miniatur|Bauernhaus („Niedersachsenhaus“) Schmarbeck ist ein Ortsteil der Gemeinde Faßberg im Landkreis Celle. Er liegt im Norden des Naturparks Südheide in der Lüneburger Heide. Hierzu gehören auch die Wohnplätze Oberohe und Niederohe.
Geschichte In einer aus dem Jahr 1004 stammenden Urkunde wird der Heide-Bach Schmarbeck als Marcbik bezeichnet. Herzog Bernhard von Sachsen überließ dem Kloster St. Michael zu Lüneburg für silbernes Kirchengerät im Gewicht von 513 Pfund, das sein Vater Hermann geschenkt hatte und das er mit Zustimmung des Abtes Rigdag (von Kloster Berge bei Magdeburg) wieder an sich nahm, einen Landkomplex, die curtis Gerdau(ge).Urkunde vom 25. Juli 1004. Wilhelm von Hodenberg, Verdener Geschichtsquellen, 2. Heft, Celle 1857, Capaun-Karlowa’sche Buchhandlung, S. 211.
Die Schmarbeck war ein wichtiger Grenzpunkt zur Klärung von Besitzrechten. Schmar-Beck ist demnach die Wortbedeutung für Grenz-Bach. Eine zweite Bedeutung des Namens kann auch Schmar(len)-Beck sein, der Bach und die Erlen.
Im Jahr 1060 erfuhr die Schmarbeck wiederum urkundliche Erwähnung. Es ging um die Neuordnung der so genannten Holzmarkgrenze der Verdener Kirche. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1197 verkaufte die Kirche St. Willehadi zu Bremen dem Kloster Walsrode die Güter zu Wardböhmen, Bleckmar, Hasselhorst und Schmarbeck (Smerebike), da diese Güter wegen ihrer Entlegenheit wenig Nutzen brachten.Ausführlich: Blazek, Matthias: „Ahnsbeck im Hoch- und Spätmittelalter“, in: Ahnsbeck, Ahnsbeck 2003, S. 73–80.
Vor der ältesten Erwähnung des Diershofes in Schmarbeck um 1450 ist nichts über eine bäuerliche Ansiedlung verzeichnet. Der Meyerhof gehörte 1563 einem Laurenz Meiger. Der Wichtendahlshof gehörte 1563 Meinecke Wichtendahl. Der Solenhof gehörte 1563 einem Helmcke Soele.
Von 1852 bis 1973 war Schmarbeck selbstständige Gemeinde. Ernst Günther Kuhlmann war der letzte Bürgermeister der Gemeinde Schmarbeck.
Am 1. Januar 1973 wurde Schmarbeck im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen nach Poitzen eingemeindet und hörte auf, als selbstständige Gemeinde zu bestehen.
Am 1. Januar 1977 wurde die vormals selbstständige Gemeinde Poitzen nach Faßberg eingemeindet.
Zwischen Schmarbeck und Gerdehaus liegt der kleine Ort Schmarbeck-Grube. Vor einigen Jahren wurde in der großen Grube, die dort zu finden ist, Kies abgebaut. Seit langer Zeit gibt es jedoch keine Arbeiten mehr dort. Der Ort zählt zehn Häuser und geschätzte 20–25 Einwohner.
Politik Ortsvorsteher von Schmarbeck ist seit 2016 Carsten Bubke.Ortsvorsteher der Gemeinde Faßberg. Bis dahin war Carl-Wilhelm Kuhlmann (SPD) in diesem Amt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Der alte bäuerliche Charakter des Ortes ist in großen Teilen erhalten geblieben. Es finden sich noch Niedersachsenhäuser, Treppenspeicher und mit Reet gedeckte Heidschnuckenställe.
Baudenkmäler Baudenkmale in Schmarbeck Hofanlage Niederohe 5 mit Haupthaus von 1830, Schafstall von 1690, Stall von 1770, Treppenspeicher von 1778 Hofanlage Schmarbeck 1 mit Haupthaus von 1852, Scheune, drei Treppenspeicher und Häuslingshaus Hofanlage Schmarbeck 2 mit Haupthaus von 1862, zwei Ställe, zwei Treppenspeicher und Häuslingshaus Hofanlage Schmarbeck 3 mit Haupthaus von 1871 und zwei Treppenspeicher (1745 und 1789)
Literatur Christoph M. Glombek: Chronik der Gemeinde Faßberg mit den Ortschaften Müden/Örtze, Poitzen und Schmarbeck. Faßberg 2002. Matthias Blazek: Die geheime Großbaustelle in der Heide – Faßberg und sein Fliegerhorst 1933–2013. Ibidem, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-95538-017-5. Faßberg – Luft- und Raumfahrt in der Heide, Broschüre zum AeroSpaceDay Faßberg, Eigenverlag der Gemeinde Faßberg, Faßberg 2013, ISBN 978-3-00-042877-7.
Weblinks
Geschichte von Schmarbeck
Einzelnachweise
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