Die Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule (Eigenschreibweise: Maria Sibylla Merian-Gesamtschule) ist eine Gesamtschule im Stadtbezirk Wattenscheid von Bochum. Sie gehört zu den NRW-Sportschulen und den Eliteschulen des Sports. Namenspatronin ist die Naturforscherin Maria Sibylla Merian. Von vielen wird die Schule in Kurzform als „MSM“ oder „MSM-Gesamtschule“ bezeichnet. Die Schule ist in Trägerschaft der Stadt Bochum.

Einzugsbereich Die Schule wird derzeit von ca. 1300 Schülerinnen und Schülern besucht. Das Einzugsgebiet erstreckt sich dabei hauptsächlich über den Stadtbezirk Wattenscheid, jedoch wird die Schule auch von vielen Schülerinnen und Schülern aus den angrenzenden Bochumer Stadtteilen Linden, Weitmar und Dahlhausen besucht. Zudem besucht eine beträchtliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern aus dem angrenzenden Gelsenkirchen die Schule.

Gebäude und Ausstattung mini|Das Gebäude der Oberstufe, welches 1992 eingeweiht wurde und direkt an das Hellweg-Gymnasium anschließt.

Lage Die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule ist in das Schulzentrum Westenfeld an der Lohackerstraße integriert. Sie teilt sich den Schulhof mit dem angrenzenden Hellweg-Gymnasium. Die zugehörige Turnhalle und das Lehrschwimmbecken befinden sich etwas nordwestwärts davon.

Gebäude links|mini|Der Namensschriftzug der Schule am 1972 errichteten Hauptgebäude. Die Gesamtschule besteht aus insgesamt drei Schulgebäuden und einem Mensagebäude. Die meisten Klassenräume befinden sich im Gebäude der 1972 errichteten Hauptschule Wattenscheid. Dieses wird als Hauptgebäude bezeichnet und ist in seinem Grundriss fast unverändert. Vom zentralen Eingangsbereich, als Forum bezeichnet, gehen insgesamt vier Trakte, A bis D, ab, durch welche man zu den Unterrichtsräumen und Büros gelangt. Im Hauptgebäude sind insgesamt 30 Klassen, die Fachräume für die Fächer Biologie, Chemie, Technik, Musik und Kunst sowie eine Lehrküche untergebracht. Zudem befinden sich dort eine Aula und im ersten Stockwerk das Sekretariat, die Schulleitungsbüros und zwei Lehrerzimmer. Im Forum und auf der Empore vor dem Haupteingang befinden sich die Schülertoiletten. Auch die sozialpädagogischen Räume sind in das Hauptgebäude integriert. Im Südwesten schließt an das Hauptgebäude der Anbau für den fünften Jahrgang an. Dort befinden sich nochmals sechs Klassenräume und ein kleines Lehrerzimmer sowie sanitäre Anlagen. Dieses ersetzte vor 20 Jahren den in die Jahre gekommenen Pavillon. Nördlich vom Hauptgebäude befindet sich das Oberstufengebäude mit insgesamt acht Unterrichtsräumen, einem Büro, sanitären Anlagen und einem Selbstlernzentrum. Baulich ist das Oberstufengebäude an das Hellweg-Gymnasium angeschlossen. Im Süden des Schulgeländes befindet sich seit 2019/20 der Neubau, welcher mit sechs weiteren Klassenräumen errichtet worden ist. Das Mensagebäude befindet sich zwischen Oberstufengebäude und Hauptgebäude. In dieses sind ebenfalls noch Klassenräume, Büroräume und die Bibliothek integriert.

Ausstattung Die Unterrichtsräume sind alle mit neuen digitalen Tafeln und leistungsfähigem WLAN ausgestattet worden. Zudem haben alle Schülerinnen und Schüler aus dem Digitalpakt Schule ein städtisches iPad erhalten. Es existieren zudem zwei Informatikräume. Koordiniert und betreut wird die digitale Ausstattung durch die schuleigene IT und den Träger, die Stadt Bochum. mini|Ein typischer Klassenraum im Hauptgebäude (noch mit alter Tafel) vor einer Abschlussprüfung. Zur Durchführung von Aufführungen verfügt die Schule über eine große Aula mit ca. 300 Plätzen. Die Ausstattung erlaubt zudem aufwändige Licht- und Soundshows, beispielsweise für die Jahrespräsentationen im Fach Darstellen und Gestalten. Die aus dem AG-Bereich entstandene MSM-Eventtechnik verfügt zudem über ein professionelles Licht- und Soundequipment und unterstützt somit bei vielen internen und externen Schulveranstaltungen.

Die Mensa bietet etwa 300 Schülerinnen und Schülern Platz. Dort können sie an den langen Unterrichtstagen in der Mittagspause essen. Das Mensaessen wird durch den Caterer Stattküche angeboten. Neben der Mensa befinden sich noch ein Schulkiosk und ein Schülercafé mit dem Namen „Cafe International“, welche in den Pausen besucht werden können.

Die Bibliothek im ersten Stock des Mensagebäudes umfasst einen großen Bestand an Kinder- und Jugend- sowie Sachbüchern.

Seit 2014 wird die Schülertoilette durch eine vom Förderverein finanzierte Aufsichts- und Reinigungskraft betreut. Dies führte dazu, dass der Vandalismus auf den Toiletten spürbar nachließ. Infolgedessen erhielt die Schule durch den Radiosender 1LIVE sogar eine 1LIVE-Krone.

Die in die Jahre gekommenen Klassenräume und Infrastruktur werden durch eine Housekeeper-AG (aus Schülerinnen und Schülern bestehend) ausgebessert. Diese Gruppe übernimmt beispielsweise Entrümpelungs- oder Malerarbeiten in den Klassenräumen. Zuletzt wurde auch der Schulgarten zwischen dem D- und C-Trakt aufbereitet.

Unterrichtszeiten und Unterrichtsfächer

Unterrichtszeiten und Stundenplan Der Unterricht beginnt um 8:15 Uhr und ist in insgesamt neun Unterrichtsstunden eingeteilt. Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. Es wird bei der Unterrichtsplanung und Stundenplangestaltung darauf geachtet, möglichst Doppelstundenblöcke in den Fächern zu ermöglichen. Die Maria Sibylla Merian-Gesamtschule ist eine Schule des gebundenen Ganztags, d. h. es wird an drei Unterrichtstagen in der Sekundarstufe I nachmittags bis zum Ende der 9. Stunde um 15:55 Uhr unterrichtet. Die langen Unterrichtstage sind Montag, Mittwoch und Donnerstag. Der Dienstag ist ein Konferenztag, sodass an diesem sowie am Freitag der Unterricht der Sekundarstufe I in der Regel nach der 6. Stunde um 13:25 Uhr endet. Die Sekundarstufe II wird an allen Schultagen von der 1.–9. Stunde unterrichtet. Der Stundenplan kann von den Schülern über die App WebUntis digital abgerufen werden. Bereits in den 2010er Jahren besaß die Schule eine eigene Stundenplan-App.

Unterrichtsfächer Der Unterricht findet in der Sekundarstufe I in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie ab der 7. Klassen in einem Wahlpflichtfach statt. Im Wahlpflichtbereich können beispielsweise auch Fächer wie Darstellen und Gestalten gewählt werden. Hinzu kommen Verbundfächer wie Gesellschaftslehre und Naturwissenschaften (Jg. 5 und 6). Außerdem gibt es die Fächer Kunst, Musik, Technik, Sport, Hauswirtschaftslehre, Sprache (Jg. 5 und 6), Philosophie, Evangelische und Katholische Religionslehre sowie Informatik. Neben den gängigen Unterrichtsfächern werden an der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule die Sprachen Italienisch, Niederländisch (nur Sek. II) und Türkisch (nur Sek. I) angeboten. Außerdem können in der Sekundarstufe I Schwerpunkte (an die AGs gebunden) gewählt werden.

In der gymnasialen Oberstufe können Leistungskurse in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Geschichte, Biologie, Kunst, Sport und Psychologie angeboten werden. In Kooperation mit den beiden Gymnasien ist auch die Teilnahme am Leistungskurs Sozialwissenschaften möglich. Die gymnasiale Oberstufe der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule kooperiert eng mit den beiden Wattenscheider Gymnasien, um ein möglichst breites Fächerangebot zu ermöglichen.

Lernzeiten In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch gibt es aufgrund des für Ganztagsschulen geltenden Hausaufgaben-Erlasses seit 2017 in der Sekundarstufe I sogenannte Lernzeiten zur selbstständigen Erarbeitung von Unterrichtsinhalten. Diese Einzelstunden sind in den Stundenplan integriert. Seit 2023 gibt es auch Lernzeiten in den Fächern Gesellschaftslehre und Naturwissenschaften.

Geschichte der Schule

Gründung der Schule 1988 Die Schule wurde unter dem Namen Gesamtschule III an der Lohackerstraße zum 1. August 1988 hin gegründet und zog in die Räumlichkeiten der ehemaligen Hauptschule Westenfeld ein. Der damalige Schwerpunkt der Schule war ein musischer, zudem sollte sie eine Alternative zu den beiden in Wattenscheid bereits existierenden Gymnasien darstellen und es auch Schülern aus bildungsferneren Schichten ermöglichen, höherwertige Abschlüsse zu erlangen. Als erste Schulleiterin wurde Doris Wilcke ernannt. Der Unterrichtsbetrieb startete am 22. August 1988 mit 16 Lehrern und 180 Schülern in sechs fünften Klassen. Das Hauptgebäude stammte bereits aus dem Jahre 1972 und beherbergte zuvor die Grund- und Hauptschule Wattenscheid.

Aufbaujahre bis 1997 In den folgenden Jahren wuchsen die Jahrgänge sukzessive bis in den 10. Jahrgang hoch. 1991 wurde zudem der heute noch aktive Schulzirkus Watt'n Zirkus gegründet. Auch das neueingeführte Fach Darstellen und Gestalten wurde ab 1991 an der Schule unterrichtet. Nach einem Asbestbefall im Herbst 1991 musste der Schulbetrieb kurzzeitig in die Hauptschule Schulstraße ausgelagert und im Wechselmodell durchgeführt werden. Im Schuljahr 1992/93 erhielt die Schule ihren heutigen Namen Maria Sibylla Merian-Gesamtschule. Im gleichen Schuljahr wurde auch das neue Mensagebäude eingeweiht. Eine Partnerschaft mit dem Cankaya-Anadolu-Gymnasium in Ankara wurden ebenfalls zu dieser Zeit aufgenommen. In diese Zeit fallen auch die Wurzeln von heute noch stattfindenden Projekten wie beispielsweise ArtOrtSchule, bei dem bekannte Künstler mit Schülergruppen kooperierten. 1994 erlangten die ersten Schüler ihre Abschlüsse mit der Mittleren Reife und wechselten in die neueinsetzende Oberstufe. Zum Schuljahr 1995/96 wurde Martin Breuer für die in den Ruhestand ausscheidende ehemalige Schulleiterin Doris Wilcke zum Schulleiter berufen. Der erste Jahrgang legte 1997, kurz vor dem 10-jährigen Schuljubiläum das Abitur ab.MSM-Schule: Daten und Fakten

Ausbau der Gebäudeinfrastruktur in den 2000er-Jahren Um den wachsenden Schülerzahlen Rechnung zu tragen, wurden die Gebäude der Schule fortwährend aus- und neugebaut. Kurz nach der Ernennung zur Eliteschule des Sports konnte 2002 die neue Mehrfachturnhalle im Nordwesten des Schulgeländes eingeweiht werden. Gegen Ende der 2000er-Jahre folgte dann der neue 5-er Anbau an der Stelle des ehemaligen Toilettenhäuschens. Auch die mediale und digitale Infrastruktur wurde fortwährend ausgebaut und ergänzt. Bereits um die Jahrtausendwende existierte ein erster Computerraum und infolgedessen wurde die Schul-IT weiter professionalisiert und digitalisiert. Außerdem nahm die Schule ab 2005 am Programm Selbstständige Schule NRW teil, infolgedessen auch das Gremium der Steuergruppe zur koordinierten und gezielten Schulentwicklung eingerichtet wurde. Im selben Jahr wurde die Schule erstmalig mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet, welches die bis heute innehat. Dies war unter anderem auch auf die 2004 erfolgte Gründung der Schülerfirma zurückzuführen, welche beim landesweiten Wettbewerb der Schülerfirmen einen Platz unter den Top-10 erreichte. 2017 wurde die Schülerfirma dann eingestellt, nachdem diese jahrelang u. a. Kleidung und Schulmaterial im Corporate Design der Schule vertrieben hatte. Auch fallen in diese Zeit die Hinwendung zu einer Unterrichtsform des Kooperativen Lernens nach Green und der Ausbau des MINT-Schwerpunkts der Schule. Zudem etablierte sich die Schule mit dem Watt'n Zirkus, der Eventtechnik und der Teilnahme am Stolpersteinprojekt auch über das direkte unterrichtliche Geschehen hinaus in der Bochumer Schullandschaft.

Die Jahre des Wandels und der Digitalisierung ab den 2010er-Jahren