der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Der Friedhof ist ein eingetragenes Gartendenkmal des Landes Berlin.
Geschichte miniatur|Trauerhalle der Brüder Hennings Nachdem 1901 mit der Aufteilung und Besiedlung der Domäne Dahlem begonnen worden war, reichte die Kapazität des St.-Annen-Kirchhofs bald nicht mehr aus. Deshalb wurde 1908 bis 1909 in direkter Nachbarschaft des St.-Annen-Kirchhofs, diesen L-förmig umschließend, der städtische Friedhof Dahlem angelegt. Er liegt etwas tiefer als der Kirchhof und ist mit diesem durch zwei Treppen verbunden.Jörg Haspel, Klaus von Krosigk, Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Gartendenkmal in Berlin: Friedhöfe. Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin Nr. 27. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008, ISBN 978-3-86568-293-2, S. 270–273.
Die Brüder Friedrich und Wilhelm Hennings entwarfen 1908 das Tor zum Friedhof sowie die Trauerhalle, ein mit Brettern verkleideter Holzfachwerkbau mit einem Walmdach, passend zu den Landhäusern der Dahlemer Umgebung. Hinter einer kleinen offenen Vorhalle befindet sich ein achteckiger Zentralraum unter Korbbogen.Berlin und seine Bauten: Bestattungswesen. Teil X Band A Anlagen und Bauten für die Versorgung, Nr. 3. Hrsg.: Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin. Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1981, ISBN 3-433-00890-6, S. 118.
1928/29 erfolgten Umgestaltungen des Friedhofs durch Paul Kühnel und Max Dietrich.
Beigesetzte Persönlichkeiten mini|hochkant|Ehrengrab von Emil Bohnke und seiner Frau Lilli Bohnke mini|hochkant|Ehrengrab von Siegfried Borris mini|hochkant|Ehrengrab Richard Draemert mini|hochkant|Ehrengrab Adolf Martens mini|hochkant|Ehrengrab August Gaul mini|hochkant|Ehrengrab Bernhard Heiliger mini|hochkant|Ehrengrab Róbert Gragger mini|hochkant|Ehrengrab Waldemar Grzimek
(* = Ehrengrab des Landes Berlin;Ehrengrabstätten des Landes Berlin (Stand: August 2021) ° = ehemaliges Ehrengrab des Landes BerlinHans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, Berlin 2005.)
Otto Appel* (1867–1952), Phytomediziner Maria Axt (1925–1987), Schauspielerin Ernst Otto Beckmann (1853–1923), Chemiker Andreas Bengsch (1953–2017), Journalist Erwin Biegel (1896–1954), Schauspieler Paul Bildt (1885–1957), Schauspieler (eine kleine Skulptur von Gerhard Marcks wurde gestohlen) Emil Bohnke° (1888–1928), Bratschist und Komponist Lilli Bohnke° (1897–1928), Violinistin Siegfried Borris° (1906–1987), Komponist und Musikwissenschaftler Margherita von Brentano (1922–1995), Philosophin Johannes Burckhardt (1853–1914), Pfarrer Wolfgang Burde (1930–2013), Musikwissenschaftler und Hochschullehrer Richard Burmeister (1860–1944), Pianist und Musikpädagoge Horst Caspar* (1913–1952), Schauspieler Klaus Croissant (1931–2002), Rechtsanwalt und Politiker (Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz, Partei des Demokratischen Sozialismus) Hermann Diels° (1848–1922), Altphilologe, Religionswissenschaftler, Mitglied der Berliner Mittwochs-Gesellschaft Walter Döhner (1919–2003), Arzt und Psychiater Gedenkstein für Käthe Dorsch (1890–1957), Schauspielerin. Sie wurde in Bad Saarow-Pieskow beigesetzt. Heinz Drache (1923–2002), Schauspieler Richard Draemert* (1880–1957), Politiker, Stadtältester Heinz Dürr (1933–2023), Unternehmer und Manager Else Ehser (1894–1968), Schauspielerin Egon Endres* (1902–1983), Politiker, Stadtältester Ossip K. Flechtheim (1909–1998), Politikwissenschaftler Wilhelm Fließ° (1858–1928), Biologe und Arzt August Gaul* (1869–1921), Bildhauer Felix Genzmer* (1856–1929), Architekt und Stadtplaner Peter Götz (1935–2024), Zoologe und Hochschullehrer Róbert Gragger° (1887–1926), Gründer des Ungarischen Instituts der Friedrich-Wilhelms-Universität Walter Gross* (1904–1989), Schauspieler und Kabarettist (Die Insulaner) Waldemar Grzimek° (1918–1984), Bildhauer Konrad Haemmerling (1888–1957), Schriftsteller, Pseudonym u. a. Curt Moreck Clemens Hasse (1908–1959), Schauspieler (Berliner Ballade) Gunnar Hasselblatt (1928–1997), Theologe und Hochschullehrer Rudolf Havenstein (1857–1923), Jurist und Reichsbankpräsident Bernhard Heiliger* (1915–1995), Bildhauer Fritz Heinemann* (1864–1932), Bildhauer Hans Herzfeld (1892–1982), Historiker Werner Hinz (1903–1985), Schauspieler Hugo Hirsch (1884–1961), Komponist Jacobus Henricus van't Hoff* (1852–1911), niederländischer Physikochemiker und Nobelpreisträger Wolf Hoffmann (1898–1979), Maler und Hochschullehrer Lucie Höflich* (1883–1956), Schauspielerin Ferdinand Hucho (1939–2023), Biochemiker und Hochschullehrer Ludwig Knaus (1829–1910), Genremaler Feodor Korsch (1856–1914), Sanitätsoffizier Johannes Kriege (1859–1937), Jurist, Diplomat und Politiker (DVP) Albert von Le Coq (1860–1930), Archäologe (Turfanexpedition), Leiter des Völkerkundemuseums (Indische Abteilung) Lilli Lehmann* (1848–1929), Opernsängerin Ludwig Leichner (1836–1912), Fabrikant und Opernsänger Tiana Lemnitz (1897–1994), Opernsängerin Ernst Lindemann (1894–1941), Offizier der Kriegsmarine, Kommandant des Schlachtschiffs Bismarck Gerd Löffler (1927–2004), Politiker (SPD) Georg Manecke (1916–1990), Chemiker Adolf Martens° (1850–1914), Werkstoffkundler, Gründer des Königlichen Materialprüfungsamts Friedrich Meinecke* (1862–1954), Historiker, Mitbegründer der Freien Universität Berlin Klaus Möbius (1936–2024), Physiker Joachim Nottke (1928–1998), Autor, Schauspieler und Synchronsprecher Walter Pabst (1907–1992), Romanist und Literaturwissenschaftler Georg Pfeffer (1943–2020), Ethnologe Carl Raddatz* (1912–2004), Schauspieler Hans-Peter Reinecke (1926–2003), Musikwissenschaftler Rotraut Richter* (1915–1947), Schauspielerin (Das Veilchen vom Potsdamer Platz) Heinrich Riese° (1864–1928), Chirurg Anneliese Römer (1922–2003), Schauspielerin Nikolaus Sander (1943–2021), Politiker (SPD) Hagen Schulze (1943–2014), Historiker an der FU Berlin Jochen Severin (1927–1995), Filmproduzent, Kaufmann und Verleger Karl Schmeißer (1855–1924), Geologe und Erster Direktor der Preußischen Geologischen Landesanstalt Dieter Schnebel (1930–2018), Komponist, Musikwissenschaftler und Theologe Ferdinand Schrey° (1850–1938), Mitbegründer der Stenografie (Stolze-Schrey) Ludwig Gabriel Schrieber* (1907–1975), Bildhauer und Maler Rainer Schröder (1947–2016), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Hermann Schumacher° (1868–1952), Wirtschaftswissenschaftler Hagen Schulze (1943–2014), Historiker Franz Seeck (1874–1944), Architekt Wolf Jobst Siedler (1926–2013), Verleger und Schriftsteller Friedrich Carl Siemens (1877–1952), Unternehmer Dietrich Spangenberg (1922–1990), Politiker (SPD) Ernst Stahl-Nachbaur (1886–1960), Schauspieler Annemarie Steinsieck (1889–1977), Schauspielerin Hans Joachim Stenzel (1923–1999), Zeichner und Karikaturist. Werner Stock (1903–1972), Schauspieler Dieter Stolte (1934–2023), deutscher Journalist und Intendant des ZDF (1982–2002) Max Unger (1854–1918), Bildhauer (mit selbstgeschaffenem musizierenden Engel) Heinrich Vockel* (1892–1968), Politiker (Deutsche Zentrumspartei, CDU) und erster Berlin-Beauftragter der Bundesrepublik Deutschland Elsa Wagner° (1881–1975), Schauspielerin Otto Warburg* (1883–1970), Biochemiker, Nobelpreis für Medizin 1931 Aribert Wäscher (1895–1961), Schauspieler (Es war eine rauschende Ballnacht, 1939) Antje Weisgerber (1922–2004), Schauspielerin Walter Werner (1883–1956), Schauspieler (Ehe im Schatten, DEFA 1947) Hugo Werner-Kahle (1882–1961), Schauspieler und Regisseur Wilhelm Wertheim (1859–1934), Kaufhausbesitzer (Wertheim-Konzern) Uwe Wesel (1933–2023), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Hilde Weström (1912–2013), Architektin Felix Weyreuther (1928–1997), Richter am Bundesverwaltungsgericht Hans Zehrer (1899–1966), Publizist (Die Tat) Axel Zerdick (1941–2003), Ökonom und Hochschullehrer
Weitere Gräber Auf einer größeren Fläche innerhalb des Friedhofs befinden sich Gräber für Opfer vergangener Kriege, darunter zwei liegende Grabsteine mit der Aufschrift „Unbekannter Soldat“ und dem Datum 1945.Internetseite des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (Arbeit des Volksbundes und Beschreibung der Kriegsgräberstätte innerhalb des Dahlemer Gemeindefriedhofs)
Literatur Hans-Jürgen Mende, Debora Paffen: Friedhof Dahlem und St.-Annen-Kirchhof – Ein Friedhofsführer. Christian Simon Verlag Edition Luisenstadt, Berlin 2007, ISBN 978-3-936242-11-9.
Weblinks
Friedhof Dahlem - Dorf auf den Seiten des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf auf Berlin.de.
Einzelnachweise
Kategorie:Berlin-Dahlem Kategorie:Gartendenkmal in Berlin Dahlem Kategorie:Königin-Luise-Straße Kategorie:Erbaut 1908