Die 17. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 17. Infanterie-Division bezeichnet, war ein Großverband der Preußischen Armee.
Aufstellung Die Division wurde am 11. Oktober 1866 in Kiel errichtetGünter Wegner: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 1. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, S. 114Claus von Bredow, Ernst von Wedel: Historische Rang- und Stammliste des Deutschen Heeres. Teil 1. Biblio Verlag, Osnabrück 1972, ISBN 978-37648-0847-1, S. 524 ff. und war eine von mehreren gemischten Einheiten der Preußischen Armee. Sie rekrutierte sich aus Kontingenten der Hansestädte sowie den Großherzogtümern Mecklenburgs. Die 33. Infanterie-Brigade bestand aus Kontingenten Hamburg und Bremen, und bis zur Bildung des neuen Infanterie-Regiments Nr. 162, dem aus Lübeck. Die 34. (Großherzoglich Mecklenburgische) Infanterie-Brigade bestand aus den Kontingenten der Großherzogtümer Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin. Die 81. Infanterie-Brigade, gebildet im Jahre 1897, enthielt die beiden Regimenter aus Lübeck und dem preußischen Schleswig-Holstein. Die Divisionskavallerie bildete die 17. (Großherzoglich Mecklenburgische) Kavallerie-Brigade mit zwei Dragoner-Regimentern aus Mecklenburg und zeitweise einem preußischen Kavallerie-Regiment. Die 17. Artillerie-Brigade, die 1899 gebildet wurde, gliederte sich aus zwei Artillerie-Regimentern, dem in Güstrow und Neustrelitz garnisonierten Holsteinischen Feldartillerie-Regiment Nr. 24 und dem Großherzoglich Mecklenburgischen Feldartillerie-Regiment Nr. 60, das zusammen mit dem Brigadestab in Schwerin in Garnison lag.Pflieger: Holsteinisches Feldartillerie-Regiment Nr. 24 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Heft 50). Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg/Berlin 1922, S. 7 f.
Gliederung Während die Division bei der Mobilmachung 1870 noch dem VIII. Armee-Korps unterstellt war,siehe Hugo von Kottwitz, 33. Infanterie-Brigade unterstand sie später dem IX. Armee-Korps.
Deutsch-Französischer Krieg mini|76er Füsilierbataillon in der Schlacht von Loigny
33. Infanterie-Brigade Füsilier-Regiment Nr. 36 Infanterie-Regiment Nr. 75 Infanterie-Regiment Nr. 76 34. Infanterie-Brigade Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90 Großherzoglich Mecklenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 14 17. Kavallerie-Brigade 1. Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 17 2. Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 18 2. Brandenburgisches Ulanen-Regiment Nr. 11
Friedensgliederung 1914 33. Infanterie-Brigade in Altona Infanterie-Regiment „Bremen“ (1. Hanseatisches) Nr. 75 in Bremen und Stade Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76 in Hamburg 34. Infanterie-Brigade (Großherzoglich Mecklenburgische) in Schwerin Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 in Schwerin und Neustrelitz Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90 in Rostock und Wismar 81. Infanterie-Brigade in Lübeck Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 in Lübeck Schleswig-Holsteinisches Infanterie-Regiment Nr. 163 in Neumünster, Heide 17. Kavallerie-Brigade in Schwerin 1. Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 17 in Ludwigslust 2. Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 18 in Parchim 17. Feldartillerie-Brigade in Schwerin Holsteinisches Feldartillerie-Regiment Nr. 24 in Güstrow und Neustrelitz Großherzoglich Mecklenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 60 in Schwerin
Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914 mini|Denkmal des Infanterie-Regiments Hamburg (2. Hanseatisches) Nr. 76 in Hamburg
33. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment Bremen (1. Hanseatisches) Nr. 75 Infanterie-Regiment Hamburg (2. Hanseatisches) Nr. 76 34. Infanterie-Brigade Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 90 Lauenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 9 Stab und 3. Eskadron/2. Hannoversches Dragoner-Regiment Nr. 16 17. Feldartillerie-Brigade Holsteinisches Feldartillerie-Regiment Nr. 24 Großherzoglich Mecklenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 60 1. Kompanie/Schleswig-Holsteinisches Pionier-Bataillon Nr. 9
Kriegsgliederung vom 21. Mai 1918 34. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment Bremen (1. Hanseatisches) Nr. 75 Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89mini|I. Bataillon / Fußartillerie-Regiment Nr.24 Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 90 MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 75 4. Eskadron/2. Hannoversches Dragoner-Regiment Nr. 16 Artillerie-Kommandeur Nr. 17 Großherzoglich Mecklenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 60 I. Bataillon/Fußartillerie-Regiment Nr. 24 Pionier-Bataillon Nr. 126 Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 17
Geschichte Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 lag das Kommando bis zu seiner Demobilisierung und endgültigen Auflösung 1919 in Schwerin.Bredow, S. 524.
Deutsch-Französischer Krieg Am Anfang des Krieges war der Großverband eine Reservedivision, bevor sie im September 1870 zu der Belagerung von Metz und von Paris entsandt wurde. Danach nahm sie am Loire-Feldzug teil und kämpfte in den Schlachten von Loigny-Poupry, der zweiten Orléansschlacht, in der Schlacht von Beaugency-Cravant und Le Mans.Hermann Cron: Ruhmeshalle unserer alten Armee. Berlin 1935.
Erster Weltkrieg Die Division war während des Krieges ausschließlich an der Westfront eingesetzt. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war sie am Vormarsch über Luxemburg, Belgien nach Frankreich beteiligt und kämpfte in der Schlacht von St. Quentin und an der Marne. Eine ihrer Brigaden war an der Einnahme von Lüttich beteiligt. 1916 kämpfte sie in der Schlacht an der Somme und 1917 in der Dritten Flandernschlacht. Die Division nahm an der Frühjahrsoffensive 1918 teil sowie an den Rückzugsgefechten der Hunderttageoffensive.
Gefechtskalender 1914 4. bis 16. August – Eroberung von Lüttich 18. bis 19. August – Schlacht an der Gete 23. bis 24. August – Schlacht bei Mons 26. August – Gefecht bei Genly 29. bis 30. August – Schlacht bei St. Quentin 2. bis 3. September – Gefecht bei Château-Thierry 4. September – Gefecht bei Viels-Maisons-Montmirail 5. September – Gefecht bei Leuze (bei Morsains, Esternay) 5. bis 9. September – Schlacht am Ourcq ab 12. September – Kämpfe an der Aisne
1915 bis 12. Oktober – Kämpfe an der Aisne 16. Oktober bis 3. November – Herbstschlacht in der Champagne ab 4. November – Stellungskämpfe in der Champagne
1916 bis 15. Juni – Stellungskämpfe in der Champagne 15. Juni bis 5. Juli – Reserve der OHL bei Mézières 8. Juli bis 14. September – Schlacht an der Somme 19. September bis 24. Dezember – Stellungskämpfe in Flandern und Artois ab 25. Dezember – Stellungskämpfe an der Somme
1917 bis 15. März – Stellungskämpfe an der Somme 16. März bis 8. April – Kämpfe vor der Siegfriedfront 9. bis 26. April – Frühjahrsschlacht bei Arras 26. April bis 31. Mai – Kämpfe vor der Siegfriedfront 1. bis 6. Juni – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 7. bis 12. Juni – Reserve der Heeresgruppe „Kronprinz Rupprecht“ 13. Juni bis 30. Juli – Schlacht in Flandern 31. Juli bis 6. August – Reserve der Heeresgruppe „Kronprinz Rupprecht“ 7. August bis 22. September – Kämpfe in der Siegfriedstellung 23. September bis 12. Oktober – Herbstschlacht in Flandern ab 13. Oktober – Stellungskämpfe in Flandern und Artois
1918 bis 15. Februar – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 15. Februar bis 18. März – Reserve der OHL bei der 6. Armee 19. bis 20. März – Aufmarsch zur Großen Schlacht in Frankreich 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich 7. April bis 16. Juli – Kämpfe zwischen Arras und Albert 17. bis 25. Juli – Stellungskrieg in Flandern 26. Juli bis 3. August – Bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle 4. August bis 3. September – Stellungskämpfe an der Vesle 3. bis 18. September – Kämpfe vor der Siegfriedfront 19. bis 27. September – Kämpfe in der Siegfriedstellung 28. bis 30. September – Stellungskämpfe nördlich der Ailette 1. bis 9. Oktober – Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas 10. bis 12. Oktober – Kämpfe vor Hunding- und Brunhildfront 13. bis 17. Oktober – Kämpfe an der Aisne und Aire 18. bis 23. Oktober – Schlacht bei Vouziers (Teile der Division) 17. bis 25. Oktober – Abwehrschlacht in der Champagne und an der Maas 25. Oktober bis 1. November – Abwehrschlacht in der Hundingstellung 2. bis 4. November – Stellungskämpfe an der Aisne 5. bis 11. November – Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat
Kommandeure Dienstgrad Name DatumDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 114.GeneralleutnantAdolf von Rosenberg-Gruszczynski20. Oktober 1866 bis 13. Juli 1870GeneralleutnantGustav von Schimmelmann18. Juli bis November 1870GeneralleutnantHermann von Tresckow14. November 1870 bis 29. Januar 1871 (Führer)GeneralleutnantGustav von Schimmelmann30. Januar 1871 bis 19. März 1872GeneralleutnantLudwig von Schlotheim20. März 1872 bis 5. April 1880GeneralleutnantHermann Ludwig von Wartensleben6. April 1880 bis 20. August 1884GeneralleutnantWalther Bronsart von Schellendorff21. August 1884 bis 11. Juli 1888GeneralleutnantOtto von Derenthall12. Juli 1888 bis 14. März 1890GeneralleutnantKarl Finck von Finckenstein24. März 1890 bis 26. Januar 1895GeneralleutnantErnst von Petersdorff27. Januar 1895 bis 14. Mai 1897GeneralleutnantAnton Herwarth von Bittenfeld20. Mai 1897 bis 8. Juni 1900GeneralmajorKlaus von und zu Egloffstein9. Juni bis 8. Juli 1900 (mit der Führung beauftragt)GeneralleutnantKlaus von und zu Egloffstein9. Juli 1900 bis 17. Mai 1903GeneralleutnantGünther von Kirchbach18. Mai 1903 bis 18. September 1907GeneralleutnantKurt von Pritzelwitz1. Oktober 1907 bis 8. Februar 1911GeneralmajorGotthard Nickisch von Rosenegk9. Februar bis 20. April 1911 (mit der Führung beauftragt)GeneralleutnantGotthard Nickisch von Rosenegk21. April 1911 bis 3. Februar 1913GeneralleutnantHans von Winterfeld4. Februar 1913 bis 2. März 1914GeneralleutnantArnold von Bauer3. März bis 14. Oktober 1914GeneralleutnantTheodor Stengel15. Oktober 1914 bis 10. Mai 1916GeneralleutnantHans von Minckwitz11. Mai 1916 bis 1. Januar 1917GeneralleutnantArthur von Gabain2. Januar 1917 bis 30. Juli 1918GeneralleutnantSiegfried von Held1. August 1918 bis 19. Januar 1919GeneralmajorJohannes von Busse20. Januar bis 30. September 1919
Literatur Hein: Das kleine Buch vom deutschen Heere. Verlag Lipsius & Tischer, 1901, Reprint Weltbildverlag GmbH, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0271-5. Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 66, 115. Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department Dokument Nr. 905, Office of the Adjutant, 1920, S. 275–278.
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