Schepetiwka (; ) ist eine Stadt in der Ukraine mit etwa 42.000 Einwohnern (Stand 2019Cities & towns of Ukraine auf pop-stat.mashke.org; abgerufen am 9. Januar 2019.). Die Stadt liegt etwa 100 km nördlich der Stadt Chmelnyzkyj am Fluss Huska (). mini|links|Stadtratsgebäude im Ort

Zur Zeit der UdSSR war die Stadt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, da sich hier fünf wichtige Bahnlinien trafen, noch heute treffen hier die Bahnstrecken Kowel–Kosjatyn, Ternopil–Schepetiwka und Kelmenzi–Kalinkawitschy zusammen. Und das ist auch weiterhin so, denn seit 2022 spürt das Land regelmäßig die Auswirkungen russischer Luftangriffe.

Geschichte Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1594. Bereits 1619 erhielt der Ort erstmals Stadtrechte und wurden im Jahr 1923 neuerlich als Stadt anerkannt. Sieben Jahre später, 1930, wird die Stadt zur Hauptstadt des Rajons Schepetiwka. Seit 1954 gehören Rajon und Stadt Schepetiwka zur Oblast Chmelnyzkyj.

Die vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaute Große Synagoge wurde im Ersten und im Zweiten Weltkrieg zwar beschädigt, aber nicht zerstört. Heute (2020) ist sie sorgfältig renoviert.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 306 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977. In der Stadt befand sich auch eine deutsche Militärspionageschule.

Während des Zweiten Weltkriegs war die von den Deutschen besetzte Stadt Heimat eines sowjetischen Untergrunds und einer roten Partisanenbewegung, die von einheimischen Polen und Juden unterstützt wurde. Auch von Ukrainern unterstützte OUN-UPA-Formationen operierten in den Wäldern.

Darüber hinaus überlebte die Stadt einen Angriff der „polnischen Sitsch“-Abteilungen (19. August 1942) von Taras „Bulba“-Borovets, wahrscheinlich einem ehemaligen Abwehragenten. Diese Formation wurde von ehemaligen Offizieren der UNR-Armee aus der liberalen ukrainischen Emigrantengemeinschaft angeführt, im Gegensatz zu den Nationalisten OUN-M („Melnyk“) und OUN-B („Bandera“).

Verwaltungsgliederung Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Schepetiwka (Шепетівська міська громада/Schepetiwska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 3 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer,Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 727-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Хмельницької області" bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Schepetiwka (Шепетівська міська рада/Schepetiwska miska rada) im Westen des Rajons Schepetiwka.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Schepetiwka Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Plesna Плесна Плесна Plischtschyn Пліщин Плещин (Pleschtschin) Schylynzi Жилинці Жилинцы (Schilinzy)

Söhne und Töchter der Stadt Małgorzata Łucja Szewczyk (1828–1905), Ordensgründerin, Selige der römisch-katholischen Kirche Walentina Matwijenko (* 1949), russische Politikerin und Gouverneurin von Sankt Petersburg Oleksij Mes (1993–2024), Kampfpilot. Held der Ukraine. Nikolai Alexejewitsch Ostrowski (1904–1936), Autor von "Wie der Stahl gehärtet wurde" wohnte in seiner Kindheit in dem Ort, wie auch der Held seines Buches, Pawel Kortschagin Serhij I. Klimowytsch – Held der Sowjetunion, der diesen Titel für die Überquerung des Dnjepr erhielt.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Chmelnyzkyj Kategorie:Ersterwähnung 1594 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1619 Kategorie:Rajon Schepetiwka