Michael Klostermann (* 27. Dezember 1962 in Bad Sobernheim) ist ein deutscher Orchesterdirigent und Komponist im Bereich der Blasmusik.
Leben Die Familie von Michael Klostermanns Vater Walter stammte aus Innergefild im Böhmerwald. Sein Großvater Rudolf errichtete dort ein Sägewerk. Der Schriftsteller Karel Klostermann, der als der „Dichter des Böhmerwaldes“ gilt, ist mit ihm verwandt. Nachdem die Familie nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurde, ließ sie sich mit zwei weiteren Familien aus Böhmen in Hochstetten-Dhaun im Hunsrück nieder. Für die Vertriebenen wurde die Musik zu einem Stück „Heimat“. Ein Onkel hatte in einer Couch Noten böhmischer Blasmusiktitel versteckt und diese so in die neue Heimat gerettet. Michael Klostermann konnte schon als Kind in der familieneigenen Gaststätte die emotionale Kraft dieser Musik kennenlernen, wenn dort ältere Musikanten Musik der alten Heimat hörten oder selbst spielten.
Mit neun Jahren erlernte Klostermann das Klavierspielen. Nach und nach lernte er verschiedene Blasinstrumente kennen und entdeckte im Tenorhorn seinen persönlichen Favoriten. Bereits mit 15 Jahren übernahm der die Leitung des Musikvereins Schloss Dhaun, den er bis heute dirigiert. Er begann zunächst eine Laufbahn im Polizeidienst. 1983 kam er als damaliger Polizeihauptkommissar als Tenorhornist zum Hessischen Polizeiorchester, sodass er in Folge Musik professionell ausübte.
Klostermanns Musikanten 1984 gründete er sein eigenes Blasorchester „Michael Klostermann und seine Musikanten“. Stilrichtung dieses Orchesters ist die böhmische Blasmusik, die vor allem Ernst Mosch mit seinem Orchester populär machte. Etwa ein Drittel sind Gesangstitel, die anderen rein instrumental.
Schon bald konnte sich das Orchester erfolgreich in der böhmischen Blasmusik etablieren. 1986 erreichte es den 1. Rang in der Höchststufe beim VI. Internationalen Wettbewerb der Blaskapellen in Prag und Brünn.
Es folgten zahlreiche Fernsehauftritte, unter anderem im Musikantenstadl und beim Grand Prix der Volksmusik, und etliche CD-Produktionen. Ernst Mosch sah Michael Klostermann als einzig würdigen Nachfolger an, als er in einem Interview einmal danach gefragt wurde.
Lange Jahre komponierte und arrangierte vorwiegend Franz Watz für das Orchester. Ab 1989 komponiert Michael Klostermann selbst, darunter die Titel Julia-Polka, Fröhliche Tenoristen, Dunkelgrüne Sterne, Musi’ mit Herz und Meine böhmische Seele. Viele Titel schrieb er in Zusammenarbeit mit Hans Bruss. Insgesamt schuf er über 250 GEMA-registrierte Werke.
Diskographie Junger Schwung aus Böhmen (1987) So klingt’s in Böhmen (1988) Trümpfe der Blasmusik (1990) Jubiläumsfest (1993) Freu dich des Lebens (1994) Michael Klostermann und seine Musikanten (1995) Ein Herz für Blasmusik (1996) Ein Feuerwerk der Blasmusik (1997) Böhmisch-Mährisch-Swing (1998) 15 Jahre Michael Klostermann (1999) Das ist mein Leben (zum 50. Geburtstag von Franz Watz) (1999) Dankeschön Ernst Mosch (2000) Faszination Blasmusik (2002) So viele schöne Mädchen (2002) Verliebt in die Blasmusik (2003) 20 Jahre - 20 Hits. Das Beste (2003) So wie einst (2006) So viel Schwung (2007) Bewahrt das Feuer (2009) Königsklänge der Marschmusik (2010) Lieder, die man nie vergisst (2011) Klostermanns Böhmische 8 (2013) Meine Lieblingsmelodien (2014) Immer wieder Böhmisch (2018) Klostermann spielt und singt Mosch (2026
Literatur
Weblinks
Biographie auf www.michael-klostermann.de
Einzelnachweise
Kategorie:Kapellmeister Kategorie:Polizist (Hessen) Kategorie:Dirigent Kategorie:Tenorhornist Kategorie:Interpret der Volksmusik (Deutschland) Kategorie:Musik (Böhmen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Mann