alt=|mini|333x333px|Wasserstofftankstelle am Flughafen Köln-Bonn mini|250px|Einrichtung einer Wasserstofftankstellere->li: Kartenleser, Terminal, Zapfsäule, Feuerlöscher mini|250px|Zapfpistolen einer von Air Liquide gebauten Tankstelle in Offenbach, mit 350 bar und 700 bar, sowie unterschiedlichen Bauarten mini|250px|Versorgungsalternativen einer Wasserstofftankstelle mini|250px|Tankstutzen der 2011 bis 2016 betriebenen Wasserstofftankstelle der EnBW AG in Karlsruhe (GH2 – 700 bar)mini|Einfüllstutzen für 700 bar Betankung mini|250px|Tanken mit Wasserstoff, älteres System (GH2 – 250/350 bar) mini|Tanken mit Wasserstoff, aktuelles System (750 bar) Eine Wasserstofftankstelle ist eine Tankstelle zum Betanken von Kraftfahrzeugen mit Wasserstoff. Sie verfügt über eine oder mehrere Zapfsäulen mit der der Energievorrat mobiler Wasserstoffverbraucher aufgefüllt werden kann. Das sind meist Brennstoffzellenfahrzeuge, Fahrzeuge mit H2-VerbrennermotorenH2 Mobility Nutzungsbedingungen: „4.6. Es ist erlaubt, folgende Fahrzeugtypen, die Wasserstoff in einer Brennstoffzelle verwenden, an den Tankstellen von H2 MOBILITY zu betanken: ... 4.7. Alle weiteren Fahrzeugtypen, die in 4.6 nicht benannt sind, dürfen nicht an H2 MOBILITY Tankstellen betankt werden. Dies betrifft insbesondere Fahrzeuge, die Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor verwenden.“ sind teils explizit verboten. Für die Wasserstofftankstelle wird der flüssige oder komprimiert gasförmige Wasserstoff in Tanks bereitgehalten. Eine Wasserstofftankstelle verfügt typischerweise über Pumpen und Zapfvorrichtungen zum Anschluss an die jeweiligen Fahrzeugtanks. Damit eine Nutzung derartiger Fahrzeuge überregional möglich wird, wurde vor allem in Nordamerika der Aufbau von Tankstellen entlang sogenannter „Hydrogen highways“ geplant.
Anfang 2026 existierten in Deutschland rund 50 öffentliche Wasserstofftankstellen, nachdem es 2024 noch 91 Standorte gegeben hatte. Insbesondere die Zahl der Wasserstofftankstellen für Pkw mit 700-bar-Betankung ist rückläufig, während vereinzelt neue Tankstellen für Nutzfahrzeuge mit 350-bar-Technik errichtet werden. In der Europäischen Union gab es 2025 insgesamt 162 öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen. Die Preise variieren zwischen 12,00 und 20,00 Euro pro 1 kg.
Für die Betankung von Lkw mit tiefkaltem Flüssigwasserstoff haben die Firmen Linde und Daimler Truck den offenen ISO-Standard sLH2 (Abk. für subcooled liquid hydrogen) entwickelt.sLH2: Daimler Truck and Linde establish a new ISO standard for liquid hydrogen refuelling
Angebot Angeboten werden unterschiedliche Formen von Wasserstoff: Flüssiger Wasserstoff (LH2) Temperatur bis −253 °C bei max. 16,5 bar Gasförmiger Wasserstoff (GH2) Temperatur 20 °C bei 250 / 350 bar Gasförmiger Wasserstoff (GH2) Temperatur −40 °C bei 700 bar
Im Juli 2016 wurde der Preis für ein Kilogramm Wasserstoff in Deutschland mit 9,50 € angegeben. Im Mai 2011 hatte er noch ca. 8,10 € betragenKraftstoffkostenvergleich (Stand: Mai 2011 Quelle: Auto&Umwelt Autoportal) und im November 2014 in Österreich 9,00 €. Ab 1. Oktober 2023 wurde in Deutschland ein dynamisches Preismodell eingeführt. Hier wird die Erzeugung sowie der Druck des Wasserstoffs beim Tankvorgang berücksichtigt. Für den Brennstoffzellen-PKW wird ein Druck von 700 bar benötigt und der Preis wurde auf 11,00 € für grün erzeugten Wasserstoff festgelegt. Für grauen Wasserstoff zur Betankung von PKW wurde der Preis variabel auf 13,85 € – 15,25 € festgelegt. Für LKW mit Brennstoffzelle wird hingegen nur ein Druck von 350 bar benötigt. Hier wurde der Preis für grün erzeugten Wasserstoff auf 9,50 € sowie für grau erzeugtem Wasserstoff ebenfalls variabel auf 12,85 € – 13,75 € festgelegt. Mit einem Kilogramm Wasserstoff kann ein aktueller Brennstoffzellen-PKW rund 100 km weit (NEDC, NEFZ) fahren; je nach Fahrweise bzw. Fahrzyklus sind auch Werte wie 80 bis 90 km pro kg realistisch.
Laut Spritmonitor brauchte ein Toyota Mirai über 1.825 km im Durchschnitt nur 0,70 kg/100 km. Das entspricht eine Reichweite von 140 km/kg.Hyundai ix35 FCEV vs. Toyota Mirai, auf mycar.net
Gemäß einer Studie aus dem Forschungszentrum Jülich würde der gesamte Umbau der Mobilitätslogistik und Infrastruktur auf Wasserstoff in Deutschland 61 Milliarden Euro kosten. Die Studie vergleicht die Kosten für die Ladeinfrastruktur batteriebetriebener Fahrzeuge mit der für die notwendige Infrastruktur für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Ergebnis ist, dass beide Technologien für eine erfolgreiche Verkehrswende notwendig sind, auf lange Sicht ein Ladesäulen-Netz jedoch kostenintensiver ist als Wasserstofftankstellen.
Mit den fast 100 Wasserstofftankstellen in Deutschland in den Ballungszentren Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart und München sowie entlang der sie verbindenden Fernstraßen und Autobahnen ist die weitgehende Flächenabdeckung für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit 700 bar erreicht.
Über die H2.LIVE Plattform, die als Website oder als App genutzt werden kann, erhält man Live-Informationen über den aktuellen Status der öffentlichen Wasserstofftankstellen in Europa. Die Plattform zeigt via interaktiver Karte, wo mit 700 bar und 350 bar getankt werden kann, an welchen Standorten neue H2-Stationen entstehen und welche Stationen technisch gewartet werden.
Versorgung von Wasserstofftankstellen Eine für den Alltagsbetrieb akzeptable Verteilungsinfrastruktur für Wasserstoff existiert zurzeit nur in kleinem Maßstab, ein praktisch nutzbares Netz besteht durch die geringe Anzahl von Wasserstofftankstellen noch nicht. Nach Meinung von Wolfgang Reitzle (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Linde AG), (Quelle: Deutscher Wasserstoffverband Stand: 24. Februar 2005) der sich auf den Bericht von David Hart bezieht, (Quelle: International Hydrogen Day Stand: 24. Februar 2005; PDF; 149 kB) sollen die Kosten für den Aufbau einer derartigen Infrastruktur gering sein. Eine Wasserstofftankstelle sollte 2010 mehr als zwei Millionen Euro kosten.Wirtschaftswoche, 4. August 2010: Brennstoffzelle reloaded, aufgerufen am 10. Oktober 2014 2011 wurden ca. 1–1,5 Mio. Euro angegeben. Die 2015 in Hamburg eingeweihte Wasserstofftankstelle erzeugt vor Ort stündlich 3,5 kg Wasserstoff über Elektrolyse und kostete 2,8 Mio. Euro. 47 % der Kosten trug der Bund aus Steuergeldern.HZwei-Blog, 25. März 2015: Neue Wasserstoff-Tankstelle in Hamburg eingeweiht, aufgerufen am 13. September 2016 Die Wasserstofftankstellen, die in San Diego gebaut werden (geplante Eröffnung im Jahr 2021 oder 2022), werden mit nur noch 700.000 $ bis 800.000 $ für vier Zapfsäulen veranschlagt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Versorgung mit Wasserstoff. Die angesprochene Studie geht von der aktuell gebräuchlichsten Variante mit zentraler Erzeugung und einer Verteilung von flüssigem Wasserstoff (LH2) per supraisolierten Tankwagen aus. Für die Wasserstoffverflüssigung unter 20,27 Kelvin (−253 °C) wird allerdings mindestens 20 % der Ausgangsenergie benötigt. Außerdem verflüchtigt sich durch unvermeidbare Isolationsverluste ein Teil des Wasserstoffes aus den Kryotanks, wenn kein kontinuierlicher Verbrauch gesichert ist. So begann die Ausgasung beim BMW Hydrogen 7 mit Flüssigwasserstofftank nach 17 Stunden Standzeit, nach neun Tagen war ein halbvoller Tank verdampft.heise online, 22. November 2006: Unterwegs im Wasserstoff-7er
Abhängig vom Bedarf wird der flüssige Wasserstoff aus dem Tank direkt an die LH2-Tanksäule geleitet oder verdampft und danach mit einem ionischen Verdichter oder einem Kolbenverdichter auf 350 bar bzw. 700 bar komprimiert.Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobilität, auf energieagentur.nrw (Quelle: Total Stand: 19. Mai 2010) Bei Brennstoffzellenfahrzeugen wird inzwischen von allen Fahrzeugherstellern die Versorgung mit 700 bar und mit −40 °C VorkühlungWasserstoff-Infrastruktur für eine nachhaltige Mobilität, auf e-mobilbw.de favorisiert. Die Betankung bei 700 bar dauert bei einer Tankfüllung von 4 kg unter 3 Minuten. Bei der Betankung entsteht durch verschiedene thermodynamische Effekte im Fahrzeugtank Wärme, die bei einer zu schnellen Betankung zu einer Überhitzung und Schädigung des Tanks, in Extremfällen sogar zu einem Versagen des Tanks führen kann.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Erd- oder Biogas vor Ort zu Wasserstoff zu reformieren oder mit einem Elektrolyseur Wasserstoff aus (regenerativem) Strom zu erzeugen. Wasserelektrolyse bzw. Gasreformierung vor Ort mit Kleingeräten kann nicht so effizient durchgeführt werden wie eine zentrale Herstellung durch Großtechnik mit hohem Durchsatz. Die Verfahren können aber bei Tankstellen fern der Versorgungsrouten oder bei geringer Umschlagmenge trotzdem wirtschaftlich sein.
Die brandenburgische Enertrag versorgt in einem Pilotprojekt ab Sommer 2011 die Total-Tankstellen Berlins mit Wasserstoff, der aus überschüssigem Strom ihrer Windparks mit einem 500 kW Druck-Elektrolyseur erzeugt wird.Wasserstoff Hybridkraftwerk (Quelle: Enertrag Stand: 18. Januar 2011; PDF; 37 kB)Interview mit Enertrag-Vorstand Werner Diwald (Stand: 12. Mai 2011 Quelle: Autogazette)
Das Verfahren mit der geringsten Verlustrate ist die Anlieferung von gasförmigem Wasserstoff über eine Pipeline mit anschließender Verdichtung vor Ort. Dies ist z. B. für die Wasserstofftankstelle in Hürth bei Köln realisiert, die aus dem Wasserstoffnetz Rhein-Ruhr versorgt wird, das sich über 240 km erstreckt und sich für den Anschluss weiterer Tankstellen anbietet.
Tankvorgang mini|links|H2 MOBILITY Card mini|hochkant|links|Bedienungsanleitung Zum Tanken von Wasserstoff benötigt man in Deutschland eine Tankkarte der 2015 von den Gesellschaftern Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und TotalEnergies gegründeten H2 MOBILITY Deutschland GmbH. H2 MOBILITY Deutschland zeigt sich verantwortlich für den flächendeckenden Aufbau und Betrieb einer Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland. Aktuelle Gesellschafter sind Air Liquide, Daimler, Hyundai, Linde, OMV, Shell, TotalEnergies und seit 2022 Hy24 eine Investitionsplattform für saubere Wasserstoffinfrastruktur.
Beantragen kann man die kostenfreie Karte auf der Plattform H2.LIVE, nachdem Teilnahme an einer Online-Videoschulung, in der der Wasserstoff-Tankprozess schrittweise erklärt wird. Die Tankkarte dient der Authentifizierung an der H2-Tanksäule für die Abrechnung der Kosten des getankten Wasserstoffs.
Zu Beginn des Tankvorgangs wird die H2 MOBILITY Card in das Lesegerät am Terminal eingeführt und wieder entnommen. Dann wird ähnlich dem bekannten Tankvorgang mit herkömmlichem Treibstoff die Zapfpistole auf die Tankvorrichtung aufgesetzt und automatisch luftdicht verriegelt. Auto und Zapfsäule kommunizieren per Infrarot. Mit einem Teststoß wird der Füllstand ermittelt. Der anfängliche Druck von 220 bar steigert sich während des Tankvorganges auf 700 bar. Ca. 1 kg H2 wird pro Minute in den Tank gepumpt. Abschließend wird der Tankvorgang beendet und die Zapfvorrichtung wieder eingehängt.
Derzeit gilt die Tankkarte ausschließlich in Deutschland. Vereinzelt ist es auch möglich mit herkömmlichen Zahlungsmitteln (Bar, EC-Karte, Kreditkarte usw.) zu zahlen. Z.B. an der Wasserstofftankstelle in Münster.
Entwicklung des Tankstellennetzes und Absichtserklärungen mini|250px|2013 außer Betrieb gesetzte Wasserstofftankstelle Hellbrookstraße in Hamburg zur Betankung der Zemships mini|250px|H2-Tankstelle in Vancouver, British Columbia, Canada mini|250px|H2-Tankstelle in Cobham, UK