Untermainebene bezeichnet eine Landschaft, die naturräumlich ein Teil des Rhein-Main-Tieflandes ist, im System des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands ist sie die Haupteinheit 232. Sie erstreckt sich entlang des Mains und südlich des Flusses von Aschaffenburg im Osten bis in die Innenstadt von Mainz im Westen. Im Osten grenzt sie an den Spessart, im Nordosten an dessen flache Ausläufer, im Nordwesten an die des Taunus, im Westen ans Rheinhessische Hügelland und im Süden an Odenwald-Ausläufer und diesen selbst.
Geographie Lage Die Untermainebene umfasst den zentralen Teil des Rhein-Main-Tieflandes entlang dem Nordbogen des unteren Mains sowie die großen Flachland-Anteile innerhalb des Bogens. Die Höhe schwankt meist zwischen 90 und , nur auf wenigen Erhebungen steigt sie über und nur in wenigen Senken fällt sie unter diese Spanne.
Sie beginnt als zunächst noch schmaler und nordwärts laufender Streifen bei Wörth im bayerischen Unterfranken und weitet sich noch vor dem ebenfalls unterfränkischen Aschaffenburg, von dem der rechtsmainische Innenstadtbereich gerade noch dazurechnet, links des Mains entlang dem unteren Tal der Gersprenz in Hessen stark aus bis etwa nach Dieburg. Von Aschaffenburg bis etwa Hanau, wo der Mainbogen im Hessischen fast seinen Gipfel erreicht hat, entfernt sich die rechte Grenze des Naturraumes ebenfalls weiter vom Flusslauf, während sich die linke bis etwa Heusenstamm wieder etwas dem Fluss nähert. Im zweiten Teil des Bogens verläuft die rechte Grenze ab Main überall recht nahe an der Flussachse, während sich die linksmainischen Anteile über die Grenze des Main-Einzugsgebietes hinaus nach Süden ausdehnen bis zu den nördlichen Stadtteilen von Darmstadt. Zwischen Nackenheim und der Mainmündung bei Mainz liegen in einem schmalen linksrheinischen Streifen die westlichsten Anteile des Naturraums in Rheinland-Pfalz.
Reihum im Gegenuhrzeigersinn grenzen die folgenden Nachbar-Naturräume an: Am Ostrand liegt vom obersten Zipfel der Untermainebene an der Spessart, vor den sich noch vor Kahl am Main das Büdingen-Meerholzer Hügelland schiebt, das nördlich von Hanau von der im Norden liegenden Wetterau abgelöst wird, dem sich ab Frankfurt das Main-Taunusvorland nun bis an die Mainmündung anschließt; die letzten drei Naturräume zählen ebenfalls zum Rhein-Main-Tiefland.
Hinter der nur schmalen Westgrenze unter anderem durch die Mainzer Innenstadt erhebt sich jenseits des Rheins das Rheinhessische Tafel- und Hügelland.
Entlang der Südgrenze vom Rhein bis Darmstadt liegt die Hessische Rheinebene. Zwischen Darmstadt und Dieburg springt das Messeler Hügelland nordwärts in den Bogen der Untermainebene vor, während ab Dieburg fast bis an den oberen Maintalzipfel im Süden das Reinheimer Hügelland angrenzt; die beiden letzten Naturräume sind wiederum Teile des Rhein-Main-Tieflandes. Linksseits dieses kurzen Maintalzipfel erhebt sich der Odenwald.
Naturräumliche Gliederung Die Untermainebene gliedert sich auf erster Ebene in die Rhein-Main-Niederung um die Mainmündung, die Westliche Untermainebene und die Östliche Untermainebene, die etwa bei Frankfurt und Offenbach aneinander grenzen. Im Detail: (zu D53 – Oberrheinisches Tiefland) (zu 23 – Rhein-Main-Tiefland) 232 Untermainebene 232.0 Rhein-Main-Niederung 232.00 Bodenheimer Aue 232.01 Mainmündungsaue 232.02 Gustavsburger Terrasse 232.020 Ginsheimer Sand 232.021 Rüsselsheimer Sand 232.03 Hochheimer Mainaue 232.1 Westliche Untermainebene 232.10 Westliche Untermainniederung 232.100 Flörsheim-Griesheimer Mainniederung 232.101 Frankfurt-Sachsenhäuser Maindurchbruch 232.11 Sachsenhausen-Offenbacher Rücken 232.12 Kelsterbacher Terrasse 232.120 Mönchwald und Dreieich 232.121 Mönchbruch 232.13 Hegbach-Apfelbach-Grund 232.2 Östliche Untermainebene (Hanau-Seligenstädter Senke) 232.20 Östliche Untermainniederung 232.200 Fechenheim-Steinheimer Mainniederung 232.201 Auheim-Kleinostheimer Mainniederung 232.202 Stockstadt-Elsenfelder-Mainniederung 232.21 Wilhelmsbad-Wolfganger Flugsandgebiet 232.22 Rodgau 232.220 Steinheimer Terrasse 232.221 Rodauniederung 232.222 Heusenstammer Sand 232.223 Dudenhofener Dünen- und Flugsandgebiet 232.23 Dieburger Bucht 232.230 Gersprenzniederung 232.231 Lettbusch 232.232 Schaafheimer Rinne
Etwa 168,96 km² der Untermainebene liegt in Bayern. miniatur|hochkant=3|Panorama der Untermainebene von den letzten Ausläufern des Odenwaldes auf Klein-Umstädter Gemarkung mit Blick über Kleestadt in die östliche Dieburger Bucht (Gersprenzniederung) bis Frankfurt und Hanau, begrenzt am Horizont vom Taunus miniatur|hochkant=3|Panorama der Untermainebene nach Westen in die Dieburger Bucht und das Messeler Hügelland
Bodennatur und Nutzung Ökologisch-ökonomisch geprägt ist die Untermainebene einerseits durch Forstwirtschaft, andererseits durch Obst- und Ackerbau. Ihre meist sandigen Böden sind arm an Löss und enthalten vergleichsweise wenige Nährstoffe. Ein großer Anteil ist mit Siedlungsflächen des Ballungsraumes Rhein-Main-Gebiet überbaut.
Einzelnachweise
Für die den größten Teil des Naturraums ausmachenden hessischen Anteile, siehe auch den Umweltatlas Hessen: Karte und Beschreibung
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