mini|hochkant|Georg Bätzing (2009) Georg Bätzing (* 13. April 1961 in Kirchen (Sieg)) ist ein deutscher katholischer Geistlicher. Seit dem 18. September 2016 ist er Bischof von Limburg, von 2020 bis 2026 war er zudem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
Leben Aufgewachsen ist Georg Bätzing als Sohn eines Bahnangestellten und einer Hausfrau in Niederfischbach (Kreis Altenkirchen), einem Ort auf der Trierischen Insel, einer Exklave des Bistums Trier, die vom Erzbistum Köln, dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Limburg umgeben ist. Bätzing, der sein Elternhaus als „durch und durch katholisch“ beschreibt,Georg Bätzing im ABC-Porträt: Das sollten Sie über den neuen Limburger Bischof wissen, fnp.de, 16. September 2016. war Messdiener, sang im Kirchenchor, betätigte sich als Organist und arbeitete im Liturgiekreis seiner Heimatgemeinde.
Georg Bätzing ist ein Cousin der Politikerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.
Seelsorgerische Tätigkeit Nach dem Abitur im Jahr 1980 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf trat er in das Bischöfliche Priesterseminar Trier ein. Das Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Trier und der Universität Freiburg im Breisgau schloss er 1985 mit dem Diplom in katholischer Theologie ab. Ein Jahr später empfing er die Diakonweihe und absolvierte das Diakonatspraktikum in St. Wendel im Saarland. Am 18. Juli 1987 wurde er durch Hermann Josef Spital in Trier zum Priester geweiht und wirkte bis zum Jahr 1990 als Kaplan an der Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung in Klausen und in der Pfarrei St. Josef in Koblenz. Anschließend trat er das Amt des Subregens im Bischöflichen Priesterseminar Trier an, welches er bis zum Jahr 1996 ausübte. Im selben Jahr wurde er mit einer dogmatischen Arbeit zu ekklesiologischen Aspekten des Läuterungsgedankens zum Doktor der Theologie an der Universität Trier promoviert und trat im Priesterseminar die Stelle als Regens an.
Neben seiner Tätigkeit als Regens war er zugleich verantwortlich für die Planung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen für die Leiter von Priesterseminaren im deutschsprachigen Raum sowie Leiter des Euchariuswerkes, einer Gebets- und Fördergemeinschaft für geistliche Berufe im Bistum Trier. Darüber hinaus war er Vorsitzender des Stiftungsrates der August-Doerner-Stiftung, die Träger des Studienhauses St. Lambert in Lantershofen ist. Im November 2005 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Kaplan Seiner Heiligkeit (Monsignore) ernannt. Von 2002 bis 2012 war er geistlicher Beirat der Wochenzeitung im Bistum Trier Paulinus.Paulinus vom 18. November 2012, 138. Jahrgang, Nr. 47, S. 1–2. Am 1. November 2012 ernannte Bischof Stephan Ackermann Bätzing zu seinem Generalvikar; er übernahm diese Aufgabe von Prälat Georg Holkenbrink, der das Amt seit 2005 ausübte und dann Offizial des Diözesangerichts wurde.
Bischof von Limburg Nach seiner Wahl durch das Limburger Domkapitel wurde Georg Bätzing von Papst Franziskus am 1. Juli 2016 als Nachfolger von Franz-Peter Tebartz-van Elst zum 13. Bischof von Limburg ernannt. Bischofsweihe und Amtseinführung fanden am 18. September 2016 statt.Bistum Limburg: Hauptkonsekrator war der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, Mitkonsekratoren waren der bisherige Apostolische Administrator des Bistums Limburg, der emeritierte Paderborner Weihbischof Manfred Grothe, sowie der Trierer Bischof Stephan Ackermann.
Am 8. Juni 2022 stellte Bätzing den Bischofsvikar und Regens des Priesterseminars Christof May von allen Ämtern frei, nachdem Vorwürfe wegen übergriffigen Verhaltens gegen diesen erhoben worden waren. Am Tag nach einer Anhörung durch Bätzing wurde May tot aufgefunden. Der Verdacht des Missbrauchs eines Minderjährigen, der Grund für Mays Freistellung war, erwies sich im Nachhinein als unwahr.Bernhard Biener: Suizid und ein ungerechtfertigter Vorwurf, faz.net, 26. April 2024 Wie lange die Vorwürfe gegen den Regens bekannt gewesen waren, ließ das Bistum Limburg offen.katholisch de: Nach Vorwürfen von Übergriffen Limburger Regens tot aufgefundenDomradio Köln Trauer in Limburgmini|Bischofswappen von Georg Bätzing. Der Wahlspruch Congrega in unum – „Führe zusammen“ entstammt dem Trierer Pilgergebet zur Heilig-Rock-Wallfahrt; darin wird das ungeteilte Gewand Jesu zum Symbol für die Einheit der Kirche.Wahlspruch des neuen Limburger Bischofs: ′Congrega in unum′; Das Trierer Christusgebet
Bischofswappen Das rote Kreuz auf silbernem Grund im linken Feld des Bischofswappens von Georg Bätzing ist das Wappen seiner Heimatdiözese Trier und Teil des Limburger Bistumswappens. Der Drache mit aufliegendem Schwert im roten Feld daneben steht für den heiligen Georg, den Patron des Bistums Limburg und Namenspatron des Bischofs. Das silberne Füllhorn mit Silbererz in dem blauen unteren Feld ist dem Wappen von Bätzings Heimatgemeinde Niederfischbach entnommen. Es soll die Arbeit der Menschen im einstigen Bergbau dieses Ortes symbolisieren und – so eine mögliche Auslegung – die Mühen in der Kirche andeuten, den Glauben an Gott zu wecken und wachzuhalten. Das Vortragekreuz hinter und der Prälatenhut über dem Wappen zeigen an, dass es zu einem Kirchenmann gehört.Kreuz, Drache und Füllhorn. Paulinus, Wochenzeitung im Bistum Trier, 25. September 2016, S. 3.
Überdiözesane Aufgaben mini|Bätzing als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz bei der Herbstvollversammlung 2023 in Wiesbaden Die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz wählten Bätzing am 20. September 2016 zum Vorsitzenden der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz.
Auf der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Mainz wurde Georg Bätzing am 3. März 2020 zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. Er folgte damit Kardinal Reinhard Marx, der nicht mehr zur Wahl antrat, im Amt nach.domradio.de: Der Neue kommt aus Limburg. Bischof Bätzing aus Limburg neuer DBK-Vorsitzender, 3. März 2020.
Als Vorsitzender der Bischofskonferenz wurde er 2020 in Nachfolge von Kardinal Marx auch einer der beiden Präsidenten des Synodalen Weges, den die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken von 2019 bis 2023 durchführten. Am 19. Januar 2026 teilte die Bischofskonferenz mit, dass Bätzing nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender antreten wird.https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/nach-nur-einer-amtszeit-batzing-gibt-im-februar-den-vorsitz-der-bischofskonferenz-ab-15154737.htmlhttps://www.hessenschau.de/gesellschaft/limburger-bischof-baetzing-gibt-vorsitz-der-bischofskonferenz-ab-v1,baetzing-bischofskonferenz-100.html Auf der Vollversammlung des Gremiums wurde am 24. Februar Heiner Wilmer zu seinem Nachfolger gewählt.
Georg Bätzing nahm als Vertreter der deutschen Bischöfe an den Sitzungen der Weltsynode im Oktober 2023 und Oktober 2024 in Rom teil.
Positionen (Auswahl) Zölibat Im Februar 2019 erklärte Bätzing, der Zölibat der Priester sollte keine Pflicht, sondern künftig freiwillig sein. Der Zölibat als Lebensform bleibe jedoch weiterhin wertvoll, denn „so hat Jesus gelebt. Als Priester will ich nicht nur Funktionär und Beamter sein, sondern will eigentlich in seinen Fußstapfen gehen.“katholisch.de: Bätzing: Zölibat wertvoll – aber besser freiwillig, abgerufen am 20. Februar 2019. Bätzing äußerte sich kritisch dazu, dass Frauen in der römisch-katholischen Kirche von den Weiheämtern ausgeschlossen sind.katholisch.de: Bischof Bätzing ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, 3. März 2020.
Homosexualität Am 14. April 2020 befürwortete Bätzing die öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare., 14. April 2020 Im Dezember 2020 plädierte Bätzing für eine Änderung des Weltkatechismus beim Thema Homosexualität. Im September 2023 forderte Bätzing den Vatikan auf, die Priesterweihe für homosexuelle Männer zu ermöglichen.
Frauen in Weiheämtern Am 18. September 2020 sprach sich Bätzing für den Zugang von Frauen zu Weiheämtern aus: „Das Diakonat für Frauen halte ich für sehr legitim.“ Neben dem Diakonat setzt sich Bätzing auch für die Priesterweihe von Frauen ein. Beim Evangelischen Kirchentag 2025 erklärte er: „Ich wünsche es mir und ich tue alles dafür“. Die Frauenordination sei ein „Gebot der Gerechtigkeit“. Frauen müssten auch in der katholischen Kirche Leitungsverantwortung übernehmen können.
Kindesmissbrauch Im September 2021 reagierte Bätzing nach Einschätzung einiger Medien „verhalten“ und mit „vorsichtiger Skepsis“ auf die Entscheidung von Papst Franziskus, den Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, nach Abschluss einer Apostolischen Visitation im Erzbistum Köln, die wegen einer dortigen Krisensituation im Zusammenhang mit fehlerhaftem Umgang mit Fällen sexueller Gewalt erfolgt war, im Amt zu belassen.Bätzing äußert sich skeptisch zu Woelki-Entscheidunghttps://www.katholisch.de/artikel/31387-baetzing-reagiert-verhalten-auf-papst-entscheidung-zu-woelki katholisch.de: Bätzing reagiert verhalten auf Papst-Entscheidung zu Woelki Bätzing zog dabei Parallelen zum Vorgehen des Heiligen Stuhls im Fall seines Vorgängers als Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Ukraine Im Dezember 2022 erklärte Bätzing bezüglich des russischen Überfalls auf die Ukraine und der dortigen Kampfhandlungen, dass Waffenlieferungen „wohl oder übel“ zu einer christlichen Hilfe für die Ukraine gehörten. Zugleich forderte er, es müsse auch jetzt schon über den Frieden geredet werden. Bätzing griff dabei auch die russisch-orthodoxe Kirche an; deren Verantwortliche ließen sich „in die Propagandamaschine“ der russischen Staatsführung einspannen.++ Russische Wirtschaft schrumpft ++ www.tagesschau.de, 16. Dezember 2022
AfD Am 25. September 2023, vor Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte Bätzing, es sei „problematisch, sich in der AfD zu engagieren und eine Aufgabe in der Kirche“ auszuüben, das passe „alleine schon vom christlichen Menschenbild nicht zusammen“ und so werde die Kirche unglaubwürdig. Die Menschen müssten „gegen die AfD aufstehen“, forderte Bätzing.„Menschen müssen gegen die AfD aufstehen“ www.welt.de, 25. September 2023 Für die Bischofskonferenz erklärte Bätzing auf der abschließenden Pressekonferenz, sie nehme das Erstarken der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), die zunehmend (rechts-)extreme und demokratiefeindliche Positionen vertrete, mit großer Sorge wahr, ebenfalls die Beobachtung, dass extremistische Positionen immer unverhohlener öffentlich geäußert würden. „Wir Bischöfe werben dafür, dass unser Land kein alternatives Deutschland wird, das fremdenfeindlich, antieuropäisch und nationalistisch wird.“Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, 28. September 2023 , abgerufen am 2. Oktober 2023. Im Mai 2024 sprach Bätzing sich erneut gegen die AfD aus, „weil sie in erheblicher Weise unser rechtsstaatliches, demokratisches Gefüge stören“. Georg Bätzing sprach sich vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland 2024 erneut gegen die AfD aus. Er sagte: „Diese Partei will unser demokratisches, freiheitliches System umstürzen. Davor muss ich Christinnen und Christen warnen.“ Der Bischof kritisierte weiterhin das BSW in Bezug auf dessen Haltung zu Wladimir Putin mit Verweis auf den Russland-Ukraine-Krieg.
Schriften
Beten üben. Anleitung zu einer christlichen Gebetspraxis (2009) Das Trierer Christusgebet. Entstehung, Auslegung und Praxis eines Elementes bistumseigener Gebetstradition (2010)
Kommt, wir beten ihn an! Impulsheft zur Feier des Ewigen Gebetes und für die eucharistische Anbetung im Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, hrsg. vom Wallfahrtsbüro in Verantwortung von Georg Bätzing und Elisabeth Beiling (2011)
mit Stefan Orth: Rom ist kein Gegner. Warum die Kirche Reformen braucht. Herder, Freiburg 2024, ISBN 978-3-451-10271-4.
Weblinks
Georg Bätzing auf der Internetseite des Bistums Limburg