Albert Horton Foote, Jr. (* 14. März 1916 in Wharton, Texas; † 4. März 2009 in Hartford, Connecticut) war ein US-amerikanischer Dramatiker und Drehbuchautor. In seinen Bühnenstücken und Drehbüchern schrieb er über die Schattenseiten des Alltags in den amerikanischen Südstaaten. Seine Stoffe handeln meist von familiären Konflikten und den Schwierigkeiten im Leben einfacher Leute, die schließlich gemeinsam überwunden werden. Publikum und Kritiker schätzen seine positiven Darstellungen von Gemeinschaftsgefühl und gemeinsamer Bewältigung von Einschränkungen und Not.
Leben und Werk Horton Foote war der älteste von drei Söhnen des Herrenausstatters Albert Horton Foote, Sr. und der Klavierlehrerin Harriet Gautier „Hallie“ Brooks. Seine jüngeren Brüder waren Thomas Brooks Foote (1921–1944) und John Speed Foote (1923–1995). Er studierte zwei Jahre lang Schauspiel am Pasadena Playhouse in Kalifornien und begann 1935 seine Karriere als Schauspieler am New Yorker Broadway. Bald entdeckte er, dass es für ihn am leichtesten war, gute Rollen zu erhalten, wenn er die Stücke selbst schrieb. Er wurde dazu von der Choreographin Agnes de Mille und Ensemble-Mitgliedern ermutigt. 1941 kam sein erstes Theaterstück Texas Town auf eine Off-Broadway-Bühne. Es spielt in einer Drogerie (Drugstore), dem sozialen Zentrum einer kleinen Gemeinde, deren Besitzer, zwei Brüder, dieselbe Frau lieben. Seine Stücke, unter denen sich Einakter und experimentelle Arbeiten befinden, wurden später auch am Broadway aufgeführt. Unter den vielen Künstlern, mit denen er zusammenarbeitete, war auch die Tänzerin und Choreographin Martha Graham. In den frühen 1950er-Jahren wechselte Foote von der Bühne zum Schreiben von Drehbüchern für das Fernsehen wie „The Trip to Bountiful“ (Reise ins Glück) und „The Chase“, die später auch als Kinofilme verfilmt wurden. 1962 verfasste er mit „To Kill a Mockingbird“ (Wer die Nachtigall stört) sein erstes Drehbuch zu einem Kinofilm.
Foote schrieb insgesamt 60 Theaterstücke, ein Dutzend Drehbücher und mehr als ein Dutzend Fernsehspiele.Mary Rourke: , Los Angeles Times, 5. März 2009 (englisch) Seine Stücke kreisen oft um die texanische Kleinstadt Wharton, die er fiktiv als Harrison bezeichnet. Sein Stil wird mit dem von Tschechow verglichen, es sind meist komplexe Dramen über den Alltag in der Provinz, in denen nur scheinbar nichts geschieht.Alex Witchel: „His Kind of Town“, New York Times, 19. August 2007 (englisch) Er war Mitglied des PEN America., S. 23.
Familie 1945 heiratete er Lillian Vallish Foote und zog mit ihr für fünf Jahre nach Washington, D.C., wo sie ihr eigenes Theater leitete. Danach übersiedelten sie nach New Hampshire, bevor sie schließlich wieder nach New York City zurückgingen. Seine Frau starb 1992 nach 47 Jahren gemeinsamer Ehe. Zuletzt lebte er bei der Familie seiner Tochter Hallie Foote (* 1950) in Kalifornien. Foote hatte vier Kinder, die auch an Projekten mit ihrem Vater mitgearbeitet hatten: die Schauspieler Horton Foote Jr. und Hallie Foote, die Bühnenautorin Daisy Foote und der frühere Regisseur Walter Foote, der heute als Anwalt in Westchester County tätig ist.
Horton Foote starb im Alter von 92 Jahren nach einer kurzen Krankheit und wurde in seiner Geburtsstadt Wharton beigesetzt.
Zitate
Auszeichnungen (Auswahl) 1963: Oscar für das beste adaptierte Drehbuch für Wer die Nachtigall stört nach dem gleichnamigen Roman von Harper Lee 1984: Oscar für das beste Originaldrehbuch für Comeback der Liebe (Tender Mercies) 1995: Pulitzer-Preis im Alter von 79 Jahren für sein Stück The Young Man From Atlanta 1998: Wahl zum Mitglied in der American Academy of Arts and Letters und Auszeichnung mit der Gold Medal for Drama für sein Lebenswerk 2000: Verleihung der National Medal of Arts durch US-Präsident Bill Clinton 2005: Wahl zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
Werke (Auswahl) Theaterstücke 1965: Ein Mann wird gejagt (The Chase) 2013: The Trip to Bountiful, UA: New York City, 2013
Filmografie Drehbücher 1955: Sturm-Angst (Storm Fear) 1962: Wer die Nachtigall stört (To Kill a Mockingbird) 1964: Die Lady und der Tramp (Baby, the Rain Must Fall) 1967: Morgen ist ein neuer Tag (Hurry Sundown) 1972: Heute und morgen und in alle Ewigkeit (Tomorrow) 1981: Nicht aufgeben (Keeping on!) 1983: Comeback der Liebe (Tender Mercies) 1985: A Trip to Bountiful – Reise ins Glück (The Trip to Bountiful) 1991: Verdammte des Südens (Convicts) 1992: Haus der Drachen (The habitation of dragons) 1992: Von Mäusen und Menschen (Of Mice and Men) 1996: Lily Dale 1997: Der Strom (Old Man) 2010: Main Street
Literarische Vorlage 1965: Ein Mann wird gejagt
Weblinks
Homepage der Horton Foote Society (englisch) „His Kind of Town“, New York Times, 19. August 2007, mit Audio-Dia-Schau über Footes Stück The Trip to Bountiful u. a. – (Originalton Foote), 1:58 Min. (englisch) „Horton Foote, Chronicler of America in Plays and Film, Dies at 92“, New York Times, 4. März 2009, mit Bilderserie und weiteren links (englisch) „Horton Foote dies at 92; playwright, screenwriter chronicled small-town Southern life“, Los Angeles Times, 5. März 2009 und „Remembering Horton Foote“ (englisch) „Poet of the Ordinary. Horton Foote Died at the Peak of His Theatrical Career.“ Wall Street Journal, 6. März 2009 Fotoserie
Cynthia Franco: Foote, Horton, Jr. (1916–2009). Eintrag im Handbook of Texas, 22. Dezember 2011, zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2022.
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Pulitzer-Preisträger Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Letters Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1916 Kategorie:Gestorben 2009 Kategorie:Mann