Nippon Connection ist das größte Festival für japanische Filme außerhalb Japans. Seit dem Jahr 2000 findet es jährlich im Frühsommer in Frankfurt am Main statt und erstreckt sich über sechs Tage."Frankfurt’s Nippon Connection brings together an extensive collection of Japanese films". Japan Times, 18. Mai 2016 "Die Geister, die ich rief ". Frankfurter Allgemeine. 27. Mai 2016, Eva-Maria Magel Organisiert und durchgeführt wird das Festival überwiegend ehrenamtlich von einem gemeinnützigen Verein. Mit rund 21.000 Besuchern im Jahr 2026 ist es das zuschauerstärkste Filmfestival in Hessen.
Spielorte Bis zum Jahr 2012 war das Festivalzentrum im Studierendenhaus der Universität Frankfurt am Main. Seit dem 13. Nippon Connection Filmfestival im Jahr 2013 sind die Hauptveranstaltungsorte das Künstler*innenhaus Mousonturm und das Theater Willy Praml in der Naxoshalle. Weitere Spielorte sind das Kino im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das Eldorado Arthouse Kino, das Cinéma Arthouse Kino, das Mal Seh’n Kino und das Internationale Theater Frankfurt.
Programm Beim Nippon Connection Festival werden jedes Jahr über 100 Kurz- und Langfilme gezeigt, größtenteils als Deutschland-, Europa-, internationale oder Weltpremiere.
Die präsentierten Filme laufen in verschiedenen Sektionen und umfassen neben thematischen Retrospektiven und zeitgenössischen Filmen eine große thematische Bandbreite an aktuellen Spielfilm- und Dokumentarfilmproduktionen. Das Filmprogramm ist in 5 Sektionen unterteilt: Nippon Cinema, Nippon Animation, Nippon Visions und Nippon Retro."Nippon Connection 2005, Teil I: Big in Japan". Evolver, Michael Kienzl. 13. Mai 2005 2018 wurde das Programm mit Nippon Docs um eine Dokumentarfilmreihe erweitert. Viele japanische Filmemacher stellen ihre Filme beim Festival persönlich vor und nehmen an Podiumsdiskussionen teil.
Seit 2005 wird der Publikumspreis Nippon Cinema Award für den besten Film in der Sektion Nippon Cinema vergeben, seit 2010 der Jurypreis Nippon Visions Jury Award und seit 2014 der Zuschauerpreis Nippon Visions Audience Award. Seit 2015 wird der Nippon Honor Award an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um den japanischen Film verdient gemacht haben. Seit 2019 wird der Publikumspreis Nippon Docs Award verliehen. 2023 wurde erstmals der Nippon Rising Star Award an herausragende Nachwuchstalente des japanischen Kinos verliehen. Seit 2024 gibt es mit dem Nippon Storytelling Award einen Preis für das beste Drehbuch.
Weiterhin werden unter dem Namen Nippon Culture Vorträge, Vorführungen und Workshops zu Themen der japanischen Kultur angeboten."Self-Control is Killing Japanese Movie Prospects". Variety, 3. Oktober 2014 Mark Schilling Sascha Schmidt: "Nippon Connection: Japanische Filme und Kultur online erleben", deadline Magazin vom 5. Mai 2021, abgerufen am 18. Februar 2022. Dazu zählten in der Vergangenheit unter anderem Teezeremonie, Trommelworkshops, japanische Kalligraphie, Tanzvorführungen, Kampfsportpräsentationen, Whisky-Tastings, Manga-Zeichen-WorkshopsFlorian Leclerc: Nippon Connection Frankfurt: Filme aus Japan im Stream, Frankfurter Rundschau, 26. Mai 2021, abgerufen am 18. Februar 2022 , Kochkurse, Vorträge eines FilmgeräuschemachersThorsten Hanisch: "Nippon Connection – das 21. Japanische Filmfestival", Die Zukunft, 17. Juni 2021, abgerufen am 18. Februar 2022 und vieles mehr. Abends finden oft Livekonzerte statt. Seit 2012 wird außerdem mit Nippon Kids ein eigenes Programm für Kinder angeboten (Workshops und japanische Kinderfilme).
Teile der Programmsektion Nippon Visions, einer Sektion für Independentproduktionen, gingen bis 2010 als Nippon Connection Film Festival on Tour auf die Reise durch verschiedene Städte weltweit (u. a. New York, Barcelona, Berlin). Ausgewählte Filme der Online-Festivals 2020 und 2021 wurden als Nippon Connection On Demand: Replay! (im März 2021)epd Film: "Nippon Connection on Demand", 23. Februar 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.Eva Maria Magel: "Nippon Connection digital", Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rhein-Main-Zeitung, 27. Februar 2021. und Nippon Connection On Demand 2021: Replay! (im November 2021)Hessenschau: "Nippon Connection zeigt Festival-Highlights erneut", 29. Oktober 2021, abgerufen am 18. Februar 2022. online wiederholt.
Geschichte
Die Anfänge des japanischen Filmfestivals Nippon Connection gehen auf das Jahr 1999 zurück. Die beiden Filmwissenschaftsstudierenden Marion Klomfaß und Holger Ziegler hatten die Idee, an der Universität Frankfurt am Main einige japanische Filme zu zeigen. Bereits beim ersten Festival im Jahr 2000 gab es das Grundkonzept, nicht nur Filme zu zeigen, sondern diese auch in ein umfangreiches Rahmenprogramm einzubetten, um die Besucher in unbekannte Filme in japanischer Sprache mit englischen Untertiteln zu locken. Die Erwartungen, die von den Organisatoren an das erste Festival gerichtet waren, wurden um ein Vielfaches übertroffen: 10.000 Besucher anstelle der erwarteten 1.500.
Wegen der großen Nachfrage beschloss das Organisationsteam, das Festival weiterzuführen. Es sollte nun im jährlichen Turnus stattfinden. Nach einer einjährigen Pause und der Gründung des gemeinnützigen Vereins Nippon Connection e. V. fand 2002 das zweite Nippon Connection Festival statt. Die Grundidee wurde immer weiter ausgebaut: 2002 wurde eine eigene Filmschiene für Digital-Produktionen eingerichtet (Nippon Digital) und in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Mousonturm eine Ausstellung organisiert. Außerdem wurde der Nippon Connection Newcomer Award an den besten Nachwuchsfilm verliehen.
Beim Nippon Connection Festival 2003 wurde zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit dem Kino im Deutschen Filmmuseum eine Retrospektive gezeigt (Nippon Retro) und Veranstaltungen in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt organisiert. 2004 gingen Teile des Programms auf internationale Tour nach unter anderem Leipzig, Barcelona oder Toronto. Zudem wurden die Festivalorganisatoren vom japanischen Kulturministerium (Bunkacho) z. B. nach Tokio eingeladen, um an einem Symposium zur Wirkung des japanischen Films im Ausland teilzunehmen. 2005 wurde das Tourprogramm weiter ausgebaut und zum ersten Mal der Nippon Cinema Award verliehen. 2007 fand im Rahmen von Nippon Connection erstmals in Europa die Kinema Club Konferenz statt, die wichtigste akademische Veranstaltung zu Film und bewegten Bildmedien aus Japan.
Beim zehnjährigen Jubiläum 2010 hat eine Fachjury erstmals den Nippon Digital Award vergeben, der vor allem Nachwuchstalente unterstützen soll. Der Preisträger erhält eine kostenlose Untertitelung für seinen nächsten Film. 2011 wurde der Preis in Nippon Visions Award umbenannt. 2012 wurde erstmals das Kinderprogramm Nippon Kids angeboten. 2013 wurde Festivalleiterin Marion Klomfaß in Anerkennung ihres herausragenden Beitrags zur Förderung des japanisch-deutschen Austauschs eine Verdienstauszeichnung des japanischen Außenministers verliehen (Gaimu Daijin Hyosho). 2014 wurde der Jurypreis Nippon Visions Award in Nippon Visions Jury Award umbenannt und zum ersten Mal der Zuschauerpreis Nippon Visions Audience Award verliehen. Von 2012 bis 2014 wurde der VGF Nippon in Motion Award für den besten 12-Sekunden-Spot verliehen. Beim Festival 2015 wurde zum ersten Mal der Ehrenpreis Nippon Honor Award verliehen.
Seit 2018 gibt es mit Nippon Docs eine eigene Sektion für Dokumentarfilme.Nippon Connection Filmfestival: Japan wird größer, FAZ vom 23. Mai 2018, abgerufen am 14. November 2018
2019 wurde zum ersten Mal der Publikumspreis Nippon Docs Award verliehen.
2020 fand das Festival bedingt durch die Einschränkungen der COVID-19-Pandemien ausschließlich online statt. Durch Publikumsabstimmung wurde 2020 der Nippon Online Award vergeben. Im Februar 2020 erhielt der Verein Nippon Connection e. V. für sein ehrenamtliches Engagement den JaDe-Preis. 2021 fand das Festival erneut online statt. Die Retrospektive wurde im August und November 2021 im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum nachgeholt. Im Rahmen des Programms Nippon Connection On Demand: Replay! wurden im März und November 2021 Festivalfilme erneut online gezeigt. 2022 wurde das Festival wieder vor Ort in Frankfurt am Main veranstaltet. Direkt im Anschluss an das Präsenzfestival wurde ein Teil des Programms im Rahmen von Nippon Connection On Demand online gezeigt. Im Dezember 2022 wurden einige Filme des Festivals noch einmal im Rahmen von Nippon Connection On Demand 2022: Replay! online angeboten.
Seit 2023 findet das Nippon Connection Filmfestival wieder ausschließlich in Präsenz statt. Beim Festival 2023 wurde ein neuer Ehrenpreis Nippon Rising Star Award eingeführt, der den Nippon Honor Award ablöst. 2023 wurde Festivalleiterin Marion Klomfaß für ihren Beitrag zur Förderung des kulturellen Austausches zwischen Japan und Deutschland mittels des Japanischen Films mit dem japanischen Orden der Aufgehenden Sonne, Goldene und Silberne Strahlen ausgezeichnet.
2024 wurde erstmals der Jurypreis Nippon Storytelling Award für das beste Drehbuch in der Sektion Nippon Visions vergeben.
2026 wurde mit dem Jurypreis Nippon Animation Shorts Award erstmals ein Preis für den besten Animations-Kurzfilm vergeben.
Bedeutung Nippon Connection hat sich inzwischen zu einer bedeutenden Plattform für zeitgenössischen japanischen Film etabliert. Die meisten gezeigten Filme feiern hier ihre Premiere. Ein zentrales Anliegen des Festivals ist es, den Dialog zwischen Publikum und Filmschaffenden zu intensivieren. Jahr für Jahr stellen viele Regisseure, Schauspieler und Produzenten ihre Werke persönlich in Frankfurt vor und stehen dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Unter den Gästen, die bisher anwesend waren, befanden sich zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten des japanischen Films.
Preisträger
Jurymitglieder
2010 Bernd Brehmer, Roland Domenig, Jasper Sharp 2011 Maggie Lee, Tom Mes, Rüdiger Suchsland 2012 Chris Magee, Andreas Platthaus, Yonghi Yang 2013 Keiko Araki, Tetsuaki Matsue, Ken Okubo 2014 Alex Oost, Mark Schilling, Alexander Zahlten 2015 Kazuyoshi Kumakiri, Ryuichi Hiroki, Tokitoshi Shiota 2016 Gunter Deller, Yuka Kimbara, Shozo Ichiyama 2017 Bastian Meiresonne, Yuka Sakano, Nobuhiro Yamashita 2018 Hiromi Aihara, Daniel Otto, Isao Yukisada 2019 Eric Nyari, Tetsuya Shibutani, Katja Wiederspahn 2021 Thomas Ash, Ellen Harrington, Toshiyuki Hasegawa 2022 Gaby Babić, Erina Ito, Adam Torel 2023 Claudia Bertolé, Daishi Matsunaga, Karen Severns 2024 Kristina Aschenbrennerova, Daniel Kothenschulte, Naoko Ogigami 2025 Panos Kotzathanasis, Natsuki Seta, Thomas Waldner 2026 Kei Ishikawa, Hayley Scanlon, Barbara Wurm (Nippon Visions), Fabian Driehorst, Waltraud Grausgruber, Thomas Stellmach (Nippon Animation)
Retrospektiven Seit 2003 findet in Zusammenarbeit mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum die Reihe Nippon Retro statt, bei der zu einem ausgewählten Thema oder Regisseur Filme im DFF ausgestrahlt werden. 2003 Shuji Terayama 2004 Anime Classics – Frühe japanische Animationsfilme (1924–1944) 2005 Seijun Suzuki 2006 Exploding Japan – Subversives Genrekino der 60er und 70er Jahre 2007 Shooting the Sun – Japanischer Experimentalfilm von 1960 bis heute 2008 Wizards of Japanese Independent Animation: 1960s – Today 2009 Sexploitation and Experimentation: The Many Shades of Pink Film. 2010 Best of Nippon Connection 2000–2009 2011 Sion Sono 2012 Visual Resistance: Protest-Kultur im japanischen Dokumentarfilm 2013 Eccentric and Explosive – The Cinema of Sōgo Ishii 2014 Kō Nakahira – The Wild Child of the Sixties 2015 Luminous and Vibrant – The Cinema of Shinji Sōmai 2016 Ghosts and Demons – Scary Tales from Japan 2017 Ecstasy & Desire – In the Realm of Roman Porno 2018 Elegance & Bloodshed – Japanese Sword Fighting Films from the 1960s 2019 Ayako Wakao – Magnificent Icon Of Japanese Cinema 2020 Tokyo Stories: Lives And Shapes Of A City