mini|Steve Alaimo mit Linda Scott 1966 in American Bandstand
Steve Alaimo (* 6. Dezember 1939 in Omaha, Nebraska; † 30. November 2024) war ein US-amerikanischer Popsänger. In den frühen 1960er Jahren galt er als Teenageridol; später wurde er Plattenproduzent und Inhaber eines Plattenlabels. Zudem war er Ende der 60er Co-Moderator von Dick Clark bei American Bandstand.
Frühe Jahre und die Redcoats Alaimo wurde 1939 in Omaha geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Rochester in New York. Er studierte Medizin an der University of Miami, bevor er mit einem Cousin seine erste eigene Gruppe gründete, The Redcoats, eine Instrumentalband. Ihnen gelang 1959 mit I Want You to Love Me ein erster kleiner Hit, und der Discjockey Bob Green wurde ihr Manager. Im selben Jahr kam Dick Clarks Caravan of Stars nach Miami. Clark suchte eine lokale Begleitband zur Unterstützung der auftretenden Stars, und die Redcoats bekamen den Job.
Solokarriere Die Redcoats trennten sich jedoch 1960, und Alaimo begann eine Solokarriere als Blue-Eyed-Soul-Sänger mit einer gemischten afrikanisch-amerikanischen Band, die sehr bald Hausband für einen lokalen Club namens Edan Roc wurde. Quasi nebenbei veröffentlichte Alaimo zwei Soloalben, denen jedoch kein besonderer Erfolg beschieden war. Zudem arbeitete er als Promoter für Henry Stone, den Besitzer eines Plattenlabels, und wurde so in der Musikindustrie bekannt.
Dadurch bekam er 1961 seinen ersten großen Plattenvertrag bei Checker Records, einer Tochtergesellschaft von Chess Records. Er veröffentlichte Mashed PotatoesObwohl der Titel – vor allem durch das Repertoire der späteren britischen Beatbands – sehr bekannt ist, war der Titel in den US-Singles-Charts lediglich eine Woche unter den Hot 100 notiert und erreichte dort Platz 81 und schuf damit einen Song, der noch heute zum Repertoire vieler Rockbands gehört,Die Originalaufnahme ist von Nat Kendrick and the Swans aus dem Jahre 1960, Katalognummer Dade 1804 die Platte erreichte Platz 81 der US-Singles-Charts. Die Nachfolgesingle Every Day I Have to Cry war seine erfolgreichste Platte, die 1963 Platz 46 der US-Singles-Charts erreichte.Katalognummer Checker 1032 Gegen Ende des Jahres wechselte Alaimo von Checker zunächst zu Imperial Records und dann Anfang 1965 zu ABC Records, aber sein musikalischer Erfolg ließ zunehmend nach, zumal er mit seinen Aufnahmen bei ABC eher ein älteres Publikum zu erreichen versuchte, so mit dem Song Real Live Girl (ein Titel aus dem Broadway-Musical Little Me) oder mit einer Coverversion von Cast Your Fate to the Wind.
American Bandstand – Where the Action Is Dick Clark erinnerte sich stets gerne an die Redcoats und wollte die Gruppe wieder für seine neue TV-Show American Bandstand – Where the Action Is einstellen. Da die Band jedoch nicht mehr existierte, wurde Alaimo Co-Moderator und Musikdirektor der täglichen Sendung. Jetzt hatte er zwar ausreichend Gelegenheit, seine eigenen Schallplatten vorzustellen, gleichzeitig aber auch immer weniger Zeit, neue Aufnahmen zu tätigen. 1965 wurde er zudem Co-Produzent der Sendung.
Musikproduzent Nach dem Ende von American Bandstand wurde Alaimo Mitarbeiter von Atlantic Records bzw. deren Sublabel Atco Records. Mitte der 1960er Jahre produzierte er Gruppen wie Sam & Dave, Harold Melvin and the Blue Notes und die Anfänge der Allman Brothers. Es war eine sehr fruchtbare Zeit mit vielen Erfolgstiteln. Er spielte auch in einigen Spielfilmen mit, konnte sich aber keinen Namen als Schauspieler machen.
1969 fanden Henry Stone und Steve Alaimo wieder zusammen. Sie produzierten gemeinsam den Song Cleanup Woman von Betty Wright und hatten großen Erfolg. Alaimo, der zu diesem Zeitpunkt noch mit eigenen Titeln wie When My Little Girl Is Smiling oder Amerikan Music kurzfristig in der US-amerikanischen Hitparade vertreten war, beschloss, als Sänger aufzuhören und nur noch als Produzent zu arbeiten. 1972 folgte mit Why Can’t We Live Together ein großer Hit für Timmy Thomas, und Stone und Alaimo gründeten das Musiklabel TK Records. 1974 stellten Harry Wayne Casey und Rick Finch eine Demoaufnahme vor. Stone und Alaimo rieten, das Lied einem jungen Sänger namens George McCrae zu geben. Der Song Rock Your Baby entwickelte sich zum Hit des Jahres. Kurze Zeit später gründeten Casey und Finch unter der Regie von TK Records ihre eigene Band KC and the Sunshine Band.
TK Records wurde 1981 aufgelöst, und Henry Stone suchte neue Geldgeber für weitere Projekte. Steve Alaimo war, auf sich allein gestellt, nunmehr erfolglos und durchlebte harte Zeiten. 1987 gründete er mit den Industriegrößen Ron und Howard Albert Vision Records. Die Firma ist spezialisiert auf Musikaufnahmen großer Stars der früher legendären Criteria Studios der 1970er Jahre und fördert zudem junge Künstler des Miami Bass.
Steve Alaimo starb am 30. November 2024 im Alter von 84 Jahren.
Diskografie Alben Titel Katalog-Nr. veröffentl. Checker Twist with Steve Alaimo 2981 1961 Mashed Potatoes 2983 1962 Every Day I Have to Cry 2986 1963 Crown Steve Alaimo 382 1963 ABC-Paramount Starring Steve Alaimo 501 1965 Where the Action Is 531 1965 Sings and Swings 551 1966
Singles A/B-Seite Katalog-Nr. veröffentl. Dade Home by Eleven / I Wanna Kiss You 1800 1958 Love Letters / You Can Fall in Love 1805 1959 Marlin I Want You to Love Me / Blue Skies 6064 1959 The Weekends Over / Girls! Girls! Girls! 6065 1959 She’s My Baby / Should I Care 6067 1959 Spooky / The Redcoats Are Coming (als Count Stephen) 6103 1961 Dickson Blue Fire / My Heart Never Said Goodbye 6444 8/1960 Imperial My Heart Never Said Goodbye / Blue Fire 5699 10/1960 It Happens Ev’ry Time / Unchained Melody 5717 1/1961 Gotta Lotta Love / Happy Pappy 66003 11/1963 Checker Big Bad Beulah / I Cried All the Way Home 981 6/1961 All Night Long / I’m Thankful 989 8/1961 The Waiting’s So Hard / You Got Me Whistling 998 11/1961 Mashed Potatoes (Part 1) / Mashed Potatoes (Part 2) 1006 2/1962 My Friends / Going Back to Mary 1018 7/1962 One Good Reason / Cry Myself to Sleep 1024 9/1962 Every Day I Have to Cry / Little Girl 1032 12/1962 It’s a Long, Long Way to Happiness / A Lifetime of Loneliness 1042 4/1963 Don’t Let the Sun Catch You Crying / I Told You So 1047 8/1963 Michael (Part 1) / Michael (Part 2) 1054 9/1963 ABC-Paramount Love’s Gonna Live Here / Let Her Go 10540 3/1964 Fade Out – Fade In / Love Is a Many Splendored Thing 10553 5/1964 I Don’t Know / That’s What Love Will Do 10580 8/1964 Happy / Everybody Knows But Her 10605 11/1964 Real Live Girl / Need You 10620 1/1965 Tomorrow Is Another Day / Laughing on the Outside 10643 3/1965 Cast Your Fate to the Wind / Mais oui 10680 5/1965 Blowin’ in the Wind / Lady of the House 10712 8/1965 Bright Lights Big City / Once a Day 10764 1/1966 So Much Love / Truer Than True 10805 4/1966 ABC Happy / On the Beach 10833 7/1966 Pardon Me / Savin’ All My Love 10873 11/1966 You Don’t Know Like I Know / You Don’t Love Me 10917 3/1967 Atco New Orleans / Ooh Poo Pah Do 6512 8/1967 Cuando yo vuelva a mi tierra / Todavía 6560 2/1968 Denver / I Do 6561 2/1968 My Friend / 1 X’s 1 Ain’t 2 6589 6/1968 Watching the Trains Go By / Thank You for the Sunshine Days 6620 10/1968 After the Smoke Is Gone / I’m Thankful (& Betty Wright) 6659 4/1969 One Woman / And Then I Tripped over Your Goodbye 6710 8/1969 Smilin’ in My Sleep / Melissa 6732 2/1970 Wild Side of Life / Can’t You See 6797 12/1970 Entrance When My Little Girl Is Smiling / Gemini 7501 6/1971 Nobody’s Fool / Thorn in Our Roses 7503 10/1971 Amerikan Music / Nobody’s Fool 7507 3/1972 Sand in My Pocket / Gemini 7513 9/1972
Chartplatzierungen Singles
Literatur Julia Edenhofer: Das Große Oldie Lexikon. Bastei-Lübbe 1991, S. 10, ISBN 3-404-60288-9. Martin Popoff: Standard Catalog of American Records 1948–1991. Krause Publications, Iola 2010, ISBN 978-1-4402-1131-7, S. 33.
Weblinks
Chartpositionen bei www.chartsurfer.de
Einzelnachweise
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