mini|Mittweida am 1. September 2009 während der Vorbereitungen zum Tag der Sachsen mini|Ortsschild von Oelsnitz zum Tag der Sachsen mit Maskottchen Karli

Der Tag der Sachsen ist das Landesfest und das größte Volks- und Heimatfest im Freistaat Sachsen. Seit 1992 wird er am ersten Septemberwochenende in einer jeweils anderen sächsischen Stadt durchgeführt. Im Jahr 2002 fiel er wegen des Hochwassers der Freiberger Mulde in Döbeln aus, die Ausgaben 2020 und 2021 wurden wegen der Corona-Pandemie und 2022 aus Kostengründen abgesagt. 2023 fand das Fest in Aue-Bad Schlema statt, 2024 fiel es mangels einer Bewerberstadt erneut aus. Sebnitz richtete den Tag der Sachsen 2025 unter dem Motto „Auf blühende Erlebnisse!“ aus. Das Volksfest soll ab 2025 nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Der nächste Tag der Sachsen ist in Plauen im Vogtland vom 18. bis 20. Juni 2027 geplant.Sächsische Zeitung, 3. Februar 2026, Seite 8

Mit dem Festtag ist ebenfalls seit 1992 die Herausgabe einer offiziellen Gedenkmedaille aus Edelmetall verbunden. Verantwortlich für den Medaillenentwurf sind unter anderem die Bürgermeister der Ausrichterstädte, ein jeweils eingesetzter Projektleiter und die Sächsische Numismatische Gesellschaft mit ihrem Präsidenten Rudolf Reimann. Die Medaille kann vor, während und nach den Festveranstaltungen von Besuchern erworben werden.Pressemitteilung der Stadtverwaltung Aue-Bad Schlema vom 12. Dezember 2019: Einladung zur Videopräsentation und Vorstellung der Medaille zum Tag der Sachsen 2020 in Aue-Bad Schlema.

Träger und Veranstalter Getragen wird der Tag der Sachsen vom Kuratorium Tag der Sachsen, dem Vertreter 80 sächsischer Verbände und Vereine angehören. Das Amt des Präsidenten des Kuratoriums hat am 6. März 2025 der sächsische Landtagspräsident Alexander Dierks (als Nachfolger seines Amtsvorgängers Matthias Rößler) übernommen.

Geschichte Bereits vom 4. bis zum 6. Juli 1914 gab es in Dresden den Sachsentag: Der Heimatschriftsteller Adolph Ziesche gilt als Begründer und Organisator dieses regionalen Festes, das – wie es 1914 in der Presse hieß – „Wenden und Vogtländer, Oberlausitzer und Altenburger, Meißner und Erzgebirgler zu einer riesigen Familie vereinte“. 36 Abordnungen aus allen Gegenden Sachsens hatten bei einem Festumzug mit kolorierten Bildern ihre Heimat vorgestellt.

An diese Tradition knüpfte die mit der Wiedervereinigung Deutschlands wieder gegründete sächsische Landesregierung im Jahr 1992 an und beschloss die jährliche Durchführung dieser Veranstaltung und das Procedere.

Die Festmedaille mit einer Auflage von nur 300 Stück gibt es in Feinsilber (Abgabepreis 59,00 Euro), Kupfer vergoldet (19,00 Euro) und Kaiserzinn (15,00 Euro). Jede befindet sich in einem Etui und der Käufer erhält einen Medaillenpass. Die Medaillen haben einen hohen Sammlerwert. Die Erstausgabe vom ersten Tag der Sachsen in Freiberg kostete damals (umgerechnet) 25 Euro und wird bereits mit 200,00 Euro gehandelt. Zusätzlich werden Auswurfgroschen hergestellt, die beim Festumzug von den Umzugswagen unter das Volk geworfen werden. Es handelt sich um kleine Kupfermünzen, die eher nur Souvenirwert haben, aber eine lange geschichtliche Tradition aufweisen.Ergänzende Presseinformationen der Stadtverwaltung vom 18. Dezember 2019: Die Festmedaille zum Tag der Sachsen 2020 in Aue-Bad Schlema und Auswurfgroschen zum „Tag der Sachsen“. Zudem entwerfen manche Gastgeberstädte anlässlich des Festes ein Maskottchen.

Ausrichterstädte

Jahr Ort Termin Anzahl der Besucher Motto Bemerkungen 1992 Freiberg 4. bis 6. September 250.000 1993 Görlitz 3. bis 5. September 270.000 1994 Annaberg-Buchholz 2. bis 4. September 330.000 1995 Region Rochlitz 1. bis 3. September 350.000 Feier im Jahr der 875. erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Stadt 1996 Torgau 6. bis 8. September 310.000 1997 Plauen 5. bis 7. September 380.000 1998 Hoyerswerda 4. bis 6. September 436.000 1999 Riesa 3. bis 5. September 495.000 Hören, Sehen, Weitersagen 2000 Zwickau 1. bis 3. September 595.000 Zwickau 2000 – Glück Auf! 2001 Zittau 7. bis 9. September 330.000 Zittau, historisch und lebendig im Dreiländereck 2002 Döbeln fiel wegen des Jahrhunderthochwassers aus 2003 Sebnitz 5. bis 7. September 255.000 Da blümelt Ihnen was! 2004 Döbeln 3. bis 5. September 400.000 Doppelt gelingt besser! Anspielung auf den zweiten Festtagsanlauf nach 2002 2005 Weißwasser/O.L. 2. bis 4. September 278.000 Wer Weißwasser kennt, weiß, was er kennt 2006 Marienberg 1. bis 3. September 280.000 Wir feiern mit verein(ten) Kräften 2007 Reichenbach im Vogtland 7. bis 9. September 295.000 Wir verbinden Regionen 2008 Grimma 5. bis 7. September 420.000 Für ein weltoffenes Sachsen Bewerber für die Ausrichtung 2008 waren neben Grimma auch Schwarzenberg und Pirna. Pirna verzichtete, da die Stadt sich auf das Stadtjubiläum (775 Jahre) im gleichen Jahr konzentrieren wollte. Schwarzenberg erklärte seinen Verzicht, weil mit Marienberg und Reichenbach im Vogtland bereits zwei Städte der Region 2006 und 2007 den Tag der Sachsen ausgerichtet hatten. 2009 Mittweida 4. bis 6. September 320.000 besser MITTeinander Für 2009 war Mittweida als einziger Bewerber vom Kuratorium als Ausrichter bestätigt worden. Da die Stadt den 800. Jahrestag ihrer urkundlichen Ersterwähnung feierte, hatten andere Interessenten zugunsten dieses Jubiläums ihre Bewerbungen zurückgehalten. Mittweida war bereits 1999 neben Riesa Kandidat gewesen. 2010 Oelsnitz/Erzgeb. 3. bis 5. September 380.000 Sachsen feiert am Äquator 2011 Kamenz 2. bis 4. September 450.000 Lessing, Lausitz, Lebensfreude 2012 Freiberg 7. bis 9. September 470.000 Herz aus Silber Da Großenhain wegen der Schäden des Tornados am Pfingstmontag 2010 seine Bewerbung zurückzog, sprang Freiberg auf Bitten des Kuratoriums „Tag der Sachsen“ ein. 2012 feierte Freiberg mit einem Festjahr „850 Jahre Freiberg“ die Besiedlung der Region. Der Tag der Sachsen war somit einer von vielen Höhepunkten im Jubiläumsjahr. 2013 Schwarzenberg/Erzgeb. 6. bis 8. September 245.000 einfach sagenhaft 2014 Großenhain 5. bis 7. September 265.000 NATUR‘‘lich Großenhain 2015 Wurzen 4. bis 6. September 250.000 Hier ist Wunderland 2016 Limbach-Oberfrohna 2. bis 4. September 300.000 L.-O. wirkt Ein Weltrekord im Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielen wurde mit über 1.050 Spielern aufgestellt. 2017 Löbau 1. bis 3. September250.000 Mit Volldampf nach Löbau 2018 Torgau 7. bis 9. September 285.000 Torgau bärenstark 2019 Riesa 6. bis 8. September 310.000 Wie die ‚Wiesn‘. Nur besser! anlässlich des 900. Stadtjubiläums 2020 Aue-Bad Schlema Herzlich willkommen im Schacht Am 9. April 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt, wurde 2023 nachgeholt. 2021 Freital 100 Jahre Aus Liebe zu Freital Am 7. Dezember 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt. 2022 Frankenberg 9. bis 11. September Sachsens Pioniergeist entdecken Am 20. Januar 2022 durch den Frankenberger Stadtrat aus Kostengründen abgesagt. 2023 Aue-Bad Schlema 1. bis 3. September 150.000Herzlich willkommen im Schacht Nachholtermin vom Tag der Sachsen aus dem Jahre 2020; wurde in Verbindung mit dem Stadtjubiläum 850 Jahre Aue gefeiert 2024— im September 2023 mangels einer Bewerberstadt abgesagt 2025 Sebnitz 5. bis 7. SeptemberAuf blühende Erlebnisse! 2027 Plauen 18. bis 20. JuniGemeinsam Spitze FeiernWird zusammen mit dem Spitzenfest gefeiert.

Literatur Wurzen – Tag der Sachsen 2015. Heft 3/2015 als erweiterte Ausgabe der Sächsischen Heimatblätter, Zeitschrift für Sächsische Geschichte, Denkmalpflege, Natur und Umwelt, 61. Jahrgang, Format A4, 321 Seiten, Niederjahna/Meißen 2015 Willkommen zum Tag der Sachsen vom 4. bis 6. September 2015 in Wurzen. Verlagsbeilage der Leipziger Volkszeitung, 28. August 2015, 28 Seiten, Format A3

Weblinks

Tag der Sachsen auf sachsen.de TagderSachsen2025.de die offizielle Webseite des Tag der Sachsen 2025

Einzelnachweise

Kategorie:Volksfest in Sachsen Kategorie:Erstveranstaltung 1992