mini|hochkant|Altarblatt von Josef Moroder-Lusenberg in der Pfarrkirche von St. Ulrich in Gröden (1888) mini|Überlebensgroßes Monument der Heiligen Drei Könige (portugiesisch „Três Reis Magos“) in Natal (Brasilien), 2004 mini|Wappen der Zunft zu den Drei Königen, Zürich mini|Dreikönigsfenster (1902–1904) von Józef Mehoffer in St. Nikolaus Freiburg, Schweiz
Epiphanias,Diese in den evangelischen Kirchen gebräuchliche Form ist der Genitiv des griechischen Wortes, den die lateinischen Liturgiebücher des Westens in der Fügung festum Epiphanias (Domini) übernommen hatten, vgl. Artikel in Meyers Konversations-Lexikon. Epiphania, Epiphanie (von , latinisiert epiphanīa „Erscheinung“) bzw. Epiphaniasfest ist der Name eines am 6. Januar begangenen Festes im Christentum; in der aktuellen Ausgabe der Perikopenordnung wird es als „Fest der Erscheinung des Herrn: Epiphanias“ bezeichnet. In der römisch-katholischen Liturgie entspricht dem die offizielle lateinische Bezeichnung des Tages als Sollemnitas in Epiphania Domini (Hochfest zur Erscheinung des Herrn). In Teilen, insbesondere in den orthodoxen Kirchen, findet auch die Bezeichnung Theophanie ( theophanīa „Erscheinen Gottes“) synonym hierzu Verwendung.Zu möglichen Abgrenzungen vgl.
In vielen Kalendern wird das Fest auch als Dreikönigsfest, Dreikönigstag, Heilige Drei Könige und Heiligedreikönigstag bezeichnet,Als „Epiphanias/Heiligedreikönigstag“ wird der kirchliche Feiertag am 6. Januar in § 7 Absatz 1 Buchstabe a des Niedersächsischen Gesetzes über die Feiertage in der Fassung vom 7. März 1995 (Nds. GVBl. 1995, S. 50), zuletzt geändert durch Gesetze vom 22.06.2018 (Nds. GVBl. S. 122 und 123) bezeichnet regional vereinzelt bis heute u. a. auch als Großneujahr, Hohes Neujahr, Hochneujahr oder Oberster. In Österreich wird dieser Tag auch Weihnachtszwölfer genannt. Diese Bezeichnung leitet sich vermutlich von dem alten Brauchtum ab, das Weihnachtsfest zwölf Tage lang zu begehen, wovon der letzte Tag das Fest der Erscheinung des Herrn war.
Das Fest wird von den Westkirchen der Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland zugeordnet. In den orthodoxen Kirchen ist es das Hochfest der Theophanie des Herrn, der Offenbarung der allerheiligsten Dreiheit Gottvater, Sohn und Heiliger Geist bei der Taufe Jesu ().
Kalendertag Epiphanie und Geburt Christi wurden ursprünglich am 6. Januar in einem Fest gefeiert. In der Armenischen Apostolischen Kirche ist das bis heute noch der Fall, wohingegen das Fest der Geburt Christi in der römischen Staatskirche um das Jahr 432 n. Chr. auf den 25. Dezember verlegt wurde. Durch die Kalenderreform von 1582 wurden auch die Feste von orthodoxer und katholischer Kirche gegeneinander verschoben. Der 25. Dezember des julianischen Kalenders fiel im 19. Jahrhundert auf den 6. Januar und fällt im 20. und 21. Jahrhundert auf den 7. Januar des gregorianischen Kalenders, dennoch feiern die orthodoxen Kirchen Weihnachten am 25. Dezember. Da für die armenischen Christen im Heiligen Land ebenso der julianische Kalender gilt, wird dort Weihnachten zusammen mit dem Fest der Taufe Christi als Epiphanias am julianischen 6. Januar, nach gregorianischem Kalender am 19. Januar begangen.
Nichtchristliche Vorbilder Im hellenistischen Ägypten wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Januar die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore gefeiert. Am Tag des 6. Januar folgte das Schöpfen des heilbringenden Wassers aus dem Nil.Epiphanius von Salamis adversus haereses 51
Im antiken Griechenland wurde mit den Wörtern theopháneia und epipháneia das Erscheinen einer Gottheit bezeichnet, mit ersterem auch das Vorzeigen aller Götterbilder bei einem Fest in Delphi.Das Erscheinen der Statue der Göttin Athene und ihre Begrüßung beim Plynteria-Fest in Athen schildert der Dichter Kallimachos am Endes seines Hymnus Auf das Bad der Pallas. (Kallimachos, Εἰς λουτρὰ τῆς Πάλλαδος 137 ff.: „Auftritt Athene jetzt untrüglich. Nehmt in Empfang die Göttin, ihr Mädchen! … Gruß dir, Göttin! …“)
Im antiken römischen Kaiserkult im hellenistischen Osten des Römischen Reiches formte sich ein Feiertag, der die göttliche Erscheinung des Divus als Teil des Zeremoniells beinhaltete.In der antiken römischen Reichsmetaphysik wurde zusätzlich für die Erscheinung des Herrn das Wort „Evangelium“ verwendet, so z. B. wiedergegeben in einem Beschluss der griechischen Bürger der Reichsprovinz Asia: „Die Vorsehung […] hat in Fürsorge und Großmut unser Dasein mit dem höchsten Schmucke gekrönt, da sie Augustus […] uns sandte als Heiland […]. Die Epiphanie des Kaisers [Augustus] hat die Hoffnungen (und Gebete) der Vorzeit überschwenglich erfüllt. […] Für den Kosmos aber begann mit dem Geburtstag des Gottes (Augustus) die Reihe der Evangelienfeste, die ihm zu Ehren gefeiert werden.“ In Ethelbert Stauffer: Jerusalem und Rom im Zeitalter Jesu Christi. Bern 1957; vgl. auch Vespasians Epiphanie und Evangelienfest in Josephus’ Bellum Judaicum 4, 10, 6, 618. Der Ritus wurde ebenfalls zu Beginn des Januars gefeiertJedoch nicht ausschließlich, denn jeder divinisierte Kaiser hatte eigene Evangelienfeste und Epiphanieproklamationen, an denen seine Erscheinung gefeiert wurde. und basierte auf der Epiphanie Iulius Caesars, der beim Überschreiten des Rubikon am 10. Januar 49 v. Chr. vom Volk als Heiland und lebender Gott (wahrscheinlich Divus Iulius) begrüßt und angebetet wurde.Manfred Clauss: Kaiser und Gott. Stuttgart/Leipzig 1999; vgl. auch die Epiphanie Caesars in Corfinium (Caesar: De Bello Civili. I.21).
Grundsätzlich bedeutete die Epiphanie nichts anderes als adventus, die Ankunft des römischen Herrschers und „seinen glückverheißenden Einzug in eine Stadt“.„Einleitung“ in Schott: Römisches Messbuch.Adventus Caesaris in Aulus Hirtius: De Bello Gallico. (VIII.51).
Spätestens im 2. Jahrhundert entstand in der Ostkirche das christliche Epiphanias- oder Theophaniefest,Griechisch ἐπιφάνεια τοῦ κύριου epipháneia toú kýriou „Erscheinung des Herrn“ (ἐπιφανείας epiphaneías ist Genitiv zu ἐπιφάνεια epipháneia); weiterhin: θεοφάνια theophánia „Erscheinung Gottes“; andere in der Antike gebräuchliche Namen sind: (1) τά ἐπιφάνεια tá epiphania oder ἡ ἐπιφανής he epiphanēs, sc. ἡμέρα hemera (selten ἡ ἐπιφάνεια he epipháneia; aber z. B. in Athanasius: ἡ σωματική ἐπιφάνεια he sōmatiké epipháneia); θεοφανία theophanía (lat. dies epiphaniarum, festivitas declarationis, manifestationis, apparitio, acceptio); (2) ἡμέρα τὸν φωτόν heméra tòn phōtón (lat. dies luminum, dies lavacri); (3) φαγιφανία, βηθφανία phagiphanía, Bēthphanía etc.; (4) Festum trium regum u. a., z. B. denho im syro-aramäischen Christentum. das bis zum 4. Jahrhundert das alte Ritual des Kaiserkultes überlagert hatte.Auch heute sind in einigen christlichen Volkstraditionen noch Reste des Kaiserkultes im Epiphaniasritual zu erkennen wie die Bootsprozession während des zypriotischen Phota (Fest des Lichtes), die wahrscheinlich die Überschreitung des Rubikon darstellt. Allgemein ist das Wasser – versinnbildlicht auch in der Taufe – ein wichtiges Element des Epiphaniasfestes geblieben. Auch in Westeuropa haben sich Teile des antiken römischen Festes, das in der Ausführung den Saturnalia nicht unähnlich war, im heutigen Befana-Fest (von Epiphania) in Rom gehalten. Der militärische Charakter der Erscheinung des Herrn aus vorchristlicher Zeit hat sich auch im sizilianischen Epiphaniefest gehalten (Besetzung der Kirche durch Priester in bewaffneter Begleitung).
Nach der konstantinischen Wende gingen einige Elemente des vorchristlichen Epiphaniaskultes, sofern sie sich auf Christus übertragen ließen, in die Liturgie ein. Die kaiserlichen Epiphanie-Riten hielten sich in Byzanz bis zum Untergang des oströmischen Reiches, allerdings immer eingeschränkter, da die Stellung der divinisierten Caesaren als römische Staatsgötter gegenüber der Rolle des lebenden Herrschers als Stellvertreter Christi zurückgedrängt wurde. Das ursprüngliche Datum der Epiphanie ist unbekannt. Die älteste sichere QuelleClemens: Strom. I, XXI, 145. In: P.G., VIII, 888; vgl. Katholische Enzyklopädie. (1997–2007) nennt neben dem 20. Mai vor allem den 10. Januar, aber auch den heute gebräuchlichen 6. Tag des neuen Jahres. An diesem Tag, berichtet Clemens von Alexandria, feierte die gnostische Sekte der Basilidianer die Taufe Jesu, durch die nach ihrem Verständnis der Mensch Jesus Sohn Gottes wurde.
Christliche Theologie und Liturgie Mit „Erscheinung“ ist die menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi gemeint. Dabei wird der Geburt Jesu mit der Verehrung durch die jüdischen Hirten, der Anbetung der Weisen , seines kindlichen Wirkens bis zu seiner Taufe im Jordan und seines ersten Wunders bei der Hochzeit zu Kana gedacht. Die abendländische Kirche (Westkirche), welche Jesu Geburt am 25. Dezember (Weihnachten) begeht, übernahm später das Epiphanie-Fest, feierte jedoch statt der Geburt die „drei Wunder“ der Anbetung der Könige (auch „Anbetung der Weisen“ genannt), der Taufe Jesu im Jordan und der Hochzeit zu Kana. Das Fest kann als „Königsfest“ bezeichnet werden, da es besonders die Erscheinung der königlichen Macht Jesu Christi und seine Anbetung als König betont. Dieser Gedanke wurde 1925 von Papst Pius XI. in der römisch-katholischen Kirche zum Thema eines eigenen Festes, des Christkönigsfestes, erhoben.Heinrich von Meurers: Das Königtum Christi. In: Pastor Bonus Bd. 37 (1926), S. 10–38, hier S. 24f.
Die geltenden Lese- und Perikopenordnungen in den evangelischen, katholischen und anglikanischen Kirchen beziehen sich mit dem Evangelium vor allem auf die Anbetung der Weisen, so dass dieser Festinhalt naturgemäß im Vordergrund steht. Die römisch-katholische Leseordnung benennt die gebotene alttestamentliche Lesung sowie die Epistel . In der evangelischen Perikopenordnung ist der Jesaja-Text in Reihe III ebenfalls für die alttestamentliche Lesung vorgesehen. Die Epistel (Reihe II) ist . Dort kommen als weitere Lesungen (Reihe IV), (Reihe V) und (Reihe VI), sowie die optional nutzbaren Texte , und (IV) hinzu.
Die Taufe im Jordan ist dem folgenden Sonntag – in der römisch-katholischen Kirche als Fest der Taufe des Herrn, im evangelischen Kirchenjahr als 1. Sonntag nach Epiphanias bezeichnet –, die Offenbarung bei der Hochzeit zu Kana dem wiederum darauf folgenden „2. Sonntag nach Epiphanias“ (evangelisch) bzw. dem „2. Sonntag im Jahreskreis“ im Lesejahr C (katholisch) zugeordnet. In vorherigen evangelischen Perikopenordnungen wurde das Evangelium von der Taufe Jesu noch an Epiphanias gelesen.Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen, 1930, , Anhang S. 55.
Es wird angenommen, dass die Epiphanie in der Westkirche erst nach der dortigen Einführung des Weihnachtsfestes, also frühestens im 4. Jahrhundert, liturgisch anerkannt wurde.
mini|Traditionelles Eisbaden zu Epiphanias am 19. Januar in Kasan (Russland) Die Ostkirche feiert seit der Einführung von Weihnachten am 25. Dezember im Kirchenjahr mit Epiphanias nur mehr die „Taufe Jesu“, bei den Slawen verbunden mit einer Segnung des Wassers („Große Wasserweihe“) und häufig einer Prozession zu einem Gewässer. Da ein Teil der Orthodoxie, vor allem in Russland und Serbien, liturgisch am julianischen Kalender festhält, wird das orthodoxe Weihnachten in den betroffenen Ländern derzeit am 7. Januar und Epiphanie erst am 19. Januar begangen.
In der Liturgie der katholischen Kirche wird das Fest der Erscheinung des Herrn als Hochfest gefeiert. Bis 1955 hatte das Fest zudem einen Vigiltag am 5. Januar und eine Oktav, die am 13. Januar endete; von dieser blieb nach ihrer Abschaffung durch Papst Pius XII. noch der ehemalige Oktavtag übrig, an dem bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils das Fest der Taufe des Herrn gefeiert wurde. Die Vigilfeier des Festes der Erscheinung hatte ein eigenes liturgisches Proprium. Auch der Kalender der evangelischen Kirche enthält das Fest Epiphanias.
Gesetzlicher Feiertag