Eröffnung:11. Oktober 1986 (bis Zoo)Linien: (im Außenast), , Stationen:26
Die U-Bahn-Strecke C oder C-Strecke ist die dritte Strecke im Netz der sogenannten Frankfurter U-Bahn.
Sie ist die wesentliche West-Ost-Verbindung im Frankfurter Nahverkehr und verläuft zwischen den Stadtteilen Hausen und Praunheim einerseits und andererseits dem Ostbahnhof und Enkheim. Das mit der Strecke untrennbar verbundene Projekt „Schienenfreie Innenstadt“ war 1986 ein kommunalpolitischer Streitpunkt.
Die Strecke besitzt in den dicht bebauten innerstädtischen Stadtteilen zwölf unterirdische Bahnhöfe, darunter die beiden gemeinsam mit der S-Bahn genutzten viergleisigen Stationen Hauptwache und Konstablerwache. An die Tunnelstrecke schließen sich im Westen zwei und im Osten eine ebenerdige Zulaufstrecke an.
Verlauf, Streckenbeschreibung Tabellarische Auflistung der Streckenabschnitte
Die C-Strecke lässt sich in fünf verschiedene Streckenabschnitte unterteilen: in die von beiden Linien genutzte Stammstrecke zwischen Industriehof und Zoo sowie vier Streckenäste, in die sich die Stammstrecke an ihrem westlichen und östlichen Ende verzweigt. Diese Anschlussstrecken werden nur von jeweils einer Linie befahren.
Offiziell wird die C-Strecke dagegen auf andere Art in Abschnitte untergliedert. Diese sind in der Regel mit römischen Zahlen nummeriert. Die Anschlussstrecke nach Enkheim hat jedoch eine arabische 1, die westlichen Anschlussstrecken sind namenlos. Im Einzelnen gilt folgende Nummerierung (von West nach Ost):
Anschlussstrecke namenlos Heerstraße – Industriehof in Betrieb U7 Anschlussstrecke namenlos Hausen – Industriehof in Betrieb U6 Teil der Stammstrecke C V Industriehof – Bockenheimer Warte in Betrieb U6, U7 Teil der Stammstrecke C III Bockenheimer Warte – Alte Oper in Betrieb U6, U7 Teil der Stammstrecke C I Verzweigung S-Bahn – Hauptwache in Betrieb U6, U7; das Baulos gehörte teilweise zu A I Teil der Stammstrecke C II Zeil-Tunnel – Konstablerwache – Verzweigung S-Bahn – Zoo in Betrieb U6, U7 Anschlussstrecke C IV Zoo – Ostbahnhof in Betrieb U6 Anschlussstrecke C 1 Zoo – Enkheim in Betrieb U7, Schäfflestraße bis Enkheim zusätzlich U4
Die Nummerierungsfolge dürfte die Abfolge wiedergeben, in der die Abschnitte ursprünglich gebaut werden sollten. Allerdings haben sich die Prioritäten inzwischen verschoben.
Die beiden namenlosen westlichen Anschlussstrecken sind ehemalige Straßenbahnstrecken, verlaufen durch die Stadtteile Praunheim, Rödelheim und Hausen und erschließen dabei überwiegend Wohngebiete.
Im Folgenden werden nun alle Teilabschnitte von West nach Ost geordnet betrachtet.
Heerstraße – Industriehof mini|U7 auf der Ludwig-Landmann-Straße, im Hintergrund die Station Hausener Weg mini|Stadtbahnstation Friedhof Westhausen Der längere der beiden Streckenäste wird seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 von der Linie U7 befahren, bis dahin von der U6. Der Linientausch stand im Zusammenhang mit der Ausweitung des Nachtverkehrs auf der Linie U7. Die Strecke verläuft auf dem Mittelstreifen der meist zweispurig ausgebauten Ludwig-Landmann-Straße, die als Ein- und Ausfallstraße dient. Die Trasse, auf der bis 1986 die Tramlinie 22 verkehrte, wurde bereits in den 70er Jahren im Zusammenhang mit dem Neubau der Zentralwerkstatt an der Heerstraße stadtbahnähnlich ausgebaut und straßenunabhängig trassiert. Zur Eröffnung der C-Strecke waren daher kaum Umbaumaßnahmen erforderlich, es wurden lediglich die bestehenden Bahnsteige auf eine einheitliche Länge von 90 Metern gebracht. Ein weiterer Ausbau erfolgte erst in den letzten Jahren, die Strecke wurde dabei mit barrierefreien Hochbahnsteigen und Zugängen ausgerüstet.
Die Strecke beginnt mit einer dreigleisigen Wendeanlage an der Heerstraße in Höhe eines Umspannwerkes. Sie ist größtenteils von landwirtschaftlich genutzten Feldern umgeben, auf denen in Zukunft das Gewerbegebiet Praunheim entstehen soll. Über eine eingleisige Anschlussstrecke ist von dort die etwa ein Kilometer entfernte Stadtbahnzentralwerkstatt in Rödelheim erreichbar. Dort werden alle Schienenfahrzeuge der VGF gewartet. Nach diesem Abzweig kreuzt die Strecke die orthogonal verlaufende Heerstraße und geht in den Mittelstreifen der Ludwig-Landmann-Straße über. Dort befindet sich – mittlerweile etwa 100 Meter entfernt – die gleichnamige Stadtbahnstation Heerstraße. Sie erhielt 2004 einen Hochbahnsteig in Mittellage und wurde mit der ehemals sehr nahe gelegenen Station Ebelfeld zusammengelegt und daher nach Süden versetzt. Um die Umsteigewege zur eigentlich nur durch die Heerstraße verkehrenden Omnibuslinie 60 nicht zu verlängern, wurde die Bushaltestelle in die Ludwig-Landmann-Straße verlegt und unmittelbar vor die Endstation der U7 eine Wendemöglichkeit gebaut. Die Bushaltestelle befindet sich zurzeit allerdings noch im provisorischen Zustand, während die Stadtbahnstation nach dem neusten Haltestellendesign der VGF ausgestattet ist. Sie erschließt die Siedlung Praunheim, die in den 20er Jahren im Rahmen von Ernst Mays Wohnungsbauprogramm Neues Frankfurt gebaut wurde, sowie ein kleines Einkaufszentrum. mini|U5-Triebwagen auf der U6 an der Heerstraße Etwa 500 Meter weiter folgt die Stadtbahnstation Friedhof Westhausen, die den Namen des nahegelegenen Friedhofs trägt. Der Friedhof Westhausen gehört zu den größten Friedhöfen in Frankfurt und beherbergt auch eine Gedenkstätte für 4788 italienische Militär- und Zivilangehörige, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Der Friedhof wiederum ist nach der 1929–31 gebauten Siedlung Westhausen benannt, die an der Haltestelle beginnt und ebenfalls von Ernst May entworfen wurde. Zusammen mit der nächsten Station Stephan-Heise-Straße wird die über tausend Wohnungen zählende Siedlung und das Liebig-Gymnasium erschlossen. Beide Stationen sind sehr ähnlich ausgebaut: Sie besitzen beide Hochbahnsteige mit jeweils einem ebenerdigen Zugang und einer Unterführung, wobei diese an der Station Friedhof Westhausen durch Rampen mit dem Gehweg der Kollwitzstraße, die die Ludwig-Landmann-Straße unterquert, kombiniert ist.
mini|Stadtbahnstation Hausener Weg Im weiteren Verlauf der Strecke wird die als Stadtautobahn ausgebaute A 66 überquert und damit der Stadtteil Praunheim verlassen, auf dessen Gemarkung übrigens auch die Siedlung Westhausen liegt. Hinter der Autobahnbrücke befindet sich die Station Hausener Weg. Sie liegt an der Kreuzung der gleichnamigen Straße mit der Ludwig-Landmann-Straße, erschließt die angrenzenden Wohngebiete von Hausen und Rödelheim und bietet die Möglichkeit zur Omnibuslinie 34 umzusteigen. Die Haltestelle wurde als erste auf diesem Streckenast nach barrierefreien Richtlinien umgebaut. Die ehemals ebenerdigen Bahnsteige wurden dabei durch Hochbahnsteige ersetzt und ampelgesteuerte Fußgängerüberwege anstelle der Unterführungen errichtet. Die Unterführung konnte – im Gegensatz zu den vorherigen beiden Stationen – nicht mehr an die Bahnsteige angeschlossen werden, da sich darüber die neuen Rampen zum Fußgängerüberweg befinden. Sie bleibt jedoch weiterhin als Verbindung beider Straßenseiten passierbar. Zusätzlich befinden sich am südöstlichen Ende der Haltestelle noch Treppen zum Niddauferweg. Die Nidda wird direkt im Anschluss an die Station Hausener Weg überquert.
Die folgende Station Fischstein hatte als letzte noch niedrige Bahnsteige. Der Umbau ist Ende Mai 2011 beendet worden. (→ siehe #Ausbauplanungen); die Station wurde dabei um einige 100 m stadteinwärts verlegt.
Durch die Stadtbahn-Zentralwerkstatt an der Heerstraße ist der auf diesem Streckenabschnitt sehr abwechslungsreiche Verkehr verschiedener Fahrzeuge – von Stadtbahnwagen aller Baureihen über Niederflurfahrzeuge der Straßenbahn bis hin zu Arbeitswagen und alten Museumsfahrzeugen – alltäglich.
Hausen – Industriehof mini|Endstation Hausen Das westliche Ende der U6 verläuft ebenerdig auf dem Mittelstreifen der Straße Am Hohen Weg durch den Stadtteil Hausen. Anders als die Strecke zur Heerstraße wurde sie erst zur Eröffnung 1986 stadtbahnmäßig ausgebaut und erhielt einen eigenen Bahnkörper sowie Hochbahnsteige. Die früher hier verlaufende Straßenbahnlinie 18 wies dagegen teilweise eingleisige Streckenführung auf, führte aber weiter bis zur Endstation Praunheim Brücke.
mini|Unterführung der A 66 kurz vor der Endstation Hausen. Die Endstation Hausen liegt am Beginn der Praunheimer Landstraße, nahe der Willi-Brundert-Siedlung, unweit des zur Bundesgartenschau 1989 eröffneten Niddaparks. Nach wenigen 100 Metern Fahrt wird die Autobahn A 66 unterquert. Die folgende Haltestelle Große Nelkenstraße erschließt den alten Hausener Ortskern mit der Brotfabrik. Diese Station besitzt als einzige zwei Seitenbahnsteige, die nicht gegenüber, sondern versetzt angeordnet sind: die Bahn hält jeweils in Fahrtrichtung vor der Kreuzung der Großen Nelkenstraße.
Nach einem guten Kilometer trifft die Strecke auf die der U7 und die Straße Am Industriehof und mündet dort gemeinsam mit der anderen Strecke in die Station Industriehof.
Industriehof – Zoo
Bockenheim und Westend mini|Rampe an der Breitenbachbrücke Die beiden westlichen Streckenzweige aus Hausen und Praunheim laufen in der Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Straße zusammen und erreichen die Station Industriehof. Die Station liegt am östlichen Rand des Gewerbegebiets Industriehof in Höhe der Insterburger Straße. Südlich der Station schließen Straßenbahngleise in Richtung Breitenbachbrücke an, die nur noch für Betriebsfahrten genutzt werden. Zwischen diesen Gleisen fährt die U-Bahn über eine Rampe in den C-Tunnel, das Kernstück der C-Linie.
Der C-Tunnel unterquert die Main-Weser-Bahn und schwenkt nach Osten ab in den alten Ortskern des Stadtteils Bockenheim. Die folgende Station Kirchplatz liegt unterhalb der Ginnheimer Straße und den angrenzenden Häuserblocks. Namensgeberin dieser Station ist die evangelische Jakobskirche, die am nördlichen Ende des kleinen Platzes liegt. Neben kirchlichen Motiven finden sich im U-Bahnhof auch alte Bilder der ehemals eigenständigen Stadt Bockenheim. Im Streckenverlauf ist es die erste unterirdische Station im postmodernen Stil der 1980er. Der Tunnel erreicht nach etwa 400 Metern die verhältnismäßig schmale Leipziger Straße, in der die beiden Tunnelröhren übereinander verlaufen. Unter dieser Bockenheimer Haupteinkaufsstraße liegt die gleichnamige U-Bahn-Station, die mit Bildern von älteren U-Bahnsystemen wie Paris oder London geschmückt ist.
mini|U-Bahnhof Westend Nach einem weiteren Ost-Schwenk erreicht die U-Bahn, wieder nebeneinander, den ehemaligen Turm der Frankfurter Landwehr, die Bockenheimer Warte, und damit das Frankfurter Westend. Der U-Bahnhof Bockenheimer Warte liegt unter dem gleichnamigen Platz und erschließt damit im Wesentlichen den Campus Bockenheim der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. An den Wänden befinden sich Fotos aus dem Alltag der Universität aus den 80er Jahren. Über den westlichen Ausgang ist die vor dem Bockenheimer Depot gelegene Haltestelle der Straßenbahnlinie 16 zu erreichen. Der Bahnhof ist seit 2001 Umsteigebahnhof zur D-Strecke. Am östlichen Ende des Bahnsteigs verbindet eine gemeinsame B-Ebene, die als Rotunde ausgeführt ist, die Zugänge zu beiden Stationsbauwerken. Unmittelbar nach der Station befindet sich südlich der Tunnelröhre eine eingleisige Verbindungskurve zur D-Strecke, die nur für Betriebsfahrten genutzt wird. Sie ist die einzige unterirdische Verbindung zweier Grundstrecken in Frankfurt.
Die Fortsetzung der Strecke führt unterhalb der Bockenheimer Landstraße entlang und gelangt so zum U-Bahnhof Westend. Die Station des Architekturbüros A.C. Walter und Partner ist durch florale Elemente geprägt und weist damit auf die Nähe zum Palmengarten hin. Die Umgebung der Station, der namensgebende Stadtteil Westend-Süd, ist aber auch für viele Bürohochhäuser bekannt, wie das benachbarte WestendDuo. Am Ende der 1,3 km langen Bockenheimer Landstraße verlässt die Strecke das Westend.
City mini|Schnellbahnknoten Konstablerwache