Berg Heil! ist die traditionelle Grußformel von Bergsteigern – vorrangig in den deutschsprachigen Ostalpen und in der sächsischen Schweiz, die insbesondere dann angewandt wird, wenn Bergsteiger einen Gipfel erklommen haben. Oftmals ist er auch ein Synonym für den sogenannten Gipfelgruß.
Als Antwort erwidert man im Normalfall ebenfalls mit „Berg Heil!“.
Geschichte Am 8. August 1881 sollen sich auf dem Olperer in den Zillertaler Alpen erstmals die Bergsteiger August Böhm von Böhmersheim (1858–1930), Ludwig Purtscheller (1849–1900), Otto Zsigmondy (1860–1917) und Emil Zsigmondy (1861–1885) nach einem Gipfelsieg „Berg Heil!“ gewünscht haben. Die Anregung hierzu kam vom Wiener Geographen und Alpinisten August Böhm von Böhmersheim.
Wie ein Zeitungsbericht aus dem Jahr 1893, in dem davon berichtet wird, dass beim gerade eröffneten Erzherzog-Otto-Schutzhaus auf der Rax über „dessen reisiggeziertem Eingange der Touristengruß „Berg-Heil“ dem Besucher entgegenwinkt“,, abgerufen am 14. Dezember 2020 zeigt, war der Gruß bereits zu dieser Zeit im alpinen Raum weit verbreitet. In der Sächsischen Schweiz ist der Gruß "Berg Heil" seit etwa den 1920er-Jahren nachweisbar (in einem Gipfelbuch eines Gipfels in der Sächsischen Schweiz), während seine Ursprünge bis ins Jahr 1881 zurückreichen.SZ vom 12. März 2003.
Im Gegensatz zum Gruß „Gut Heil!“ bei den Turnern, der dem Turner Gesundheit und Wohlergehen wünscht, dem Gruß „Weidmannsheil!“, der dem Jagdgefährten gilt, wird bei „Berg Heil!“ eigentlich der Berg begrüßt, der dem Besteiger Gesundheit, Wohlergehen, Freude und Glück beschert.
Verbreitung Die Formel „Berg Heil!“ ist vorrangig in den deutschsprachigen Ostalpen und in der sächsischen Schweiz verbreitet. So ist diese Grußformel in der Schweiz kaum bekannt. In den italienischen Alpen gratuliert man sich zumeist mit „“ (wörtl. Glückwünsche!). Der Gruß „Berg Heil!“ kommt gelegentlich jedoch auch bei Sektionsveranstaltungen der Alpenvereine vor: Berg – Heil! Die Naturfreunde wiederum gratulieren sich auf den Berggipfeln mit „Berg frei!“., abgerufen am 14. Dezember 2020Berg frei! – Warum der NaturFreunde-Gruß zeitgemäßer denn je ist, abgerufen am 14. Dezember 2020 „Berg frei!“ wurde von der im Jahr 1900 gegründeten Ortsgruppe Graz der Naturfreunde – offizielle Gründung des Hauptvereins war im Jahr 1895 – zum Gruß ihrer Mitglieder erkoren und wurde bald darauf zum offiziellen Gruß der von Sozialisten und der Arbeiterbewegung gegründeten Naturfreunde.Wie der Gruß zum Berg kam, abgerufen am 14. Dezember 2020 Das Signet der Naturfreunde, der Handschlag mit drei Alpenrosen, steht dabei für die Solidarität der Arbeiterbewegung. Heutzutage ist der Gruß „Berg frei!“ jedoch bereits weniger verbreitet.
Seitens der Alpenvereine kam es in den nachfolgenden Jahrzehnten immer wieder zu Veröffentlichungen, die auch den Ausdruck „Berg Heil!“ in ihrem Titel trugen. Darunter das 2011 erschienenen Buch Berg Heil! – Alpenverein und Bergsteigen von 1918 bis 1945 und die gleichnamige Ausstellung desselben Jahres.Berg Heil! – Alpenverein und Bergsteigen 1918–1945, abgerufen am 14. Dezember 2020Berg Heil! AV und Bergsteigen von 1918 bis 1945, abgerufen am 14. Dezember 2020
Da der Deutsche und Österreichische Alpenverein bis zum „Anschluss“ Österreichs im Jahre 1938 die einzige bedeutende Organisation war, die symbolisch für die großdeutsche Staatsidee stand, und viele seiner Mitglieder eine antisemitische Grundhaltung und somit eine Nähe zur nationalsozialistischen Ideologie und dem Bekenntnis zum Zusammenschluss Deutschlands und Österreichs besaßen, steht der Ausdruck „Berg Heil!“ heute oftmals in der Kritik."Berg Heil" – Grüße vom braunen Basislager, abgerufen am 14. Dezember 2020Berg Heil!, abgerufen am 14. Dezember 2020 Der Ausdruck wird dabei schon seit Jahrzehnten kontrovers betrachtet."Wer 'Berg Heil!' sagen möchte, soll es tun", abgerufen am 14. Dezember 2020
Einzelnachweise
Siehe auch
Kategorie:Grußformel Kategorie:Alpinismus