mini|Laudatio zur Verleihung der Diesel-Medaille, hier für Walter Mayer Die Rudolf-Diesel-Medaille ist ein Innovationspreis, der auf die erfinderische Lebensleistung des deutschen Ingenieurs Rudolf Diesel zurückgeht und im Jahr 1953 von Eugen Diesel, dem Sohn Rudolf Diesels, ins Leben gerufen wurde. Sie wird durch das Deutsche Institut für Erfindungswesen (DIE e.V.) verliehen. Zentrales Ziel ist, die Leistungen von Erfindern und Unternehmern in der Öffentlichkeit angemessen zu würdigen und ihre Arbeit konsequent zu unterstützen.

Mit der Rudolf-Diesel-Medaille werden natürliche Personen und Institutionen für besondere Leistungen auf dem Gebiet des Erfindungswesens und der Innovationskultur geehrt.

Preisträger sind unter anderem Gottlob Bauknecht, Carl Benz, der Journalist und Redakteur Hans Daams (* 1913Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 201.), Wolfgang Giloi, Otto Grim, Ernst Heinkel, Wilhelm Conrad Röntgen, Hans Peter Stihl, Ferdinand von Zeppelin, die Nobelpreisträger Hermann Staudinger, Ernst Ruska und Manfred Eigen, sowie die SAP-Gründer Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Klaus E. Tschira.

Das DIE als Stifter des Preises Das 1969 gegründete Deutsche Institut für Erfindungswesen e. V. (kurz DIE), welches aus dem 1952 gegründeten und ursprünglich preisstiftenden Deutschen Erfinderverbandes (DEV) hervorging, ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung und Unterstützung des Erfindungswesens in Deutschland. Der wesentliche Tätigkeitsbereich des DIE ist die jährliche Verleihung der Rudolf-Diesel-Medaille an Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik. Neben der Verleihung des Preises umfasst die Tätigkeit des Vereins aktuell folgende Aufgaben:

Organisation des Austauschs von Industrievertretern auf Managementebene zu Innovationsthemen im Rahmen des CTO-Forums Forschung und Lehre zum Innovations-, Erfindungs- und IP-Management im Rahmen des Graduiertenkollegs der Dieselmedaille und Förderung des Austauschs von Wissenschaft und Praxis durch das Mentorenprogramm und des Graduiertenkollegs Förderung des Austauschs von Wissenschaft und Praxis durch die Organisation von Fellowship-Programmen und Corporate-University-Kooperationen Bereitstellung von Informationen über Innovationen, Unternehmen und innovatorischen Persönlichkeiten zur Förderung des Dialogs zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und der Verbesserung der Innovationskultur Unterstützung von Erfindern und Unternehmern in den Bereichen Schutzrechte, Management, Marketing und Finanzierung durch den Austausch von Expertenwissen und die Vermittlung internationaler Netzwerkkontakte Veröffentlichung von Positionspapieren zur Unterstützung wirtschaftlicher und politischer Entscheidungsträger mit dem Ziel die Innovationskultur in Deutschland zu verbessern Betrieb der Open-Innovation-Plattform Dieselmedaille für die beste Zukunftsidee zur Förderung talentierter Studenten, Absolventen und Doktoranden technischer und naturwissenschaftlicher Fächer

Der Verein gliedert sich in verschiedene Abteilungen und Organe, um diese Aufgaben zu erfüllen.

Nominierungsprozess Die Nominierungen werden nach der Nominierungssitzung des technisch-wissenschaftlichen Beirats mit dem Vorstand des D.I.E. veröffentlicht. Für die Nominierungsvorschläge übernehmen die vorschlagenden Mitglieder des technisch-wissenschaftlichen Beirats die Patenschaft und stehen dem Kuratorium für Fragen zu den vorgeschlagenen Persönlichkeiten zur Verfügung.

Zur Verdeutlichung der einzelnen Nominierungsentscheidungen dient ein Bewertungsraster, welches die Tauglichkeit des jeweiligen Nominierten anhand von drei Kriterien – Qualifizierung der Kategorie, Ausprägung der Qualifizierung und Vereinbarkeit mit der Rudolf-Diesel-Medaille – benotet. Im Folgenden werden die Kriterien erläutert.

Die Auswahl der Preisträger übernimmt das Rudolf-Diesel-Kuratorium. In seinen Entscheidungen ist es vollkommen unabhängig.

Kategoriequalifizierung Mit diesem Merkmal wird die Qualifizierung des Nominierten in der jeweiligen Preiskategorie bewertet. Die Kategorien unterscheiden sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung gemäß den Wirkungen der auszuzeichnenden Leistungen im Innovationssystem. Die Auszeichnungen „Erfolgreichste“ sowie „Nachhaltigste Innovationsleistung“ zielen direkt auf die Innovationsleistung einzelner Personen und ihre unternehmerischen Rahmenbedingungen ab. Die Auszeichnungen für die Förderung und Medienkommunikation zielen auf die vermittelnde Wirkung von Innovationsleistungen ab. Im Folgenden werden die Anforderungen der jeweiligen Preiskategorien beschrieben.

Erfolgreichste Innovationsleistung: Als Erfolg wird primär der unternehmerische Erfolg einer Innovation durch eine Unternehmerpersönlichkeit gesehen. Regelmäßig ist der Innovationserfolg nicht einer einzelnen Person geschuldet, gleichwohl gibt es Promotoren für Innovation, die letztlich hinter dem Erfolg stehen und diesen in besonderem Maße befördert haben. Da Innovationserfolge vom zeitlichen Geschehen abhängig sind und selbst einige Zeit für ihre Umsetzung benötigen, soll hier über größere Zeiträume beobachtet und der Erfolg rückwirkend betrachtet werden. Nachhaltigste Innovationsleistung: Als nachhaltige Innovationsleistung sollten solche unternehmerisch-innovatorischen Leistungen zählen, die die Nutzungsperspektive von Ressourcen, Stabilität und natürlicher Regenerationsfähigkeit der beeinflussten Systeme wahren. Dabei gilt grundsätzlich die Betrachtung von Innovation als wirtschaftlich erfolgreiche Neuerung unter den beobachtbaren Markt- und Wettbewerbsbedingungen. Ebenso gilt der beobachtbare, praktisch realisierte Erfolg als Nachweis der innovatorischen Leistung, jenseits der ebenso beobachtbaren tatsächlichen Neuerung der Mittel- und Problemlösungskombination. Beste Innovationsförderung: Innovationsförderung hat viele Ausprägungen, von der Beratung über die Finanzierung (Zuschüsse, Darlehen, Wagniskapital etc.) und Gründungsbegleitung bis zur Forschungsunterstützung. Die Kategorie soll diese Vielgestaltigkeit von Förderungsaktivitäten auch als Reflexion der vielfältigen Schwierigkeiten, Herausforderungen und Hindernissen im Innovationsprozess beleuchten. Der Weg von einer Idee bis zur Begeisterung der Kunden am Markt kann innerbetrieblich ebenso gefördert werden, wie außerhalb bestehender Unternehmen oder Institutionen. Die Qualität der Förderung zeichnet sich durch die Wirkung auf das Innovationssystem im gewählten Bereich der Innovationsfördereinrichtung aus. Die Wirkung sollte beobachtbar, gezielt, nachweisbar und reproduzierbar sein. Kriterien für solche Wirkungen können die kritisch begleitete Ermutigung und faktische Durchführung von (Kooperations-)Projekten sein, die Beschleunigung von Innovationsvorhaben oder der erreichte technisch-wirtschaftliche Fortschritt durch die unterstützten Projekte. Beste Medienkommunikation: Ein zentrales Anliegen der Rudolf-Diesel-Medaille ist es, der Innovation zu mehr medialer Aufmerksamkeit zu verhelfen und den Innovatoren und innovatorischen Leistungen in der Öffentlichkeit ein Gesicht zu verleihen. Gerade persönliche Leistungen hinter Innovationen sind für Außenstehende oft nicht zu erfassen. Durch kritisch-positive, aufklärungsorientierte und sachlich fundierte Berichterstattung in den vielfältigsten Formen sollen Menschen motiviert und begeistert werden, sich mit Innovationen auseinanderzusetzen und innovatorische Leistungen schätzen zu lernen. Die besondere Leistung in der Medienkommunikation ist die Vermittlung oft komplizierter Inhalte auf unterhaltende, gleichzeitig emotional berührende wie auch sachlich richtige Art und Weise. Dabei werden alle Arten von Medientechnik und Methoden berücksichtigt, um auch den Wandel der Medienpraxis in der medialen Realität widerzuspiegeln und transparent zu machen.

Ausprägung der Qualifizierung

Hier wird die Ausprägung des Qualifizierungsmerkmals benotet. In der Beschreibung der Kategorien sind notwendige und graduell skalierende Qualitätskriterien aufgeführt. Die notwendigen Qualitätskriterien führen zu einer Einteilungsqualität in die Kategorien. Die graduell skalierenden Qualitätskriterien werden in diesem Bewertungsrasterpunkt beurteilt.

Vereinbarkeit mit der Rudolf-Diesel-Medaille

Die über sechzigjährige Geschichte der Rudolf-Diesel-Medaille verlangt eine Betrachtung zukünftiger Preisträger auch im Sinne der bisherigen Tradition und Vereinbarkeit mit den Werten des Deutschen Instituts für Erfindungswesen sowie der Rudolf-Diesel-Medaille selbst. Im Kern der Rudolf-Diesel-Medaille stand immer die Bedeutung einzelner Persönlichkeiten für das Innovationsgeschehen. Die Reihe der Entscheidungen ist in den Verleihungen der Rudolf-Diesel-Medaille zu überblicken. Jeder weitere Preisträgerin wird in dieser Tradition gesehen und sollte unter den kritischen Augen dieser Persönlichkeiten als ideelle Weiterführung der Werte, Visionen, Tatkraft und ihres Umsetzungswillens betrachtet werden.

Rudolf-Diesel-Medaille für die beste Zukunftsidee Im Jahr 2019 wurde eine fünfte Kategorie der Rudolf-Diesel-Medaille geschaffen, die Rudolf-Diesel-Medaille für die beste Zukunftsidee.

Die Rudolf-Diesel-Medaille für die beste Zukunftsidee ist ein dotierter Preis für Studierende und Absolventen der Technik- und Naturwissenschaften. Der Wettbewerb ist nach den Prinzipien der Open Innovation gestaltet und befasst sich mit Aufgabenstellungen deutscher mittelständischer Technik-Unternehmen. Die Teilnehmer können sich über die Top-Technologien der teilnehmenden Unternehmen informieren und sich für eine oder mehrere Aufgabenstellungen zur Bearbeitung entscheiden. Auf Basis der ausgearbeiteten Lösungsvorschläge werden die Sieger ermittelt.

Geschichte Zum ersten Mal wurde im Jahr 1953 eine Auszeichnung für Erfinder und Erfinderförderer durch den Deutschen Erfinderverband (DIV) verliehen, die weder auf bestimmte Fachgebiete noch auf bestimmte Erfinderprofile, sondern ganz allgemein auf die Förderung des Erfindungswesens gerichtet war.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Deutschland die ersten Erfinder-Interessenverbände, zu denen auch die in Nürnberg ansässige Bayerische Erfinder-Schutzvereinigung (B.E.S.V.) zählte, die im Jahr 1952 in den noch heute existierenden Erfinder-Interessenverband Deutscher Erfinderverband (D.E.V.) umbenannt wurde. Die B.E.S.V. forderte bereits seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 die Förderung von Erfindern durch den Staat. Die Etablierung einer staatlichen Erfinderauszeichnung bildete eine von mehreren Forderungen, die der B.E.S.V. an das Bundesjustizministerium und an das Bundeswirtschaftsministerium richtete.

Nachdem diese Forderungen jahrelang unerhört blieben, verkündete der B.E.S.V. die Stiftung einer eigenen Erfinderauszeichnung: der Rudolf-Diesel-Medaille. Hans Keller, Unternehmer und Erfinder, war in der Zwischenzeit zum ersten Vorsitzenden der B.E.S.V. gewählt worden, die nun unter dem neuen Namen Deutscher Erfinderverband e. V. agierte. Die Stiftung der Rudolf-Diesel-Medaille wurde im Rahmen einer eigens dafür organisierten Feier und unter Anwesenheit von Eugen Diesel, Rudolf Diesels einzigem Sohn, am 24. September 1952 verkündet. Da die Rudolf-Diesel-Medaille aus der privaten Initiative des D.E.V. und insbesondere aus Hans Kellers Initiative heraus entstand, handelte es sich um einen reinen Ehrenpreis und war nicht mit einem Geldpreis ausgestattet, wie es ursprünglich von einer staatlichen Erfinderauszeichnung gefordert wurde. Diese Tradition wird bis heute beibehalten.