mini|Roy Haynes, 2007 Roy Haynes (* 13. März 1925 in Boston, Massachusetts; † 12. November 2024 in Nassau County, New York) war ein US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger.

Leben Haynes erlernte das Schlagzeugspiel autodidaktisch und beherrschte auch den Stepptanz. Interviewauszüge Nachruf Als Vorbild gab er Papa Jo Jones an. Ab 1942 trat er mit Musikern wie Tom Brown, Sabby Lewis, Frankie Newton und Pete Brown auf. 1945 ging er nach New York, wo er Mitglied im Orchester des Harlemer Savoy Ballroom unter Luis Russell wurde, dem er bis 1947 angehörte.

Danach war er als Schlagzeuger Partner von Musikern wie Lester Young (1947–1949), Bud Powell und Miles Davis (1949), Charlie Parker (1949–1953), Sarah Vaughan (1954–1959), Thelonious Monk (1958–1960), Eric Dolphy (1960–1961), Stan Getz (1961–1965), dem John Coltrane Quartet (1963–1965), Cannonball Adderley und ab 1968 von Chick Corea (Now He Sings, Now He Sobs). Später war er auch Schlagzeuger bei Pat Metheny und Michel Petrucciani.

Ab den 1960er Jahren leitete Haynes auch eigene Bands, denen u. a. George Adams und Hannibal Marvin Peterson angehörten. 1962 nahm er mit einem Quartett aus Roland Kirk, Henry Grimes und Tommy Flanagan sein Album Out of the Afternoon für Impulse! auf, zu dem er auch eigene Kompositionen beisteuerte. Häufig arbeitete er auch mit jungen Musikern wie Ralph Moore, Craig Handy und seinem Sohn Graham Haynes sowie seinem Enkel Marcus Gilmore. Im Bereich des Jazz war er laut Tom Lord zwischen 1945 und 2011 an 420 Aufnahmesessions beteiligt, zuletzt bei der Aufnahme seines Albums Roy-Alty, mit Jaleel Shaw, Martin Bejerano und David Wong.Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 13. November 2024)

Roy Haynes starb im November 2024 im Alter von 99 Jahren in Nassau County, New York.

Auszeichnungen 1987 wurde er im Trio mit Chick Corea und Miroslav Vitouš für den Grammy als Best instrumental performance-group nominiert; in derselben Kategorie erhielt er im Folgejahr mit McCoy Tyner, Pharoah Sanders und David Murray einen Grammy für das Album Blues for Coltrane. 1991 verlieh ihm das Berklee College of Music einen Ehrendoktortitel.

1994 erhielt er den Jazzpar-Preis und 1995 die NEA Jazz Masters Fellowship. Im März 2009 wurde Haynes im Rahmen der Pariser Ausstellung Le Siècle Du Jazz von der französischen Kulturministerin Christine Albanel zum Commandeur des Arts et Lettres ernannt. 2011 erhielt er den Grammy Lifetime Achievement Award.

Diskografie (Auswahl) Busman’s Holiday, 1954 Roy Haynes Sextet, 1954 Jazz Abroad, 1956 We Three, mit Phineas Newborn Jr., Paul Chambers, 1959 Just us, 1960 Out of the Afternoon, 1962 Cracklin’, 1963 Reaching Fourth, 1963 People, 1964 Hip Ensemble, 1971 Equipoise, 1972 Senyah, 1973 Sugar Roy, 1976 Thank you Thank you, 1977 Vistalite, 1978 Live at the Riverbop, 1979 True or False, 1986 When It’s Haynes It Roars, mit Dave Kikoski, Craig Handy, Eddy Howard, 1992 Homecoming, mit Dave Kikoski, Craig Handy, Eddy Howard, 1992 My Shining Hour, 1994 Te Vou!, mit Pat Metheny, Dave Kikoski, Donald Harrison, Christian McBride, 1994 Praise, mit Dave Kikoski, Graham Haynes, Dwayne Burno, Kenny Garrett, David Sánchez, Daniel Moreno, 1998 The Roy Haynes Trio, mit John Patitucci, Danilo Pérez, 2000 Birds of a Feather: A Tribute to Charlie Parker, mit Roy Hargrove, Dave Holland, Dave Kikoski, Kenny Garrett, 2001 Love Letters, mit Dave Holland, John Scofield, Dave Kikoski, Joshua Redman, Kenny Barron, Christian McBride, 2003 Fountain of Youth mit John Carver Sullivan, Marcus Strickland, 2004 Quiet Fire, mit Stanley Cowell, John Klemmer, Milcho Leviev, Cecil McBee, Kenneth Nash, Marcus Fiorillo, Bobby Hutcherson, 2004 Whereas, 2006 Roy-alty, mit Chick Corea und Roy Hargrove, 2011

Weblinks

Roy Haynes bei Drummerworld

Einzelnachweise

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