Eröffnung: 26. Mai 1974 (erster Teilabschnitt) Linien: , Stationen: 18
Die U-Bahn-Strecke B oder B-Strecke ist die zweite Strecke im Netz der sogenannten U-Bahn Frankfurt. Sie führt in Ost-West-Richtung vom Hauptbahnhof über die Altstadt zur Konstablerwache, wo sie sich in zwei Äste nach Bornheim (Linie U4) und Preungesheim (Linie U5) aufspaltet. Die ursprünglich als eigenständige Grundstrecke geplante D-Strecke stellt ab dem Hauptbahnhof eine Verlängerung der U4 zur Bockenheimer Warte dar.
Der nördliche Ast nach Preungesheim wurde 1974 als B1 eröffnet und verkehrt seit Mai 1978 als Linie U5. Ein großer Teil der Strecke besteht aus einer ehemaligen Straßenbahnstrecke, die in der Eckenheimer Landstraße auf straßenbündigem Bahnkörper verläuft. Auch auf den Streckenteilen mit besonderem Bahnkörper waren die Bahnsteige zunächst sehr niedrig, sodass auf der Linie nur die umgebauten Straßenbahnwagen des Typs Ptb verkehren konnten. 2013 bis 2016 wurden die oberirdischen Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut. Seit 9. Oktober 2016 verkehren auch auf der Linie U5 die U-Bahn-Wagen vom Typ U5. VGF, abgerufen am 17. Oktober 2016
Die 1980 eingeweihte U4 verläuft zwischen Bockenheim und Bornheim ausschließlich auf unabhängigem Bahnkörper und in Tunnellage. 2008 wurde die Linie über die bisherige Endstation Seckbacher Landstraße hinaus auf existierenden Gleisen durch den Betriebshof Ost zur Schäfflestraße im Stadtteil Riederwald verlängert und fuhr damit erstmals auch teilweise oberirdisch. Im Dezember 2008 ging dieser Probebetrieb in den Regelbetrieb über, wobei die Linie zusätzlich bis nach Enkheim verlängert wurde. Dorthin fährt jeder zweite bis dritte Zug der Linie U4 auf besonderem Bahnkörper im Verlauf der Borsigallee, den bestehenden oberirdischen Gleisen der C-Strecke zusammen mit der Linie U7. Die Linie U4 ist seitdem wie die anderen Frankfurter U-Bahn-Linien nicht auf der gesamten Strecke vom Individualverkehr unabhängig.
Verlauf, Streckenbeschreibung Tabellarische Auflistung der Streckenabschnitte Die B-Strecke lässt sich in drei Streckenabschnitte unterteilen: in die von den Linien U4 und U5 gemeinsam genutzte Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache sowie in zwei Streckenäste, in die sich die Stammstrecke an der Konstablerwache verzweigt. Kurz nach dieser zentralen Station verlässt die U5 am Scheffeleck die B-Strecke und den U-Bahn-Tunnel, während die U4 weiter in Richtung Bornheim verkehrt. Der dicht bebaute Innenstadtbereich wird dabei nicht verlassen. Bis zur einstigen Endhaltestelle Seckbacher Landstraße verläuft die Strecke komplett unterirdisch. Damit sind die Züge der Linie U4, die an dieser Station wenden, die einzigen ausschließlich unterirdisch fahrenden Stadtbahnen in Frankfurt.
Die Linie U4 befährt außerdem Teile der C- und D-Strecke: Sie endet nicht wie die U5 am Hauptbahnhof, sondern fährt noch zusätzlich als einzige Stadtbahnlinie die Stationen Festhalle/Messe und Bockenheimer Warte der D-Strecke an. Dieses knapp zwei Kilometer lange Stück ist der – nach der Eröffnung der Riedbergspange der U8 und U9 (2010) – zweitjüngste Abschnitt im U-Bahn-Netz, er wurde 2001 eröffnet. Die Linie U4 wurde am anderen Ende der B-Strecke ebenfalls verlängert: Seit dem 14. Dezember 2008 fahren einige ihrer Züge über das Gelände des Betriebshofs Ost einen Teil der C-Strecke an, bis zur Endhaltestelle Enkheim der Linie U7. (Probeweise war die Linie bereits von Juni bis Dezember 2008 bis zur Station Schäfflestraße verlängert worden.)
Offiziell werden die B-Strecke und die Linien U4 und U5 von West nach Ost wie folgt in Abschnitte eingeteilt. Diese sind in der Regel mit römischen Zahlen nummeriert; bei Anschlussstrecken verwendet man jedoch arabische Zahlen:
Anschlussstrecke B IV Höchst – Mainzer Landstraße – Platz der Republik bis Güterplatz in Planung, ab Güterplatz Realisierung nicht absehbar Anschlussstrecke Teilabschnitt 3http://www.vgf-ffm.de/fileadmin/data_archive/Bauvorhaben/Anl-2-4_fOeB_RQ-Station-oberirdisch.pdf Römerhof – Güterplatz in Bau (Teil der D-Strecke) Bockenheimer Warte – Hauptbahnhof in Betrieb U4 Teil der Stammstrecke B II Wendeanlage Düsseldorfer Straße – Hauptbahnhof – Gutleutstraße in Betrieb U4, U5 Teil der Stammstrecke B I Gutleutstraße – Konstablerwache – Rampe Scheffeleck in Betrieb U4 (bis Konstablerwache), U5 Anschlussstrecke B 1 Scheffeleck – Preungesheim (– Frankfurter Berg) bis Preungesheim in Betrieb U5; ab Preungesheim in Planung Anschlussstrecke B 2 Konstablerwache – Seckbacher Landstraße (– Atzelberg – Bergen) bis Seckbacher Landstraße in Betrieb U4, ab Seckbacher Landstraße Realisierung nicht absehbar Anschlussstrecke namenlos Seckbacher Landstraße – Betriebshof Ost – Schäfflestraße in Betrieb U4 (Teil der C-Strecke) Schäfflestraße – Enkheim in Betrieb U4, U7
Hauptbahnhof – Konstablerwache mini|links|Zwischengeschoss im U-Bahnhof Dom/Römer Unter dem Bahnhofsvorplatz und der darunterliegenden unterirdischen Einkaufspassage liegt der viergleisige U-Bahnhof Hauptbahnhof, der als Gemeinschaftsbahnhof für die B- und die D-Strecke errichtet wurde. Er besitzt zwei Mittelbahnsteige, die gemäß langfristiger Planung von der Nord-Süd-Linie D und der Ost-West-Linie B im Richtungsbetrieb befahren werden sollen. Zurzeit existieren hier jedoch nur der östliche Ast der B-Strecke und der nördliche Ast der D-Strecke, die deshalb bis auf weiteres durchgängig von der Linie U4 befahren werden. Die Linie U4 nutzt Richtung Bockenheim, gemeinsam mit der dort endenden Linie U5, das innere Gleis des Bahnhofs. Die am Hauptbahnhof startende Linie U5 befährt seit Inbetriebnahme der Verlängerung der U4 zur Bockenheimer Warte in Richtung Preungesheim das andere Innengleis, das äußere westliche Gleis wird von der Linie U4 Richtung Bornheim benutzt. Das östliche Außengleis ist für die bisher nicht realisierte südliche D-Strecke vorgesehen und seit der Eröffnung des Bahnhofs außer Betrieb. Am Hauptbahnhof, dem wichtigsten Nahverkehrsknoten der Region, besteht Übergang zur hier unterirdisch geführten S-Bahn, deren Tunnelbahnhof unter dem U-Bahnhof liegt, zur Straßenbahn, Stadt- und Regionalbussen sowie zum Regional- und Fernverkehr.
Der Streckentunnel schließt sich südlich an die Station an und beschreibt zunächst eine Linkskurve unter einem Häuserblock des Bahnhofsviertels hindurch, um schließlich in den Verlauf der Gutleutstraße einzubiegen. In ihrem Verlauf erreicht die Strecke den U-Bahnhof Willy-Brandt-Platz. Dieser war 1974 der erste Umsteigebahnhof im Frankfurter U-Bahn-Netz. Die Station der B-Strecke liegt unter der der A-Strecke, beide Bahnhöfe haben Seitenbahnsteige. Der Bahnhof befindet sich im Frankfurter Bankenviertel an der Neuen Mainzer Straße, der Eurotower der Europäischen Zentralbank besitzt einen direkten Zugang, den die Leitung der EZB allerdings hat schließen lassen. Am Willy-Brandt-Platz selbst steht die Oper Frankfurt, die sich mit dem Schauspielhaus ein Gebäude teilt.
Die Strecke verläuft weiter durch die ehemalige Frankfurter Altstadt, zunächst durch die Weißfrauenstraße, dann durch die Münzgasse und durch die Limpurgergasse am Römer, um schließlich den Römerberg, den zentralen Platz der Altstadt, zu unterfahren. In Höhe des Historischen Gartens, den ausgegrabenen Fundamenten der fränkischen Königspfalz, schließt sich, tief unter dem ältesten Frankfurter Siedlungsboden, der U-Bahnhof Dom/Römer an. Er verfügt über einen Mittelbahnsteig, eine mit Spolien der 1944 vernichteten Altstadt geschmückten Verteilerebene und die wahrscheinlich längsten Rolltreppen der Frankfurter Schnellbahnstationen, die zum östlichen Ausgang am Fuße des Westturms des Kaiserdoms führen. Nördlich dieses Ausgangs lag das zeitgleich errichtete Technische Rathaus, das inzwischen jedoch abgerissen wurde, um an dieser Stelle Teile der Frankfurt Altstadt zu rekonstruieren.
Jenseits des Bahnhofs unterfährt die U-Bahn den Domplatz und verläuft durch die Kannengießergasse bis zur Fahrgasse, die sie kreuzt und anschließend in einem weiten Bogen unter zwei Häuserblocks und dem Dominikanerkloster hindurch in nördliche Richtung schwenkt. Im Verlauf der breiten Kurt-Schumacher-Straße erreicht sie schließlich die Konstablerwache. Dieser große, nach einer ehemaligen Polizeistation benannte Platz auf der Zeil ist einer der wichtigsten Punkte der Frankfurter Einkaufscity und aufgrund seiner dürftigen städtebaulichen Gestaltung bereits seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Neuplanungen. Unterhalb des Platzes, der als Fußgängerzone ausgewiesen ist, befindet sich ein großer unterirdischer Schnellbahnknoten. Im zweiten Untergeschoss liegt der dreigleisige Bahnhof der B-Strecke, quer dazu unter ihm der viergleisige Gemeinschaftsbahnhof der C-Strecke und der S-Bahn, an dessen beiden Mittelbahnsteigen S- und U-Bahn jeweils am gleichen Bahnsteig halten. Die Linien der B-Strecke nutzen in Richtung Hauptbahnhof zwei Gleise, weil hier die Linien aus Bornheim (U4) und Preungesheim (U5) zusammentreffen. In der Gegenrichtung nutzen beide Linien dasselbe Gleis, der Streckentunnel verzweigt sich erst nach Verlassen des Bahnhofs.
Konstablerwache – Bornheim (– Enkheim) mini|links|U-Bahnhof Bornheim Mitte
Nördlich des Bahnhofs Konstablerwache, unterhalb der Konrad-Adenauer-Straße, teilt sich der Streckentunnel in zwei Äste. Der westliche Ast, von der U5 befahrene, führt zur Eschenheimer Anlage und der Strecke in der Eckenheimer Landstraße, der östliche Ast der U4 führt unter dem Friedberger Tor und dem Bethmannpark hindurch nach Osten Richtung Bornheim und Enkheim.
Hier erreicht die U-Bahn zunächst den Stadtteil Nordend und die Berger Straße. Die Berger Straße ist eine beliebte Einkaufsstraße und ein wichtiges Ausgehziel in einen gründerzeitlichen Wohnbezirk mit vielen Cafés und Kneipen. Aufgrund des schmalen Straßenquerschnitts der Berger Straße wurden die beiden Tunnelröhren hier erstmals in Frankfurt nicht nebeneinander, sondern übereinander gebaut. Entsprechend bestehen die drei Bahnhöfe in dieser Straße aus zwei übereinander liegenden eingleisigen Stationen.
Die erste dieser Stationen ist der U-Bahnhof Merianplatz unter dem gleichnamigen Platz, dem Zentrum der Unteren Berger Straße. Mitten auf dem Platz steht das Merianbad, nicht etwa ein Schwimmbad, sondern eine ehemalige öffentliche Badeanstalt für Bürger, die kein eigenes Badezimmer besaßen.
Die U-Bahn folgt weiter dem Verlauf der Berger Straße bis zur Kreuzung Höhenstraße, einem Teilstück des Alleenrings. Unterhalb der Kreuzung liegt der U-Bahnhof Höhenstraße, von wo aus auf die über den Alleenring verkehrende Stadtbuslinie 32 umgestiegen werden kann. Die Höhenstraße trennt den südlichen, zum Nordend gehörenden Teil der Berger Straße vom nördlichen, Bornheimer Abschnitt.
Im folgenden Abschnitt der Berger Straße liegen einige wichtige Einrichtungen, wie die katholische Kirche St. Josef, das wenige Schritte entfernte Bürgerhaus Bornheim und das ehemalige Berger Kino, das eines der ältesten Programmkinos der Stadt war. Zwischen der Kreuzung mit der Wiesen-, Mainkur- und Spessartstraße am Uhrtürmchen und der Kreuzung mit der Saalburgstraße liegt der U-Bahnhof Bornheim Mitte, der wichtigste ÖPNV-Knoten des Stadtteils. Hier ist die Berger Straße Fußgängerzone, Marktplatz und Stadtteilzentrum. Auf der kreuzenden Saalburgstraße verkehren die Straßenbahnen der Linie 12 und mehrere Stadtbuslinien.
mini|links|Rampe zum Betriebshof Ost
Am „Bornheimer Fünffingerplätzchen“ verlässt die Strecke die Berger Straße. Sie kreuzt dann die Rendeler Straße, Gronauer Straße, die Straße „Alt-Bornheim“, Turmstraße und schwenkt unter der Straße „Am Rötheneck“ in die Seckbacher Landstraße ein. Nach rund 200 Metern folgt der U-Bahnhof Seckbacher Landstraße.
Verlängerung bis Enkheim