Die Ortschaft Niedernstöcken ist ein Stadtteil von Neustadt am Rübenberge in der niedersächsischen Region Hannover.
Geographie Niedernstöcken liegt ca. 20 km nördlich der Kernstadt von Neustadt am Rande des Aller-Leine-Tals im nördlichsten „Zipfel“ des Neustädter Landes. Einzig die Ortschaft Stöckendrebber liegt noch nördlicher. Im Osten wird der Ort von der Leine begrenzt und die nächste Ortschaft ist Esperke. Über die Regionsgrenze hinaus gelangt man in westlicher Richtung in den Ort Rodewald, welcher selbst bis zur Gebietsreform von 1974 zum Landkreis Neustadt am Rübenberge gehörte. Südlich von Niedernstöcken liegt Mandelsloh.
Geschichte In der Gegend lebten bereits in der Jungsteinzeit um 5300–5100 v. Chr. Menschen, was durch die 2015 entdeckte linienbandkeramische Siedlung Niedernstöcken belegt ist. Es handelt sich um die erste bekannte Siedlung dieser Kultur in Niedersachsen, die in der norddeutschen Tiefebene liegt.
Am 2. Juli 1033 wurde Stöcken (frühere Bezeichnung der Ortschaft) in einer Schenkungsurkunde Kaiser Konrads an das Martinikloster in Minden unter dem Namen Stocheim erstmals erwähnt. Vor wahrscheinlich 1200 Jahren haben fränkische Siedler hier eine Niederlassung gegründet und ihre Äcker in den Wald vorgetrieben. Auf eine solche Rodung – vielleicht auf dem Gelände des Hofes eines sächsischen Edelings – deutet der Ortsname, der von den Baumstuken abgeleitet ist, die bei der Rodetätigkeit zurückblieben.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen verlor die Gemeinde Niedernstöcken am 1. März 1974 ihre politische Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil der Stadt Neustadt am Rübenberge.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1768 352 1852 473 1910 473 1925 468 1933 450 1939 462 1950 801 1956 652 1961 562 ¹ Jahr Einwohner Quelle 1970 504 ² 1973 512 2006 630 2016 509 2018 466 2020 463 2023 469 2024 451 2026 442 ¹ Volkszählungsergebnis vom 6. Juni ² Volkszählungsergebnis vom 27. Mai
Politik Ortsrat Der gemeinsame Ortsrat von Mandelsloh, Amedorf, Brase/Dinstorf, Evensen, Lutter, Niedernstöcken, Stöckendrebber und Welze setzt sich aus drei Ratsfrauen und acht Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 19 beratende Mitglieder.
Sitzverteilung: SPD: 4 Sitze CDU: 3 Sitze UWG-NRÜ: 3 Sitze Piraten: 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)
Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister ist Günter Hahn (UWG NRÜ). Sein Stellvertreter ist Tillmann Zietz (CDU).
Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Niedernstöcken stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover erschaffen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 29. März 1967 erteilt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die St.-Gorgonius-Kirche, 1843 erbaut, ist eine klassizistische Hallenkirche. Der Konsistorialbaumeister Ludwig Hellner schuf sie als Saalkirche in dem für ihn charakteristischen Stil. Der Kirchturm aus Raseneisenstein stammt schon von der Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert. Im Innern befindet sich hinter einem älteren Gehäuse von 1843 eine fast gänzlich original erhaltene, pneumatische Furtwängler & Hammer - Orgel aus dem Jahr 1912.
Baudenkmäler
Literatur
Weblinks
Website der Stadt Neustadt am Rübenberge
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Neustadt am Rübenberge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Region Hannover) Kategorie:Ort an der Leine (Aller) Kategorie:Ersterwähnung 1033 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974