mini|Buchsignatur von Uwe Grüning vom 8. November 1981 Uwe Grüning (* 16. Januar 1942 in Pabianice bei Łódź, Polen (deutsch besetztes Wartheland); † 23. Juli 2024 in Zwickau) war ein deutscher Schriftsteller und Politiker (CDU).

Leben und Werk Biographisches Grüning wuchs bis 1944 im deutsch besetzten Pabianice bei Łódź (Polen), danach in Callenberg und ab 1951 in Waldenburg bei Glauchau in Sachsen auf. Grüning wohnte 1981–1988 in Greiz, 1988–1993 in Reichenbach im Vogtland und lebte ab 1993 im sächsisch-vogtländischen Neumark.

Uwe Grüning war mit Barbara Grüning († 2023) verheiratet.Petra Steps: Neumarker Schriftsteller und Politiker Uwe Grüning gestorben. In: Freie Presse Online. 27. Juli 2024, in der Fassung vom 31. Juli 2024, abgerufen am 2. August 2024. Im Juli 2024 verstarb Uwe Grüning im Alter von 82 Jahren in Zwickau.

Lehrtätigkeit Grüning studierte von 1960 bis 1966 Fertigungstechnik an der Technischen Hochschule Ilmenau, arbeitete dort anschließend als Assistent und wurde 1970 zum Dr.-Ing. promoviertDissertationstitel: Einige Aspekte der maschinellen technologischen Fertigungsvorbereitung. Vgl. den Datensatz bei der ., danach war er Oberassistent. Von 1975 bis 1982 war er als Fachschullehrer in Jena tätig.

Schriftstellerisches Werk mini|Einbandgestaltung von Jutta Mirtschin der Erstauflage des Lyrikbandes Spiegelungen von 1981 Ab 1966 veröffentlichte er Gedichte, Essays und Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften. Ein weiteres literarisches Arbeitsgebiet war die Nachdichtung von Werken u. a. englischer und schottischer, (alt-)französischer, tschechischer und russischer Dichter: Byron, Coleridge, Keats, Wordsworth, Shelley, Guillaume de Machaut, Rimbaud, Karel Toman, Valeri Brjussow, Anna Achmatowa u. v. a. Daneben schrieb er Romane, Hörspiele, Schauspiele, Aphorismen und Biografien. Ab 1982 war er als freier Schriftsteller tätig.

Politische und öffentliche Ämter Seit der Wende engagierte sich Grüning in der Politik. Er trat im Dezember 1989 der CDU bei und wurde im Monat darauf stellvertretender Kreisvorsitzender. Von März bis Oktober 1990 war er Mitglied der frei gewählten Volkskammer, dort stellvertretender Vorsitzender der CDU/DA-Fraktion und stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses.

Nach der Wiedervereinigung zog er im Oktober 1990 als Abgeordneter der CDU in den Sächsischen Landtag ein, dem er in der 1., 2. und 3. Wahlperiode bis 2004 angehörte. Zugleich war er medienpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Vorsitzender des Arbeitskreises Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien der CDU-Fraktion. Grüning war außerdem Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste. 1991 war er Gründungsmitglied der Versammlung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM).Markus Heinker, Dawid Statnik: Wir trauern um unser langjähriges Gremienmitglied Dr. Uwe Grüning. In: slm-online.de, Sächsische Landesmedienanstalt (SLM), 31. Juli 2024, abgerufen am 3. August 2024.

Die Übernahme des Amtes als Medienrat verlangte aus rechtlichen Gründen die Niederlegung des Abgeordnetenmandates am 12. Juli 2004 kurz vor Ablauf der 3. Wahlperiode und Konstituierung des Landtags der 4. Wahlperiode. Von 2004 bis 2016 war Grüning Mitglied im fünfköpfigen Medienrat In: slm-online.de, abgerufen am 21. Januar („Der fünfköpfige Medienrat der SLM wählte am 1. Dezember 2010 auf seiner konstituierenden Sitzung aus seiner Mitte die neue Führung für die nächste sechsjährige Amtszeit.“). der Sächsischen Landesmedienanstalt. Von 2004 bis 2010 fungierte er zunächst als dessen Vizepräsident, dann bis 2012 als Präsident. In: slm-online.de, abgerufen am 21. Januar 2017.

Der Nachlass von Uwe Grüning wird in der Bundesstiftung Aufarbeitung aufbewahrt. Im Stiftungsarchiv existiert zudem der Bestand „Archiv unterdrückter Literatur“, der einige unveröffentlichte Manuskripte von Uwe Grüning aus den 1970er Jahren enthält.

Veröffentlichungen Eigene Schriften Erlebtes Hier. Neue Gedichte neuer Autoren. Von Kurt Bartsch, Uwe Grüning u. a. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1966, (Erstpublikation GrüningsMit dem Gedicht: Landschaft. Zit. n.: alternative. 13. Jg. (1968), Heft 58, S. 39 (siehe Literatur; hier auch ein Nachdruck dieses Gedichts).). 19672, . Auswahl 68. Neue Lyrik, neue Namen. Ausgew. und mit einem Vorw. von Bernd Jentzsch. Verlag Neues Leben, Berlin 1968, , , S. 50–54 (Mitautor; im Gedicht „Gesang im Feuerofen“ ist in Korrektur eines Druckfehlers zu lesen: „[…] Geschätzt, gewogen: / Die Löwen haben den Krüppel verschmäht, / den Darius ihnen vorwarf. […]“ ). Fahrtmorgen im Dezember. Gedichte. Mit einem Nachwort von Heinz Czechowski und Holzschnitten von Valentin Rothmaler. Union Verlag Berlin, Berlin 1977, . Auf der Wyborger Seite. Roman. Union Verlag Berlin, Berlin 1978, . Hinter Gomorrha. Erzählungen. Union Verlag Berlin, Berlin 1981, . Spiegelungen. Gedichte. Union Verlag Berlin, Berlin 1981, . Laubgehölz im November. Miniaturen. Illustrationen von Gerhard Seidel. Union Verlag Berlin, Berlin 1983, (Autobiographisches); 2. Auflage. Ebenda, 1987, ISBN 3-372-00098-6. Im Umkreis der Feuer. Gedichte. Union Verlag Berlin, Berlin 1984, . Moorrauch. Essays. Union Verlag Berlin, Berlin 1985, . Das Vierstromland hinter Eden. Roman. Union Verlag Berlin, Berlin 1986, ISBN 3-372-00028-5.Hellmut Ullrich: Ein Kontinent namens Behemoth. In: Neue Zeit. Nr. 63, 16. März 1987, S. 5 (Rezension). Innehaltend an einem Morgen. Gedichte. Union Verlag Berlin, Berlin 1988, ISBN 3-372-00099-4. Der Weg nach Leiningen. Erzählungen. Mit Illustrationen von Horst Hussel. Union Verlag Berlin, Berlin 1989, ISBN 3-372-00241-5. Goethes Garten am Stern. Biographie. Mit 40 Photographien von Jürgen Pietsch. Union Verlag Berlin, Berlin 1989, ISBN 3-371-00205-5. Raum seiner Gnade. Bilder romanischer Kirchen in Mitteldeutschland. Text zum Bildband. St. Benno Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-7462-0583-2. Elly-Viola Nahmmacher. Ein Leben – Ein Werk. Biografie. Fotografien von Jürgen M. Pietsch. St. Benno Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-7462-1040-2. Jena vor uns im lieblichen Tale. Text zum Bildband. Mit Jürgen Michel. Fremdenverkehrsamt der Stadt Jena, Verlagsabt., Jena 1992, ISBN 3-910054-23-4; Jena-Information, Jena 19932, ISBN 3-910054-23-4. Landschafts- und Kulturbilder um Jena. Text zum Bildband. Mit Jürgen Michel. Fremdenverkehrsamt der Stadt Jena, Abt. Jena-Werbung, Jena 1993, ISBN 3-910054-27-7. Befreundet mit diesem romantischen Tal. Beiträge zum Romantikerkreis in Jena. (Mitautor). Mit Hartwig Schultz und Heinz Härtl. Fremdenverkehrsamt der Stadt Jena, Abt. Jena-Werbung, Jena 1993, ISBN 3-910054-30-7. Fragebogen: Zensur. Zur Literatur vor und nach dem Ende der DDR (= Reclam-Bibliothek. Band 1541). Hrsg. von Richard [A.] Zipser. Reclam-Verlag, Leipzig 1995, ISBN 3-379-01541-5, S. 154 f. (Antworten der Autoren, hier: Uwe Grüning). Vom Leben des Geistes. Ein Essay. In: Vorträge aus dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden. Heft 7. Hrsg. vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. Dresden 1996, ISBN 3-929048-67-1. [Der Vortrag wurde am 12. Dezember 1995 aus Anlass des 20. Todestages von Hannah Arendt gehalten.] Grundlose Wanderschaft. Gedichte. Oberbaum Verlag, Chemnitz und Berlin 1996, ISBN 3-928254-52-9. Kloster Paulinzella. Essay zum Bildband. Fotografien von Jürgen M. Pietsch. Pietsch, Edition Schwarz-Weiss, Spröda 1999, ISBN 3-00-004050-1. Abschied und Willkommen. Goethe-Bilder. Fotografie von Jürgen M. Pietsch. Edition Akanthus, Spröda 1999, ISBN 3-00-004694-1. Goethes Haus am Frauenplan. Text zum Bildband. Fotos von Jürgen M. Pietsch. Edition Akanthus, Spröda 1999, ISBN 3-00-004692-5. Goethes Gartenhaus. Text zum Bildband. Fotografien von Jürgen M. Pietsch. Pietsch, Edition Schwarz-Weiss, Spröda 1999, ISBN 3-00-004693-3. Kloster Jerichow. Essay zum Bildband. Fotografien von Jürgen M. Pietsch. Hrsg. vom Förderverein „Erhaltet Kloster Jerichow!“ e. V. Edition Schwarz Weiss, Spröda 2001, ISBN 3-00-006919-4. Doppelkapelle St. Crucis Landsberg. Essay zum Bildband. Fotografien von Jürgen M Pietsch. Pietsch, Edition Schwarz Weiss, Spröda 2002, ISBN 3-00-009297-8. Unzeitige Heimkehr: Vignetten und Lebenslandschaften. Radius, Stuttgart 2004, ISBN 3-87173-282-6. Bienenkönigin Zeit. Gedichte (= Reihe Zeitzeichen. Literatur im Grauen Hof; eine Lesereihe des Aschersleber Kunst- und Kulturvereins. Heft 21). Verlag Un Art Ig, Aschersleben 2005, ISBN 3-9810379-0-1. Schillers Wohnhaus in Weimar. Text zum Bildband. Fotografien von Jürgen M. Pietsch. Edition AKANTHUS, Spröda 2005, ISBN 3-00-015721-2. Uwe Grüning. (= Poesiealbum. 280). Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2008, ISBN 978-3-931329-80-8. [Aufsatz]. In: ORPHEUS versammelt die Geister – Stimmen aus der Mitte Europas (= [3.] Sonderpublikation von Ostragehege), . Literarische Arena e. V., Dresden 2005. Das romantische Kunstverständnis. In: Ostragehege – Zeitschrift für Literatur und Kunst. Nr. 35. Literarische Arena e. V., Dresden o. J., .

Übersetzungen / Nachdichtungen Ossip Mandelstam: Der Hufeisenfinder. russisch und deutsch (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 612). Aus dem Russischen. Nachdichtungen von Paul Celan, Rainer Kirsch, Hubert Witt, Uwe Grüning, Roland Erb. Mit Auszügen aus Aufsätzen von und über Mandelstam. Hrsg. von Fritz Mierau. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1975. Jean Arthur Rimbaud: Gedichte. französisch-deutsch. Einmalige bibliophile Ausgabe mit 10 Radierungen und 8 Punzenstichen von Hermann Naumann. Hrsg. von Karlheinz Barck. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1976, , sowie Claassen, Düsseldorf 1976, ISBN 3-546-47790-1; 1. Auflage (= Reclam-Bibliothek. Band 1271). Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1989, 3-379-00398-0; 2., veränd. Auflage. Reclam-Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-379-00398-0. Valeri Brjussow: Ich ahne voraus die stolzen Schatten. Gedichte. Russisch/Deutsch. Aus dem russischen Original nachgedichtet von Elke Erb, Roland Erb und Uwe Grüning. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Klaus Städtke. Volk und Welt, Berlin (DDR) 1978, . Anna Achmatowa: Poem ohne Held. Gedichte und Poeme (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 795). Aus dem Russischen. Nachdichtung von Heinz Czechowski, Uwe Grüning, Rainer Kirsch und Sarah Kirsch. Interlinearübersetzung von Oskar Törne. Übers. der Prosatexte von Fritz Mierau, Werner Rode und Eckhard Thiele. Hrsg. von Fritz Mierau. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1979, (viele Nachauflagen). Altfranzösische Liebeslyrik, altfranzösisch und deutsch (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 802). Aus dem Altfranzösischen übersetzt von Philipp August Becker und Elisabeth Lea, nachgedichtet von Uwe Grüning. Hrsg. von Elisabeth Lea. Mit 8 Abb. von mittelalterlichen Miniaturen und Wandteppichen und mit Noten zu 5 Liedern. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1979, ISBN 3-379-00583-5; 2., durchges. Auflage 1982. Ein Ding von Schönheit ist ein Glück auf immer. Gedichte der englischen und schottischen Romantik, englisch und deutsch. Aus dem Englischen. Nachdichtungen von Wolfgang Breitwieser, Günter Deicke, Adolf Endler, Roland Erb, Uwe Grüning, Werner Günzerodt, Helmut T. Heinrich, Stephan Hermlin, Rainer Kirsch, Günter Kunert, Erhard Mehnert, John B. Mitchell, Heinz Piontek, Walter Wilhelm und Hubert Witt. Hrsg. von Horst Höhne. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1980, ; Lizenzausgabe, Fourier, Wiesbaden 1981, ISBN 3-921695-41-4; 19832, ISBN 3-921695-41-4. Lizenzausg.: Fourier, Wiesbaden 1981, ISBN 3-921695-41-4. [Der Buchtitel stammt aus einem Vers aus John Keats’ Endymion, Buch I, hier S. 477.]