Das Bild ist ein Roman des US-amerikanischen Autors Stephen King aus dem Jahr 1995.
Handlung Im Roman Das Bild – Rose Madder vom amerikanischen Bestseller-Autor Stephen King steht eine misshandelte Frau namens Rose McClendon im Mittelpunkt, die seit ihrem achtzehnten Lebensjahr mit einem gewalttätigen Polizisten namens Norman Daniels verheiratet ist. Schon in ihrer Hochzeitsnacht sieht sie sein wahres Gesicht, denn er beißt ihr so fest in die Schulter, dass sie blutet. Norman „redet mit ihr immer aus der Nähe“, das bedeutet, dass er ihr Schmerzen zufügt und sie misshandelt. Er sucht und findet immer einen Grund, seine Wut an ihr auszulassen, so z. B., wenn in seinem Hemd eine Falte ist oder sie vergessen hat, das Bett zu beziehen. Nach einer solchen Prügelattacke erleidet Rose eine Fehlgeburt, was ihr Mann nur lakonisch kommentiert, sie könne ja wieder schwanger werden. Fast noch schlimmer ist eine grausame Misshandlung, die er ihr mit einem Tennisschläger antut. Er versteht es als Polizist sehr gut, ihre Verletzungen als Folge von Unfällen auszugeben, und weiß, dass er vor Strafverfolgung sicher ist, da kein Kollege gegen ihn ermitteln würde, und Rose hat ohnehin nicht den Mut, den Ärzten die Wahrheit zu sagen.
Nach 14 Jahren Ehehölle und nachdem sie beim Überziehen der Betten einen kleinen roten Blutstropfen auf dem Kopfkissen entdeckt, findet Rose spontan die Kraft und den Mut, von ihrem gewalttätigen Ehemann zu fliehen. Als er im Dienst ist, entwendet sie ihm seine Kreditkarte und begibt sich völlig verängstigt zum Busbahnhof. Nachdem sie eine Fahrkarte zu einer über 1300 Meilen entfernten Stadt erwirbt, wirft sie die Karte sicherheitshalber in den nächsten Papierkorb, damit sie nicht in Versuchung gerät und am Ankunftsort nicht durch unbedachtes Abheben von Geld lokalisiert werden kann. Am Ankunftsort entdeckt sie einen Infostand mit einem Schild, auf dem „Hilfe für Reisende“ steht. Dem dortigen Bediensteten, einem Mann namens Peter Slowik, erzählt sie ihre Lebensgeschichte, worauf dieser ihr ein Kärtchen mit der Adresse eines Frauenhauses gibt, das sich „Daughters & Sisters“ nennt. Sie findet dort Unterschlupf und lernt langsam wieder Selbstvertrauen zu entwickeln und ihre Freiheit zu genießen. Nach ein paar Wochen findet sie sogar einen Job in einem Hotel, sodass sie für sich selbst sorgen kann.
Eines Tages betritt sie ein Pfandhaus, in dem sie ihren Ehering gegen ein Bild für die Ausstattung eines eigenen Zimmers eintauschen möchte. Dort erlebt sie dann ihre erste Enttäuschung, als ihr der Inhaber, Bill Steiner, mitteilt, dass der Stein in dem Ring nicht echt ist. Als sie sich umsieht, entdeckt sie dort zufällig ein Bild, das sie sofort anspricht und mit dem Namen Rose Madder signiert ist. Es handelt sich um ein Landschaftsgemälde, auf dem die Rückseite einer Frau in einem roten Kleid zu sehen ist. Rose fragt sich instinktiv, ob es ein Zufall sei, dass die Malerin denselben Vornamen wie sie trägt, und irgendwas sagt ihr, dass die Frau auf dem Bild Rose Madder selbst ist. Obwohl der Ring nicht sehr wertvoll ist, kann sie ihn bei Bill Steiner, der sich in sie verliebt, gegen das Bild eintauschen. Überglücklich verlässt sie das Pfandhaus, und als sie wieder auf der Straße ist, wird sie unvermittelt von einem Mann namens Rob Lefferts angesprochen, der ihr ein kleines Buch in die Hand drückt und sie bittet, einige Passagen daraus vorzulesen. Er ist derartig verzückt von ihrem Vorlesetalent, dass er ihr spontan einen Job bei einem Verlag anbietet.
Ihr Mann Norman ist derweil befördert worden, da durch seine Mithilfe ein Drogenring gesprengt wurde. Keiner seiner Kollegen ahnt, dass er nicht nur ein brutaler Ehemann, sondern auch ein Mörder ist, da er erst kurz zuvor eine Prostituierte erdrosselte, weil sie ihm für einen kurzen Moment wie seine Frau Rose erschien. Als mit seiner Karte Geld abgehoben wurde, hat er eine heiße Spur, die ihn direkt zu einem Obdachlosen führt. Norman, der so viel Kraft in den Händen hat, dass er mit seinen Fingern sogar einen Tennisball aufbrechen kann, findet bald die Identität des jungen Mannes heraus, der die Karte benutzte, und nachdem er ihm auf einer Parkbank den Hoden quetscht, gibt dieser zu, sie in einem Müllbehälter am Bahnhof gefunden zu haben. Jetzt hat er die ersehnte Spur, auf der er aufbauen kann. Er fährt zum Bahnhof und dort erhält er vom Ticketverkäufer Oliver Robbins die Information, wohin der Bus mit seiner Frau fuhr. Sofort macht er sich auf den Weg dorthin. Als er am Zielort eintrifft, entdeckt er den Hilfeschalter und er nimmt folgerichtig an, dass sich Rose an den dortigen Mitarbeiter gewandt hatte. Er erfährt Slowiks Namen und Adresse und beschließt erst einmal, ein Hotelzimmer zu nehmen. Am nächsten Tag sucht er Peter Slowik auf, den er in seinen eigenen Keller zerrt und so lange foltert, bis er alle Informationen bezüglich des Aufenthaltsortes seiner Frau erhält. Peter Slowik überlebt die Folter nicht und Norman wird klar, dass er während seiner Raserei derart viele forensische Spuren hinterließ, dass die örtliche Polizei bald auf ihn als Täter kommen wird. Doch das ist ihm inzwischen egal. Als er einen Friseur aufsucht und dieser ihm nicht zügig genug die Haare schneidet, wird er spürbar wütend und spielt mit dem Gedanken, ihn ebenfalls zu töten. Nachdem er jedoch sieht, dass dieser gute Arbeit geleistet hatte, entschuldigt er sich in einem überraschenden Anfall letzter Menschlichkeit bei dem Mann und gibt ihm ein großzügiges Trinkgeld.
Rose kehrt derweil in das Frauenhaus zurück, wo die dort beschäftigte Nahkampftrainerin Gertrude Kinshaw einer neu hinzugekommenen Frau gerade Techniken zur Selbstverteidigung beibringt. Rose berichtet begeistert von den neuen Entwicklungen und zeigt das Bild, welches sie für ihren Ring erhielt. Anna Stevenson, mit der sie sich angefreundet hatte, hat noch eine gute Nachricht für sie. Sie fand ein Zimmer für Rose, das sie gleich am nächsten Tag beziehen kann. Nachdem sie es mit ihren wenigen Mitteln ausgestattet hat, weiß sie immer noch nicht, wohin sie das Bild hängen soll. Als sie darauf zugeht, entdeckt sie irritiert, dass sich das Bild augenscheinlich verändert hatte. Die Landschaft darauf erscheint ihr plötzlich viel größer und lebensechter als zuvor. Dann wird sie durch ein Klopfen an der Tür aus ihren Gedanken gerissen. Bill Steiner, der Inhaber des Pfandhauses, steht mit einem großen Blumenstrauß vor der Tür und bleibt erschrocken stehen. Rose hält eine große und schwere Konservendose in der Hand, für den Fall, dass ihr Mann vor der Tür stehen könnte. Rose erzählt ihm außer dem Namen nichts über ihren Mann, aber Bill ahnt sofort, dass sie auf der Flucht vor ihm ist. Rose lässt sich von Bill zum Essen ausführen und verliebt sich dabei in ihn. Er überredet sie zu einem Picknick am folgenden Samstag, dem sie sofort zustimmt. Dann erinnert sie sich aber, dass an jenem Samstag das alljährliche Picknick von Daughters & Sisters stattfindet, bei dem sie helfen soll. Bill bietet ihr an, sie dorthin zu begleiten, worauf sie sofort zustimmt. Als er sie wieder nach Hause bringt, glaubt Rose, dass sich das Bild erneut verändert hätte, und langsam beginnt sie an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie legt sich ins Bett und glaubt plötzlich das Zirpen von Grillen, begleitet von einem Donnergrollen zu hören. Außerdem riecht es nach frisch gemähtem Gras. Dann fallen ihr die Augen zu.
Am nächsten Tag besucht Rose ein Café, nachdem ihre Vorlesung ein voller Erfolg war und ihr vom Verlag ein hoch dotierter Vertrag angeboten wurde. Glücklich darüber hat sie keine Ahnung, wie knapp sie ihrem Mann dabei entging. Dieser sah sie, als er an dem Café vorüberging, aber da sie stark an Gewicht verloren und ihre Haare gefärbt hatte, erkannte er sie nicht und ging an ihr vorbei. Als sie kurz darauf zuhause ankommt, findet sie eine lebende Grille und kurz darauf zwei weitere bereits tote Grillen, von denen sie sich nicht erklären kann, wie diese in ihr Zimmer gelangen konnten. Sie liegen direkt unter dem Bild, und als Rose es abnimmt, entdeckt sie einen Spalt auf der Rückseite, den sie mit einem Messer erweitert. Weitere Grillen sowie Ameisen und Gras fallen aus dem Spalt und sogar Dung von einem äsenden Pferd. Bevor sie sich fangen kann, läutet das Telefon und Anna Stevenson teilt ihr mit, dass jemand Peter Slowik brutal ermordet hat. Sie ahnt sofort, wer nur dahinterstecken kann, und ruft Bill Steiner an. Sie rät ihm, sich von ihr fernzuhalten, da sie ihm aber nichts von Norman erzählt, versteht er es nicht. Als sie eine Vorlesung früher beendet, wartet vor dem Studio bereits Bill auf sie und Rose entscheidet sich dazu, ihn einzuweihen. Als er aber weiter zu ihr steht und sein Angebot erneuert, sie zu dem Picknick zu begleiten, ist sie überglücklich.
Am Abend unterhält sie sich mit ihrer Nachbarin Anna Stevenson, deren Mann kürzlich ermordet wurde. Aufgewühlt durch das Gespräch, kann sie lange nicht einschlafen. Als sie es dennoch schafft, erwacht sie bereits kurze Zeit später wieder und sieht erstaunt, wie sich ihr Bild, das an der Wand lehnt, nun über deren gesamte Breite ausgeweitet hat. Ein Wind bläst ihr von dort entgegen und wie in Trance geht sie auf das Bild zu und betritt es schließlich. Als sie sich umsieht, erwartet sie ihr Zimmer zu sehen, stattdessen sieht sie mitten in der Landschaft, in der sie sich nun befindet, lediglich eine Staffelei mit einem Bild darauf, auf dem ihr Zimmer zu sehen ist, und sich selbst, wie sie es gerade verlässt.
Dann wird sie plötzlich von einer Frau angesprochen, die sie eindringlich davor warnt, Rose Madder direkt in die Augen zu sehen, da sie verrückt sei. Rose Madder hingegen deutet auf einen Tempel, in dem sich ein Labyrinth befindet, und gibt ihr den Auftrag, ihr Baby vor einem Stier dort zu retten, da sie das Labyrinth nicht selbst betreten könne. Dann warnt sie Rose Madder noch vor einem Baum, der sich im Labyrinth befindet, dessen Früchte sie aber unter keinen Umständen essen dürfe. Seine Samen müsse sie jedoch vom Boden aufheben und gut aufbewahren. Ebenso würde sie auf einen Bach treffen, aus dem sie aber weder trinken noch sonst wie mit ihm in Berührung kommen dürfe. Sie müsse ihn unbedingt auf den darin liegenden Steinen überqueren. Ansonsten würde sie alles vergessen, was sich in ihrem Leben jemals abspielte. Aber vor allem müsste sie sich vor dem Stier darin in Acht nehmen. Dieser würde Erinyes genannt und sofort ihr Menstruationsblut wittern. „Ich vergelte es“ sind die letzten Worte, die Rose von ihr hört, bevor sie den Tempel betritt.