mini|Vorankündigungsschild an der Schilderbrücke zur Ausfahrt Starnberg im Jahr 1973. Noch dominierten die Europastraßennummern, da die bundesdeutschen Autobahnnummern erst 1974 eingeführt wurden.J. Behrendt, F. Busch: Zur Entwicklung des neuen Numerierungssystems für die Bundesautobahnen. In. Straße und Autobahn, 4, 1975, S. 119–121; hier: S. 119. Die Bundesautobahn 95 (Abkürzung: BAB 95) – Kurzform: Autobahn 95 (Abkürzung: A 95) – führt von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Sie hat eine Länge von 67,4 Kilometern.
Verlauf Von München aus folgt der Verlauf der Bundesautobahn 95 bis Starnberg im Wesentlichen der Trasse der Olympiastraße und ersetzt dadurch in diesem Abschnitt die Bundesstraße 2, die über diese Trasse verlief. Dabei beginnt die A 95 jedoch nicht am Autobahnanschluss München-Sendling-Süd (1), sondern etwa 1,7 Kilometer weiter südwestlich an der Anschlussstelle München-Kreuzhof (2). Der Bereich dazwischen ist zwar nach der Straßenverkehrsordnung eine Autobahn und somit mit dem Verkehrszeichen 330 (14px) beschildert. Der Abschnitt ist aber nach dem Bundesfernstraßengesetz weiterhin als Bundesstraße 2 gewidmet und ist daher kein Bestandteil der Bundesautobahn 95.siehe auch die Liste der Autobahnen, die keine Bundesautobahnen sind. Des Weiteren besteht in diesem Abschnitt keine Mautpflicht für LKW.
Sechsstreifig führt die Strecke zirka 3,5 Kilometer zunächst in südwestlicher und ab Schloss Fürstenried, das einen optischen Abschluss des ersten Autobahnabschnitts bildet, in südlicher Richtung durch das Münchner Stadtgebiet. Hier besitzt die A 95 keinen Seitenstreifen. Weiter führt die Strecke im Landkreis München durch den Forstenrieder Park. An dessen Ende befindet sich das Autobahndreieck Starnberg mit dem Abzweig der Bundesautobahn 952 Richtung Starnberg. Ab hier ist die A 95 nur noch vierstreifig ausgebaut.
Zirka zehn Kilometer verläuft die Autobahn nun an der Grenze zwischen dem Landkreis Starnberg und dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entlang, bevor sie kurz vor Wolfratshausen den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen endgültig erreicht. Diesen durchquert die A 95 (zirka 15 Kilometer) in südlicher Richtung und erreicht drei Kilometer südlich der Ausfahrt Seeshaupt den Landkreis Weilheim-Schongau. An Penzberg und Iffeldorf vorbei erreicht die Strecke drei Kilometer südlich der Ausfahrt Sindelsdorf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Autobahn führt in südwestlicher Richtung weiter über die Loisach (knapp zwei Kilometer vor der Ausfahrt Murnau/Kochel). Im weiteren Verlauf überquert die A 95 auf der Loisachbrücke Ohlstadt ein zweites Mal die Loisach sowie die B 2. Es folgt die letzte Ausfahrt Eschenlohe. Nach etwa 1,5 Kilometer endet die Bundesautobahn 95 an einer provisorischen Ausfahrt südlich von Eschenlohe und geht in die B 2 über. Von dort besteht Anschluss nach Garmisch-Partenkirchen und weiter über Mittenwald, Scharnitz und Seefeld in Tirol nach Innsbruck. Ebenso kann über die Bundesstraße 23 der Fernpass erreicht werden.
Auf ihrer gesamten Länge ist die A 95 Teil der Europastraße 533. Der nördliche Teil bis zum Autobahndreieck Starnberg ist an die Erfordernisse einer Großstadt angepasst (hier ist die Strecke sechsstreifig ausgebaut). Daran anschließend verläuft die Strecke mit einem geringeren Verkehrsaufkommen östlich des Starnberger Sees entlang in das Alpenvorland.
Geschichte mini|A 95 im Forstenrieder Park Planung In der Weimarer Republik war im Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands als Hauptstrecke die Linie München – Garmisch-Partenkirchen – Innsbruck – Brennerpass enthalten.Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands – Spitzennetz
Diese Verbindung wurde vom NS-Staat zunächst nicht in das geplante Netz der Reichsautobahnen aufgenommen, obwohl sie sich noch im Netzentwurf des HaFraBa-Vereins von 1933 fand.Michael Kriest: Die Reichsautobahn. Konzeption, räumliche Struktur und Denkmaleigenschaft eines historischen Verkehrsnetzes. Dissertation. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, S. 68 (Abb. 12) Stattdessen war bereits im Reichsautobahnnetz der Reichsregierung vom August 1933 eine Strecke zwischen München und Lindau im Bodensee vorgesehen (später als Strecke 77 bezeichnet).Michael Kriest: Die Reichsautobahn. Konzeption, räumliche Struktur und Denkmaleigenschaft eines historischen Verkehrsnetzes. Dissertation. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, S. 101 (Abb. 19) Ab 1934 sollte diese Autobahn von München über Fürstenried – Leutstetten – Starnberg – Pähl bzw. südlich des Ammersees – Wessobrunn – Altenstadt bzw. Schongau – Marktoberdorf – Durach bzw. Kempten – Buchenberg – Weitnau – Röthenbach – Lindenberg im Allgäu nach Lindau führen.Konrad Frenzel (Hrsg.): Velhagen&Klasings Großer Volks-Atlas. Das Jubiläumswerk des Verlages zu seinem hundertjährigen Bestehen. Bielefeld und Leipzig 1936, Bl. 37 f. Bis 1937 verblieb diese Trasse unverändert in den Netzplänen. Ende 1937 fand sich in den Plänen zum Reichsautobahnnetz eine veränderte Streckenführung, die von München-Forstenried bis Penzberg/Iffeldorf im Wesentlichen der heute realisierten A 95 entsprach.B.V.-Aral: B.V.-Karte 12, Ausgabe II/7, Maßstab 1:500.000, Stand 1. April 1939 Zudem war eine Ergänzungslinie bis Partenkirchen vorgesehen.Michael Kriest: Die Reichsautobahn. Konzeption, räumliche Struktur und Denkmaleigenschaft eines historischen Verkehrsnetzes. Dissertation. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, S. 123 (Abb. 32) Mit der Annexion Österreichs wurde im Mai 1938 die Verbindung von Penzberg über Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck zum Brennerpass in das erweiterte Grundnetz aufgenommen. Als Ergänzungslinie war die Querspange Penzberg – Bad Tölz – Irschenberg zur Reichsautobahn München – Salzburg geplant.Michael Kriest: Die Reichsautobahn. Konzeption, räumliche Struktur und Denkmaleigenschaft eines historischen Verkehrsnetzes. Dissertation. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, S. 134 (Abb. 40)
Das Gesetz über den Ausbauplan für die Bundesfernstraßen vom 27. Juli 1957 sah zwar keine Autobahnverbindungen von München nach Garmisch-Partenkirchen oder von München nach Lindau bzw. zwischen Penzberg und Irschenberg vor. Allerdings legte das Gesetz eine neu zu errichtende, 226 Kilometer lange Bundesstraße Lindau – München mit Querverbindung zur BAB München – Salzburg fest. Damit war die Reichsautobahnplanung insoweit wieder aufgegriffen. Die Linienführung entsprach weitgehend der vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgestellten Trassenplanung. 1960 war in den Kartenwerken eine Autobahntrasse dargestellt, die bei München-Obermenzing an die Bundesautobahn Karlsruhe – München anknüpfen und über München-Pasing, östlich Gräfelfing, Planegg, Krailling, Gauting, nordöstlich Starnberg-Wangen, Hohenschäftlarn, Berg-Mörlbach, Icking-Dorfen bzw. Wolfratshausen, Eurasburg nach Eurasburg-Beuerberg verlaufen sollte, wo ein Autobahndreieck mit der Querspange zur Bundesautobahn München – Salzburg vorgesehen war. Von Beuerberg sollte die Autobahn über Iffeldorf, Spatzenhausen-Hofheim, Uffing am Staffelsee, Schöffau, die Querung der Ammer nahe der Echelsbacher Brücke, Wildsteig, Trauchgau, Roßhaupten, nördlich Seeg, Görisried-Wildberg, Durach-Bodelsberg, Sulzberg, Waltenhofen, Hellengerst, Weitnau, Ebratshofen, Harbatshofen, Ellhofen, Heimenkirch, Opfenbach, Niederstaufen, Schlachters zur deutsch-österreichischen Staatsgrenze bei Lochau führen. Die Querspange war von Eurasburg-Beuerberg über Königsdorf, Osterhofen, Bairawies, Dietramszell und nördlich Großhartpenning bzw. südlich Holzkirchen zur heutigen A 8 mit Dreieck bei Valley projektiert.Großer Shell-Atlas, Mairs Geografischer Verlag, 1. Edition, Stuttgart 1960, S. 74–76
mini|Planung des Münchner Hauptstraßennetzes von 1963 1963/64 erschien die Streckenführung zwischen München-Obermenzing und Starnberg modifiziert. Eine Variante sah die Trasse nunmehr vom Autobahnende der späteren A 8 östlich München-Pasing bzw. westlich München-Laim vor. Nach einer weiteren Alternative sollten die Richtungsfahrbahnen zwischen Obermenzing und Gräfelfing getrennt werden. Die Fahrbahn in Richtung Starnberg sollte mitten durch Pasing geführt, die in Richtung Stuttgart östlich um Pasing herum. Östlich Starnberg sollte die bereits in Angriff genommene Ausbaustrecke der B 2 (heutige A 95) mit einem Dreieck angebunden werden. Im weiteren Verlauf zwischen Wolfratshausen und Penzberg wurde die geplante Autobahntrasse näher an den Starnberger See bei St. Heinrich gelegt.Großer Shell-Atlas, Mairs Geografischer Verlag, 8. Edition, Stuttgart 1963/64, S. 74–76 Allerdings sah der Hauptstraßennetzplan von München 1963 bereits einen Autobahnring und die Führung der B 2 nach Lindau auf der heutigen Trasse der A 95 vor. 1964/65 fanden sich in Kartenwerken zwischen München-Obermenzing und Gräfelfing beide Varianten um bzw. mitten durch Pasing jeweils als vierstreifige Parallelautobahnen.Großer Shell-Atlas, Mairs Geografischer Verlag, 9. Edition, Stuttgart 1964/65, S. 76