Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Heilbronn Fläche: 195 km² Gliederung: 23 Kirchengemeinden Gemeindeglieder: ca. 28.539 (31. Dez. 2009) Adresse desDekanatamtes: Mörikestr. 674336 Brackenheim Dekanin: Brigitte Müller Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Brackenheim innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg
Der Evangelische Kirchenbezirk Brackenheim war ein Kirchenbezirk der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Brackenheim. Zum 1. Januar 2025 fusionierte er mit dem Kirchenbezirk Heilbronn zum Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim.
Geografie Der Kirchenbezirk Brackenheim lag in der nördlichen Mitte der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste den Südwesten des Landkreises Heilbronn, also das Gebiet der politischen Städte und Gemeinden Brackenheim, Cleebronn, Güglingen, Massenbachhausen, Nordheim, Pfaffenhofen, Schwaigern und Zaberfeld sowie den Stadtteil Kleingartach der Stadt Eppingen.
Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Brackenheim grenzte zuletzt an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten): Heilbronn (Prälatur Heilbronn), Besigheim und Vaihingen-Ditzingen (beide Prälatur Stuttgart) sowie Mühlacker (Prälatur Heilbronn). Im Nordwesten hatte der Kirchenbezirk eine Grenze mit der Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenbezirk Kraichgau).
Geschichte mini|hochkant|Evang. Stadtkirche Brackenheim
Das Dekanat Brackenheim wurde 1547 errichtet, also kurze Zeit nach Einführung der Reformation in Württemberg. Es gehörte somit zu den ältesten Dekanaten der Landeskirche. Zum Dekan wurde der Stadtpfarrer von Brackenheim ernannt. Doch hatte der Dekan nicht immer in Brackenheim seinen Sitz. Zeitweise waren auch Güglingen (z. B. zwischen 1607 und 1664) und Lauffen am Neckar Sitz des gemeinsamen Dekanats für Brackenheim, Güglingen und Lauffen. Ab 1732/1747 wurde in Güglingen ein eigenes Dekanat errichtet. Lauffen war von 1669 bis 1731 und von 1747 bis 1811 Sitz eines eigenen Dekanats. 1811 wurde das Dekanat Güglingen mit dem Dekanat Brackenheim vereinigt. Das Dekanat Lauffen hingegen wurde 1813 auf die vier Nachbardekanate Marbach, Besigheim, Heilbronn und Weinsberg aufgeteilt, wobei die meisten Pfarreien dem Dekanat Besigheim zugeordnet wurden.
Das Dekanat Brackenheim gehörte nach seiner Gründung zum Generalat Lorch, ab 1599 zum Generalat Adelberg. Seit 1810 war es dem Generalat Heilbronn zugeordnet, aus der die heutige Prälatur Heilbronn hervorging.
Infolge der Auflösung einiger Kreise bzw. Oberämter in Württemberg 1939 wurden auch die kirchlichen Verwaltungsbezirke teilweise neu gegliedert. So wurden mit Wirkung vom 1. April 1939 die Kirchengemeinde Klingenberg in den Kirchenbezirk Heilbronn und die Kirchengemeinden Häfnerhaslach, Ochsenbach und Spielberg in den Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz umgegliedert.
Zum 1. Januar 2025 wurde der Kirchenbezirk aufgehoben und die Gemeinden mit denen des Kirchenbezirks Heilbronn im neuen Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim zusammengeschlossen, der zugleich Rechtsnachfolger der beiden Kirchenbezirke ist.
Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan. Die letzte Dekanin war seit 2019 Brigitte Müller, die zugleich eine der Pfarrerinnen an der Stadtkirche in Brackenheim war.
Dekane des Kirchenbezirks Brackenheim seit 1797 mini|Ehemaliges Dekanatsgebäude, genutzt bis 1977 1797–1811 Ernst Christoph Joseph Uhland, ab 1802 zugleich Dekan von Güglingen 1811–1833 Gottlob Friedrich Jakob König 1833–1834 Joseph Albrecht Steudel 1834–1839 Christian Gottlob Moser 1840–1846 Karl Friedrich Majer 1846–1853 Ludwig von Georgii (1810–1896) 1853–1866 Friedrich von Brackenhammer (1810–1889) 1866–1880 Karl Friedrich Jäger (1825–1903) 1880–1893 Wilhelm Eduard Richard Huber (1833–1893) 1895–1910 Gustav Pezold (1850–1931) 1910–1929 Paul Metzger (1869–1937) 1930–1939 Friedrich Pfäfflin 1939–1947 Hans Völter (1877–1972) 1947–1953 Hermann Gölz (1902–1964) 1953–1967 Theodor Richter 1967–1978 Richard Glück (1913–2000) 1978–1993 Paul Büttner (* 1929) 1993–2008 Dr. Werner-Ulrich Deetjen (* 1943) 2009–2019 Jürgen Höss (* 1954) 2019–2024 Brigitte Müller (* 1959)
Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk gab es zuletzt 24 Kirchengemeinden. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.
Das Gebiet des Kirchenbezirks gehört überwiegend zum alten Kernland Württemberg, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Daher ist das gesamte Gebiet überwiegend evangelisch geprägt, und es gibt auch fast in jedem Dorf eine evangelische Kirchengemeinde und meist auch eine alte Kirche. In allen Orten zogen Katholiken überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Lediglich Massenbachhausen und Stockheim waren überwiegend katholische Orte.
Botenheim mini|120px|Evang. Kirche Brackenheim-Botenheim
Die Kirchengemeinde Botenheim (ca. 780), die mit der Kirchengemeinde Meimsheim eine Verbundkirchengemeindebildet,Website der Verbundkirchengemeinde. umfasst den Stadtteil Botenheim der Stadt Brackenheim. Eine Pfarrkirche zu „Unserer Lieben Frau“ wird 1351 erstmals erwähnt. Über das Hochstift Worms gelangte die Botenheimer Marienkirche an die Herren von Magenheim, dann an von Talheim und über die Hofwart an das Haus Württemberg, das sie 1443 im Tausch gegen Güter im Zabergäu dem Kloster Frauenzimmern inkorporierte. Das Schiff der romanischen Chorturmkirche wurde 1745 vergrößert. Die Kirche wurde vielfach renoviert, zuletzt umfassend von 1955 bis 1961. Das Altarkreuz wurde 1686 erworben.
Brackenheim Die Kirchengemeinde Brackenheim (ca. 3000) umfasst die Kernstadt der Stadt Brackenheim. Bereits 1476 wurde vom Landkapitel Schwaigern das Kapitel Brackenheim abgetrennt, das nach Einführung der Reformation durch ein Dekanat ersetzt wurde. Die Stadtkirche St. Jakobus ist eine frühgotische Chorturmkirche, das Schiff ist hochgotisch. 1509 wurde die Sakristei angebaut. Die Kirche besitzt zwei Reliefs aus dem Frühbarock mit Passionsszenen. 1863 und 1965 wurde die Kirche renoviert. Etwas älter als die Stadtkirche ist die beim Friedhof gelegene Johanniskirche vom Anfang des 13. Jahrhunderts.
Cleebronn Die Kirchengemeinde Cleebronn (ca. 1600) umfasst die Gemeinde Cleebronn. Der Ort bestand bis 1843 aus zwei selbständigen Gemeinden, Alt-Cleebronn und Neu-Cleebronn, die damals zur Gemeinde Cleebronn vereinigt wurden. Sie hatten daher auch eine unterschiedliche kirchliche Entwicklung, zumal zwischen beiden Gemeinden die Bistumsgrenze von Worms und Speyer verlief. Alt-Cleebronn gehörte als Filiale von Botenheim zum Bistum Worms und Neu-Cleebronn mit dem Michaelsberg zum Bistum Speyer. In Alt-Cleebronn wurde 1351 erstmals eine Kapelle St. Raphael genannt. Sie wurde 1480 zur Pfarrkirche erhoben. Der Chor der zum Teil noch frühgotischen Kirche wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen. Neu-Cleebronn gehörte zunächst zum Hochstift Mainz, 1492/97 den Herren von Liebenstein, 1657 wieder zu Mainz und kam 1785 an Württemberg. Kirchlich gehörten die Bewohner zur Pfarrei auf dem Michaelsberg. Seit dem 17. Jahrhundert gingen sie in Alt-Cleebronn zur Kirche, was ab 1739 amtlich anerkannt wurde. Die Kirche auf dem Michaelsberg ist bis heute katholisch.
Dürrenzimmern mini|links|120px|Evang. Kirche Brackenheim-Dürrenzimmern
Die Kirchengemeinde Dürrenzimmern (ca. 800) umfasst den Stadtteil Dürrenzimmern der Stadt Brackenheim. Bis 1475 war der Ort kirchlich eine Filiale von Meimsheim, doch gab es bereits 1350 eine der Hl. Maria geweihte Kapelle, die 1475 zur Pfarrkirche erhoben wurde. Die Kirche wurde 1945 völlig zerstört. An ihrer Stelle wurde die heutige Maria-Magdalenen-Kirche 1947 erbaut.
Eibensbach mini|120px|Evang. Kirche Güglingen-Eibensbach
Die Kirchengemeinde Eibensbach (ca. 450), die mit der Kirchengemeinde Frauenzimmern eine Verbundkirchengemeinde bildet,Website der Verbundkirchengemeinde. umfasst den Stadtteil Eibensbach der Stadt Güglingen. Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Güglingen, nach der Reformation zu Frauenzimmern und ab 1588 wieder zu Güglingen. 1843 wurde eine eigene Pfarrei errichtet. An der alten Marienkapelle wurde jedoch bereits 1457 eine Kaplanei gestiftet. Die Marienkirche hat einen romanischen Turm. Das Schiff wurde 1766 angebaut und später umgebaut.
Frauenzimmern mini|hochkant|Evang. Kirche Güglingen-Frauenzimmern
Die Kirchengemeinde Frauenzimmern (ca. ) umfasst den Stadtteil Frauenzimmern der Stadt Güglingen. Eine Kirche St. Martin wird bereits 1182 erwähnt. Über Walter von Lauffen kam die Martinskirche an ein Chorherrenstift, dann an die von Magenheim und schließlich 1307 an das Kloster Mariental/Frauenzimmern. Die romanische Chorturmanlage wurde 1948 restauriert. Sie besitzt ein Epitaph für Jörg Erzberger aus dem Jahr 1606. Die frühere Stift- und Klosterkirche St. Cyriakus aus dem 13. Jahrhundert ging im 16. Jahrhundert ab.
Güglingen Mauritiuskirche mini|120px|links|Evang. Mauritiuskirche Güglingen
Die Kirchengemeinde Güglingen (ca. 2100) umfasst die Kernstadt von Güglingen. Die Kirche St. Mauritius wurde 1295 erstmals erwähnt. Über das Kloster zum Hl. Grab kam die Kirche 1541 an Württemberg. Die heutige Pfarrkirche wurde 1752 erbaut, nur der Ostturm der spätgotischen Kirche ist noch erhalten. Am Turmsockel ist ein Renaissancegrabmal zu sehen. 1849 Zerstörung nach Stadtbrand und anschließendem Wiederaufbau im Kameralamtsstil. Die Fassade ist bis heute so erhalten. 1976 grundlegende Renovierung der Mauritiuskirche im Innenbereich. Es sind hierbei verschiedene neue Räume entstanden, die für unterschiedliche Gemeindeaktivitäten genutzt werden. mini|140px|rechts|Evang. Mauritiuskirche Güglingen – Kaminzimmer
Kapelle Sankt Leonhard mini|150px|links|Kapelle Sankt Leonhard
Die Güglinger Leonhardskapelle wurde 1476 wahrscheinlich gestiftet und erstmals 1480 urkundlich erwähnt. St. Leonhard gab der Kapelle ihren Namen. 1752 war die Grundsteinlegung für einen Neubau der mittlerweile baufälligen Kapelle. Ab 1849, nach dem Güglinger Stadtbrand, dem die Stadtkirche zum Opfer fiel, wurde die Kapelle übergangsweise zur Pfarrkirche.
Haberschlacht-Stockheim Die Kirchengemeinde Haberschlacht-Stockheim (ca. ) umfasst die Stadtteile Haberschlacht und Stockheim der Stadt Brackenheim. Haberschlacht war bis 1472 kirchlich eine Filiale von Brackenheim, wurde dann selbständige Pfarrei. Das Patronatsrecht stand jedoch bis 1670 der Universität Tübingen zu. Die wohl dem Hl. Jakob geweihte Kirche wurde 1791 anstelle einer mittelalterlichen Kirche erbaut. Sie besitzt einen kreuzrippengewölbten Chorturm. Im Innern gibt es eine Renaissancekanzel.
Der Nachbarort Stockheim blieb nach der Reformation katholisch. Er gehörte dem Deutschen Orden. Evangelische Einwohner zogen überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Sie wurden der Kirchengemeinde Haberschlacht zugeordnet, welche durch Verfügung des Oberkirchenrats vom 6. Februar 2002 in Kirchengemeinde Haberschlacht-Stockheim umbenannt wurde.
Hausen an der Zaber mini|150px|Evang. Georgskirche Brackenheim-Hausen a.d.Z.
Die Kirchengemeinde Hausen an der Zaber (ca. 1350) umfasst den Stadtteil Hausen an der Zaber der Stadt Brackenheim. Kirchlich war Hausen eine Filiale von Meimsheim, doch ist 1451 eine Kapelle erwähnt, die 1468 zur Pfarrei erhoben wurde. Patron der Kirche war ab 1543 der Hl. Georg. Das Langhaus der Georgskirche wurde 1961 neu erbaut. Der Chorturm ist aber noch alt und hat romanische, hoch- und spätgotische Elemente mit spätgotischen Wandmalereien, ferner ein Ritterstandbild.
Kleingartach mini|links|120px|Evang. Martinskirche Eppingen-Kleingartach