miniatur|Freiherr-vom-Stein-Schule um 1900
Die Heinrich-Böll-Gesamtschule ist eine Gesamtschule im Stadtteil Grumme. Sie ist aus der Freiherr-vom-Stein-Schule, einem Gymnasium, hervorgegangen.
Geschichte Die Ursprünge reichen auf die 1865 gegründete Höheren Töchterschule zurück. Zuerst wurden 16 Schülerinnen in privaten Räumen unterrichtet. Das erste eigene Schulgebäude befand sich ab 1871 an der Humboldtstraße. Die Stadt Bochum übernahm die Schule 1896 als städtische höhere Mädchenschule. Am 20. Oktober 1900 wurde das neues Gebäude an der Arndtstraße 27-29 eingeweiht. Architekt war der Stadtbaumeister Friedrich Neumann. Sie wurde später nach dem Reformer Heinrich Friedrich Karl vom Stein (1757–1831) in Freiherr-vom-Stein-Schule umbenannt. Es war später die größte Mädchenschule in Westfalen mit 1678 Schülerinnen im Jahr 1919.
Das Gymnasium wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Schulgebäude am heutigen Standort in der Agnesstraße wurde von 1952 bis 1955 als neusprachliches Mädchengymnasium errichtet. Es war der erste Neubau einer Oberschule in Bochum nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Erstbezug war 1956, die Fertigstellung erfolgte 1958.Denkmalliste der Stadt Bochum (A 518) Architekt war Hans Knirsch vom Städtischen Planungsamt. Bei dem Bau wurden erstmals Fertigbetonteile bei einem öffentlichen Gebäude in Bochum verwendet.
Ab 1961 wurden ab der Klasse 11 Jungen aufgenommen, ab 1967 auch ab der Klasse 5, damit bestand eine durchgängige Koedukation. Die Freiherr-vom-Stein-Schule war unter anderem bekannt für einen hohen Anteil an Kindern aus Arbeiterfamilien unter ihren Schülern. Darüber hinaus nahm sie regelmäßig bis zu drei Züge neuer Schüler in die gymnasiale Oberstufe auf, die als sogenannte „Quereinsteiger“ von anderen Schultypen ihr Abitur an dieser Schule anstrebten. Ein vielfältiges außerschulisches Angebot an Arbeitsgemeinschaften und Freizeitkursen war ein weiteres prägendes Merkmal.
1990, zum 125-jährigen Bestehen der Schule, wurde das Gymnasium geschlossen, um der zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden Gesamtschule Platz zu machen.
Teile des Gebäudes wurden 2000 in die Denkmalliste der Stadt Bochum aufgenommen (A 518). Dazu zählen das Foyer mit den Buntglasfenstern von Ignatius Geitel, die Galerie im ersten Obergeschoss, die Aula, das offene Treppenhaus mit Mobilé-Lampen von Egon Becker.
Gesamtschule 1982 wurde die Gesamtschule II am Standort Rosenberg eröffnet. Diese zog 1984 in die Freiherr-vom-Stein-Schule ein. Die Schule jahrgangsweise in eine Gesamtschule umgewandelt. Der Namenspatron der heutigen Gesamtschule ist der Schriftsteller Heinrich Böll (1917–1985). Die Benennung erfolgte 1987 im Beisein eines Sohnes von Heinrich Böll.
Die Schule ist heute eine Ganztagsschule mit Unterricht von 8.00 bis 15.50 Uhr. Sie besitzt einen Musikzweig, als erste Schwerpunktbildung an einer Gesamtschule in NRW: Je zwei der sechs Klassen eines Jahrgangs erhalten während der Sekundarstufe I einen erweiterten Musikunterricht. Um die Lernleistungen der Schüler zu verbessern, arbeitet man auch nach dem Konzept des Kooperativen Lernens.
Gebäude Die Schule besteht aus insgesamt 4 Gebäuden. Das Gebäude Agnesstraße, das Gebäude Gretchenstraße (von 1990), das Oberstufengebäude Wielandstraße (von 2009) und der neue, im Sommer 2017 leicht verspätete, vollendete Erweiterungsbau Agnesstraße mit dem inoffiziellen Namen „Spanisches Haus“. 2025 kam noch ein Containergebäude mit vier zusätzlichen Klassenräumen hinzu.
Die Gebäude Agnesstraße und Gretchenstraße besitzen zum Teil Smartboards, während das Gebäude Wielandstraße und der Erweiterungsbau Agnesstraße vollständig mit der Smatboard-Technologie ausgestattet sind.
Im Jahr 2026 besuchen rund 1.300 Schülerinnen und Schüler die Schule.
Literatur Festschrift der Freiherr-vom-Stein-Schule Bochum zur Hundertjahrfeier 1865–1965. Verlag Ferdinand Kamp, Bochum 1965.
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Gesamtschule in Bochum Kategorie:Ganztagsschule Kategorie:Baudenkmal in Bochum Bochum Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1865