mini|Ludwig Eckardt im Jahr 1871 mini|Ludwig Eckardt, Porträt von Friedrich Brandseph und Eckardts Unterschrift. (Frontispiz aus Eckardts Buch Wander-Vorträge aus Kunst und Geschichte, Stuttgart 1868) Ludwig Michael Eckardt, (Pseudonym Clodwig Eckardt) (* 16. MaiYourij von Arnold: Ludwig Eckardt, S. 5; Pierers Universal-Conversations-Lexikon. Band 5; Franz Bornmüller: Biographisches Schriftsteller-Lexikon der Gegenwart.„Eckardt, 1) Ludwig, Dichter und Schriftsteller, geb. 26. Mai 1827 zu Wien“. Fehlerhaft in Meyers Konversationslexikon. Vierte Auflage. 5. Band. 1827 in Wien; † 1. Februar 1871 in Tetschen; Böhmen) war ein österreichischer Lyriker, Schriftsteller, Revolutionär 1848/49, Journalist und Wanderredner.

Leben Ludwig Eckardt war der Sohn von Joseph Eckardt († 1849)Yourij von Arnold: Ludwig Eckardt. Eine biographische Skizze, S.  21. und von Caroline geb. Rober († 1851)Yourij von Arnold: Ludwig Eckardt. Eine biographische Skizze, S.  27.

Nach der Matura am Josephstädter GymnasiumYourij von Arnold: Ludwig Eckardt. Eine biographische Skizze, S.  9. studierte Eckardt ab 1844 an der Universität Wien Literaturgeschichte und Ästhetik. 1846 versuchte Eckardt „Polenlieder“ bei dem Hamburger Verlag Hoffmann und Campe zu veröffentlichen. Er übersandte sein Manuskript mit der gewöhnlichen Post. Die politische Zensurbehörde von Metternich öffnete jedoch die Post und setzte Eckardt für drei Wochen fest. Bereits als noch nicht 19-Jähriger veröffentlichte er, befürwortet von Christoph Kuffner (1780–1846), sein der Frithjofssage verwandtes Drama Tron und Hütte. An der Wiener Oktoberrevolution von 1848 beteiligte er sich u. a. als Mitglied des Sicherheitsausschusses, verfasste verschiedene Schriften, in denen er für Pressefreiheit, Republik und Volksvertretungen sich aussprach. Er wurde verdächtigt die intellektuelle Urheberschaft am Mord von Latour zu haben.Siehe die Erklärung von Eckardt in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland. S.  896. Er flüchtete zunächst nach Dresden, dann engagierte er sich noch in der badischen Reichsverfassungskampagne und floh nach dem Ende der Kampagne in die Schweiz.Rolf Weber (1962), S. 123 f.; Rolf Weber (1967), S. 100.

Promotion zum Doktor der Philosophie am 1. November 1852Statistik der Universität Zürich in den ersten fünfzig Jahren ihres Bestehes, S. 87. („Eckardt, Ludwig Michael von Wien“), in Bern als Privatdozent für „Deutsche Literatur, Stilistik und Anleitung zur Redekunst“ an der Universität Bern (1852–1860). Er erhielt 1858 das Bürgerrecht im Kanton Zug.Nationalität oder Freiheit?, S.  IV; Yourij von Arnold: Ludwig Eckardt. Eine biographische Skizze, S.  29. Er war Lehrer für Deutsch und Literatur am Gymnasium Luzern (1860–1862),Josseph Winckler: Sammlung von Broschüren, Abhandlungen, Anreden und Zeitungs-Artikeln ging als Hofbibliothekar nach Karlsruhe (1862–1864).Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland. S.  815 ff. Er war Mitglied des deutschen Nationalvereins und der Deutsche Volkspartei und deren Redakteur des Deutschen Wochenblattes (1865/1867).

In Mannheim war er Mitglied der Freimaurerloge Carl zur Eintracht. Er redigierte von 1864 bis 1867 das „Deutsche Wochenblatt“ in Mannheim. Ende Juni 1867 wurde in Österreich eine größere Amnestie erlassen unter die auch Ludwig Eckardt fielDer g’rade Michel Nr. 26 vom 29. Juni 1867, S.  210 f..

Innerhalb des Nationalvereins suchte Eckardt zwischen Liberalen und Demokraten, zwischen Großdeutschen und Kleindeutschen preußischer Lösung zu vermitteln. Da die Bürgerlichen immer mehr einer Lösung der deutschen Frage zu Gunsten Preußens erstrebten, besonders nach 1866, wollte er unbedingt an seiner republikanischen Auffassung festhalten. Nachdem 1867 eine Amnestie ihm erlaubte wieder nach Österreich einreisen zu dürfen, endeten seine politischen Hoffnungen für eine Großdeutsche Lösung.

Ab 1867 besuchte er eine große Zahl Städten in Österreich. Dort hielt er Wandervorträge über historische und literarische Themen. Seinen Wohnsitz nahm er dann wieder in seiner Vaterstadt Wien. Er starb auf einer Lesereise durch deutsche Städte im Böhmen an einer „Gehirnentzündung“Unsere Zeit. Brockhaus, Leipzig 1871, S. 72. wie viele Zeitungen und Zeitschriften berichteten am 1. Februar 1871 in Tetschen. Er wurde in Tetschen begraben. Auf dem Friedhof sollte ein Grabdenkmal für ihn errichtet werden.Aussiger Anzeiger Nr. 14 vom 18. Februar 1871, S.  85.

„Als Dichter veröffentlichte Eckardt die rhetorischen Dramen. Von seinen ästhetischen Versuchen und Abhandlungen fanden die Erläuterungen zu Schillers Räubern, Fiesco, Kabale und Liebe (in der von Heinrich Düntzer in Zusammenarbeit mit Eckart herausgegebenen Reihe Erläuterungen zu den deutschen Klassikern) den meisten Beifall.“So der Eintrag im Meyers Konversationslexikon. Vierte Auflage Anhand der Auflagen wurden aber seine Novellen „Gefallene Würfel“ (unter verschiedenen Titeln) mehrfach nachgedruckt, ebenso die „Anleitung, dichterische Meisterwerke auf eine geist- und herzbildende Weise zu lesen und sich dauernd anzueignen“. Auch seine „Wander-Vorträge aus Kunst und Geschichte“ sind Nachdrucke verschiedener Prosatexte. Am erfolgreichsten aber war das Trauerspiel „Sokrates“, weil es noch posthum vom Verlag Philipp Reclam jun herausgegeben wurde.

Familie Eckardt heiratete 1858 Ernestine Volmar, Tochter von Ernst Volmar, Professor der Mathematik in Bern.Dramatische Werke I; Yourij von Arnold: Ludwig Eckardt. Eine biographische Skizze, S.  29; Kurt Vancsa: Eckardt, Ludwig. Seine Frau veröffentlichte unter dem Namen Ernestine Eckardt-Volmar 1866 den Roman „Helene“ im Verlag von Ed. Wartig in Leipzig.

Er hinterließ bei seinem Tod 1871 seine Witwe und drei nicht volljährige Kinder: zwei Söhne und eine Tochter.Grazer Volksblatt Nr. 29 vom 5. Februar 1871, S.  2. Der älteste Sohn heißt Friedrich Eckardt und veröffentlichte als Herausgeber 1877 sein Werk „Sokrates“ im Reclam Verlag.

Ehrungen Im Jahr 1930 wurde in Wien-Penzing (14. Bezirk) die Ludwig-Eckardt-Gasse nach ihm benannt.

Werke Tron und Hütte. Romantisches Drama in fünf Aufzügen. Fon L. M. Eckardt. (Stoffverwandt mit der Frithiofssage). Dem teutschen Garrik Ludwig Löwe, k. k. Hofschauspiler und Regisseur hochachtungsfoll geweiht. Beforwortet fon Chr. Kuffner. Di Musik fon Hrn. Kapellmeister Karl Binder. Witwe & Prandel, Wien 1846. HathiTrust Digital LibraryWidmung: „Worte der Weihe. An den Dichter und Mimen Ludwig Loewe. k.k. Hofschauspiler und Regisseur.“ Clodwig Eckardt: Verwehte Blätter eines jungen Dramaturgen. 2. Auflage B. G. Teubner, Dresden, Leipzig 1847. Österreichische NationalbibliothekWidmung: „Den Mäzenaten meiner Muse in Dresden. Dr. Karl Frankenstein C. Th. Winkler“ Das österreichische Odeon, hrsg. von Ludwig Eckardt und Ernst Rose. Lechner, Wien 1847. Google (Teil 3 und 4) Neue Volkshimne der Wiener Studenten. Geschrieben in der Nacht des 15. März, des „Idus Martis“ für die Finsterlinge Wien 1848. Flugschriften Universität Frankfurt a. M. Das junge Oesterreich. Nazional-politisches Organ der Wiener Hochschule. Schaumburg & Komp., Wien 1848. Verantwortlicher Redakteur L. Eckardt. Google Die rothe Mütze. Demokratische Zeitschrift. Verantwortliche Redakteure: C. Cerri, L. Eckardt. Wien 1848. Google. Friedrich von Österreich: Epische Dichtung. Leipzig und Wien 1848. Archive.orgWidmung: „Den Manen des jungen Helden von einem jungen Dichter geweiht.“ Johann Georg Müller aus St. Gallen. Ein interessantes Dichter- und Künstlerleben. In: Neue schweizerische Viertel-Jahrsschrift. Band 2. Heft 1. Jg. Bern 1851. Auferstehungs-Rede eines October-Flüchtlings. Gehalten am 20. Februar 1849 in einer großen Volks-Versammlung zu Bautzen. Hiecke, Bautzen 1849. Vorlesungen über Goethe's Torquato Tasso. Vorgetragen in der Aula der Berner-Hochschule. Versuch eines litterarisch-ästhetischen Kommentars für Freunde des Dichters und höhere Lehranstalten. Chr. Fischer, Bern 1852. BSB München Bern im Bunde! Festgedichte und eine poetische Erklärung des historischen Zuges. C. A. Jenni Vater, Bern 1853. Vorlesungen über Shakespeare's Hamlet. Versuch einer psychologischen Entwicklung. H. R. Sauerländer, Aarau 1854. HathiTrustWidmung: „Meinen hochgeehrten Freunden den Herren Prof. Dr. Troxler in Bern. Prof. Dr. Heinr. Kurz in Aarau, den berathenden Freunden meiner Studien, den Beföderern meiner Bestrebungen“ Ueber Richard Wagners Entwicklung und Richtung (Separatabdruck in 50 Exemplaren aus der Zeitschrift: Hamburger Literarische und Kritische Blätter. Redigirt von Dr. F. L. Hoffmann). A. F. M. Kümpel, Hamburg 1857. Google Erläuterungen zu den deutschen Klassikern.Keine späteren Auflagen von Eckardt bekannt bzw. im Karlsruher Virtuellen Katalog zu ermitteln. Erläuterungen zu Schiller’s Werken. Dritte Abtheilung. Friedrich Schillers Werke I Die Räuber. erläutert von L. Eckardt; Jena: Hochhausen, 1856. Google Erläuterungen zu Schiller’s Werken, Dritte Abtheilung III. IV Schiller’s Fiesko erläutert von L. Eckardt. Hochhausen, Jena 1857 GoogleWidmung: „Meinen hochgeehrten Freunden, den Herren Dr. Varnhagen von Ense Königl. Geh. Legationsrath in Berlin – Prof. Dr. H. Düntzer Bibliothekar in Köln – seien diese Erläuterungen des deutschen Dichters zugeeignet.“ Erläuterungen zu Schiller’s Werken. Dritte Abtheilung. Kabale und Liebe erläutert von L. Hochhausen, Jena 1857 GoogleWidmung: „Den Manen Varnhagen’s von Ense und dem unermüdlich wirkenden Freunde Heinrich Düntzer in Köln bleiben diese Erläuterungen des deutschen Dichters in Treue zugeeignet.“ Friedrich Schiller und seine Stellung zu unserer Gegenwart und Zukunft in ästhetischer, politischer und religiöser Beziehung. Zur Säkularfeier des Dichters. Vortrag am 18. März 1859. Hochhausen, Wenigen-Jena 1859.BSB MünchenWidmung: „Den deutschen Männern Gottfried Kinkel, Robert Prutz, Moritz Hartmann, Ludwig Uhland, Bernhard Endrulat, A. Diesterweg, Berthold Auerbach, Karl Gutzkow, Franz Dingelstedt, Hermann Marggraff sendet diesen Festgruß aus der Schweiz ein Gesinnungsgenosse.“ Dramatische Werke. C. Hochausen, Weningen-Jena. I, Sokrates. Trauerspiel in fünf Aufzügen. 1858. BSB München„Widmung. Mein geliebtes Weib.“ Sokrates. Trauerspiel in vier Aufzügen (Theaterbearbeitung) von Ludwig Eckardt. Philipp Reclam jun, Leipzig 1877. (=Reclams Universal-Bibliothek 888) WWU Münster„Vorwort. (…) Wien, Mai 1877. Friedrich Eckardt“. S. 4 f. II, Friedrich Schiller. Drama in fünf Aufzügen. 1859. BSB MünchenWidmung: „Dem deutschen Volke und vor Allem der deutschen Jugend geweiht“. III, Palm, ein deutscher Bürger. Trauerspiel in fünf Aufzügen. 1860. BSB MünchenWidmung: „Meinem theuren Freunde, dem Dichter Emil Rittshaus zugeeignet mit Gruß und Handschlag“ IV. Weltbürger und Patriot (Vom linken Rheinufer). 1862.Drama um Georg Forster.GoogleWidmung: „Meinen lieben, unvergeßlichen Freunden Georg und Otto Hiltl mit Gruß und Handschlag!“ Mithrsg.: Album des litterarischen Vereins in Bern. Harald Blum, Bern 1858. Forgottenbooks Schiller, Thorwaldsen, David, Beethoven ein Bruchstück aus der „Weltgeschichte der Kunst“. (Festrede am Schillertage in Leipzig: 10. November 1862. Carl Hochhausen’s Verlag (Woldemar Lutze), W.-Jena und Leipzig und Jena 1862. GoogleWidmung: „Den Bewohnnern der Stadt Leipzig und dem ‚Grütli‘ daselbst zu freundlicher Erinnerung.“ Nationalität oder Freiheit? Centralisation oder Föderation? Eine Frage an die Völker Europa’s in den Tagen einer neuen napoleonischen Zeit und neuer drohender Weltkämpfe. (Ein Stimme aus der Schweiz) Karl Hochhausen, Wenigenjena 1859. GoogleWidmung: „Den Fortschrittsmännern Europa’s vorzugsweise Deutschlands und Oesterreichs mit republikanischem Gruß und Handschlag“