Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 341 km² Gliederung: 22 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 46.447 (31. Dez. 2009) Adresse desDekanatamtes: Stiftshof 971522 Backnang Dekan: Rainer Köpf Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Backnang innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Backnang ist einer von derzeit (2026) 35 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet ist deckungsgleich mit dem Dekanat Backnang.
Geografie Der Kirchenbezirk Backnang liegt in der nördlichen Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasst den Norden des Rems-Murr-Kreises, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Allmersbach im Tal, Althütte, Aspach, Backnang, Burgstetten, Großerlach, Murrhardt, Oppenweiler, Spiegelberg, Sulzbach an der Murr und Weissach im Tal.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Backnang grenzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Weinsberg-Neuenstadt, Schwäbisch Hall-Gaildorf, Schorndorf und Waiblingen (alle Prälatur Heilbronn) sowie Marbach (Prälatur Stuttgart).
Geschichte Das Gebiet um Backnang gehörte nach endgültiger Einführung der Reformation (in Backnang selbst erst 1552) zunächst zum Dekanat Marbach. 1695 wurde Backnang Sitz eines eigenen Dekanats. Es gehörte zunächst zum Generalat Lorch, ab 1599 zu Adelberg. Seit 1810 ist es dem Generalat (heute Prälatur) Heilbronn zugeordnet, doch gehörte es von 1992 bis 2003 zur Prälatur Ludwigsburg.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinden Erbstetten und Kleinaspach vom Kirchenbezirk Marbach in den Kirchenbezirk Backnang umgegliedert. Nach Auflösung des Kirchenbezirks Welzheim zum 1. Januar 1978 wurde auch die Kirchengemeinde Kirchenkirnberg dem Dekanat Backnang zugeordnet.
Im Oktober 2025 beschloss die Bezirkssynode die Fusion der drei Kirchenbezirke Schorndorf, Backnang und Waiblingen zum Kirchenbezirk Rems-Murr zum 1. Januar 2028. Der Sitz des geschäftsführenden Dekans wird Waiblingen werden.Zeitenwende in evangelischer Kirche - ab 2028 kein Dekanat mehr in Schorndorf, Waiblinger Kreiszeitung online, 19. Oktober 2025
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks obliegt der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Die Dekansstelle hat derzeit Rainer Köpf inne, der 2023 auf Wilfried Braun gefolgt war.
Dekane des Kirchenbezirks Backnang 1695–1707 Matthäus Esenwein 1707–1709 David Laitenberger 1709–1720 Felix Buttersack 1720–1738 Gottfried Osiander 1738–1756 David Samson Georgii 1756–1762 Johann Jakob Erbe 1762–1781 Christian Friedrich Tafel 1782–1797 Heinrich August Georgii 1797–1801 Christian David Kessler 1802–1820 Jakob Gottlieb Wagenmann 1820–1831 Gottlieb Friedrich Jäger 1831–1841 Christian Ludwig Friedrich Gess 1842–1870 Gottlob Friedrich Moser 1870–1892 Christian Friedrich Kalchreuter (1819–1904) 1892–1897 Alfred Friedrich Klemm 1897–1921 Dr. Theodor Friedrich Köstlin (1845–1932) 1921–1934 Karl Klinger (1871–1937) 1935–1945 Otto Bihlmaier 1945–1951 Kurt Pfeifle (1900–1974) 1951–1968? Maximilian Köpf 1968–1979 Albert Widmann (* 1913) 1979–1992 Gerhard Greiner (* 1927) 1993–2000 Ulrich Warth (* 1937) 2000–2009 Wolfgang Traub (* 1956) 2010–2023 Wilfried Braun seit 2023 Rainer Köpf (* 1964)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Backnang gibt es insgesamt 23 Kirchengemeinden. Davon haben sich die fünf Kirchengemeinden Backnangs zur Gesamtkirchengemeinde Backnang zusammengeschlossen, bleiben aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks Backnang gehört überwiegend zum alten Kernland Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Daher ist das gesamte Gebiet überwiegend evangelisch geprägt und es gibt auch fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. In allen Orten (außer Backnang) zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu.
Die 23 Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Backnang sind zu den fünf Distrikten Backnang, Mittleres Murrtal, Oberes Murrtal, Murrhardt und Weissacher Tal zusammengeschlossen. Der Distrikt Backnang umfasst die fünf Kirchengemeinden der Gesamtkirchengemeinde Backnang, zum Distrikt Mittleres Murrtal gehören die Kirchengemeinden Burgstall, Erbstetten, Großaspach, Kleinaspach und Rietenau, zum Distrikt Oberes Murrtal die Kirchengemeinden Grab, Großerlach, Oppenweiler, Spiegelberg und Sulzbach, zum Distrikt Murrhardt die Kirchengemeinden Murrhardt, Fornsbach und Kirchenkirnberg und zum Distrikt Weissacher Tal die Kirchengemeinden Allmersbach im Tal, Althütte, Lippoldsweiler, Oberbrüden und Weissach im Tal.
Kirchengemeinde Allmersbach im Tal mini|links|Kirche St. Anna Allmersbach Die Kirchengemeinde Allmersbach im Tal umfasst die Gemeinde Allmersbach im Tal. Der Ort gehörte kirchlich zunächst zu Unterweissach. Seit der Reformation betreute der Diakon aus Backnang den Ort. 1839 wurde in Allmersbach eine eigene Pfarrverweserei eingerichtet und 1864 eine eigene Pfarrei. Eine Kirche hat der Ort jedoch bereits seit dem Mittelalter. Von der gotischen Kirche St. Anna ist aber nur noch der Chor erhalten. Das Schiff wurde 1754 angebaut. 1973 baute sich die Kirchengemeinde ein neues Gemeindezentrum an der Heutensbacher Straße. Die alte Dorfkirche wurde an die politische Gemeinde Allmersbach im Tal verkauft. Dort finden heute nur noch sporadisch Gottesdienste statt.
Heutensbach war kirchlich stets eine Filiale von Unterweissach. Mit Wirkung vom 17. Oktober 1976 wurde der Ortsteil der Kirchengemeinde Allmersbach im Tal zugeordnet, nachdem er politisch bereits seit 1971 zur Gemeinde gehörte.
An der Kirchengemeinde Allmersbach im Tal sind heute zwei Pfarrer tätig.
Kirchengemeinde Althütte mini|Evangelische Kirche in Althütte Die Kirchengemeinde Althütte (ca. 2.100) umfasst die Gemeinde Althütte mit Ausnahme einiger kleiner Weiler. Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Rudersberg. 1853 wurde in Althütte eine ständige Pfarrverweserei, 1862 eine Pfarrei errichtet. Eine eigene Kirche hat Althütte seit 1859. In Althütte gibt es auch ein Gemeindehaus.
Sechselberg und Waldenweiler gehörten kirchlich zunächst zu Unterweissach. Seit 1862 gehört Waldenweiler zur Kirchengemeinde Althütte. Sechselberg hingegen kam 1864 zunächst zur Pfarrei Lippoldsweiler, doch bildete es bis 1976 eine eigene Filialkirchengemeinde von Lippoldsweiler. Erst durch Verfügung vom 19. März 1976 wurde die Filialkirchengemeinde Sechselberg aufgelöst und die Gemeindeglieder der Kirchengemeinde Althütte angegliedert. Einige zu Sechselberg gehörigen Weiler (z. B. Fautspach) gehören jedoch heute noch zur Kirchengemeinde Murrhardt, wobei der Hörschhof durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 6. Dezember 1963 von der Kirchengemeinde Murrhardt gelöst und der damaligen Kirchengemeinde Sechselberg angegliedert wurde. Der zu Sechselberg gehörige Weiler Rottmannsberger Sägmühle gehörte bis 1946 noch zur Kirchengemeinde Oberbrüden und wurde durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 11. Dezember 1946 der Kirchengemeinde Sechselberg zugeordnet. In Sechselberg wurde 1949 auch eine eigene Kirche erbaut.
Gesamtkirchengemeinde Backnang Die Gesamtkirchengemeinde Backnang (ca. 15.000) umfasst das Stadtgebiet Backnangs ohne den Stadtteil Strümpfelbach. Sie wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1970 gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Backnang in die fünf Teilkirchengemeinden Stiftskirchengemeinde Backnang, Matthäuskirchengemeinde Backnang, Markuskirchengemeinde Backnang, Kirchengemeinde Sachsenweiler-Steinbach und Kirchengemeinde Waldrems-Maubach-Heiningen aufgeteilt und diese gleichzeitig in der Gesamtkirchengemeinde Backnang zusammengeschlossen wurden. Das Kultusministerium hatte die Gesamtkirchengemeinde Backnang und die fünf Teilkirchengemeinden mit Schreiben vom 22. Dezember 1969 als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.
Stiftskirchengemeinde Backnang mini|266x266px|Stiftskirche Backnang Die Stiftskirchengemeinde Backnang (ca. 3.650) umfasst die historische Kernstadt Backnangs. Die Stiftskirche St. Pankratius wurde 1116 erstmals erwähnt. Anstelle der Pankratiuskirche wurde 1122 eine Michaelskirche als Pfarrkirche erbaut, die 1160 dem Stift inkorporiert wurde. 1477 wurde das Stift in ein weltliches Kollegiatstift umgewandelt, 1557 starb der letzte Propst. 1635 nahmen die Jesuiten für kurze Zeit (bis 1648) das Stift in Besitz. Die heutige Stiftskirche (ehemalige Pankratiuskirche) ist ein spätromanischer Bau mit Chorseitentürmen und spätgotischem Chor mit Netzrippengewölbe. Das Schiff wurde 1697 nach einem Brand von 1693 erbaut. Die Krypta der Kirche war einst Grablege der badischen Markgrafen. Hier sind Erzplatten mit badischen Wappen zu sehen. Die Michaelskirche brannte 1693 ab. Übrig blieb nur der frühgotische Chor, der mit einem neugeformten Turm überbaut wurde. Das Totenkirchle (ehemals zu Unserer Lieben Frau bzw. St. Lorenz) ist ein spätgotischer Bau an der Sulzbacher Straße. Ein Gemeindehaus besitzt die Gemeinde am Heininger Weg.
Bis in die 1960er Jahre war die Stiftskirche die einzige evangelische Kirche der Kernstadt. Durch Zuwachs wurde die Kirchengemeinde zu groß. Es entstanden 1962 die Matthäuskirche und später die Markuskirche mit jeweils eigenen Kirchengemeinden ab 1. Januar 1970. Die heutige Stiftskirchengemeinde Backnang entstand ebenfalls mit Wirkung vom 1. Januar 1970 als Teil der neu gebildeten Gesamtkirchengemeinde Backnang. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 1. März 1985 gab es eine kleine Gebietsumgliederung von der Matthäuskirchengemeinde Backnang in die Stiftskirchengemeinde Backnang.
Mit Wirkung vom 23. Oktober 2007 gab es eine Gebietsveränderung zwischen der Stiftskirchengemeinde Backnang und der Kirchengemeinde Sachsenweiler-Steinbach im Bereich der Straßen „Spinnerei“, „Rosslauf“ und „Beim Marienheim“ zugunsten der Kirchengemeinde Sachsenweiler-Steinbach.
Markuskirchengemeinde Backnang mini|Evangelische Kirche Backnang-Schöntal (Aquarell) Die Markuskirchengemeinde Backnang (ca. 3.000) umfasst den Nordwesten der Kernstadt sowie den Stadtteil Schöntal (Ober-, Mittel- und Unterschöntal) der Stadt Backnang. Die Kirchengemeinde wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1970 innerhalb der neu errichteten Gesamtkirchengemeinde Backnang gebildet, als die bis dahin alleinige Kirchengemeinde Backnang in fünf Teilkirchengemeinden aufgeteilt und diese gleichzeitig in der Gesamtkirchengemeinde Backnang zusammengeschlossen wurden. Mit der Markuskirche wurde 1993 ein modernes Gemeindezentrum erbaut. Die Kirchengemeinde ist Träger zweier Kindergärten, einer im Markusgemeindezentrum sowie der Geschwister-Scholl-Kindergarten.
Die Markuskirchengemeinde feiert alle zwei Wochen auch Gottesdienste in der kleinen Kirche im Stadtteil Mittelschöntal. Die dortige Kirche befindet sich im Eigentum der Hahn’schen Gemeinschaft, mit der ein Nutzungsabkommen besteht. Mittelschöntal bildete bis 1949 mit dem benachbarten Unterschöntal eine eigenständige Filialkirchengemeinde der Muttergemeinde Backnang. Durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 22. November 1949 wurde die Filialkirchengemeinde aufgelöst und der Kirchengemeinde Backnang angegliedert. Fortan bildeten Mittel- und Unterschöntal sogenannte Nebenorte der Kirchengemeinde Backnang. Bei Bildung der eigenständigen Markuskirchengemeinde Backnang im Jahr 1970 wurden beide Orte dieser neuen Kirchengemeinde zugeordnet.
Matthäuskirchengemeinde Backnang